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Die Glasherstellung der Firma Lobmeyr |  | 
|  Die Kunst des Glasblasens
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Mundblasen Glashütten sind große, hohe Hallen in deren Mitte ein oder mehrere Glasöfen stehen. Die Öfen, meist mit mehreren Öffnungen zum Entnehmen des Glases, sind von einem Podest umgeben, das circa ein Meter hoch und drei bis vier Meter breit ist. An jeder dieser Öffnungen kann eine Werkstätte arbeiten. Ein Meister, zwei bis drei Glasmacher und einige Hilfskräfte. Die Glasmacherpfeifen liegen zum Vorwärmen an der Ofenöffnung. Die Glasmacherpfeife ist ein Eisenrohr von etwa 170 cm Länge mit zugerundetem Mundende und einem Holzgriff zur besseren Handhabe und zum Schutz gegen Hitze. Der Kölbelmacher sticht eine Pfeife in die heiße Glasmasse ein und entnimmt einen walnußgroßen Glasbatzen. Durch kurzes und gezieltes Aufblasen schafft er einen "Kölbel" - die erste kleine Glasblase.Dieser Vorgang wird sooft wiederholt bis die nötige Menge Glas an der Pfeife ist. Dabei achtet der Kölbelmacher auf möglichst symmetrische Verteilung innerhalb der honigflüssigen Glasblase. Dann wird die Pfeife dem Einbläser übergeben, der die heiße Masse mit Holzwerkzeugen und durch Rollen auf der Marbelplatte der endgültigen Form näherbringt. Durch Hochhalten oder Sinkenlassen der Pfeife unter gleichzeitigem Aufblasen beeinflußt er die Verteilung der Glasmasse innerhalb der Blase und letzlich die Glasstärke des Kelches (Bild 1). Alle diese Vorgänge geschehen unter ständigem Drehen der Pfeife um ein Absinken der Glasblase in ein Richtung zu verhindern. Nun tritt der Einbläser an die Kante des Podestes und bläst das noch flüssige Glas mit seiner Atemluft wieder unter ständigem Drehen in die Holzform ein. Die Formen, meist zweiteilig, aus Buchenholz gedrechselt, liegen zwischen den Einblasvorgängen in Wasser. Das verhindert einerseits das allzu schnelle Ausbrennen der Form und andererseits eine direkteBerührung von Glas und Holz, da sich ein dünner Dampffilm bildet, der mundgeblasenen Gläsern die kristallklare Oberfläche verleiht. Ist die Glasblase in ihrer gewünschten Form erstarrt, wird die Pfeife an den Meister übergeben. Auf der Glasmacherbank sitzend überprüft er nochmals die Form bevor er beginnt den Stiel und die Fußplatte anzulegen. Dazu bringt ihm der Kölbelmacher einen Batzen heißen Glases an einem Hefteisen (Bild 2). Der Meister faßt den Batzen mit einer Schere, setzt ihn an der Unterseite des Kelches an und schneidet ihn in richtiger Größe ab. Mit der Stielzange wird er erst zentriert um dann zum Stiel ausgezogen zu werden. Ist der Stiel erstarrt, wird ein zweiter Batzen Glas angesetzt und mit der "Bodenschere" zu einer Scheibe geformt, nachgerichtet und gewuchtet. Mit dem Anbringen der Fußplatte ist jetzt der letzte Arbeitsschritt am Ofen getan. Durch einen gezielten Schlag auf die Glasmacherpfeife springt das Glas von der Pfeife ab und wird vom Zuträger auf das Kühlband gestellt. Die Gläser durchlaufen den "Kühlofen" circa zwei Stunden lang und werden dort langsam abgekühlt um keine Spannungen im Glas entstehen zu lassen. Die Gläser tragen noch die sogenannte Kappe - jener Teil der Glasblase der über die Holzform hinausqoll und mit der Glasmacherpfeife verbunden war. Diese Kappe wird abgesprengt und jetzt hat das Glas seine endgültige Form erreicht. Der noch scharfe Mundrand wird innen und außen verschliffen und im Gasflammenkranz feuerpoliert.
Das Einblasen in die Holzform zusammen mit dem freien Modellieren der angesetzten Teile bringt die kultivierte Regelmäßigkeit der Gläser hervor, die aber trotzdem nicht steril wirkt. Es gleicht kein Glas genau dem anderen und gerade deshalb wohnt mundgeblasenem Glas eine ganz besondere Ausstrahlung inne.
Schleifen & Gravur
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