Wien

Gastbeitrag: QUERDENKEN UND NEUES SCHAFFEN!





Bild links: Anke Meyer Grashorn; Bild Mitte: Publikum;
Bild rechts: „VIP-Gruppe“: (v.l.n.r.): Gewerbe-Obmann KommR Ing. Gottfried Parade, WKW-Präsidentin KommR Brigitte Jank, WKÖ-Präsident Dr. Christoph Leitl, Handels-Obmann KommR Dr. Fritz Aichinger und RLB NÖ-Wien Vorstandsdirektor Dr. Georg Kraft-Kinz / Bildnachweis: Foto Weinkirn

1.2.2010: Jahresauftakt der Sparten Handel und Gewerbe & Handwerk: QUERDENKEN UND NEUES SCHAFFEN!   von Erich Plessberger (WKO-Handel).

„Innovative Ideen sind kein Privileg einzelner Auserwählter, sondern das Ergebnis eines strukturierten Prozesses, der erlernbar ist“, meint die deutsche Innovationsberaterin Anke Meyer-Grashorn und zeigte dies auch gleich in ihrem Vortrag „Spinnen ist Pflicht!“ beim Jahresauftakt der Sparten Handel und Gewerbe & Handwerk, zu dem über 1000 Wiener UnternehmerInnen ins MesseCongressCenter Wien gekommen waren. 
„Gerade in einer wirtschaftlich schwierigen Situation gilt es jene Potentiale zu erkennen, die für die unternehmerische Zukunft wichtig sind. Insofern wollen wir mit dieser Veranstaltung aufzeigen, wie Erfolg mit Kreativität und Innovation trotz und entgegen der aktuellen wirtschaftlichen Lage möglich ist“, erklärte Handelsspartenobmann KommR Dr. Fritz Aichinger in seinen Begrüßungsworten.

Erfolgsfaktor Innovation
„Nur wer seinen Mitbewerb, seinen Markt und sein Potenzial gut kennt, kann auch die entsprechenden ‚Aufschwungsignale’ erkennen“, weiß KommR Brigitte Jank, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien. So kann man in der Folge die eigenen Strategien danach ausrichten, wie zum Beispiel mehr und besseres Service zu bieten als der Mitbewerb, die Mitarbeiter in die strategische Ausrichtung des Unternehmens miteinzubinden und neue Ideen bewusst zu fördern.

Mit Mut und Zuversicht ins Neue Jahr
„Die Realwirtschaft muss wieder vor der Finanzwirtschaft stehen, das Erbringen von Leistungen vor dem Spekulantentum, nachhaltiges Wirtschaften vor Gewinnmaximierung und Generationsdenken vor Quartalsdenken“, erklärte WKÖ-Präsident Dr. Christoph Leitl in seinem Jahresauftakts-Plädoyer. Unter dem Schlagwort „Projekt Ö13“ sprach sich Leitl für eine „weitgehende Systemveränderung und Systemverbesserung“ aus, damit Österreich wettbewerbsfähig bleiben könne. Dazu gehöre eine Verwaltungsreform, die ab 2013 dazu führe, dass man jährlich sechs Milliarden Euro einsparen könne. Steuererhöhungen dürfe es nicht geben, vielmehr Entlastungen: „die vielen klein und –mittelständischen Unternehmen sind das Rückgrat unseres Landes. Die aktuellen Gründerzahlen zeigen, dass viele Menschen Mut zur Selbständigkeit haben. Diesen müssen wir das Arbeiten erleichtern, nicht erschweren“, so Leitl.

„Spinnen ist Pflicht!“
„Nur dort, wo Spinner am Werk sind, wo quer und vernetzt gedacht und gehandelt werden darf, entsteht Neues - dort werden heute die Innovationen von morgen gemacht“, ist Anke Meyer-Grashorn überzeugt. Die deutsche Trainerin hat sich als praxisorientierte Innovationsberaterin und Expertin für systematische Ideenproduktion einen Namen gemacht. Ihre mutige Parole „Spinnen ist Pflicht" bringt Unternehmen dazu, alte Strukturen zu durchbrechen, die Angst vor der Veränderung zu überwinden und das Thema Innovation als elementare Führungsaufgabe zu verankern. Kunden wie Adobe, Bayer CropScience, BMW, Deutsche Post, EnBW, Henkel, Tchibo, Walt Disney Company, Fraunhofer Institut oder Raiffeisenlandesbank unterstützt sie durch ihre spezielle Methodik bei der Entwicklung von Zukunftsideen und ihrer schrittweisen Umsetzung.

Warum Innovationen einfach sind
Innovationen sind der Motor einer wettbewerbsorientierten Wirtschaft, konstatiert Meyer-Grashorn. Ohne Innovationen gäbe es keine Zukunft. Und ohne Spinner - Menschen, die querdenken und Neues schaffen können - keine Innovationen. Unternehmen würden also gut daran tun, das Spinnpotenzial ihrer Mitarbeiter zu nutzen und jeder einzelne kann dabei zeigen, was in ihm steckt. Die Wirtschaft lebt davon, dass der eine versucht, besser oder einfach anders zu sein als der andere. Und dafür brauche es Menschen, die Ideen haben, sich Neues ausdenken und es in die Tat umsetzen. Menschen, die sich aus festgefahrenen Regeln und Routinen lösen und unvoreingenommen an das Neue herangehen. 

Kindliche Kreativität als Kern der Innovationskraft
Die Trainerin ist davon überzeugt, dass in jedem ein „Spinner“ steckt. Als Kind waren wir maximal kreativ, ausgestattet mit einer angeborenen Innovationsfähigkeit. Manche waren in der Lage, sich dieses kindliche Können zu bewahren, andere haben es durch erfolgreiche Ab-erziehung verlernt. Aber sie ist noch da, die Fähigkeit Neues zu denken und zu tun. Man muss sie nur wiederbeleben und aktiv in den Alltag einbringen. Manche halten Ideen für vom Himmel gesandte Geistesblitze, Musenküsse oder Eingebungen. Ideen und Innovationen haben aber in den seltensten Fällen etwas Mystisches, eher etwas Mühsames. Die Ideenentwicklung ist ein Produktionsprozess wie z.B. das Bauen eines Stuhles. Ein Prozess, der genauso erlernbar ist wie ein Handwerk mit entsprechenden Techniken und Werkzeugen für die jeweilige Aufgabe. Und auch für den Ideenproduzenten gilt: Übung macht den Meister. In den wenigsten Fällen ist es möglich, etwas komplett Neues zu erschaffen. Viele Innovationen entstehen durch die Kombination zweier existierender Komponenten. Man kann so gut wie alles und jeden miteinander kombinieren und erhält verblüffend neue Ergebnisse. Wer Augen und Ohren offen hält, ist der Innovation bereits auf der Spur. Um innovativ zu sein, brauche man keine Diplome und Zeugnisse. Jeder kann sofort beginnen, quer zu denken, Unmögliches möglich zu machen und Begeisterung für Veränderungsprozesse zu entwickeln.

Angst als größte „Spinnbremse“

Wenn es so einfach ist, warum tun wir's dann nicht? Weil es ein paar sehr wirkungsvolle Spinnbremsen gibt, die uns abhalten, erklärt die Trainerin. Die effektivste ist die Angst. Die Angst davor, Fehler zu machen, aufzufallen, lächerlich zu sein, seinen Job zu verlieren, zum Außenseiter zu werden. Angst sei normal, aber sie lähmt, wenn es um Innovationen geht. In solchen Angstmomenten helfe eine „Worst-Case-Rechnung“: Was passiert im schlimmsten Fall, wenn ich das oder das tue? Erstaunlich, wie wenig da passieren könnte und wie unbegründet die Angst oft ist. Manche Unternehmen täten gut daran, die „Worst-Case-Rechnung“ für den Fall zu machen, dass sie keine Innovationen zutage bringen und niemanden in ihren Reihen haben, der das Neue denkt und tut. Diese Auswirkungen sind viel schwerwiegender. Mut ist laut Meyer-Grashorn das wichtigste Mittel beim Entwickeln von Innovationen. Der Mut zum Spinnen, zur Veränderung und dazu, morgen damit anzufangen.

Nach dem spannenden Vortrag der Innovationsberaterin konnten die Besucher gleich in der Praxis das Querdenken bei Branchentischen umsetzen und gemeinsam eine positive Stimmung erzeugen. Einen solchen positiven Ausblick gab schließlich auch der Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk, KommR Ing. Gottfried Parade: „Ich bin überzeugt, dass wir auch im Jahr 2010 erfolgreich sein können, viele Unternehmen haben bereits in den letzten Jahren ihr Produktportfolio vergrößert, neue Nischen entdeckt und neue Märkte erschlossen. Mit gesunden Unternehmensstrukturen in Wien ist rasches Handeln entgegen dunkler Prognosen und pessimistischen Ausblick möglich und damit eine entsprechende Absicherung im eigenen Betrieb erreichbar“.

Rückfragehinweis:
Öffentlichkeitsarbeit der Sparte Handel der Wirtschaftskammer Wien
Erich Plessberger
Schwarzenbergplatz 14, 1040 Wien
T 01/514 50-3249
E erich.plessberger@wkw.at





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