Wien

Ronny Pecik: Der Milliardär im Interview

Foto: (li.) Leo Himmelbauer 
(Mitte:) Milliardär Ronny Pecik, 
(re.) Gerd Prechtl; © Wien-konkret

Foto: (li.) Leo Himmelbauer
(Mitte:) Milliardär Ronny Pecik,
(re.) Gerd Prechtl; © Wien-konkret

Manager: Milliardär Ronny Pecik im Interview

Interviewer:
Leo Himmelbauer (Wirtschaftsblatt), Gerd Prechtl (WKO-NÖ)

Wann:
11. Oktober 2007 um 18.00 Uhr

Wo:
Flughafen Wien-Schwechat Panorama-Restaurant "Marketplace"

Veranstalter:
Wirtschaftskammer Niederösterreich, Sparte IC

Teilnehmer:
geschlossene Gesellschaft mit ca. 400 Wirtschaftstreibenden aus NÖ



Fotos: Ca. 250 Besucher kamen zum Abend. Aufgrund der ungünstigen Form des bananenartigen Raumes hatten nur die wenigsten einen guten Blick auf den Manager-Star Rony Pecik; © Wien-konkret



Fotos: Ca. 250 Besucher kamen zum Abend. Aufgrund der ungünstigen Form des bananenartigen Raumes hatten nur die wenigsten einen guten Blick auf den Manager-Star Rony Pecik; © Wien-konkret

Ronny Pecik über seinen Lebenslauf:

Foto: Ronny Pecik; © Wien-konkret

Foto: Ronny Pecik; © Wien-konkret

+ Ist am 4. März 1962 in Kroatien in ärmlichen Verhältnissen geboren
+ Hat seine Milchkuh selbst „bewacht“
+ mit 4 Jahren ist er nach Österreich gekommen
+ war immer schon ein unheimlicher Freigeist
+ ist in der 4. Klasse Gymnasium sitzen geblieben
+ Ausbildung zum Elektromechaniker für Starkstrom
+ War dann bei IBM beschäftigt
+ Ist mit 19 Jahren bereits Vater geworden
+ Hat nur 6 Monate Jus studiert. Da er vor lauter Sitzen am Boden den Professor nie gesehen hat, hat er aufgehört
+ Hat 2 ½ Jahre als Kellner gearbeitet, um die Familie über Wasser zu halten
+ Hat dann bei der Ländebank zu arbeiten begonnen, wo er einen ganz tollen Chef gehabt hat
+ Hat dann die ÖTOB aufgebaut. Er war der einzige, der sich bei der Länderbank dafür beworben hatte.
+ War dann Investmentbanker für die Länderbank in New York
+ Liebt die mitteleuropäische Kultur und ist deshalb nach Österreich zurück gekehrt
 

Ronny Pecik und seine Firmen:

Foto: Ronny Pecik; © Wien-konkret

Foto: Ronny Pecik; © Wien-konkret

+ Wir haben im Sept. 2000 versucht, eine Investmentbank zu gründen. Das war wegen der Internet-Bobble (Internet-Blase bei der die Kurse massiv eingebrochen sind) nicht möglich. Als haben wir den Spieß umgedreht. Wir wollten unterbewertete Firmen kaufen. Wir haben die Austria Antriebstechnik gekauft. Aus der ist später die A-Tec Gruppe entstanden.
+ Für die VA-Tech haben wir für die 19% 125 Millionen Euro bezahlt. Dieses Kapital haben wir mit Equity-Fonds, mit Investoren und mit unserem Geld aufgestellt.
+ …Da habe ich ganz einfach die Hedge-Fonds ausgekauft...
+ Es sind inzwischen über 200 Firmen, wo wir auch guten Kontakt haben
 

Ronny Pecik und seine Geschäftsphilosophie:

Foto: Ronny Pecik; © Wien-konkret

Foto: Ronny Pecik; © Wien-konkret

+ Jedes Jahr bei der Bank um den Bonus zu streiten ist mit der Zeit langweilig. „I mog eigentlich nicht mehr“
+ Dr Kovats hat mich so bezeichnet „Des Teufels General“
+ Ich mache es nicht als Arbeit, sondern aus Spaß. Es ist Leidenschaft
+ Frage von Gerd Prechtl WKO-NÖ: Haben Sie nicht öfter wegen der Investments schlecht geschlafen? Ronny Pecik: Ich bin viele Nächte gar nicht schlafen gegangen.
+ Mir ist klar, welches Risiko ich nehme. Ich will aus Unternehmen etwas machen.
+ Ich kaufe nicht billig, aber ich kaufe nicht falsch !
+ Man darf sich durch kurzfristige Änderungen nicht irritieren lassen
+ Man muss zu sich selber ehrlich sein.
+ Für die Schweizer ist es schlimm, dass es ein Österreicher ist, der die Unterbewertung erkannte und die Firmen kaufte
+ Frage von Gerd Prechtl WKO-NÖ: Wie lernt man einen Oligarchen kennen?
Ronny Pecik: Zufällig beim Urlaub in Kroatien. Ich wusste damals gar nicht, wer Victor Vekselberg (russischer Oligarch) ist.
+ Ich vergesse keinen Tag, wo ich herkomme
+ Ich habe sehr, sehr loyale Mitarbeiter. Ich habe auch sehr viele Kritiker in meinem Umfeld und das ist gut so. Man braucht unbedingt einen Pessimisten in seiner Nähe.
+ Wenn das weitergehen mehr Kraft kostet, als das Zurückgehen, dann muß man halt wieder zurück gehen.
+ Ich wuchs bei meiner Mutter mit sehr vielen Sprüchen auf. Die sind mir immer noch in Erinnerung und helfen mir in manchen Situationen.
+ Die besten Dinge scheitern an Emotionen der Personen und nicht an der Sache selbst.
+ Ich mag sehr gerne offene Menschen, ehrliche Menschen. Ich kann auch gut einstecken.
+ Lege das Sakko ab und die Krawatte ab und lass uns eine Win-Win Situation machen.
+ Geld ist für mich eine abstrakte Sache
+ Wir sind stolz darauf, Arbeitsplätze zu erhalten. Es ist nicht so entscheidend, wie viel gerade in der Kasse ist
+ Ich selber sehe mich als Unternehmer mit Investmenterfahrung
+ Die Analysten liegen meist falsch. Wenn die Analysten gut wären, dann wären Sie Unternehmer geworden  (Anm.: Gelächter und Applaus im Publikum)
+ Die Herrschaft sollten nach China oder Indien fahren, dann wissen Sie, was ein Wirtschaftsmotor ist  (Anmerkung: Trifft wohl auch auf die Politiker, Beamten und Kammerfunktionäre zu)
+ Beim Arbeiten ist es wichtig, dass der Kopf wach bleibt
 

Ronny Pecik privat:

+ Als meine Nichte geheiratet hat, waren 350 Personen anwesend. Viele sagten, Sie wären in meiner Verwandtschaft, die ich aber gar nicht alle kannte
+ Ich esse gerne Stelze mit Bier im Prater
+ Es macht nicht Spaß 4-5 Mal die Woche im Flugzeug zu sitzen
+ Luxus ist für mich, ein Wochenende zu Hause zu sein, mit Freunden zu sein
+ Wohne gerne in Klosterneuburg (nordwestlich von Wien)
+ Frage von Gerd Prechtl WKO-NÖ: Wovon träumen Sie?  Ronny Pecik: Ich möchte gerne alt werden.
Prechtl: Was tun Sie dafür?  Pecik: Nichts
+ Als ich bei einer der Investmententscheidung meine Frau fragte, ob Sie etwas dagegen hätte, wenn wir wieder in die Mietswohnung ziehen, sagte sie: „Da warst Du wenigstens öfters zu Hause“. Am nächsten Tag ging ich ganz entspannt in die Verhandlungen.
+ Ich bin dankbar, dass ich von meinen Eltern nicht erschlagen wurde
+ Komme mit meinen Sohn ganz gut zu recht. Ich war viel "schlimmer".
+ Ich habe versucht, meinen Sohn auf die Lebensautobahn zu stupsen, statt  Watschen auszuteilen, wie mein Vater.
+ Mein Hausarzt hat mir gesagt: „kein Patient hat so ein hohes Herzinfarktrisiko, wie Sie.“
Ronny Pecik: „Ich habe den Arzt gewechselt. Der neue Arzt meinte, es wäre nicht so schlimm."
 



Ausklang:

Positiv: Bravo, dass es der WKO-NÖ gelungen ist, Ronny Pecik für den Abend zu gewinnen. Das war für alle - die dort waren - ein großer Gewinn und eine große Bereicherung.

Negativ: Leider konnte man im Anschluß an das Interview keine Frage stellen. Beispielsweise wäre es interessant zu wissen, ob der Milliardär Ronny Pecik der Ansicht ist, dass man mit dem österr. Kammersystem einen Wirtschaftsaufschwung wie in China oder Indien erreichen kann oder ob das österr. Kammernsystem mit seiner Zwangsmitgliedschaft der Wirtschaft mehr schadet als nützt.
 

Foto von der Geburtstagstorte: 5 Jahre WKO Sparte IC; © Wien-konkret

Foto von der Geburtstagstorte: 5 Jahre WKO Sparte IC; © Wien-konkret


Dafür wurden nachher 2 Gratisflüge verlost und es gab es gutes und üppiges Buffet.

Weiters wurde der 5 Jahrestag der Spartengründung Information & Consulting mit einer besonderen Geburtstagstorte gefeiert, die der WKO-NÖ Vorsitzende Prof. Dr. Gerd Prechtl sodann anschnitt.
 
Weiterführende Infos:
* Gewinnmesse 2007
* Siegen Sie schon ?
* Werbung auf Wien-konkret