Wien

II. - Der Weg zur Unabhängigkeit




Copyright: APA

Nach der Befreiung Österreichs nahm die ANA im Mai 1945 ihre Stellung als nationale amtliche Nachrichtenagentur Österreichs ein. Alfred GeiringerDoch aufgrund eines Grundsatzprogramms der beiden angelsächsischen Weltagenturen AP und Reuters aus dem Jahr 1942, in dem sich die beiden Agenturen u. a. darauf einigten, nach Kriegsende keine Verträge mehr mit staatlichen Agenturen abzuschließen, wurde die Agenturstruktur neu geordnet.

Reuters schickte zu diesem Zweck seinen "European Editor", Alfred Geiringer, nach Österreich. Ihm gelang es schließlich mit massiver Unterstützung der amerikanischen Besatzer, die Gründung einer genossenschaftlich im Besitz der Zeitungen befindlichen Agentur durchzusetzen, die die alte ANA ablösen sollte.

Am 1. September 1946 nahm schließlich die APA - Austria Presse Agentur den Betrieb auf. Im Statut der als Genossenschaft der österreichischen Zeitungen organisierten neuen Nachrichtenagentur ist ihre Unabhängigkeit festlegt: GründungsurkundeDie APA solle einen "(...) unabhängigen Nachrichtendienst für die österreichischen Zeitungen, gleichgültig welcher politischen oder weltanschaulichen Tendenz" gewährleisten. Die neue Agentur war zwar prinzipiell vom Staat unabhängig, durch ihre Eigentümerstruktur (zum Grossteil Parteizeitungen, sowie ab 1963 der Österreichische Rundfunk) allerdings noch lange Zeit dem großkoalitionären Proporz verpflichtet.

Es sollte bis in die Siebziger Jahre dauern, bis sich die APA - durch kontinuierlichen Rückgang der Parteizeitungen wie auch durch die Schaffung eines "Zweiten Netzes" für Belangsendungen - Schritt um Schritt von parteipolitischer Einflussnahme emanzipieren konnte. Lange Zeit hatte die APA ökonomische Probleme. Nicht zuletzt durch die Nutzung neuer Technologien und damit verbundene innovative Dienstleistungen wie z.B. Datenbanken erfolgte Ende der Achtziger Jahre ihre nachhaltige wirtschaftliche Gesundung: seit 1988 erwirtschaftet sie regelmäßig Gewinne.