Wien

Pressekonferenz zum Thema Mobilfunk am Di. 13.2.2007 in Wien

Foto: stark bestückter Handymast vis-a-vis vom Cafe Canetti; © Wien-konkret

Foto: stark bestückter Handymast vis-a-vis vom Cafe Canetti; © Wien-konkret

Wer: Umweltanwaltschaften, DI Dr Hans-Peter Hutter, Umweltanwältin von Wien Mag. Andrea Schnattinger
Was: Pressekonferenz und Präsentation des Forderungskataloges an den Gesetzgeber
Wann: Dienstag, 13. Februar 2007, 10 Uhr
Wo: Cafe Canetti, Hauptbibliothek, Urban-Loritz-Platz 2a, 1070 Wien

Strahlungsbelastung vor dem Eingang des Cafes um heute 9:45 Uhr: 3.900 Mikrowatt je Quadratmeter im Mobilfunkbereich (zum Glück ist keine Antenne auf das Cafe gerichtet, sonst wären die Meßwerte noch viel höher)
 



Ankündigung und Einladung zur Pressekonferenz der Umweltanwaltschaften:

Foto: Wohnung mit Handymast vor der Nase

Foto: Wohnung mit Handymast vor der Nase

Keine Entwarnung vor gesundheitlichen Gefahren - Umweltanwaltschaften präsentieren Forderungskatalog:

Wien (RK). Die Landesumweltanwaltschaften Österreichs und der Umweltmediziner DI Dr. med. Hans-Peter Hutter präsentieren im Rahmen einer Pressekonferenz aktuelle Studien und Positionspapiere zum Thema Mobilfunk.

Die aktuellen Studien belegen ganz klar die biologische Wirkung durch elektromagnetische Felder des Mobilfunks am Menschen auch unterhalb der derzeitigen EU-Richtwerte. Von einer Entwarnung hinsichtlich möglicher Gefahren durch den Mobilfunk ist man daher weiter entfernt als je zuvor. Die Österreichischen Umweltanwaltschaften, haben daher auf Basis eines Gutachtens von Mitarbeitern der Umwelthygiene der Medizinischen Universität Wien und einer Empfehlung des obersten Sanitätsrates, ein Positionspapier und einen umfassenden Forderungskatalog im Sinne eines vorsorglichen Schutzes der Bevölkerung erarbeitet.

Die Wiener Umweltanwältin, Mag. Dr. Andrea Schnattinger, ihr Stellvertreter DI Alfred Brezansky und der Facharzt DI Dr. med. Hans-Peter Hutter, stehen Ihnen als GesprächspartnerInnen zur Verfügung.
 

Rückfragehinweis:

DI Dr. med. Hans-Peter Hutter, Facharzt
Tel.: 01/4277/64727 DW,  E-Mail: hans-peter.hutter@univie.ac.at

Romana Uhyrek, Wiener Umweltanwaltschaft
Tel.: 01/37979/88985 DW, Mobil: 0664/8479638
E-Mail: uhr@wua.magwien.gv.at                             (RK vom 08.02.2007)
 



Beginn der Pressekonferenz: Die einzelnen Stellungnahmen

Fotos: links am Vortragstisch: DI Alfred Brezansky Mitte: DI Dr Hans-Peter Hutter rechts: Mag. Andrea Schnattinger; © Wien-konkret



Fotos: links am Vortragstisch: DI Alfred Brezansky Mitte: DI Dr Hans-Peter Hutter rechts: Mag. Andrea Schnattinger; © Wien-konkret

Umweltanwältin Mag. Dr. Andrea Schnattinger:
Begrüßt die Anwesenden und eröffnet die Pressekonferenz um 10:05 Uhr


DI Dr Hans-Peter Hutter:
Das Positionspapier der österreichischen Umweltanwaltschaften sei einzigartig. (Anmerkung: Wien-konkret wird versuchen, dieses Papier zu bekommen und online zu stellen)

* Es wurde der Frequenzbereich des Mobilfunks überprüft
Zur Frage: Wie gefährlich bzw. problematisch ist der Mobilfunk?, meint Hutter: Uns interessieren die nicht-thermischen Wirkungen. Haben diese eine Auswirkung auf die Gesundheit? Es gibt dazu weltweit 150 Studien. Diese haben wir gesichtet und beurteilt.

Ergebnis: Genügend Hinweise auf biologische Effekte, wie beispielsweise die Veränderung der kognitiven Leistungsfähigkeit (zB Reaktionszeit, Kurzzeitgedächtnis).  Diese liegen aber im normalen Bereich der Physiologie. Es wurden nur zehn Studien in Bezug auf Basisstationen durchgeführt. Der Rest in Bezug auf´s Handy. Die Unterschiede: Handys haben kurzzeitig sehr hohe Werte – Mobilfunkmaste haben weniger Strahlung, dafür aber permanent. Es gibt eher einen Zusammenhang mit dem Wachstum von bestimmten Tumoren in Zusammenhang mit Handys, als dass es diesen nicht gibt. Bei Kindern gibt es ein größeres Risiko, weil deren Kopf kleiner ist und die Gehirnsubstanz sich noch entwickelt. Es ist abzuleiten, dass mit der Intensität der Strahlung die Beschwerden wie Kopfweh, Müdigkeit usw. zunehmen.

Alle Daten die wir haben weisen in eine Richtung: Panik ist nicht angesagt, aber es ist auch „nicht alles paletti“

Forderungen:
* Information für Anrainer
* Anrainer sollen mitentscheiden




DI Alfred Brezansky (Umweltanwaltschaft Wien):
Seit bestehen der Umweltanwaltschaften vor 13 Jahren gab es viele Anfragen aus der Bevölkerung. Es besteht die Forderung an die neue Bundesregierung, Maßnahmen zu setzen. Die rechtliche Situation hat sich in den letzten 10 Jahren nicht geändert, obwohl es viel mehr Sender und Handybenutzer gibt. Es gibt keine gesetzlich verbindlichen Grenzwerte für die Strahlung. In Italien und der Schweiz gibt es solche gesetzlich verbindliche Grenzwerte, die auch wesentlich geringer sind als der WHO Wert. Die Politik hat es in den letzten Jahren verabsäumt, gesetzliche Grenzwerte zum Schutz der Bevölkerung zu erlassen. Solche können nur auf Bundesebene, aber nicht auf Landesebene beschlossen werden. Vor einigen Jahren gab es noch wenige Betroffene. Jetzt sieht die Lage ganz anders aus. Heute sind viele Menschen betroffen. Wir sind nicht gegen die technische Errungenschaft des Handys. Es geht darum, wie man mit einer Technologie umgeht. Mobilfunk und Gesundheit ist mit einer guten rechtlichen Lösung vereinbar. Klare Forderung nach einer gesetzlichen Regelung zum Schutz vor elektromagnetischer Strahlung. Man braucht Vorsorge und eine rechtliche Rahmenbedingung. Auch wenn man in der Nähe von Basisstationen wohnt, darf der Bürger keine Angst haben zu brauchen. Es bedarf auch einer Kontrolle. Es wird ein Emissionskataster benötigt, wo man Werte veröffentlicht. Sanierungsmaßnahmen seitens der Behörde müssen vorgeschrieben werden können. Handys müssen ausgezeichnet werden, wie stark ein Handy strahlt. Der Bürger muss die Chance haben, sich das strahlungsärmste Handy zu kaufen.

+++

Ende der einleitenden Stellungnahmen
 

.

Beginn der Journalistenfragen und der Fragen der Bürger:


* Frage: Welchen Grenzwert fordern die Umweltanwaltschaften?
Antwort Schnattinger: Wir wollen einen Vorsorgegrenzwert für Österreich.
Antwort Brezansky: Wir lassen uns aber auf keine Grenzwertdiskussion ein.
Antwort Hutter: Es gibt keinen Dosis-Wirkungszusammenhang. Daher ist 1 Milliwatt (erg. = 1000 Mikrowatt) der vorläufige Planungszielwert

* Frage: Wie helfen Sie Wienern und Wienerinnen, die wegen eines Handymasts zu Ihnen kommen?
Antwort Schnattinger: Wir informieren, machen den Grundstückseigentümer und den Mobilfunkbetreiber ausfindig. Wenn es Anlagen auf Gemeindebauten sind, dann können wir Veränderungen bewirken.

* Frage: Wissen Sie, dass es in der Kärntnerstraße und am Graben Werte von bis zu 20.000 Mikrowatt je Quadratmeter gibt?
Antwort Hutter: Nein, weiß ich nicht. Das kann sein aufgrund der Mikrozellen.

* Frage: Wieso wird in Spitälern und in den U-Bahn Stationen nicht darauf geachtet, dass es weniger Strahlung gibt? Wieso werden die Sender nicht gekennzeichnet, sondern versteckt?
Antwort Schnattinger: Das ist eine gute Anregung
Antwort Hutter: Selbst im Schockraum im Spital wird von Ärzten mobil telefoniert.

* Frage: Welchen Status hat die Umweltanwaltschaft?
Antwort Schnattinger: Die Wiener Umweltanwaltschaft ist weisungsungebunden. Sie ist keine Behörde, da sie keine Bescheide ausstellt. Sie ist kein Verein und auch keine GmbH. Die Wiener Umweltanwaltschaft hat keine Parteienstellung. Die Umweltanwaltschaft wurde aufgrund des Wiener Umweltanwaltschaftsgesetzes eingerichtet.

Wortmeldungen von Bürgern:
Auffällig war, dass einige betroffene Bürger und Gemeinderäte aus Wiener Umlandgemeinden kamen (Pressbaum, Gablitz, Klosterneuburg und sogar aus Berndorf). Ein Betroffener sprach davon, dass es für einen „Vorsorgewert“ viel zu spät sei. Man brauche einen „Nachsorgewert“. Einige schilderten Ihre individuellen Problematiken. Sie fühlen sich von der Politik und den Behörden beim Handymastenthema im Stich gelassen. Auch die Umweltanwaltschaften kommen nicht wirklich gut an. Die Betroffenen bekamen mehr oder weniger befriedigende Antworten seitens der Umweltanwaltschaft. Die fragestellenden Betroffenen sind teils sehr emotional und unsachlich, wahrscheinlich auch schon sehr verzweifelt und ohne Hoffnung.
 
Ende: ca 11.30 Uhr
 
+++
 
Wien-konkret erreichte folgende Stellungnahme der Grünen:
Presseaussendung der Grünen zum Thema Handymasten in Wien vom 13.2.2007

 

YSHIELD Abschirmtechnik

Yshield Abschirmtechnik gegen Mobilfunkstrahlung

Abschirmprodukte gegen Mobilfunkstrahlung               .

Christian Danner
Gewerbering 6
D- 94060 Pocking, Deutschland
Telefon: 0049 - 8531 - 31713-0
E-Mail: info@yshield.com

Info: Abschimungsprodukte - Strahlungsschutz
      
+ Werbung +

.

Kontakt zum den Umweltanwaltschaften von Wien und NÖ:

Wiener Umweltanwaltschaft:
Wiener Umweltanwältin: Mag Andrea Schnattinger
Muthgasse 62, 1190 Wien
Telefon: 01 - 379 79 , E-Mail: post@wua.magwien.gv.at
(Homepage hat im Mobilfunkbereich den Letztstand Oktober 2003)

Niederösterreichische Umweltanwaltschaft:
NÖ Umweltanwalt: Univ.-Prof. Dr. Harald Rossmann
3109 St. Pölten, Wienerstraße 54 Tor zum Landhaus
Tel. 02742-9005-12972 , E-Mail: post.lad1ua@noel.gv.at
(keine Homepage)
 



Weiterführende Informationen zum Thema Mobilfunk & Elektrosmog:

* Der Handymast als Nachbar
* Abschirmprodukte gegen Elektrosmog / übermäßigen Mobilfunk (PR)
 
* Zurück zum Kapitel Mobilfunk