Wien

27.3.2011 Österreichischer Journalistenkodex beschlossen

Gilt für alle journalistischen Medienmitarbeiter, unabhängig ihres Beschäftigungsverhältnisses.
Der Vorstand des Österreichischen Journalisten Clubs (ÖJC) hat in seiner dreitägigen Jahreszielklausur in Neuhofen an der Ybbs einen "Österreichischen Journalistenkodex" ausgearbeitet.
Diese journalistischen Ethikregeln dienen, zusätzlich zum "Österreichischen Medienrat", der Selbstkontrolle der Journalistinnen und Journalisten in unserem Land. Dabei ist es nicht wesentlich, in
welchem Beschäftigungsverhältnis die Journalistinnen und Journalisten arbeiten.
  "An der Wiege Österreichs wurde hiermit ein moderner Ehrenkodex für alle Journalistinnen und Journalisten geschaffen, der auf die redaktionellen, technischen und wirtschaftlichen Entwicklungen im modernen Medienwesen Rücksicht nimmt", betont ÖJC-Präsident Fred Turnheim die Intentionen der größten Berufsvereinigung der Journalisten in unserem Land. Der ÖJC lädt alle Kolleginnen und Kollegen ein, diesen Kodex zu beachten und so dem Ansehen unseres Berufes zu dienen.
   Der ÖJC will damit die Qualität des heimischen Journalismus verbessern und die Selbstkontrolle in der Medienbranche fördern. "Damit ist bewiesen, dass wir Journalistinnen und Journalisten in der Lage sind, eine demokratische Selbstkontrolle auszuüben. Eine Verschärfung des Medienrechtes und damit eine anlassbedingte Aushöhlung der Pressefreiheit ist daher nicht notwendig", betont Turnheim in einer Aussendung des ÖJC am Montag.

Österreichischer Journalistenkodex
(Der Begriff "Journalist" wird geschlechtsneutral verwendet)
Beschlossen vom Vorstand des Österreichischen Journalisten Club am 27.3.2011

PRÄAMBEL
Der hohe Stellenwert eines für die Gesellschaft objektiven, kritischen und unabhängigen Journalismus bedingt, dass Journalisten bei ihrer Tätigkeit diese Verhaltensregeln einhalten,  öffentlich
bekunden und sich dadurch einer allgemeinen Berufsüberzeugung verpflichtet fühlen.
   Der Österreichische Journalistenkodex stellt die Grundlagen der Berufsethik dar und dient damit der Wahrung und Förderung der Standesehre.

Für die Einhaltung ist es unerheblich, ob es sich um eine haupt- oder nebenberufliche bzw. unentgeltliche journalistische Tätigkeit handelt. Wesentlich ist, dass der Journalist bei der Ausübung seines Berufes verantwortungsbewusst handelt.

1. Allgemeine Verhaltensgrundsätze
* Es ist stets darauf zu achten, welche Folgen und welchen Widerhall die journalistische Arbeit in der Öffentlichkeit haben kann.
* Menschenwürde und Menschenrechte dürfen unter keinen Umständen verletzt werden.
* Jegliche Diskriminierung von religiösen und ethnischen Werten und von Minderheiten sowie Hetze gegen Rassen und das Schüren von Fremdenfeindlichkeit ist mit diesem Journalistenkodex unvereinbar.
* Für die Grundrechte und die damit verbundene Pressefreiheit ist ohne Wenn und Aber einzutreten.
* Die Privatsphäre ist zu respektieren.
* Die vereinbarte Vertraulichkeit und das Berufsgeheimnis sind zu wahren.
* Die journalistische Tätigkeit darf nicht zur Umsetzung persönlicher oder fremder Interessen missbraucht werden.
* Eine Trennung von redaktionellen Inhalten und Werbung ist einzuhalten.
* Eine Geschenkannahme ist unzulässig.

2. Spezielle Verhaltensgrundsätze
* Jede erhaltene Information ist sorgfältig und nach bestem Wissen und Gewissen zu prüfen.
* Bei den journalistischen Tätigkeiten sind höchste Fairness und die Prinzipien der Recherche einzuhalten.
* Es darf niemand bloßgestellt oder lächerlich gemacht werden.
* Sensationslust und persönliche Inszenierung sind bei Berichterstattung besonders über oder aus Kriegs-, Krisen- und Katastrophengebieten zu unterlassen.

3. Freiwillige Selbstkontrolle
* Sämtliche Verstöße gegen diesen Kodex sind vom Österreichischen Medienrat zu prüfen und gemäß seinen Statuten zu beurteilen.
* Bei Erkennen einer falschen Sachverhaltsdarstellung ist freiwillig eine umgehende Richtigstellung zu veranlassen.

4. Verhalten gegenüber anderen Medien und Kollegen
* Alle Journalisten setzen sich für die gemeinsamen Interessen ihrer Berufsgruppe ein.
* Alle leitenden Redakteure haben eine besondere Verantwortung für die Umsetzung der Werte eines unabhängigen, demokratischen und freien Journalismus in Ihren Medien.
* Es ist die Ehre und das Ansehen des Berufes zu wahren.
* Allen journalistischen Mitbewerbern ist mit kollegialem Respekt und Würde zu begegnen.

Neuhofen an der Ybbs, am 27.3.2011
Der Vorstand des Österreichischen Journalisten Club

Rückfragehinweis:
   Österreichischer Journalisten Club
   Margarete Turnheim,  Generalsekretariat
   Tel.: +43 1 98 28 555-0     mailto:office@oejc.at     www.oejc.at

OTS0039    2011-03-28/10:00

Anmerkung Wien-konkret: Wäre schon einmal ein erster Schritt, wenn alle betroffenen Journalisten ihre "Journalistenhandys" an die Telekomfirmen zurückgeben würden. (Mit den "Journalistenhandys" bekamen Journalisten besonders günstige Preise. Was erhoffen sich die Telekomfirmen damit? Ist das mit dem Journalistenkodex vereinbar?)

Stichwort: Journalistenkodex, Journalisten Codex





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29.7.2011 FPK-KO Kurt Scheuch: Verlogenheit der Kleinen Zeitung kennt keine Grenzen!

 "Angriff ist die beste Verteidigung! Nach diesem Motto scheint die Redaktion der Kleinen Zeitung von ständigem eigenen Fehlverhalten ablenken zu wollen", reagierte der FPK-Klubobmann Ing. Kurt Scheuch auf den heutigen Artikel "Üble Sitten am Boulevard". So sei es ein Faktum, dass die Kleine Zeitung beinahe täglich gegen den journalistischen Ehrenkodex gröblich verstößt, schlampig bis überhaupt nicht recherchiert und nachweislich Borderline-Journalismus betreibt. Unter dem Deckmäntelchen eine unabhängige Zeitung zu sein, manipuliere das Redaktionsteam der Kleinen Zeitung die Meinung ihrer Leser. "Dass gerade diese Damen und Herren anderen Medien vorwerfen, Einflussnahme mit Geldmitteln auf die Politik zu machen, obwohl sie sich selbst in übelster Sitte in diesem Zusammenhang austoben, ist wohl an Frechheit nicht mehr zu überbieten", so Scheuch. "So wird es ja sicherlich ein Zufall sein, dass Anzeigenkeiler der Kleinen Zeitung Kärntner Politikern Medienkooperationen aufdrängen und falls nicht gekauft wird, gibt es eben mieseste Berichterstattung. In Insiderkreisen der Kleinen Zeitung nennt sich das dann Politikererziehungsmaßnahmen. Die Redakteure der Kleinen Zeitung, die auf tiefstem Niveau und persönlich verletzend Kärntner Politiker, ja sogar den Kärntner Landtag, verunglimpfen, erheben den moralischen Zeigefinger. Aus Angst vor dem einen oder anderen Schreiberling der Kleinen Zeitung getrauen sich aber die Kärntner Politiker nicht den Mund aufzumachen. Im Gegenteil, man versucht durch peinliche Anbiederungen bei den Redakteuren kleine Vorteile für sich selbst herauszuschinden. Als Klubobmann der Freiheitlichen habe ich jedenfalls den Mut die Dinge beim Namen zu nennen. Die Wahrheit ist, dass die Meinung in der Kleinen Zeitung käuflich ist, dass andauernd gegen den journalistischen Ehrenkodex verstoßen wird, dass man Meinungen manipuliert und letztendlich nicht der journalistischen Wahrheitspflicht nachkommt, sondern versucht, Leute, die einem nicht willfährig folgen, brutal zu bekämpfen. Wenn Abgeordnete der Freiheitlichen in Kärnten so doppelbödig agieren würden oder so frech lügen würden bzw. die Moralvorstellungen der Kleinen Zeitung hätten, würde man sie zu Recht aus Kärnten davon jagen", erklärt Kurt Scheuch.
Rückfragehinweis: Freiheitlicher Landtagsklub Landhaus, 9020 Klagenfurt Tel.: 0463 513 272 OTS0102 2011-07-29/12:08