Wien

Einleitende Gedanken:

Nachdem es sich bei der Tele.ring Übernahme durch T-Mobile bereits um das längste Übernahmeverfahren in der EU Geschichte handelt, sind einige fundamentale Daten angebracht. Das Übernahmeverfahren ist mittlerweile spannend wie ein Wirtschaftskrimi und es hat natürlich für alle Österreich weitreichende Folgen, ganz gleich wie es ausgeht. Können Tele.ring Kunden ihre Telefonnummer beibehalten oder werden alle Telering-Kunden auf die 0676- Vorwahl von T-Mobile umgestellt? Wird Telering als Marke bestehen bleiben? Wieviele Mitarbeiter werden ihren Job bei Tele.ring, bei T-Mobile und bei den jeweiligen Lieferanten verlieren? Werden ONE und Huchtison als nächstes fusionieren, um dann noch neben den Großen überleben zu können?  Wird der ÖGB und die Arbeiterkammer als Arbeitnehmervertreter zu diesem Verfahren weiter öffentlich schweigen? Wird es dann wieder Speckknödel geben oder nicht?
 







Fotos: 1) Zentrale Tele.ring; 2 +3): Zentrale T-Mobile Austria in Wien; © Wien-konkret


Fakten:

Marktanteile:
Mit Stand Dezember 2005 verteilten sich die Marktanteile am österreichischen Mobilfunkmarkt wie folgt:

Mobilkom A1: 39,5%  T-Mobile: 24,4%  ONE: 20,7%  Tele.ring: 12% Hutchison: 3,3%  Quelle: Regulierungsbehörde RTR

Bei einem Zusammenschluß von T-Mobile und Tele.ring ergibt sich somit ein Marktanteil von ca. 36,5%.


Anbieter:
Die Anzahl der Anbieter von Mobilfunk ist in Österreich auf fünf beschränkt (Mobilkom, T-Mobile, ONE, Tele.ring, Hutchison). Da alle Frequenzen im GSM 900, DCS-1800 und UMTS Bereich auf die bestehenden Anbieter aufgeteilt sind, kann ein neues Unternehmen mangels des Rohstoffs Frequenzen nicht mehr in den Markt eintreten. Es herrscht somit nur ein eingeschränkter Wettbewerb am Mobilfunkmarkt.


Marktbeherrschung:
Mit Bescheiden vom 27. Oktober 2004 hat die Regulierungsbehörde alle bestehenden Mobilfunkunternehmen - das sind Mobilkom, T-Mobile, ONE, Tele.ring, Hutchison – auf den Terminierungsmärkten als Unternehmen mit beträchtlicher Marktmacht festgestellt (Aktenzahl M15a-e/03).


Umsätze, Jahresüberschuß, Eigenkapitalquoten:

T-Mobile:
Umsatz 2004: 883 Mio. Euro,
Jahresüberschuß: -11,8 Mio Euro

Telering:
Umsatz 2004: 539 Mio. Euro,
Jahresüberschuß: +12,3 Mio Euro

Die Eigenkapitalquote von T-Mobile Austria lag Ende 2004 bei 33%, jene von Tele.ring bei 67%.


Rechtsgrundlagen der Übernahme:
Als Rechtsgrundlage der Prüfung und Genehmigung dient im Wesentlichen die EU Fusionskontrollverordnung. Als sektorspezifisches Wettbewerbsrecht kommen noch die Richtlinien RL 2002/21/EG und RL 2002/20/EG in Betracht.


Wettbewerbsrecht:
Ein Marktanteil von 25% oder mehr kann nach der Rechtssprechung der Geschmeinschaftsgerichte schon für sich alleine der Nachweis für das Vorhandensein einer Marktbeherrschenden Stellung sein. T-Mobile / Telering erreicht im fusionierten Zustand deutlich mehr, nämlich ca. 37 % (Der genaue Prozentsatz schwankt von Monat zu Monat je nach Teilnehmerzahlen).


Elektrosmog / Handymasten:
Auf die Bestrahlungssituation der Bevölkerung wird die geplante Fusion der beiden Mobilfunkanbieter kaum Veränderungen zeigen. Die Frequenzen würden dann halt von Tele.ring auf T-Mobile übergehen. Teile des Tele.ring Netzes (Handymasten) sollen an Hutchison "3" verkauft werden und sollen dann von diesem betrieben werden. Somit wird sich die Anzahl der Handymasten im Lande wenn überhaupt nur geringfügig reduzieren. Auch die Strahlungsbelastung der Anrainer durch den Elektrosmog der Handymasten wird voraussichtlich unverändert hoch bleiben.



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Die Geschichte der Übernahme Telering durch T-Mobile

Untertitel: Wie ein marktbeherschendes Unternehmen ein anderes marktbeherrschendes Unternehmen in Österreich mit Zustimmung der österreichischen "Wettbewerbsbehörden" übernimmt...
 

4.9.2006: Regulierungsbehörde weist Frequenzübertragung zurück
In der heutigen Sitzung hat die Telekom-Control-Kommission - der Regulierungsbehörde für Telekommunikation - die Anträge von ONE und Hutchison zur Übertragung eines Teiles der UMTS Frequenzen von Telering/TRA 3G Mobilfunk GmbH an
ONE (F5/06-21) und Hutchison (F4/06-27)  zurückgewiesen, obwohl dies ein Teil der EU-Auflagen und des Bescheides der Telekom-Control-Kommission vom 26.4.2006 (F2/05-76) zur Übernahmegenehmigung der Telering durch T-Mobile war.

Begründung: T-Mobile bzw. Telering/TRA 3G Mobilfunk GmbH legten "kein Verkaufsangebot für die UMTS Frequenzen" und weiters liege eine "entschiedene Rechtssache" vor. Wie im österreichischen Telekommunikationsbereich leider noch immer üblich, gibt es bis dato kein ordentliches Rechtsmittel gegen Bescheide der Regulierungsbehörde und darauf wird in den Bescheiden ONE (F5/06-21) und Hutchison (F4/06-27) auch explizit hingewiesen.



27.4.2006: Hutchison "3" kritisiert Behörde scharf
"3"-Chef Thoma kritisierte die Regulierungsbehörde TKK scharf. Sein Vorwurf: Die Regulierungsbehörde untergrabe die Entscheidung der EU-Wettbewerbskommission. Warum? Weil die Regulierungsbehörde TKK Hutchison verboten hat, alle UMTS Frequenzen von Telering kaufen zu dürfen, obwohl es dafür einen unterzeichneten Vertrag gibt. Hutchison würde wissentlich geschädigt werden. Nach dem Willen der EU-Wettbewerbshüter sei Hutchison als kleinster Anbieter zu fördern. Hutchison solle für "nachhaltigen Wettbewerb" sorgen. Weiters kritisiert Hutchison, dass sie von der Behörde nicht als Partei im Verfahren anerkannt wurde.


26.4.2006: Mitarbeiterabbau bei Telering:
Kurzfristig sollen bei Telering in einem ersten Schritt bis Mitte Juni 2006 5-10% der Mitarbeiter abgebaut werden, so T-mobile Austria Chef Pölzl. 


26.4.2006: Was sich für die Kunden ändert:
Vorerst soll sich nichts für die Kunden ändern. Die Vorwahl 0650- bleibt vorerst einmal bestehen. Kunden brauchen sich auch nicht bei T-Mobile neuanmelden.


26.4.2006: Die neue Marktverteilung in Zahlen:
Wie sich der österreichische Mobilfunkmarkt auf die verbleibenden 4 eigenständigen Mobilfunkanbieter konzentriert, zeigt folgende Grafik:



26.4.2006: EU genehmigt die Übernahme vorbehaltlich der Einhaltung von Auflagen 
Hatte die EU-Wettbewerbskommission Anfang Februar noch schwere Bedenken betreffend einer Übernahme, so hat sie jetzt seine Meinung überraschend geändert. Wie die Telering-Übernahme durch T-Mobile mit bestehendem EU-Recht vereinbar ist, wurde von der EU in folgender Entscheidung vom 26. April 2006 erläutert. Darin sind auch die Vorbehalte und Auflagen der EU-Kommission zu der Übernahme enthalten:

=> Fall Nr. COMP/M.3916 . T-Mobile Austria/Tele.ring


Ein paar Gustostückerl aus der EU-Entscheidung zur Telering-Übernahme (Besonders gut schmeckt die Erklärung der österr. Arbeiterkammer in RZ 153, warum die Übernahme von telering für die Konsumenten gut ist):

Randzahl 21:
"Wie bereits in früheren Kommissionsentscheidungen festgestellt9 gibt es keine Substitute zur Anrufzustellung in jedem einzelnen Netz, denn der den ausgehenden Anruf übermittelnde Netzbetreiber kann den angerufenen Endkunden nur über denBetreiber des Netzes erreichen, in dem sich der Endkunde befindet. Jedes einzelne Netz stellt daher einen eigenständigen Terminierungsmarkt dar. .... Jeder Netzbetreiber hat daher ein Monopol für die Anrufzustellung in seinem Fest- oder Mobilfunknetz."

Randzahl 40: "Die Kommission ist auf der Grundlage der Marktuntersuchung zu dem Schluss gekommen, dass das Ausscheiden von tele.ring als unabhängiger Netzbetreiber und die Schaffung einer Marktstruktur mit zwei ähnlich großen Netzbetreibern (Mobilkom und T-Mobile), einem viel kleineren (ONE) und einem sehr kleinen Netzbetreiber (H3G) zu nicht-koordinierten Effekten führt, auch wenn T-Mobile nach der Transaktion nicht das Unternehmen mit dem größten Marktanteil wird."

Randzahl 43: "Bereits die Analyse der Marktanteile zeigt nicht nur die aktive Rolle, die tele.ring in den letzten drei Jahren im Markt gespielt hat, sondern auch, dass tele.ring das einzige Unternehmen war, das eine solch aktive, seinen Marktanteil vergrößernde Rolle gespielt hat. ..."

Randzahl 72: "Aus diesen Betrachtungen ist zu schließen, dass tele.ring in dem untersuchten Zeitraum von 2002 bis 2005 die aktivste Kraft im Markt war und erheblichen Wettbewerbsdruck insbesondere auf T-Mobile und Mobilkom ausübt und deren Preissetzungsspielraum entscheidend disziplinieren kann. Die Preisanalyse legt es daher nahe, dass tele.ring die Rolle eines "Maverick" im Markt gespielt hat."

Randzahl 98: "Nach Abschluss der vorgeschlagenen Transaktion wird daher nicht nur das tele.ring-Netz eliminiert werden, sondern es ist auch davon auszugehen, dass das T-Mobile-Netz sehr viel weitgehender ausgelastet sein wird als heute. ..."

Randzahl 105:"Die Abhängigkeit von dem Inlandsroaming-Vertrag mit Mobilkom schränkt den Bewegungsspielraum von H3G erheblich ein. ..."

Randzahl 109: "Obwohl H3G bereits bisher aggressiv mit niedrigen Preisen im Markt aufgetreten ist, kann H3G aufgrund seiner Abhängigkeiten im Rahmen des nationalen Roaming- Vertrages keine ähnliche wettbewerbliche Beschränkung spielen wie tele.ring. ..."

Randzahl 117:  "Die Marktuntersuchung der Kommission hat keine Anzeichen dafür ergeben, dass ein neuer Netzbetreiber die Absicht haben könnte, in den österreichischen Markt einzutreten. Angesichts der im Moment nicht zur Verfügung stehenden Frequenzen, wobei die Marktuntersuchung auch keine Anzeichen für einen Willen eines Netzbetreibers zu einem Verkauf von Frequenzen ergeben hat, und der hohen Kosten für den Aufbau eines weiteren Mobilfunknetzes wäre ein solcher Markteintritt ohnehin sehr unwahrschinlich. ...."

Randzahl 125: "Auf der Basis des oben Ausgeführten, insbesondere wegen der Eliminierung des Mavericks im Markt und der gleichzeitigen Schaffung einer Marktstruktur mit zwei führenden, symmetrischen Netzbetreibern, ist es wahrscheinlich, dass die geplante Transaktion zu nicht-koordinierten Effekten und zu einer erheblichen Behinderung wirksamen Wettbewerbs in einem wesentlichen Teil des Gemeinsamen Marktes führen wird. Damit ist es wahrscheinlich, dass der vorgeschlagene Zusammenschluss einen spürbaren Einfluss auf die Preise im österreichischen Endkundenmarkt für Mobiltelefonieleistungen haben wird...."

Randzahl 153:  "Die für den Verbraucherschutz in Österreich zuständige Bundesarbeitskammer hat ebenfalls zum Zusammenschluss Stellung genommen und die vorgeschlagenen Zusagen insbesondere aus Sicht der Konsumentinnen und Konsumenten bewertet. In ihrer abschließenden Bewertung der Zusagen begrüßt die Bundesarbeitskammer ausdrücklich das nun mit dem Abschluss des Rahmenvertrages zwischen T-Mobile und H3G verwirklichte Konzept eines "upfront buyers". Nach Ansicht der Bundesarbeitskammer sind mit den verbesserten Zusagen "wichtige Voraussetzungen dafür geschaffen worden, dass auch nach dem Zusammenschluss auf dem Mobilfunkmarkt weiterhin dynamischer Wettbewerb besteht, von dem die österreichischen Verbraucher durch günstige und attraktive Angebote profitieren"."

Randzahl 185: "Entsprechend der vorstehend beschriebenen, grundlegenden Unterscheidung stellt die Kommission ihre Entscheidung unter die Bedingung der vollständigen Erfüllung der Zusage, die von H3G ausgesuchten Mobilfunkstandorte bis spätestens [...]* an H3G und die von ONE ausgesuchten Mobilfunkstandorte bis spätestens [...]* nach der Erlangung der Kontrolle über tele.ring an ONE zu übertragen. Die Kommission stellt ihre Entscheidung weiterhin unter die Bedingung, ein Paket der UMTS-Frequenzen an H3G innerhalb des Veräußerungszeitraums ([...]* nach Erlangung der Kontrolle über tele.ring) zu veräußern und innerhalb des Erfüllungszeitraumes ([...]* nach Erlangung der Kontrolle über tele.ring) zu übertragen sowie das zweite Paket der UMTSFrequenzen entweder an einen von der Kommission genehmigten, marktanteilsschwächeren Wettbewerber innerhalb des verlängerten Veräußerungszeitraums ([...]* nach Erlangung der Kontrolle über tele.ring) zu verkaufen und innerhalb des Erfüllungszeitraums zu übertragen oder an den österreichischen Regulator innerhalb des Erfüllungszeitraumes zurückzugeben, und innerhalb von [...]* nach der Erlangung der Kontrolle über tele.ring keinen direkten oder indirekten Einfluß über die zu veräußernden Vermögensgegenstände ohne vorherige Zustimmung der Kommission zu erwerben."

Randzahl 185: "Vorbehaltlich der vollständigen Einhaltung der von T-Mobile eingegangenen Zusagen kann davon ausgegangen werden, dass der geplante Zusammenschluss nicht zu einer wesentlichen Behinderung wirksamen Wettbewerbs im Gemeinsamen Markt oder in einem wesentlichen Teil desselben führt. Der Zusammenschluss sollte daher vorbehaltlich der vollständigen Einhaltung der im Anhang enthaltenen Zusagen gemäß Artikel 2 Absatz 2 und Artikel 8 Absatz 2 der Fusionskontrollverordnung sowie Artikel 57 EWR-Abkommen für mit dem Gemeinsamen Markt und dem Funktionieren des EWR-Abkommens vereinbar u erklärt werden."

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26.4.2006: Österr. Regulierungsbehörde gibt ok
In der heutigen Sitzung hat die österreichische Regulierungsbehörde Telekom-Kontroll-Kommission ihre Zustimmung zur Übernahme von Telering gegeben. Obwohl Telering vom direkten Konkurrenten T-Mobile gekauft wurde und die beiden Firmen einen gemeinsamen Marktanteil von 37% haben, sehe man keine wettbewerbsrechtlichen Probleme. Auch, dass es jetzt nur mehr vier Mobilfunkanbieter mit eigener Infrastruktur in Österreich gibt, sei keinerlei Einschränkungen des Wettbewerbs. T-Mobile erhielt jedoch die Auflage, UMTS Frequenzen abzugeben. Bescheid der Telekom-Kontroll-Kommission unter 26.4.2006 (F2/05-76)


24.4.2006: Ende der RTR-Frist im Konsultationsverfahren zur Telering Übernahme durch T-Mobile:
Heute endet die Frist für Stellungnahmen zum Maßnahmenentwurf der geplanten Übernahme von Telering duch T-Mobile im Rahmen des Konsultationsverfahren bei der österreichsichen Regulierungsbehörde (F 0205) . Wird der ÖGB, die Arbeiterkammer, der Verein für Konsumenteninformation, die Parteien ÖVP, SPÖ, FPÖ oder Grüne eine Stellungnahme abgeben? Immerhin geht es um ca. 600 Jobs. Die Antwort ist leider NEIN.

Aber es gab immerhin sechs Stellungnahmen von Firmen:
* Stellungnahme von e2io.com IT-Servcies-GmbH => Klick
* Stellungnahme von EK, H3G, ONE, T-Mobile, TriCoTel => alle unter => Klick


24.4.2006: Neue Anbieter will in den österr. Mobilfunkmarkt
Ein neuer Anbieter hat heute einen Antrag auf Frequenzzuteilung bei der österr. Regulierungsbehörde abgegeben. Mit den von Telering freiwerdenden Frequenzen soll ein neues, eigenständiges Mobilfunknetz in Österreich betrieben werden. Die österr. Regulierungsbehörde hat noch keine Namen bekannt gegeben. Ob es eine Ausschreibung geben wird, ist ungewiss.


11.4.2006: RTR startet ein Konsultationsverfahren
Mitten in den Osterferien startet die österreichische Regulierungsbehörde für Telekommunikation (RTR) ein Konsultationsverfahren zum Thema der Telering-Übernahme durch T-Mobile. Das ist insoferne bemerkenswert, da es nur 2 Wochen dauert und zur Hälfte während der Osterferien stattfindet. Also nix mit Ostereiersuche auf der Wiese. Die Abgabefrist endet am 24.4.2006 (bei der Behörde einlangend). Jeder kann hier seinen Unmut kundtun - Konsumenten, Mitbewerber, Institutionen.
mehr Infos bei der RTR => Klick



21.3.2006: Bitte warten...
EU Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes sagte heute zur APA: "Es ist noch zu früh, um ihnen das zu erklären. Wir werden die Entscheidung aber sicherlich bekannt machen, wenn die Zeit dafür reif ist."



20.3.2006: Grünes Licht für Übernahme
Laut einer APA Meldung dürfte die Übernahme von Tele.ring durch T-Mobile nun doch genehmigt werden. Der Deal mit "3" soll die Wende gebracht haben.


8.3.2006: ONE kritisiert Telering-Übernahme
"One-Chef Jorgen Bang-Jensen lässt mit ungewohnt scharfer Kritik an EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes und Wirtschaftsminister Martin Bartenstein [ÖVP] aufhorchen.

"Was da passiert, ist schön langsam lächerlich", so Bang-Jensen zur geplanten Übernahme von tele.ring durch T-Mobile. ..."
Quelle: ORF Futurezone 8.3.2006 => Klick


7.3.2006: Fusion für Wirtschaftsminister Bartenstein ok
Der österr. Wirtschaftsminister Martin Bartenstein hält einen Zusammenschluß der beiden Mobilfunkanbieter T-Mobile und tele.ring für unbedenklich. "Aus meiner Sicht sind in Österreich gegenüber dem Merger bisher keine wesentlichen Bedenken geäußert worden", sagte Bartenstein am Rande einer Konferenz in Brüssel auf Anfrage der APA.


1.3.2006:
Telering Chef hätte gehen sollen
Wie von Telering bekannt gegeben wurde, hätte der Telering-Chef Michael Krammer Tele.ring verlassen und mit 1. März 2006 zum deutschen Mobilfunkbetreiber e-plus wechseln sollen. Michael Krammer war für die Einführung des 1 Cent Tarifes und der Werbekampange „Der Speck muss weg“, somit für die Erfolgsgeschichte Tele.ring verantwortlich.


27.2.2006
T-Mobile hofft auf des Kanzlers Hilfe
T-Mobile Chef wendet sich an den Bundeskanzler und derzeitigen EU Ratsvorsitzenden Wolfgang Schüssel. Dieser solle in Brüssel intervenieren. Dabei wird der Bundeskanzler - er ist der derzeitige EU Ratsvorsitzende - darüber „informiert“, dass es Probleme mit der Europäischen Kommission bezüglich der Telering Übernahme gibt:

„Unerwartet und entgegen die Aussagen von zuständigen Mitarbeitern in der Europäischen Kommission ist eine negative Entscheidung nicht mehr ausgeschlossen und dies, obwohl der Mobilfunkmarkt in Österreich einer der wettbewerbsintensivsten Märkte in Europa ist.“ …

“Eine Untersagung des Zusammenschlusses ist eine Gefahr für den Wirtschaftsstandort Österreich und bedroht Arbeitsplätze und Investitionen. Schon jetzt ist durch die lange Verfahrensdauer erheblicher Schaden an den beteiligten Unternehmen aber auch an der Entwicklung des Wettbewerbs in Österreich entstanden.“ …

Qu.: http://activepaper.tele.net/vntipps/TmobileBrief2.pdf


Ende Februar 2006:
Neue Interessenten:
Ende Februar 2006 gab die Mutterkonzern der Tele.ring bekannt, auch andere Angebote als die von T-Mobile zu haben. Die Fondsgesellschaft Primera soll ihr ursprüngliches Angebot deutlich nachgebessert haben. Der Mitbewerber ONE hat ein neues Angebot nicht ausgeschlossen.


22.2.2006
Krammers Wechsel verzögert sich
Michael Krammer, Chef der Telering, hätte bereits mit 1. März seinen Job bei E-Plus in Deutschland antreten sollen. Nun wackelt sogar der Termin 1.4.2006, da das Übernahmerverfahren durch die EU-Kommission noch immer nicht abgeschlossen ist. Damit ist es das bereits am längsten dauernde Übernahmeverfahren in der EU. Der bisherige E-Plus Chef Uwe Bergheim hat bereits Ende Dezember 2005 E-Plus verlassen. E-Plus bleibt also weiter „kopflos“.


21.2.2006
Frist verlängert
Wie die EU-Kommission mitteilte wird die Frist für die Prüfung der Übernahme von 28. März auf 28. April 2006 verlängert. Grund dürften die weitere Zugeständnisse von T-Mobile sein, die bearbeitet werden müssen.


20.2.2006: T-mobile ist zuversichtlich
T-Mobile ist nach wie vor zuversichtlich, dass die Wettbewerbsbehörden der Übernahme von Tele.ring zustimmen werden. Um die Bedenken der EU zu zerstreuen, wolle T-mobile bis 3. März 2006 einen Vertrag mit Hutchison über den Verkauf von Infrastruktur bei der EU vorlegen.


3.2.2006:
Pölzl schreibt dem Bundeskanzler
Der Inhalt dieses Schreibens von T-Mobile Chef an Bundeskanzler Wolfgang Schüssel ist bis dato nicht publik.


26.1.2006:
Übernahme für Februar erwartet
T-Mobile Chef Pölzl erwartet eine Genehmigung der Übernahme von Tele.ring durch die europäischen und österreichischen Wettbewerbsbehörden im Laufe des Februars 2006, wobei er mit Auflagen durch die Behörden rechnet.


Dezember 2005:
Sozialplan für die Mitarbeiter
Laut Presseinformation hat das Management von T-Mobile Austria und die Betriebskörperschaften von T-Mobile Austria und tele.ring unter der Federführung der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) einen Sozialplan für die Zusammenführung der beiden Unternehmen  rechtsgültig unterfertigt. Eckpunkte des Sozialplans sind der Ausschluss von betriebsbedingten Kündigungen bis 30. Juni 2006.


17.11.2005:
Massive Auflagen erwartet / vertiefte Prüfung
Wie die EU-Kommission bekannt gab, hat sie den Beschluss gefasst, ein vertrieftes Prüfungsverfahren ein. Die EU-Kommission äußerte ernsthafte Bedenken bei der Vereinbarkeit mit dem Gemeinschaftsrecht. Sie befürchtet weiters Preissteigerungen zu Lasten der Konsumenten. Die EU Kommssion hat nun weitere 90 Tage Zeit zum Prüfen. Bei der Übernahme von Tele.ring durch T-Mobile werden daher massive Auflagen von der EU Wettbewerbskommission erwartet. T-Mobile wird wahrscheinlich neben den Frequenzen auch Teile der Infrastruktur an Hutchison abgeben müssen. Hutchison funkt derzeit bei GSM großteils über das Netz der Mobilkom.
mehr Infos von der EU-Kommission => Klick


29.9.2005:
Prior notification EU Commission
Die EU Kommission gibt den angemeldeten Zusammenschluss von T-Mobile und Telering im „Official Journal of the European Commission“ bekannt. Innerhalb von 10 Tagen könne jedermann eine Stellungnahme bei der EU Kommssion einbringen. Reference number COMP/M.3916. Fax: 0032-2-296 43 01


2.9.2005: Marktforscher focus: Befragte erwarten Preissteigerungen
Laut einer Meinungsumfrage des Marktforschers focus glauben doppelt so viele Befragte, dass durch eine Übernahme von Telering durch T-Mobile die Preise steigen werden gegenüber jenen, die glauben, dass die Preise sinken werden.
mehr Infos
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10.8.2005: Der Übernahmevertrag:
Am 10. August 2005 teilte T-Mobile Austria mit, dass sie einen Vertrag zur Übernahme von tele.ring unterzeichnet hat. Der Übernahmepreis wird mit 1,3 Mrd Euro angegeben. Durch die Übernahme von Tele.ring steige die Kundenzahl von 2 Millionen auf 3 Millionen Kunden, gab T-Mobile Austria Chef Pölzl bekannt. Der Marktanteil von T-Mobile am österr. Mobilfunkmarkt wird sich durch die Übernahme von Tele.ring auf rund 38% erhöhen. Die Übernahme soll bis Jahresende durch sein. Die Zustimmung der Wettbewerbsbehörden ist noch ausständig. Bis zur Zustimmung der Behörden soll bei den Kunden und bei den Mitarbeitern alles beim Alten bleiben. Durch die Übernahme verschwindet der bis dato aggressivste Mobilfunkanbieter vom österr. Mobilfunkmarkt.


5.8.2005: Kauf von Tele.ring stehe unmittelbar bevor.
Tele.ring Chef Michael Krammer teilte mit, dass der Verkauf von Tele.ring an T-Mobile unmittelbar bevorstehe.


3.8.2005: Bundeskanzler Schüssel überreicht Orden an Aufsichtsrat der Deutschen Telekom
Der österreischische Bundeskanzler hat dem Aufsichtsrat der Deutschen Telekom, Dieter Hundt, den Orden "Großes Silbernes Ehrenzeichen am Bande für die Verdienste um die Republik Österreich verliehen. Daraufhin wollt der Telering Betriebsrat wissen, ob Schüssel auch die Übernahme von Telering durch T-Mobile begrüße. (Anm.: T-Mobile ist eine Tochter der Deutschen Telekom). Laut Schüssels Pressesprecherin lag nur ein zeitlich Zufall vor. Es gab keine Unterstützung für das Übernahmeangebot von Teleriong durch die Regierung.
Qu: ORF futurezone
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3.8.2005: SPÖ spricht von "Drohenden Diebstahl von Geld aus den Taschen der Kunden"
"Für SPÖ-Wirtschaftssprecher Johann Moser ist der geplante Verkauf des Mobiltelefon-Anbieters Telering sehr bedenklich. Moser: "Das ist letztlich ein drohender Diebstahl von Geld aus den Taschen der Kunden. Die Kunden werden durch den abnehmenden Wettbewerb künftig mehr für das mobil-telefonieren bezahlen müssen als bisher."
Qu: SPÖ Parlamentsklub, Link
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3.8.2005: Betriebsrat verzichtet auf einen Streik
Man habe ein gutes Angebot für die Mitarbeiter mit Western Wireless ausgearbeitet. Siehe auch die Aussagen des Betriebsrates von vorgestern.



2.8.2005: Arbeiterkammer Wien befürchtet bei Telering-Verkauf massiven Jobabbau und deutlich weniger Wettbewerb.
"Die AK warnt vor dem Zusammenschluss von T-Mobile und tele.ring: "Die Übernahme von tele.ring durch T-Mobile könnte bei tele.ring und Zulieferern hunderte Jobs gefährden und den Wettbewerb massiv einschränken", sagt Maria Kubitschek, Leiterin des AK Wirtschaftsbereiches. ..." Die Arbeiterkammer vertritt einerseits die Arbeitnehmer (Zwangsmitglieder), andererseits vertritt sie auch die Konsumenteninteressen.
Quelle und mehr Infos AK-Wien 2.8.2005: => Klick



1.8.2005:
Übernahmegerüchte
Gerüchten zur Folge soll Tele.ring durch T-Mobile gekauft werden. Dies könnte mit Preiserhöhungen, Jobverlusten und Einstellung der Marke Telering einhergehen. Betriebsratsvorsitzender Adolf Beauvale fürchtet um 600 Arbeitsplätze und droht mit Streik. In einem Brief fordert er die Eigentümer (Western Wireless) zu einem sofortigen Abbruch der Gespräche auf.


3.5.1999: Tele.ring erhält eine Mobilfunkkonzession
Am 3.5.1999 erhielt das Bieterkonsortium Tele.ring den Zuschlag für 14,5 MHz an DCS-1800 Frequenzen und die sogenannte vierte Mobilfunkkonzession. Bestehende Mobilfunkanbieter in Österreich – so auch T-Mobile damals noch max.mobil genannt – waren aus wettbewerbsrechtlichen Gründen ausgeschlossen.

 

Autor: R.M.