Wien

Vorwort:

"Die Meldungen häufen sich offensichtlich, dass Mobilfunk schädigend für die Gesundheit sein könnte. Man muss inzwischen schon willentlich die Augen
zumachen, um das nicht sehen zu wollen."

Qu.: Prof. Dr. Dr. Jörg Disse, Theologe an der Theologischen Fakultät Fulda, in einem Brief an den Deutschen Bundestag (18. Juni 2002)
 

Beispiele für Handymasten im Kirchturm:



Foto: Im Purkersdorfer Kirchturm der Katholischen Kirche sind seit Jahren GSM und UMTS Mobilfunksender eingebaut. Der Mobilfunkstandort Kirche ist im Senderkataster nicht eingetragen. Probleme gibt es mit der Strahlungsbelastung im Gymnasium Purkersdorf. Stand 10. Dez. 2006

Ein neuer Trend dürfte es sein, Mobilfunksendeanlagen in Kirchtürme einzubauen bzw. verstecken oder zumindest es zu versuchen. Jüngste Beispiele sind Kirchen in Baden, Böheimkirchen, Pfaffstätten, Pfarrkirchen, Pressbaum, Purkersdorf, St. Andrä Wördern, Ybbs, usw.. In Pressbaum, Pfarrkirchen, Böheimkirchen und zuletzt in Pfaffstätten gelang es den dortigen Bürgerinitiativen, den Einbau der Antennen in die Kirchen zu verhindern. Dies ist insofern bemerkenswert, als teilweise bereits rechtsverbindliche Verträge, die Zustimmung vom Pfarrgemeinderat und Bürgermeister vorlagen. In Purkersdorf (Bezirk Wien-Umgebung) sollen die GSM Antennen aus dem Kirchturm bis Mitte 2007 abgebaut werden, die UMTS Antennen sollen weiter in der Kirche in Betrieb bleiben.
 

Geld für die Kirche:

Für Verwendung des Kirchturms als Sendestandort für Mobilfunk (= Mikrowellensender) kassiert die Kirche Geld in Form von Mieteinnahmen. Diese Mieteinnahmen werden teilweise für Renovierungen und teilweise zur Abdeckung der laufenden Betriebskosten der Kirche verwendet.

"..."Für die Pfarrgemeinden ist das ein gutes Körberlgeld. Außerdem sind auch andere Installationen wie Blitzableiter notwendig", heißt es aus der Diözese Wien. Immerhin 200 bis 600 Euro können Pfarren durch das Vermieten von Kirchtürmen an Telekom-Unternehmen dazuverdienen. Georg Plank von der Diözese Graz-Seckau: "Die Kirchtürme selbst sind nicht heilig und vom eigentlichen Sakralraum weit entfernt." Gegen die Anlagen sind die Diözesen Oberösterreich, Tirol, Vorarlberg und Salzburg. Zum einen gehe es um die Frage der gesundheitlichen Beeinträchtigung. Solange wissenschaftliche Gutachten nicht die Ungefährlichkeit beweisen, sollten keine Masten aufgestellt werden. ..."
Qu: OÖN vom 5.10.2006  siehe auch: Der Standard vom 5.10.2006
 
"...Solche technische Anlagen machen sich positiv im Budget der jeweiligen Pfarrgemeinde bemerkbar. Denn die Mobilfunkbetreiber zahlen je nach Lage und Reichweite der Sendeanlage zwischen 200 und 600 Euro pro Monat. Wie Burkhard Kronawetter, Liegenschaftsreferent der Diözese Gurk der "Presse" gegenüber betont, liegt die Entscheidung darüber, ob der Krichturm als "Handymast" verwendet werden darf, allein bei der betroffenen Pfarre...In den westlichen Bundesländer Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg haben die Diözesen nämlich ein Verbot ausgesprochen. Die Begründung liefert Herbert Preis von der Finanzkammer der Diözese Linz: "Die Kirchtürme sind Sakralbauten. Damit sollte man kein Geld verdienen. ..."
Qu: Die Presse vom 3. Nov. 2006 
 

Ist der Einbau von Sendeanlagen in Kirchtürmen erlaubt?

Prinzipiell ja. Ein gewichtiger Einwand kommt aber aus Italien, dem Sitz der "Römisch Katholischen Weltkirche". Die Italienische Bischofskonferenz hat im März 2001 festgestellt, dass Kirchen keine Handymasten sind und hat den Einbau von Mobilfunksender in Kirchtürme in Italien abgelehnt. Bestehende Anlagen mußten wieder abgebaut werden.

"Kirchtürme bleiben in Italien der "Kommunikation zwischen Gott und den Gläubigen" vorbehalten und dürfen nicht länger zur Montage von Mobilfunksendern verwendet werden." Qu: ORF futurezone vom 4.3.2001
 

"Handymast" statt "Heiligkeit":

"Monsignore Ennio Antonelli wies in der Erklärung der Bischofskonferenz darauf hin, dass Mobilfunksender prinzipiell mit der "Heiligkeit" von Kirchen unvereinbar wären. Sie würden nicht nur gegen Kirchenrecht verstoßen, sondern durch die weltlichen Nutzung auch den besonderen steuerlichen Status der Kirchen in Italien gefährden."
Qu: ORF futurezone vom 4.3.2001 http://futurezone.orf.at/futurezone.orf?read=detail&id=59308

Man kann also nicht Gott und dem Mammon gleichzeitig dienen. 
 

Und was meint der amtierende Papst Benededikt XVI zum Thema Frequenzen und Schwerhörigkeit gegenüber Gott:

Papst Benedikt XVI: "Es gibt eine Schwerhörigkeit Gott gegenüber, an der wir gerade in dieser Zeit leiden. Wir können ihn einfach nicht mehr hören - zu viele andere Frequenzen haben wir im Ohr."
(siehe unter: http://www.ndrinfo.de/homepage/t_cid-3422966_.html)

 

Auswirkungen auf das Gymnasium Purkersdorf:

Welche Auswirkung die Mobilfunksender im Purkersdorfer Kirchturm auf das nahegelegene Gymnasium Purkersdorf haben, lesen Sie hier => Klick
 



Weiterführende Informationen zum Thema Mobilfunk & Elektrosmog:

* Der Handymast als Nachbar
* Abschirmprodukte gegen Elektrosmog / übermäßigen Mobilfunk (PR)
 
* Zurück zum Kapitel Mobilfunk



Postings zu Kirche und Moralvorstellungen:

Sehr geehrter Herr Mag. Marschall!

Unabhängig von den einzufordernden uns beiden bekannten Maßnahmen im Sinne der Gesundheit und deren Vorsorge
erstaunt es mich immer wieder, mit welcher Leichtfertigkeit die Kirche, deren offiziellen Vertreter und die Kirchengemeinderäte die Wertigkeit des gesendeten Inhalts im Bereich der mobilen Telekommunikation ignorieren, sobald Geld im  Spiel ist.

Als humanistisch gebildeter und erzogener Mitmensch wundere ich mich schon sehr, wie problemlos die katholische Kirche zu Gunsten einiger leicht verdienter Euro
die Prinzipien der eigenen Lehre und Moralvorstellungen über Bord wirft, die Sie von anderen Menschen einfordert.Gerade dieser von der katholischen Kirche seit Jahrzehnten gelebte Zwiespalt ist mit verantwortlich dafür, daß sich so viele Menschen von der Kirche abwenden und leider muß ich feststellen mit Recht.

Wenn die Kirche gegen gute Bezahlung die Verbreitung von moralisch fragwürdigen Inhalten mittels Mobilfunk / UMTS zuläßt und indirekt sogar fördert muß sie sich die Frage gefallen lassen, ob sie als moralische Instanz noch ernst genommen werden will
Das vielfältig verwendete Argument, mit der Zeit gehen zu müssen, steht der kirchlichen Lehre nicht an und kommt nur kurzsichtiger Anbiederung gleich ohne Linie und Vision.

Sie können mein Schreiben gerne an den Pfarrgemeinderat weiterleiten.

mit freundlichen Grüßen

Dr.Michael Weber                     


Facharzt für Orthopädie
orthopädische Chirurgie
Unfallchirurgie                                       Email: Saalfelden, 8.12.2006