Wien
    

Österreichischer Presserat:

Vorsitzender: Claus Reitan, DIE FURCHE
Vorstand: Alexandra Föderl-Schmid (Der Standard), Christoph Kotanko (KURIER Digital), Michael Lang (APA), Peter Bochskanl (früher Wiener Zeitung), Kurt Horwitz (VN)

Mitglieder:
Konnie Aistleitner (Salzburger Volkszeitung); Frank Andres (Neue Vorarlberger Zeitung); Helmut Brandstätter (Kurier); Michael Fleischhacker (Die Presse); Reinhold Dottolo (Kleine Zeitung, Kärnten); Reinhard Göweil (Wiener Zeitung); Harald Knabl (Niederösterreichische Nachrichten); Andreas Lampl (Format, Trend); Gerald Mandlbauer (Oberösterreichische Nachrichten); Ralf Mosser (Kärntner Tageszeitung); Christian Ortner (Vorarlberger Nachrichten); Hubert Patterer (Kleine Zeitung); Alfred Payrleitner (Publizist); Peter Pelinka (News); Manfred Perterer (Salzburger Nachrichten); Christian Rainer (profil); Werner Rohrhofer (Neues Volksblatt); Gerfried Sperl (Der Standard); Armin Thurnher (Falter); Wolfgang Unterhuber (Wirtschaftsblatt); Alois Vahrner (Tiroler Tageszeitung).

Rückfragehinweis: Claus Reitan  Chefredakteur, Die Furche  T: +43 (0)1-512 52 61-18
OTS0071    2011-01-26/10:00



26.9.2014 Österreichischer Presserat: Falter verstößt gegen Pflicht zur Einholung einer Stellungnahme

Der Senat 1 des Presserats beschäftigte sich mit dem Artikel "Lindners Freunderlwirtschaft", erschienen in der Wochenzeitung "Falter" vom 29.10.2014, und stellte einen Verstoß gegen den Ehrenkodex für die österreichische Presse fest. Der Artikel handelt von der mittlerweile zurückgetretenen Nationalratsabgeordneten Dr. Monika Lindner, ihrer Tätigkeit für die St.-Anna-Kinderkrebsforschung und dabei aufgetretenen behaupteten Unregelmäßigkeiten. In dem Artikel wird insbesondere kritisiert, dass der Lebensgefährte Lindners, ein Werbefachmann, Aufträge von der Kinderkrebsforschung erhalten habe. Monika Lindner hat sich an den Presserat gewandt und einen Absatz aus diesem Artikel beanstandet, der allerdings nicht sie persönlich, sondern eine andere Person (ihren Stiefsohn) betrifft. Die Medieninhaberin des "Falter" hat trotz Einladung von der Möglichkeit einer Stellungnahme und einer Teilnahme an der mündlichen Verhandlung vor dem Senat nicht Gebrauch gemacht.
=> Entscheidung des Presserates Fall Falter



4.2.2013 Presserat: Entscheidung gegen "Heute" wegen Verunglimpfung und Diskriminierung von Muslimen

66 Leserinnen und Leser beanstandeten die folgende Passage des Artikels
"Eifersucht: Mann ersticht vor Kindergarten Ehefrau", erschienen am 7.12.2012 in der Tageszeitung "Heute":
"Der Kraftfahrer (43) gehört zur Sorte Mann, die zum Glück eher hinterm Halbmond lebt. In Ländern, wo das Gesäß beim Beten höher ist als der Kopf. Partnerinnen betrachten sie als Besitz. Macht sich der selbständig, sind sie im Stolz verletzt und drehen durch."
   Der Senat 2 des Presserats erkannte in dieser Passage eine schwerwiegende Verletzung des Ehrenkodex für die österreichische Presse. Er sah darin eine Pauschalverunglimpfung von Menschen mit muslimischen Glauben; gleichzeitig auch eine Diskriminierung aus religiösen bzw. rassistischen Gründen sowie eine Herabwürdigung einer anerkannten Religionsgemeinschaft, die geeignet ist, berechtigtes Ärgernis zu erregen (siehe die Punkte 5.4, 5.5 und 5.6 des Ehrenkodex für die österreichische Presse). Der Senat bewertete die Entschuldigung des Chefredakteurs auf der Webseite positiv, da sie klar und deutlich ausgefallen ist. Demgegenüber war die Reaktion in der Printausgabe von "Heute" nicht ausreichend, da dort in erster Linie die raschen Konsequenzen der Chefredaktion gelobt wurden und nicht die Entschuldigung im Vordergrund stand. Als positiv hob der Senat zudem hervor, dass "Heute" umfangreiche Konsequenzen aus dem Fall gezogen hat: Gegen die Autoren des Artikels wurden disziplinäre Maßnahmen ergriffen, die Autoren haben sich bereit erklärt, unentgeltlich gemeinnützige Arbeit für islamische Organisationen zu leisten, die Chefredaktion wird in Absprache mit dem Betriebsrat einen redaktionsinternen Verhaltenskodex entwickeln, gegenüber der Chefredaktion wurden neue Kontrollschleifen für spät am Abend verfasste Artikel eingeführt und es wird Schulungen geben, um die Sensibilität der "Heute"-Redaktion zu schärfen. Trotz der Entschuldigung und dieser begrüßenswerten Maßnahmen hielt es der Senat aufgrund der Schwere des Falles für notwendig, einen Verstoß gegen den Ehrenkodex für die österreichische Presse festzustellen (vgl. Fall 2012/60).

SELBSTÄNDIGES VERFAHREN AUFGRUND VON MITTEILUNGEN VON LESERINNEN UND LESERN Der Presserat ist ein Verein, der sich für verantwortungsvollen Journalismus einsetzt und dem die wichtigsten Journalisten- und Verlegerverbände Österreichs angehören. Die Mitglieder der beiden Senate des Presserats sind weisungsfrei und unabhängig. Im vorliegenden Fall hat der Senat 2 des Presserats aufgrund von Mitteilungen von Leserinnen und Lesern ein Verfahren durchgeführt (selbständiges Verfahren aufgrund von Mitteilungen). In diesem Verfahren äußert der Senat seine Meinung, ob ein Artikel den Grundsätzen der Medienethik entspricht. Von der Möglichkeit, an dem Verfahren teilzunehmen, hat die Medieninhaberin der Tageszeitung "Heute" Gebrauch gemacht. Bisher hat sich die Medieninhaberin der Tageszeitung "Heute" der Schiedsgerichtsbarkeit des Presserats nicht unterworfen.
Rückfragehinweis: Andreas Koller, Sprecher des Senats 2, Tel.: 01-53153-830



4.12.2012 Presserat stärkt investigativen Journalismus

Neue Bestimmung im Ehrenkodex ermöglicht verdeckte Recherchen im Einzelfall.
In seiner letzten Sitzung hat der Trägerverein des Presserats einen neuen Unterpunkt 7.3 in den Ehrenkodex für die österreichische Presse aufgenommen, der verdeckte Recherchen von Journalisten in Einzelfällen ausdrücklich erlaubt - vorausgesetzt, es werden Informationen von besonderem öffentlichen Interesse beschafft. Damit ist klargestellt, dass sich ein Journalist nicht in jedem Fall als solcher zu erkennen geben muss. Grundsätzlich ist es laut Ehrenkodex zwar nach wie vor unlauter, wenn ein Journalist jemanden über seine Identität täuscht oder sie verschweigt. Dies hat der Senat 1 des Presserats z.B. in jenem Fall entschieden, in dem sich eine Reporterin eines Wochenmagazins in die geschlossene Abteilung einer Salzburger psychiatrischen Klinik eingeschlichen hat, um ein Interview mit der Lebensgefährtin eines mutmaßlichen Verbrechers zu führen (Fall 2011/5). In Ausnahmefällen darf ein Journalist seine Identität jedoch auch verschweigen - nämlich dann, wenn er dadurch an Informationen gelangt, die für die Öffentlichkeit besonders relevant sind. Dies ist z.B. dann der Fall, wenn es um die Aufdeckung von gravierenden Missständen in Politik oder Wirtschaft geht.
  
Oscar Bronner, Präsident des Presserats, begrüßt den einstimmigen Beschluss des Trägervereins: "Die neue Bestimmung stärkt die demokratiepolitisch wichtige Kontrollfunktion der Medien gegenüber Staat und Gesellschaft. Das Aufdecken von Korruption und Misswirtschaft gehört zu den ureigensten Aufgaben der Presse und ist manchmal erst durch verdeckte Recherchen möglich." Derzeit wird in Österreich über die verdeckten Recherchemethoden von zwei britischen Journalisten diskutiert, die sich dem damaligen Europaabgeordneten Ernst Strasser gegenüber als Lobbyisten ausgegeben und ihm Geld für die Einflussnahme auf die EU-Gesetzgebung angeboten haben.
Rückfragehinweis: Mag. Alexander Warzilek,
Geschäftsführer des Presserats, Tel.: 01-236 99 84-01



8.11.2012 Presserat zu manipuliertem Syrien-Bild in der Kronen-Zeitung

Mehrere Leser kritisierten die Veröffentlichung eines Bildes in der Kronen-Zeitung vom 28.07.2012. Das Bild zeigt ein flüchtendes syrisches Ehepaar mit einem Baby vor den Ruinen einer zerstörten Häuserfront. Dabei handelte es sich um eine nicht gekennzeichnete Fotomontage. Das Originalbild zeigt die Familie lediglich an einer nicht zerstörten Hausecke. Die Ruinenlandschaft stammt von einer anderen Aufnahme. Chefredakteur Christoph Dichand hat sich für die Bildmanipulation in der Kronen-Zeitung vom 31.07.2012 bei seinen Lesern entschuldigt.
   Der Senat 1 des Presserats erkennt in der Fotomontage zwar einen Verstoß gegen den Ehrenkodex für die österreichische Presse. Aufgrund der Entschuldigung des Chefredakteurs der Kronen Zeitung hat der Senat jedoch davon Abstand genommen, ein Verfahren einzuleiten. Der Senat weist darauf hin, dass gemäß Punkt 3.3 des Ehrenkodex für die österreichische Presse Fotomontagen und Bildbearbeitungen, die von flüchtigen Leser/Innen als dokumentarische Abbildungen aufgefasst werden, als Montagen oder Bearbeitungen kenntlich gemacht werden müssen. Die Verfremdung des Bildes mit der flüchtenden Familie wird dem nicht gerecht. Das Bild ist auch nicht mit Punkt 2.1 des Ehrenkodex vereinbar, der Gewissenhaftigkeit und Korrektheit in der Wiedergabe von Nachrichten als oberste Verpflichtung von Journalisten einstuft. Im vorliegenden Fall wurden Bildinformationen über die schrecklichen Ereignisse in Syrien durch nicht gekennzeichnete Manipulationen kombiniert und zusätzlich dramatisiert. Dadurch wurde der Glaubwürdigkeit und dem Ansehen des Journalismus Schaden zugefügt. Bei Berichten über Kriegsschauplätze ist nach Meinung des Senats ein besonderes Maß an Sensibilität und Achtsamkeit gefragt. Durch die Irreführung wurden die Leser/Innen über den tatsächlichen Verlauf eines für die Öffentlichkeit bedeutsamen Ereignisses getäuscht. Gerade bei Berichten über kriegerische Auseinandersetzungen ist es wichtig, dass zumindest die Medien korrekt vorgehen. Es ist bedauerlich genug, wenn Kriegsparteien die Öffentlichkeit mit Falschinformationen versorgen. Das manipulierte Bild hat auch international hohe Wellen geschlagen. Von Teilen in der arabischen Welt wurde es als Beleg dafür angeführt, dass die westliche Welt bei ihrer Berichterstattung über den Nahen Osten nicht objektiv sei und das Kriegsgeschehen verzerrt darstelle. Abschließend weist der Senat nochmals darauf hin, dass er lediglich wegen der zeitnahen öffentlichen Entschuldigung des Chefredakteurs des betroffenen Mediums auf die Einleitung eines selbständigen Verfahrens verzichtet hat.

Rückfragehinweis: Dr. Tessa Prager, Sprecherin des Senats 1, Tel.: 01/21312-1169



13.2.2012 Neue Entscheidungen des Presserats

Veröffentlichung von Fotos von Jugendlichen - Kommentar, Grenzen zur Diskriminierung.
Der Senat 1 des Österreichischen Presserates hat sich in seiner Sitzung am 25.01.2012 u.a. mit folgenden Themen befasst:
1. Veröffentlichung von Fotos von Jugendlichen (I) (Fall 2011/S 2 - I) In den Tageszeitungen "heute" und "Österreich" wurden Fotos von zwei Jugendlichen veröffentlicht, von denen der eine im Verdacht steht, den anderen getötet zu haben (Ausgaben vom 23.11.2011 bzw 22. und 27.11.2011). Die Bildveröffentlichungen verletzen die Privatsphäre der abgebildeten Jugendlichen und verstoßen somit gegen Punkt 6.3. des Ehrenkodex für die Österreichische Presse. Bei einem Foto handelt es sich um ein Klassenfoto, das Opfer und mutmaßlichen Täter zeigt, bei den anderen Fotos um Privataufnahmen. Bei Jugendlichen ist ein etwaiges öffentliches Interesse an einer Bildveröffentlichung besonders kritisch zu überprüfen. Ein derartiges öffentliches Interesse war hier nicht zu erkennen. Anzumerken gilt, dass in der Tageszeitung "heute" zumindest das Foto des mutmaßlichen Täters mit einem Balken versehen wurde. "Es ging in dieser Entscheidung sowohl um den Schutz der Anonymität des Opfers als auch des jugendlichen mutmaßlichen Täters. Der Senat bekräftigte damit, dass die Bestimmungen des Ehrenkodex zum Persönlichkeitsschutz von Opfern über deren Tod hinaus gelten", so Senatssprecher Helmut Spudich. Im vorliegenden Fall hat der Presserat auf eigene Initiative ein Verfahren durchgeführt. In diesem selbständigen Verfahren äußert der Presserat seine Meinung, ob ein Medienbericht den Grundsätzen der Medienethik entspricht. Die Tageszeitungen "heute" und "Österreich" sind nicht Mitglieder des Presserats und haben am Verfahren nicht teilgenommen.

2. Veröffentlichung von Fotos von Jugendlichen (II) (Fall 2011/69)
Anders bewertet hat der Senat 1 die Veröffentlichung von Fotos von Jugendlichen, die zu der sogenannten iPhone-Bande gehören. Überprüft wurde ein bebilderter Bericht, der am 14.11.2011 auf der Webseite der Tageszeitung "Österreich" (www.oe24.at) erschienen ist. Die Veröffentlichung von Fotos mehrerer Jugendlicher, die im Verdacht stehen, Smartphones mit Waffengewalt geraubt zu haben, war hier gerechtfertigt, weil die Polizei und die Staatsanwaltschaft um die Veröffentlichung ersucht hatten, damit sich etwaige weitere Opfer melden. Die Veröffentlichung diente also der Aufklärung der von den Jugendlichen begangenen Straftaten. Im konkreten Fall fiel das öffentliche Interesse an der Aufklärung des Kriminalfalls stärker ins Gewicht als die Persönlichkeitsinteressen der Jugendlichen.

3. Grenzen zur Diskriminierung bei Kommentaren (Fall 2012/5)
Der Kommentar "Kollers Klartext - Die böse, böse Jugend" veröffentlicht am 19.12.2011 online auf der Webseite der Salzburger Nachrichten, enthält Passagen, die manchen Leser verstören mögen. Zu nennen ist z.B. folgender Punkt: Laut einer Studie finden 43,6 Prozent der jungen Wiener, dass "in diesem Land schon zu viele Türken leben". Der Verfasser des Kommentars stellt die These auf, dass dieser Prozentsatz möglicherweise deckungsgleich mit jenen sei, denen eine Jugendgang mit Migrationshintergrund das Handy raubte oder die einen Freund oder eine Freundin haben, denen dies widerfuhr. Der Senat gelangte zur Auffassung, hier kein Verfahren einzuleiten, da bei einem Kommentar die Meinungsäußerungs- und die Pressefreiheit besonders weit gefasst sind. Es können auch pointierte und provozierende Aussagen vertreten werden, die bei (Teilen) der Leserschaft auf Verwunderung oder Ablehnung stoßen. Selbst herausfordernde und etwas überschießende Auffassungen (wie im vorliegenden Fall) sind erlaubt. Die Entscheidungen im Langtext finden Sie auf der Homepage des Presserates (www.presserat.at).

Rückfragehinweis: Helmut Spudich, Sprecher des Senats 1, Tel.: 0699/11095024



26.1.2011: Feierliche Eröffnungsveranstaltung

Feierliche Eröffnungsveranstaltung in den Wiener Börsesälen ab, zu der ca. 200 Gäste, vorwiegend Vertreter der österreichischen Medienbranche, erschienen sind. Die Festvorträge halten Prof. Irene Neverla, Professorin für Journalistik an der Universität Hamburg, David Barstow, Journalist der New York Times und zweifacher Pulitzer-Preisträger, Baroness Peta Buscombe, Leiterin der englischen Press Complaints Commission und Lutz Tillmanns, Geschäftsführer des deutschen Presserats.
   Nach Ansicht von Irene Neverla braucht Journalismus professionelles Handwerk, profundes Wissen, Verantwortlichkeit und Zivilcourage braucht. Problematische Fälle der öffentlichen Berichterstattung müssen in Ruhe mit institutioneller und professioneller Berichterstattung betrachtet werden. Genau dafür sei der Presserat unersetzlich.
   David Barstow  beschäftigt sich in seiner Rede mit den Vorfällen rund um Wikileaks, die eine Grundsatzdiskussion über investigativen Journalismus ausgelöst haben. In Amerika, aber auch in Europa überlege man nun, neue Gesetze einzuführen, die die journalistische Arbeit einschränken. Die Diskussion über Pressefreiheit und Geheimnisschutz habe eine neue Dimension bekommen.
    Peta Buscombe und Lutz Tillmanns begrüßen es in ihren Festvorträgen sehr, dass es in Österreich wieder eine Selbstkontrolleinrichtung der Printmedien gibt. Sie sind der Überzeugung, dass sich Presseräte in demokratischen Gesellschaften bewährt haben und sie freuen sich auf die Zusammenarbeit mit dem wiedergegründeten Österreichischen Presserat.
   Franz C. Bauer, Präsident des Österreichischen Presserates, hielt anlässlich der Eröffnungsveranstaltung fest: "Eine von allen Beteiligten getragene Selbstkontrolle ist eine der wichtigsten Bedingungen für Presse- und Meinungsfreiheit. Das Fehlen einer solchen funktionierenden Selbstkontrolle zählt zu den gefährlichsten Voraussetzungen für die Schaffung einer Fremdkontrolle. Wohin diese dann führt, zeigt das warnende Beispiel des derzeitigen EU-Vorsitzlandes Ungarn."

Rückfragehinweis:
   Mag. Franz C. Bauer, Präsident des Trägervereins des Österreichischen Presserates: Tel.06649376811
   Mag. Thomas Kralinger, stv. Präsident des Trägervereins    Tel. 01 / 52 100 23 47
   Mag. Alexander Warzilek, Geschäftsführer des Österreichischen Presserats: Tel. 01/20699 180
OTS0086    2011-01-26/10:30



Eröffnungsveranstaltung des Österreichischen Presserates:

Erklärung anlässlich der Eröffnungsveranstaltung des Österreichischen  Presserates am Mittwoch, 26. Jänner 2011, Wien

Der Verein der Chefredakteurinnen und Chefredakteure begrüßt als Träger und Mitbegründer die Tätigkeit des neuen Österreichischen Presserates, der heute in Wien seine Eröffnungsveranstaltung abhält.
   Der neue Österreichische Presserat hat eine breit angelegte und rechtlich verbindliche Grundlage, eine gesicherte Basisfinanzierung und eine hauptberufliche Geschäftsführung. Mitglieder der unabhängig und weisungsfrei entscheidenden Spruchsenate sowie die vermittelnden Ombudsleute sind bewährte Journalistinnen und Journalisten österreichischer Tages- und Wochenzeitungen.
   Damit kann rasch, unbürokratisch und für Beschwerdeführer kostenfrei entschieden werden, ob durch eine Veröffentlichung der Ehrenkodex der Österreichischen Presse verletzt wurde. Die österreichische Presse erfüllt so die sich aus der Meinungsfreiheit ergebende Verpflichtung der Selbstkontrolle, für die sich Chefredakteurinnen und Chefredakteure mehrfach ausgesprochen und wiederholt eingesetzt haben.
   Der Verein der Chefredakteurinnen und Chefredakteure verweist auf die Zusicherung aller Mitbegründer und Träger, die Regeln und die Tätigkeit des neuen österreichischen Presserates nach einem Jahr zu evaluieren und erforderliche Anpassungen vorzunehmen. Ebenfalls verwiesen wird auf die Zusicherung, mit dem neuen Presserat die mit der Börsegesetznovelle 2004 in österreichisches Recht umgesetzten
EU-Richtlinien über Insider-Information, Marktmanipulation und Anlegerempfehlungen in der Finanzberichterstattung anzuwenden.
    Die Chefredakteure erwarten, dass sich alle Printmedien - mitsamt ihren Online-Diensten - zu den Prinzipien des österreichischen Ehrenkodex für die Presse bekennen, an der zeitgemäßen Weiterentwicklung seiner Bestimmungen und Verhaltensregeln aktiv beteiligen, den Presserat unterstützen sowie seine Sprüche akzeptieren und publizieren.

Rückfragehinweis: Claus Reitan  Chefredakteur, Die Furche  T: +43 (0)1-512 52 61-18
OTS0071    2011-01-26/10:00