Wien

Neuer RTR-Chef 2010

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* 4.11.2010 Mobilfunker für Serentschy als RTR-Chef

"A1 Telekom Austria, T-Mobile und Orange für Dr. Georg Serentschy als RTR-Chef."
Presseaussendung der Mobilfunkfirmen siehe => OTS0072    2010-11-04/10:09

Anmerkung Red.: Die Mobilfunkfirmen Österreichs machen nun für den bisherigen RTR-Chef Serentschy medial mobil. Es darf vermutet werden, dass Serentschy als Leiter der österreichischen Telekombehörde mehr auf die Mobilfunkfirmen, als auf die Bevölkerung in den Jahren seiner Tätigkeit geachtet hat. Bürgerinitiativen gegen Handymasten und Konsumentenschützer haben bisher jedenfalls keine Unterstützung für Serentschy abgegeben.



* 2.11.2010: Kurier präsentiert RTR-Kandidaten

neuer RTR Chef

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In ihrem Artikel vom 2. November 2010 schreibt Simone Hoepke im Kurier über die bevorstehende Bestellung des neuen Chefs der Regulierungsbehörde für Rundfunk und Telekommunikation (RTR) in Österreich.
Angeblich gibt es fünf Kandidaten und einer davon soll Robert Marschall sein, der bei der Ausschreibung des RTR-Chef-Postens im Jahr 2007 bereits auf der Shortlist der Kandidaten stand. Die Vergabe war allerdings damals schon völlig intransparent und eine Farce. Weder die Kandidaten wurden bekannt gegeben, noch war das Hearing  öffentlich zugänglich. Was hatte man damals seitens des Ministeriums zu verheimlichen? Warum macht man 2010 die gleichen Tricksereien?

Zurück zum Kurier-Artikel vom 2.11.2010: Dazu ist zu sagen, dass sich Herr Mag. Robert Marschall bei der RTR-Chef-Ausschreibung 2010 gar nicht beworben hat. Der Kurier-Artikel ist also in diesem Punkt falsch. Es ist außerdem nur einem Beamten zumutbar, unter einer Telekomministerin Doris Bures zu dienen, die über keinerlei Telekom-kompetenz oder sonstige akademische Ausbildung verfügt. Bures ist nämlich gelernte Zahnarztassistentin und wurde im zweiten Bildungsweg SPÖ-Funktionärin in der SPÖ-Zentrale. Doris Bures ist also eine reine „Parteisoldatin“. Immerhin wurde Bures Frauenministerin (Qualifikationsvoraussetzung „Frau“), was sie - laut SPÖ - später für den Job als Telekomministerin und Infrastrukturministerin ausreichend qualifizierte. Mit Sicherheit ist sie nicht die bestgeeignete Person für dieses Amt gewesen, wodurch die Parteienkorruption in Österreich einmal mehr offensichtlich wird.

Darin erkennt man, dass es gar nicht sinnvoll ist, eine solche Position des RTR-Chefs noch anzustreben. Weiters haben sich die Rahmenbedingungen weiter verschlechtert. SPÖ und ÖVP wehren sich bereits seit 15 Jahren, Strahlungsschutzgesetze im Mobilfunkbereich für Österreich zu beschließen. Bis heute gibt es keine gesetzlichen Grenzwerte für Mobilfunkstrahlung, sehr zum Leidwesen der Anrainer von Handymasten. Die RTR-Behörde hat zuletzt sogar weitere Frequenzen im Mikrowellenbereich zur österreichweiten Nutzung vergeben, ohne dass man dabei auf eine gesundheitsverträgliche Funknetzplanung („Biomobilfunknetze“) bestanden hätte. Welche kompetente Person will unter solchen Voraussetzungen für den österreichischen Telekommarkt die Regulierungsverantwortung übernehmen?
Wohl nur ein Beamter.

PS: Das ist geradezu so, als würde sich eine gut geeignete Person für den Posten des Armeechefs bewerben unter einem Verteidigungsminister, der den Wehrdienst verweigert hat !
 



Probleme bei der Telekomregulierung:

Wo hat die Telekom-Regulierungsbehörde bisher schwer versagt?
Mehr Infos => Telekommunikationsregulierung in Österreich
 

 



RTR-Chef Ausschreibung 2007:

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23.11.2007 Die Entscheidung

Zu Mittag stand es fest. Bundesminister Werner Faymann (SPÖ) hat Dr. Georg Serentschy - den bisherigen Chef der Regulierungsbehörde RTR wiederbestellt. Wieviele und welche Kandidaten sich beworben haben und warum Dr. Serentschy auserkoren wurde, gab das Ministerium bis dato nicht bekannt.

Anmerkung Wien-konkret: Nach dem geltenden Stellenbesetzungsgesetz (§4 Besetzung) muss nicht der best-qualifizierte Kandidat gewinnen. Sobald die Minimalvoraussetzungen gegeben sind, ist die vergebene Stelle (im vorliegenden Fall der Minister Faymann) frei in Ihrer Entscheidung.
 

22.11.2007: Das Hearing

Das Hearing der Kandidaten zum neuen RTR-Chef wird am 22.11.2007 stattfinden. Es werden Einzelgespräche mit den Kandidaten der Short-list abgehalten. Der Kandidat Mag. Robert Marschall ist bereits auf der Short-list und hat seinen Anhörungs-Termin um 13:30 Uhr im Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, 1030 Wien, Radetzkystraße 2.

Er tritt für ein öffentliches Hearing aller Kandidaten ein, da es ja hoffentlich bei niemandem etwas zu verbergen gibt und der beste Kandidat gewinnen soll. Er hat bereits am 21.11.2007 die Zulassung der Öffentlichkeit – insbesondere von Journalisten – zu den Hearings beim BMVIT beantragt. Falls Journalisten zu den Hearings nicht zugelassen werden sollten, dann steht Herr Mag. Marschall Journalisten anschließend für Interviews im Foyer des BMVIT zur Verfügung. Mag. Marschall wird Journalisten dort sein Programm zur Telekommunikationsregulierung der nächsten 3 Jahre vorstellen und Fragen zum Hearing beantworten.
 
 

19.11.2007 Die Bewerbungskommission

Die Bewerbungskommission wird aus Generalssekretär Herbert Kasser, Sektionschef Mag. Christian Weißenburger, Dr. Alfred Stratil und Mag. Ing. Alfred Ruzicka bestehen – alle vom Bundesministerium BMVIT. Der für Telekommunikation zuständige Sektionschef Andreas Reichardt (FPÖ?) - er wurde noch von Hubert Gorbach (FPÖ => BZÖ) eingesetzt - ist nicht Teil der Bewerbungskommission.
 

19.11.2007 Die Kandidaten

Kandidiert als neuer RTR-Chef:
Mag. Robert Marschall,
Geschäftsführer der TriCoTel Telekom GmbH

Kandidiert als neuer RTR-Chef:
Mag. Robert Marschall,
Geschäftsführer der TriCoTel Telekom GmbH

Von den Kandidaten zum neuen RTR-Chef steht bis dato lediglich Mag. Robert Marschall, Geschäftsführer der TriCoTel Telekom GmbH, fest. Herr Mag. Robert Marschall ist auf der Short-list und ist für ein Hearing bei der Bewerbungskommission des Ministerium BMVIT am 22. Nov. 2007 um 13.30 Uhr eingeladen. Über andere Kandidaten ist bis dato nichts Offzielles bekannt. Das BMVIT will das geheim halten (Qu: MR Rudolf Chrudina 21.11.2007).

Herr Mag. Robert Marschall ist seit 15 Jahren am österr. Telekommunikationsmarkt tätig. Er arbeitete bei internationalen Lieferanten-, Mobilfunk- und Festnetzfirmen und war im Jahr 2002 als Frequenwertzexperte Sieger eines UMTS- Auktionsschätzspiels des Fachmagazins "Telekommunikations-Report ". Zitat: " ...Gewinner ist Robert Marschall, Carrier Relations Manager bei UTA und dort selbst für großvolumigen internationalen Minutenhandel und Qualitätsrouting zuständig: Er war einer von wenigen Menschen, die kühlen Kopf bewahrten ..."


Ob der jetzige Chef der RTR GmbH Dr. Georg Serentschy verlängert wird, ist mehr als fraglich, angesichts bestehender Probleme im österr. Telekombereich. Der ORF.at berichtet bereits am 16. Nov.2007 vom "womöglich letzen offiziellen Auftritt Serentschys als RTR Chef". 

Hier ein kurzer Rückblick zur Regulierung des österreichischen Telekommunikationsmarkt in den letzten Jahren unter Dr. Georg Serentschy als RTR-Chef.
 
 

20.11.2007 Ende der Bewerbungsfrist

Mit 20.11.2007 endete – laut MR Rudolf Chrudina – die Bewerbungsfrist für die ausgeschriebene Funktion zum RTR-Geschäftsführers.
 

20. Okt. 2007 (?) Ausschreibung neuer RTR-Chef:

Das BMVIT - Eingang;
© Wien-konkret

Das BMVIT - Eingang;
© Wien-konkret

Das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie schrieb (am 20. Okt. 2007?) die Funktion des Geschäftsführers für den Fachbereich „Telekommunikation“ der RTR-GmbH aus. Die Posten wurde für 3 Jahre ausgeschrieben.

Als Voraussetzungen für die Betrauung mit der ausgeschriebenen Funktion werden genannt:
* abgeschlossenes geeignetes Hochschulstudium; mehrjährige Erfahrung und Kenntnisse in Personalführung und Organisation;
* gute rhetorische Fähigkeiten;
* gute Englischkenntnisse; Kenntnisse einer zweiten Fremdsprache von Vorteil
* Teamfähigkeit
* gute Kenntnisse des österreichischen Telekommunikationsmarktes

Bewerbungen sind bis längstens einen Monat nach Veröffentlichung des Inserates in der Wiener Zeitung mit dem Hinweis „Bewerbung“ an MR Rudolf Chrudina, Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, 1030 Wien, Radetzkystraße 2, zu richten.
 

Die bisherigen Geschäftsführer der Telekom-Regulierungsbehörde:

Foto: Dr. Georg Serentschy,
RTR Chef seit 2002; © Daniela Klemencic / RTR

Foto: Dr. Georg Serentschy,
RTR Chef seit 2002; © Daniela Klemencic / RTR


Die bisherigen Geschäftsführer der Telekom-Regulierungsbehörde waren:

Dr. Georg Serentschy ist seit 25. November 2002 bis voraussichtlich 25. Nov. 2007 Geschäftsführer für den Bereich Telekommunikation der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR-GmbH). Ob er wiederbestellt wird, ist mehr als fraglich. Nach unserem Wissensstand hat er nie in der Telekommunikationsbrache gearbeitet, weder bei einem Telekom- oder Internetbetreiber noch bei einem Lieferanten für Telekommunikationsnetze.

Dr. Heinrich Otruba war von 1.11.1997 bis 25.11.2002 Geschäftsführer. Damals hieß die Regulierungsbehörde noch "Telekom-Control-GmbH". Er war davor Universitätsprofessor für Volkswirtschaft, hatte also kaum Vorkenntnisse aus dem Telekommunikationsbereich.