Wien

Die gesundheitlichen Auswirkungen der Mobiltelefonie

Dass es gesundheitliche Folgewirkungen aufgrund der Dauereinwirkung bzw. bei Spitzenbelastung gibt, ist weitgehend unbestritten. Die 24-Stunden Dauereinwirkung der Mobilfunkstrahlung auf den Menschen entsteht, da die Sendeanlagen der Mobilfunkanlagen rund um die Uhr senden. Spitzenbelastung der Strahlung entsteht beim Telefonieren, Ein- und Ausschalten des Handys sowie beim SMS-Empfang für wenige Minuten.

Mittlerweile gibt es auch immer mehr internationale Forschungsergebnisse, die dies untermauern. Sehr umstritten hingegen ist, ob gesundheitliche Schäden und echte Krankheiten kausal auf die Einwirkung von Mobilfunkwellen bzw. Elektrosmog auf die Menschen zurückzuführen sind und ab welcher Strahlungsenergie und Betsrahlungsdauer diese auftreten. Die Österreichische Ärztekammer warnt jedenfalls in einer Aussendung vom 30. Aug. 2005 vor den Langzeitfolgen von Handys, Schnurlostelefonen und Mobilfunksendeanlagen. Die Wiener Ärztekammer hat bereits am 5. Aug. 2005 vor dem übermäßigen Gebrauch - insbesondere bei Kindern - gewarnt, und Leitlinien zum sinnvollen Gebrauch von Handys herausgegeben.

Als gesundheitliche Folgewirkungen bzw. als Krankheitsbild der Dauerbelastung von Mobilfunkwellen (Elektrosmog) in Abhängigkeit der Leistungflussdichte werden in der Literatur und Forschung genannt: Kopfschmerzen, Hörstörungen -Rauschen -  Tinitus, Schlafstörungen, Müdigkeit, Gedächtnisverlust,  Schwindel,  Konzentrationsschwierigkeiten, EEG-Veränderungen, Herzrhythmusstörungen, Veränderungen im Blutbild, Leukemie, Hautmelanome, Gehirntumore, andere Krebsarten, Geburtsfehler.

Da praktische Ärzte bzw. Hausärzte das erst in den letzten Jahren immer öfter auftretende Krankheitsbild der Strahlungsbelastung durch Mobilfunk oft nicht (gleich) erkennen und diagnostizieren, werden meist nur die Symptome bekämpft (z.B. bei Schlafstörungen werden beispielsweise Schlafmittel verschieben; bei Bluthochdruck beispielsweise Blutdruckmittel; bei Depressionen beispielsweise Anti-Depressiva; ...) Dies führt natürlich nicht zur Lösung des Problems der Betroffenen. Der Körper wird neben der Strahlungsbelastung dann auch noch mit Medikamenten belastet und dies kann die Lage des Betroffenen daher noch verschlechtern.


Tipp: Wien-konkret hat einen Arzt ausfindig gemacht, der sich intensiv mit der Mobilfunkstrahlungsbelastung und deren Auswirkungen auf den Menschen beschäftigt hat:

Dr. med. univ. Thomas Kühn

Umwelt- u. Arbeitsmedizin, Arzt für Allgemein- med. und naturheilkundliche Verfahren, Notarzt, Schularzt
Praxis Linz, Mozartstr. 43, 4020 Linz
Telefon: 0732 - 79 52 92


Exkurs:
Wer berufsbedingt in der Nähe von Mobilfunksendeanlagen arbeitet, wie zB. Hauseigentümer, Dachdecker, Spengler, Elektriker, Fassadenarbeiter, Rauchfangkehrer, Maurer und Maler, der sollte die
Sicherheitsinformation der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) beherzigen.

 

Schutz des Lebens und der Gesundheit im Telekom-Gesetz

Auch für den österreichischen Gesetzgeber ist die Gesundheit im Zusammenhang mit Funkanlagen / Handymasten wichtig. Der Schutz des Lebens und der Gesundheit von Menschen ist im §73 Abs. 2 TKG 2003 gesetzlich festgelegt:

"§ 73.   (2) Bei der Errichtung und dem Betrieb von Funkanlagen und Telekommunikationsendeinrichtungen müssen der Schutz des Lebens und der Gesundheit von Menschen sowie der ungestörte Betrieb anderer Funkanlagen und Telekommunikationsendeinrichtungen gewährleistet sein. Bei der Gestaltung von Funkanlagen und Telekommunikationsendeinrichtungen ist unter Beachtung der wirtschaftlichen Zumutbarkeit auch auf die Erfordernisse des Umweltschutzes, insbesondere auch im Hinblick auf eine fachgerechte Entsorgung, Bedacht zu nehmen."
Qu: Telekommunikationsgesetz 2003

 

Basisliteratur betreffend der Schäden durch Mobilfunkstrahlung:

Von allen Studien weist die "Naila-Studie" den besten Zusammenhang zwischen der Entfernung der Wohnung zum Sendemasten und Erkrankungen auf. Diese wollen wir daher unseren Lesern besonders ans Herz legen.

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* Link-Sammlung über die wichtigsten Studien: http://www.diagnose-funk.ch/gesundheit/studienaz/index.html

* Reflex-Studie 2004 (ca 120 kB) wurde von der EU mit 2 Mio Euro und von der Regierung der Schweiz mit 506.000 Euro finanziert: Nachweis von DNA-Strangbrüchen und Zunahme der Chromosomenveränderung unter Strahlungsbelastung weit unter den gesetzlichen Grenzwerte in einer "in-vitro Studie" erbracht; Laufzeit der Studie Feb. 2000 bis Aug 2003.

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Naila Studie 2004  (ca. 940 kB); 967 Patienten; Patientenunterlagen von 1994-2004 Ergebnis: Das Risiko der Bevölkerung in Naila an einem neuen Krebsleiden zu erkranken ist im Umkreis von 400 Metern um einen Sendemast drei Mal so hoch, wie außerhalb liegende Wohnbereiche.

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Santini Studie 2001: Untersucht wurden Personen, die in der Nähe von Mobilfunk-Basisstationen leben. Sample: Gesamtheit 530 Fragebögen von Personen aus Frankreich; In Hinsicht auf diese Ergebnisse und in Anwendung des Vorsorge-Prinzips, wird empfohlen, Mobilfunk-Basisstationen nicht näher als 300 Meter von Wohngebieten aufzustellen. Insbesonders gilt dies für physiologisch empfindliche Bevölkerungsgruppen wie Tagesstätten für Kinder, Schulen, Altenheime und Krankenhäuser, ....
SANTINI R. et al. Symptoms experienced by users of digital cellular phones : A study of a
French engineering school. Electro And Magnetobiology. 2001. (Sous presse).

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Kundi Studie 2002: Erste Ergebnisse der Studie über Auswirkungen von Mobilfunk-Basisstationen auf Gesundheit und Wohlbefinden der Anrainer; Unter den verschiedenen Umwelteinwirkungen wurden in Durchschnitt negative gesundheitliche Auswirkungen der Handymasten nach dem Verkehrslärm an zweite Stelle gereiht; Herz-Kreislaufbeschwerden zeigen einen Zusammenhang mit den gemessenen Feldstärken, der unabhängig davon festgestellt werden kann, ob die Person Auswirkungen des Handy-Masten befürchtet oder nicht.

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ECOLOG Studie 2001: im Auftrag der T-Mobile;  weist auf verschiedene gesundheitliche Risiken (DNS-Brüche, Schäden an den Chromosomen, Hinweise auf krebsfördernde Wirkung, Beeinflussung des zentralen Nervensystems, Erhöhung der Durchlässigkeit der Blut-Hirn Schranke, Beeinflussung des Hormon- und Immunsystems) hin.

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Valencia Studie 2002: Universität Valencia (Spanien) stellt Kopfschmerzen, Angststörungen und Veränderungen im Nervensystem schon bei 500 Mikrowatt pro Quadratmeter fest: Die Studie wurde vom Gemeindeverband Ribera Baixa in Auftrag gegeben.

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Spermienmotilität-Studie 2002: Einfluss elektromagnetischer Wellen auf die Spermienbeweglichkeit wurde bei intensiven Gebrauch von GSM-Mobiltelefonen nachgewiesen; Bei der Beratung von subfertilen Männern sollte darauf Bedacht genommen werden.

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Murcia Studie 2003: Untersucht wurde die Umgebung von DCS-1800 MHz Stationen; Signifikanter Zusammenhang zwischen verschiedenen Symptomen, die als "Mikrowellenkrankheit" bezeichnet werden und der Leistungsflussdichte der hochfrequenten Strahlung einer Mobilfunk-Basisstation.

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Lilienfeldstudie: Bestrahlung der US Botschaft in Moskau durch die Russen zwecks Erprobung von Mikrowellenwaffen in den Jahren 1953 bis 1975; verwendete Frequenzen 600 MHz bis 9,5 GHz; Feldstärke im Inneren 0,14V/m = 50 µW/m²; untersuchte Personenanzahl 4800, Referenzgruppe 7500; Todesursache: vorwiegend Krebs; Infektionskrankheiten drei Mal höher. Qu: www.gigaherz.ch

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Autofahrer Studie der Universität Utah: 18- bis 25-jährige Autofahrer, fahren wie 70-jährige, wenn sie während der Fahrt mit dem Handy telefonieren.

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Buch von Robert C Karne: "Cellular Telephone Russian Roulette"; Vantage Press New York; Der Autor war Forscher und Produktdesigner bei Motorola;  Er erkrankte selbst an einem Gehirntumor und ist eine Schlüsselfigur in den laufenden Gerichtsprozessen gegen die Hersteller von Mobiltelefonen und Mobilfunknetzen.

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Weitere Beiträge:

* Dr. Ulrich Warnke: Vortrag (390 kB) beim 1.Bamberger Mobilfunk-Ärzte-Symposium 29.01.2005
* Dr. med. Gerd Oberfeld, Amt der Salzburger Landesregierung,
Vortrag (240 kB) beim 1.Bamberger Mobilfunk-Ärzte-Symposium 29.01.2005
* Univ. Doz. Dr. Ferdinand Ruzicka;
Wirkungsweise von EMF auf biologische Systeme
* Hans-U Jakob:
Wertverluste bei Immobilien
* Amt der Salzburger Landesregierung:
Elektrosmog
* sonstige Studien:
Omega-News
* Dr. med. Gerd Oberfeld: Artikel in der
Medical Tribune 35/36 2005
* private Website von Univ. Doz. Dr. Ferdinand Ruzicka:
www.mikrowellensmog.info
* private Website von Dipl. Ing. Ralf Dieter Wölfle:
www.ralf-woelfle.de
* private Website von Reinhard Rückemann 42389 Wuppertal, BRD:
www.risiko-elektrosmog.de



Weiterführende Informationen zum Thema Mobilfunk & Elektrosmog:

* Der Handymast als Nachbar
* Abschirmprodukte gegen Elektrosmog / übermäßigen Mobilfunk (PR)
 
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