Werbe-Optimismus-Index & Online-Werbung klarer SiegerMehr als die Hälfte der Werbewirtschaft in Österreich deutlich optimistisch - Erwartungen verhalten - Aber: Ein Drittel der Agenturen plant personelle Verstärkung
"Die österreichische Werbebranche ließ sich von Negativmeldungen nicht verunsichern, sondern zeigt einen soliden Optimismus" - so fasst Peter Drössler, Obmann des Fachverbandes Werbung und Marktkommunikation in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), die Ergebnisse des Werbe-Optimismus-Index zusammen. Er wurde heute, Dienstag, 12. August 2008, erstmals vorgestellt. Die neue, differenzierte Erhebung im Auftrag des Fachverbandes Werbung und Marktkommunikation wirft einen umfassenden Blick auf Stimmungen und Trends in der werbetreibenden Wirtschaft, daraus resultiert das bisher umfassendste Bild der Erwartungen für die Branchenkonjunktur. Der Werbe-Optimismus-Index analysiert Entwicklungen und Erwartungen in einem mehrstufigen System aus insgesamt vier Blickwinkeln, nämlich jenen von Top 500-Auftraggebern, Werbeagenturen, Konsumenten und Medien. Neuer Partner ist die Marketagent.com online reSEARCH GmbH. Gemeinsam unterzieht man ab sofort die Branchensituation und -zukunft einer genauen Beobachtung und wird die Ergebnisse vierteljährlich präsentieren.
Die Befragung zur aktuellen Stimmungslage unter Werbeagenturen auf der einen Seite sowie den Top 500-Auftraggebern in Österreich auf der anderen Seite ergibt, "dass sich sowohl die Agenturen als auch die werbetreibende Wirtschaft mit mehr als 55 Prozent deutlich optimistisch zeigen", so Fachverbandsobmann Drössler.
"Gefragt nach der Entwicklung der Werbeaktivitäten im 2. Quartal 2008 in Österreich, sind 51,8 Prozent der Agenturen und 45,6 Prozent der werbetreibenden Wirtschaft der Meinung, dass die Werbebudgets im Vergleich zum gleichen Quartal des Vorjahres zumindest gleich geblieben sind. 40 Prozent der Werbetreibenden und 36,2 Prozent der Agenturen haben sogar einen Anstieg der Werbebudgets verzeichnet", erläuterte Marketagent.com-Geschäftsführer Thomas Schwabl.
Wohin fließt nun das Geld aus den Marketingbudgets? "Ganz deutlich sieht man, dass die klassischen Werbemedien dominieren", so Schwabl. Der Print-Bereich hat mit 24,3 Prozent die Nase vorne, gefolgt von TV mit 19,2 Prozent. Jeweils rund 7 Prozent des Marketingbudgets werden für Flugblatt/Prospekt, Direct Mail und Sales Promotion ausgegeben. Etwa 8,4 Prozent Ihrer Marketingbudgets investieren Top 500-Unternehmen in innovative, neue Werbestrategien. Bei kleineren Etats ist die Bereitschaft in Online-, Virale- und Buzz-Strategien zu investieren noch höher. Agenturen schätzen den Anteil dieser Märkte am Werbekuchen auf 18 Prozent.
Demgegenüber sind die Erwartungen für die Zukunft verhaltener: Der Anteil derer, die annehmen, dass die Ausgaben für Werbeaktivitäten gleich bleibt, ist größer geworden. Zugleich ist auch die Anzahl derer gestiegen, die ein Wenigerwerden von Werbeaktivitäten erwartet: "Nur 29,1 Prozent der Agenturen und 28,8 Prozent der Werbetreibenden rechnen mit einer Zunahme der Werbeaktivitäten in den nächsten zwölf Monaten. Ein Fünftel geht sogar von einer Reduktion aus", gießt Thomas Schwabl die Erhebungsergebnisse in Zahlen.
Eine weitere wichtige Säule des Werbe-Optimismus-Index stellt die Konsumentenbefragung dar. "72,1 Prozent der VerbraucherInnen konsumieren zumindest fallweise Fernsehwerbung, 64,7 Prozent sehen sich Flugblätter und Prospekte an", weiß Researcher Schwabl. "Auch liegen Plakatwerbung, Radiowerbung und Werbung als Zeitungsbeilage bei rund 40 Prozent hoch im Kurs."
Als gelungen erachten die Österreicherinnen und Österreicher Werbebotschaften dann, wenn sie davon emotional angesprochen werden. Weiters sind Informationen über Preis und Rabatte für die österreichischen Konsumenten ein entscheidendes Kriterium für gut gemachte Werbung. "Wichtig ist den Konsumenten ebenfalls, dass Werbebotschaften kurz und prägnant sind", so Schwabl.
Die Entwicklung des privaten Konsums in Österreich bietet allerdings wenig rosige Aussichten: "Immerhin planen 6 von 10 Österreichern Einsparungen." 32 Prozent wollen ihren derzeitigen Ausgaben-Level halten, das heißt, sie planen weder Ausgaben zu reduzieren noch großartige Neuanschaffungen.
Konkret nun zu den Ergebnissen aus der Sicht der Werbewirtschaft: Fakt ist - und 60 Prozent der Werbetreibenden und 40 Prozent der Agenturen sind dieser Meinung - dass die österreichische Wirtschaftsentwicklung die Werbestimmung in Österreich stark beeinflusst. Auf Platz 2 und 3 werden "Besondere Ereignisse im Inland" und "EU Wirtschaftsentwicklung" genannt.
Die Entwicklung der Werbeaktivitäten nach einzelnen Medienbereichen kennt aus Sicht der Auftraggeber einen klaren Sieger: 44,8 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Online-Werbung im 2. Quartal 2008 im Vergleich zum selben Quartal des vergangenen Jahres stark zugenommen hat und 33,6 Prozent sind sich sicher, dass Online-Werbung natürlich auch in Zukunft weiterhin überproportional stark wachsen wird. "Die Agenturseite bestätigt dieses Meinungsbild der werbenden Wirtschaft", ergänzte Schwabl. Auch Mobile Marketing ist mit rund 10 Prozent ganz vorne dabei. "Einig sind sich die heimischen Experten im internationalen Vergleich Österreichs mit anderen Ländern: Aufholbedarf herrscht in Österreich, was Online-Werbung im Zusammenhang mit dem Gesamtetat betrifft", berichtete Schwabl aus der vierten starken Säule des Werbe-Optimismus-Index, der so genannten Medien-Feedbackschleife.
Als "gut aufgestellt" sieht Peter Drössler die Werbewirtschaft in Österreich. "Die Marktbedingungen werden schwieriger, doch gerade der sich verschärfende Wettbewerb wird als Chance für die Branche gewertet. Ein Personalabbau ist aber trotz der verhaltenen Erwartungen nicht in Sicht. Ein Drittel der Agenturen plant sogar personelle Erweiterungen", zeigt er sich erfreut.
Der Fachverbandsobmann zeigt sich zukunftsorientiert und solide optimistisch: "Wir müssen uns darauf einstellen, dass die generelle Wirtschaftsentwicklung nachlassen wird und damit ein stärkerer Wettbewerb auf uns zukommt. Aber ich bin überzeugt, dass die österreichische Werbe- und Kommunikationsbranche darauf sehr gut vorbereitet ist und der Wirtschaft weiterhin positive wirtschaftliche Impulse geben wird", so Drössler abschließend.
Rückfragehinweis: Wirtschaftskammer Österreich Fachverband Werbung & Marktkommunikation Mag. Markus Deutsch Tel.: 05 90 900-3539 E-Mail: werbung@wko.at Qu.: OTS0123 2008-08-12/11:59 

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