Wien

Weisheiten aus dem Bereich Banken & Finanz

Um die nachfolgenden Informationen zum Thema Finanzkrise & Börsekrach 2008 und seine Folgen besser zu verstehen, hier ein paar Weisheiten aus dem Bankenbereich:

* Baron Rothschild zu einem Bankräuber : "Ich gebe Ihnen einen Rat : Gründen Sie eine Bank!"
* "Besser als Falschgeld drucken ist, das Vertrauen der Bürger in bedrucktes Papier aller Art zu benützen." (Anm.: Verträge, Aktien, Anleihen, Optionen, usw.)
* Bert Brecht: Was ist es für ein Verbrechen eine Bank zu überfallen dagegen, eine zu eröffnen ... 

Mehr Infos zum Thema => Weisheiten



Chronologie des weltweiten Börsenkrachs 2008 uns seine Folgen bis 2010:

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"profil": Hypo Niederösterreich soll wertlose Lehman-Papiere über Liechtenstein verschoben haben

Justiz untersucht Transaktionskarussell 2008/2009

Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, steht der Vorstand der landeseigenen Hypo Investmentbank AG im Verdacht, Spekulationsverluste in der
Größenordnung von knapp unter zehn Millionen Euro über ein Liechtensteiner Vehikel aus den eigenen Büchern verschoben zu haben. Demnach sollen Papiere der 2008 kollabierten US-Investmentbank Lehman Brothers über Liechtenstein zu einem fiktiven Preis an eine andere Bank verkauft worden sein. Im Gegenzug soll die Hypo Anleihen dieser Bank zu einem unterdurchschnittlichen Zinssatz gezeichnet haben. Der Effekt laut "profil": Die Hypo war die Belastungen aus den Lehman-Geschäften mit einem Schlag los und führt seither Papiere in den Büchern, die aufgrund der schlechten Konditionen gegenüber anderen Veranlagungen rechnerisch zwar einen Zinsverlust bedeuten - aber verteilt auf mehrere Jahre.

Rückfragehinweis:   "profil"-Redaktion, Tel.: (01) 534 70 DW 3501 und 3502
OTS0007    2010-02-06/08:01



* 11.1.2010: "Mehrstöckiger Leichenkeller"

Heute gab es zwei interessante Meldungen, die das Bankgeschehen der letzten 10 Jahre in einem anderen Licht erscheinen lassen:

* Hypo Alpe Adria
Berichte des Landesrechnungshofs Kärnten und der Österreichischen Nationalbank (OeNB) als Bankenaufsicht hätten schon 2007 darauf hingewiesen, dass bei der Hypo ein "mehrstöckiger Leichenkeller" vorhanden gewesen sei, sagte der bayerische Grünen-Abgeordnete Eike Hallitzky.
Quelle & mehr Infos => Die Presse vom 11.1.2010

* Finanzminister will Österreichische Nationalbank verstaatlichen:
Finanzminister Josef Pröll will die Nationalbank verstaatlichen. Prinzipiell eine gut Idee. Allerdings will er der Raiffeisen, Vienna Insurance Group, Wirtschaftskammer, Industriellenvereinigung usw. sollen dafür 50 Millionen Euro bekommen. Das Nominale für den 30% Anteil beträgt allerdings nur 3,6 Millionen Euro. Mit der Nationalbank erbt dann der Staat auch das Pensionsproblem bei der OeNB.

* Finanzminister & Staatsanwälte
Finanzminister Pröll gibt heute bekannt, dass er 2 Millionen Euro für 35 zusätzliche Staatsanwälte flüssig macht. Die sollen sich mit den ganzen Bankenskandalen beschäftigen.
 

Gastbeitrag: WKO Spartenobmann Handel KommR Dr. Fritz Aichinger

Fritz Aichinger über die Bankenkrise

Fritz Aichinger © Foto Weinwurm

Weiter so wie bisher?

Alle Länder und Wirtschaftssektoren fürchteten das Schlimmste als im Vorjahr die internationale Bankenwelt in die Krise schlitterte. Rettungsprogramme der Regierungen waren erforderlich, um einen Finanzkollaps zu vermeiden. Alle Verantwortlichen haben sich geschworen, dass künftig ein Regelwerk geschaffen werden müsse, das eine Wiederholung des Debakels verhindern soll.

Seit es aber mit Aktienkursen und Gewinnen wieder bergauf geht, bröckelt die Allianz der  Regulatoren. „Die Branche brauche keine neuen Regeln“ wird der Cheflobbyist der amerikanischen Banken, Wayne Abernathy, in der Tageszeitung „Die Presse“ zitiert. Seiner Forderung dürften die Staaten nicht ungern folgen, geht es doch um die jeweils optimalen Bedingungen der nationalen Finanzmärkte im internationalen Wettbewerb. Das heißt im Klartext: entweder gleiche Regelungen zwischen Nord- und Südpol sowie Ost und West weltweit oder gar keine Regeln.

Was hat das alles mit dem Handel zu tun? Ziemlich viel. Eine Bankenkrise wirkt sich auch auf die gesamte Wirtschaft und damit auf den Handel aus. Unsere Branche lebt von der Kaufkraft breiter Bevölkerungsschichten und von vernünftigen Kreditkonditionen. Wenn alles so weiter geht wie bisher, dann werden Fehlentwicklungen der Vergangenheit auch in Zukunft zu befürchten sein. Das wird mit großer Wahrscheinlichkeit zur Bankenkrise Nr. 2 führen. Diese würde aber in einem echten Crash ausarten, weil dann die Staaten den Banken nicht mehr finanziell unter die Arme greifen können. Und so ein Szenarium könnten wir überhaupt nicht brauchen, weder im Handel noch in der gesamten Wirtschaft.

Rückfragehinweis:
Referat für Öffentlichkeitsarbeit der Sparte Handel, Erich Plessberger
T 514 50-3249 E erich.plessberger@wkw.at               28.9.2009

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* 7.9.2009: Rating-Agenturen haften für Schaden von Anlegern

Anwalt Wildmoser sieht Haftungsgrundlagen für Schadenersatz

Die Stellung von Rating-Agenturen als Experten ist jener der Wirtschaftsprüfer vergleichbar. Daher können Rating-Agenturen nach deutschem und österreichischem Recht von Anlegern auch grundsätzlich zum Schadenersatz herangezogen werden.

Zu diesem Schluss kommen die international tätigen Wirtschaftsanwälte Gerhard Wildmoser (Wildmoser/Koch & Partner Linz/Wien) und Jan Schiffer (Schiffer & Partner, Bonn) in einer umfassenden Analyse für die hoch angesehene deutsche Fachzeitschrift "Recht der Internationalen Wirtschaft". In dem Fachartikel, der in der am 07.09.2009 erschienenen Ausgabe von "Recht der Internationalen Wirtschaft" nachzulesen ist, zeigen die beiden Top-Anwälte und Bernd Langoth, RA-Anwärter bei Wildmoser/Koch & Partner, die Haftungsgrundlagen entsprechender Klagen, insbesondere in Deutschland, auf. Die Erklärungen in Ratingverträgen, wonach die Rating-Agenturen keinerlei Haftungen übernehmen würden, sind nach Ansicht von Wildmoser/Schiffer/Langoth rechtlich völlig unwirksam.

OTS0082    2009-09-07/11:01

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* 18.6.2009: Österreichs Banken zittern um 42 Milliarden Euro in Osteuropa

Für die österreichischen Banken dürften unmittelbar mit 42 Milliarden Euro Kreditausfällen in Osteuropa konfrontiert sein. Das meint die Ratingagentur Fitch Mitte Juni 2009. Da die österreichischen Banken das nicht verkraften dürften und solche riesigen Zahlungsausfälle zur Bankenpleite führen würde, ist an eine Lösung gedacht. Die österreichische Steuerzahler soll neuerlich Kapital in die Banken pumpen und sie vor dem Untergang retten. Das ist natürlich ein Skandal erster Güte.

Bis dato wurde den Österreichern von SPÖ und ÖVP das Ostengagement der Banken als absolut sicher und erfolgreich hingestellt. Österreichs Banken wären gut aufgestellt. Österreich sei der Gewinner der EU-Osterweiterung, so SPÖ und ÖVP.
 
 

* 23.4.2009: Hypo Alpe Adria Bank-Bilanz 2008 mit 520 Millionen Euro Verlust

* Konzernbilanz 2008: Verlust 519,7 Mio. Euro
* Zuschüsse 700 Mio. Euro durch den Mehrheitseigentümer BayernLB und 900 Mio. Euro Partizipationskapital von der Republik Österreich.
* Mitarbeiter zum 31.12.2008 gab es 8114; Davon werden 2.100 Mitarbeiter in den nächsten fünf Jahren abgebaut werden, 180 Stellen bei der Hypo Klagenfurt
* Bildung von Einzel- und Portfoliowertberichtigungen bzw. durch Bildung von Rückstellungen für außerbilanzielle Verpflichtungen werden in der Bilanz "Kreditvorsorgen" genannt (siehe Bilanz Seite 114). Ja gibt es denn eine schönere Benamsung von einem wahrscheinlichen Ausfall von 533 Millionen Euro ?
* Eigentümerstruktur: 67,08% BayernLB, 20,48 BVG der Grazer Wechselseitige-Gruppe, 12,42% Kärntner Landesholding, 0,02% Mitarbeiter Privatstiftung

Quelle: Geschäftsbericht 2008   
Sitz der Hypo Alpe Adria Bank Internat. AG: Klagenfurt, Österreich

 

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* 22. April 2009 Finanzchef von Freddie Mac - David Kellermann 41 Jahre - beginn Selbstmord

Im Washingtoner Vorort Reston (Virginia, USA) wurde der 41 Jährige Dvid Kellermann von seiner Ehefrau tot augefunden. Möglicherweise hat er Selbstmord begangen. Die Hypothekenbank Freddie Mac hat zuletzt 60 Mrd. Dollar staatliche Überlebensbeihilfe bekommen. Kellermann arbeitete bereits 16 Jahre für Freddie Mac und war seit Sept 2008 deren Finanzchef. Zuletzt hat er einen $850.000 Bonus bezogen.
 

* 7. April 2009: Amerikanische Bio-Dollars sind giftig

Bei den amerikanischen Bio-Dollars handelt es sich nicht um biologische Dollar Noten, sondern um Billionen an Dollars in Wertpapieren, die eigentlich gar keinen Wert mehr haben. Deshalb werden diese "BIO-Dollars" unter Finanzexperten auch "giftige Dollars" genannt. Laut der heutigen Ausgabe The Times, UK sollen bereits 4 Bio. Dollars (4 Billionen Dollars) "giftig" sein, das sind 4.000.000.000.000 US$ und das Magazin beruft sich dabei auf den Internationalen Währungsfond IWF.
Die Amerikaner sagen zu den Billionen übrigens Trillons.

"Toxic debts racked up by banks and insurers could spiral to $4 trillion (£2.7 trillion), new forecasts from the International Monetary Fund (IMF) are set to suggest. ..."
Further Informations: The Times 7. April 2009  
 

* 7. April 2009: Österreichische Volksbanken AG mit Rekordverlust für 2008

Der Verlust beträgt unglaubliche 402 Millionen Euro vor Steuern.
Die Hauptbrocken sind:
584.000.000 Euro Abschreibung für die Kommunalkredit Beteiligung
170.000.000 Euro Firmenwertabschreibung der Europolis Beteiligung
  83.000.000 Euro an Abschreibungen für Investments in Lehman Brothers
  63.000.000 Euro Island Kredite
  59.000.000 Euro für erhöhte Kreditrisikovorsorgen

Volksbanken-Chef Franz Pinkl wechselt von der Volksbanken AG zur Hypo Group Alpe Adria nach Kärnten.
 

* 2. April 2009: Ex-Justizminister Böhmdorfer klagt Kohn, Lacina und Farnleitner

Ex-Justizminister und Rechtsanwalt Dieter Böhmdorfer hat eine Klage gegen Bankchefin Sonja Kohn und gegen den Aufsichtsrat der Medici Bank Wien eingebracht, so der heutige Bericht in der Tageszeitung "WirtschaftsBlatt". Zu den angeklagten Aufsichtsräten gehören unter anderem Ex-Finanzminister Ferdinand Lacina (SPÖ) und Ex-Wirtschaftsminister Johann Farnleitner (ÖVP). Dr. Dieter Böhmdorfer hat die Klage im Namen geschädigter Kunden eingebracht. Die Schadenssumme soll 100.000 Euro betragen. Für die genannten Personen gilt die Unschuldsvermutung.

 

* 1. April 2009 Banker Julius Meinl V verhaftet

Am 1. April 2009 (kein Aprilscherz) wurde der Star-Banker Julius Meinl V. (49 Jahre; britischer Staatsbürger) zuerst stundenlange von der Staatsanwaltschaft verhört. Er war von seinen Anwälten Eichenseder, Christian Hausmaninger und Ernst Schillhammer begleitet. Im Anschluß verhängte das Straflandesgericht Wien über Julius Meinl V. wegen Fluchtgefahr die Untersuchungshaft. Julius Meinl hinterlegte sodann innerhalb kurzer Zeit, die von der Staatsanwaltschaft geforderte Kaution von 100 Millionen Euro mittels Banküberweisung. Bis die Echtheit des Geldes und die Unwiderrufbarkeit geprüft ist, muss der Banker Julius Meinl weiter in Untersuchungshaft in der Justizanstalt Wien-Josefstadt bleiben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Julius Meinl V. und rund einem Dutzend anderer Beteiligter im Zusammenhang mit Veranlagungen des Fonds Meinl European Land (MEL; heute Atrium Real Estate) wegen schwerem gewerbsmäßigen Betrugs, Anlagenbetrug, Untreue, Spesenschinderei, Insiderhandel, Verletzung der Prospektpflicht,  Bilanzfälschung und weiterer anderer Rechtsverstöße. Die Anleger bei den Meinl-Fonds dürften in den letzten zwei Jahren mehr als eine Milliarde Euro verloren haben. Julius Meinl leitete 24 Jahre lang bis in den Dez 2007 die ihm gehörende Meinl Bank, trat dann zurück und wurde statt dessen Aufsichtsratsvorsitzender dieser Bank. Für Julius Meinl gilt die Unschuldsvermutung.

 

* 18.3.2009 Bank Medici in Wien gibt Bankkonzession zurück

Die Bank Medici AG klingt sehr nach Italien und Reichtum, ist allerdings eine kleine Spezialbank in Wien. Sie gehört zu 75% Frau Sonja Kohn und zu 25% der Bank Austria AG, einer Tochter der UniCredit in Italien. Da die Bank Medici AG ziehmlich stark vom Madoff Pyramidenspiel abhängig war und diese bekanntlich schon zusammen gebrochen ist, steht nun auch die Bank Medici in Wien vor dem aus. Die Finanzmarktaufsicht wurde breits informiert. Bestehende Kunden sollen noch ausgezahlt werden.
 

Demonstration 28. März 2009 in Wien - Attac: „Wir zahlen nicht für eure Krise!“


28. März 2009: Wir zahlen nicht für eure Krise!
Für eine demokratische und solidarische Gesellschaft
Internationaler Aktionstag zum Welt-Finanzgipfel der G20

Demonstration und Protestspektakel in Wien:
13.00 Treffpunkt Westbahnhof Wien
16.00 Kundgebung beim Parlament


Attac Österreich ruft am 28. März 2009 zu einem internationalen Aktionstag anlässlich des Weltfinanzgipfel der G20 (2. April 2009, London) auf: Unter dem Motto "Wir zahlen nicht für eure Krise! – Für eine demokratische und solidarische Gesellschaft" werden in auch in Wien tausende Menschen demonstrieren.

Mehr Infos => Demonstration gegen das bestehende Finanzsystem

 

* 13.3.2009: Attac: „Bankgeheimnis muss ganz fallen, und das sofort“


Bankgeheimnis: Attac kritisiert Salami-Taktik Österreichs

Da globalisierungskritische Netzwerk Attac übt heftige Kritik an der österreichischen „Salami-Taktik“ in Sachen Bankgeheimnis. „Das Problem massiver Steuerhinterziehung kann nur gelöst werden, wenn sich Staaten automatisch über alle Kapitaleinkünfte informieren. Die österreichische Bundesregierung setzt mit scheibchenweisen Zugeständnissen weiterhin auf nationalstaatlichen Egoismus statt auf globale Kooperation. Selbst unter größtem internationalem Druck versucht Finanzminister Pröll weiterhin alles, um die Interessen von Geldwäschern und Steuerhinterziehern zu schützen. „Das Bankgeheimnis muss ganz fallen, und das sofort“, fordert Attac-Steuerexpertin Sybille Pirklbauer.

„Die EU kann erst dann glaubwürdig gegen Liechtenstein oder die Schweiz vorgehen, wenn die letzten Bankgeheimnisse innerhalb der EU gelüftet werden und alle Staaten extrawurstfrei bei der Zinsrichtlinie mitmachen. Die Regierung muss mit den anderen 24 EU-Staaten gleichziehen“, so Pirklbauer. Die Zinsrichtlinie sollte aber nicht nur auf Drittstaaten ausgedehnt werden, sondern auch auf alle Kapitaleinkommen und auf juristische Personen, um diese Schlupflöcher zu schließen

Attac fordert seit seiner Gründung die Abschaffung des Bankgeheimnisses und die Schließung von Steueroasen. „Wir begrüßen, dass auf internationaler Ebene endlich Bewegung in dieser Frage entsteht. Traurig ist nur, dass es für diese späte Einsicht einer Weltwirtschaftskrise bedurfte“, so Pirklbauer.

Qu: Presseaussendung attac 13. März 2009

 

* 9.3.2009: Attac: Österreich tritt Steueroasen-Union bei


Sonntagsreden von einer solidarischen EU völlig unglaubwürdig

"Österreich ist nun der Steueroasen-Union beigetreten. Anders sind Finanzminister Prölls Bemühungen mit Luxemburg und der Schweiz für den Erhalt des Bankgeheimnisses zu kämpfen, nicht zu interpretieren", erklärt Attac-Steuerexpertin Sybille Pirklbauer. „Prölls Sonntagsreden von einer solidarischen EU sind angesichts dieser neu gegründeten Schutzmacht  für Steuerflüchtlinge völlig unglaubwürdig. Österreich würde völlig zu Recht auf die „Schwarze Liste“  der OECD-Staaten gesetzt werden. Die Realität ändert sich nicht, egal ob man allein, zu weit oder zu dritt die Fakten leugnet.“

Typisches Merkmal einer Steueroase ist die Verweigerung der Kooperation und Informationsaustausch mit anderen Staaten. Für Steuerflüchtlinge rentiert sich die Flucht doppelt: Zum einen, weil die österreichischen Quellensteuersätze deutlich unter den meisten anzuwendenden Spitzensteuersätzen liegen; zum anderen weil eine allfällige Vermögenssteuer nicht gezahlt werden muss. Steuerhinterzieher haben noch einen weiteren Vorteil, weil sie das „Schwarzgeld“, für das schon ursprünglich keine Steuer gezahlt wurde, vor dem Finanzamt verstecken können. Die notwendigen Beweise für eine strafrechtliche Verfolgung der Steuerhinterzieher können oft nicht erbracht werden, weil Informationen erst bei einer gerichtlichen Vorerhebung weiter gegeben werden. So bleiben die Täter geschützt.

Qu: Presseaussendung attac 9. März 2009

 

* 23.2.2009: Dow-Jones-Index taucht auf 11 Jahrestief ab

Der New Yorker Dow-Jones-Index fiel mit 3,41 Prozent Minus auf 7.115 Punkten, somit den tiefsten Wert seit dem Jahr 1997 !

 

* 22.2.2009 "profil": 1,75 Milliarden Euro Staatshilfe für RZB in vier Wochen

RZB-Chef Walter Rothensteiner will Tilgungsfrist gegebenenfalls auf zehn Jahre strecken - RZB hat Raiffeisen-International-Anteil 2008 aufgewertet

In einem Interview mit der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" kündigt RZB-Generaldirektor Walter Rothensteiner den Abschluss der Verhandlungen mit der Republik zur Aufnahme staatlichen Partizipationskapitals an: "Ich gehe davon aus, dass wir das binnen eines Monats finalisiert haben." Die Bank will sich 1,75 Milliarden Euro zu acht Prozent jährlich auf vorerst fünf Jahre ausleihen. "Sollten wir wider erwarten nicht in der Lage sein, das Kapital zurückzuführen, gibt es mehrere Optionen. Eine wäre es, die Laufzeit des staatlichen Kapitals auszudehnen. Theoretisch sind ja bis zu zehn Jahre möglich. Dafür müssten wir aber noch höhere Zinsen zahlen", so Rothensteiner.

   Angesprochen auf den drohenden ukrainischen Staatsbankrott und die Folgen für Raiffeisen International meint Rothensteiner im "profil"-Interview: "Das würde die Bilanz unserer lokalen Tochterbank belasten, uns aber insgesamt nicht ins Wanken bringen." Der Kursverfall der Aktien von Raiffeisen International wird offenbar keinerlei Auswirkungen auf den Einzelabschluss der RZB für das Jahr 2008 haben. Die RZB hat ihren rund 69-prozentigen Anteil vielmehr aufgewertet. Rothensteiner: "Ja, wir haben ein wenig aufgewertet. Wir hatten Raiffeisen International zuvor deutlich niedriger als zum Börsekurs in den Büchern, jetzt sind wir eben darüber."

Rückfragehinweis:
   "profil"-Redaktion,    Tel.: (01) 534 70 DW 3501 und 3502
OTS0002    2009-02-22/08:00
 

* 19.2.2009 Dow Jones Index auf Tiefststand seit dem Jahr 2002

Der Dow Jones Aktien-Index verlor 1,19 Prozent auf 7.465,95 Punkte. Das ist der Tiefststand seit dem Herbst 2002.

 

* 18.2.2009: FORMAT: Hausdurchsuchungen bei Julius Meinl

Kriminalpolizei untersucht Meinl Bank-Zentrale

Die Wiener Kriminalpolizei startete heute im Auftrag der Staatsanwaltschaft Wien eine Hausdurchsuchung in der Zentrale der Meinl Bank am Wiener Bauernmarkt. Das berichtet das Wirtschaftsmagazins FORMAT online.

"Ich kann bestätigen, dass es Hausdurchsuchungen gibt", sagt Gerhard Jarosch, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien gegenüber FORMAT. Die Anklagebehörde ermittelt seit über einem Jahr in der Strafsache Julius Meinl V. wegen Betrugsverdacht im Zusammenhang mit der Affäre
"Meinl European Land" (Aktenzahl: 608 St 1/08w).

Neue Details und Hintergründe zur spektakulären Polizeiaktion beschreibt das Wirtschaftsmagazin FORMAT in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe.

Rückfragehinweis:
   FORMAT Business,    Ashwien Sankholkar,    01-21755-4126

OTS0084    2009-02-18/10:37

 

* 17. Februar 2009: Kursgemetzel an der Wiener Börse

ATX sackte um 8,6% ab. Hier sind die stärkst betroffenen Aktien an der Wiener Börse:

 Erste Group Bank:

  -18% auf 7,00 Euro

 Vienna Insurance Group:

  -18% auf 17,00 Euro

 RHI AG:

  -15% auf 9,63 Euro

 Raiffeisen Internat Bank:

  -14% auf 2,03 Euro

 Wienerberger AG:

  -12% auf 7,55 Euro

 AUA AG:

  -11% auf 3,02 Euro

 STRABAG:

  -11% auf 10,60 Euro

 Flughafen Wien AG:

  -10% auf 25,39 Euro


Die Erste Group Bank verlor heute ca. 595 Milliarden Euro an Marktkapitalisierung.
Vienna Ìnsurance Group verlor ca. 580 Milliarden Euro an Marktkapitalisierung.
Raiffeisen Internat Bank verlor ca. 360 Milliarden Euro an Marktkapitalisierung.
OMV verlor ca. 430 Milliarden Euro an Marktkapitalisierung
VOESTalpine AG verlor 225 Milliarden Euro an Marktkapitalisierung
STRABAG SE  170 Milliarden Euro an Marktkapitalisierung

Macht bei diesen sechs Börsetiteln einen Gesamtwertverlust von 2,4 Billionen Euro.
 

12. Feb 2009: ATTAC Kinospot zur aktuellen Bankenkrise:

Die Mitglieder und Aktive von Attac setzen sich ein für ihre Überzeugung, dass die Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen, die Förderung von Selbstbestimmung und Demokratie und der Schutz der Umwelt die vorrangigen Ziele von Politik und Wirtschaft sein sollten.

Attac Österreich startet heute bundesweit einen Kinospot zur Bankenkrise. Der preisgekrönte Tatort-Regisseur Thomas Bohn hat den Film mit dem Titel "Ihr Bestes" entwickelt. Mehr als 40 Kopien werden in österreichischen Kinos zu sehen sein. Der Film wirkt zunächst wie der Werbespot einer Bank. Schnell wird deutlich, dass mit der Bank und ihren Mitarbeitern einiges nicht in Ordnung ist. Eine alltägliche Beratungssituation in einer Bank entwickelt sich zur Groteske.
„Der Film zeigt, dass es nicht reicht, auf die Lernfähigkeit der Verursacher der Krise zu vertrauen. Sie werden ohne effektive globale Regulierungen weiter die riskante Jagd nach schnellem Profit fortsetzen. Die Kosten trägt die Allgemeinheit. Die nächste schwere Finanzkrise ist so nur eine Frage der Zeit. Mit der Bankenrettung müssen daher strenge Auflagen verbunden sein“, sagt Attac-Finanzmarktexperte Christian Schoder. Attac fordert, dass gerettete Banken ihre Niederlassungen in Steueroasen schließen müssen. „Es ist nicht einzusehen, dass dem Staat durch die Aktivitäten in Steueroasen bis zu zwei Milliarden Euro verloren gehen, während Ex-Banker im Finanzministerium großzügig die Bankenhilfe verhandeln.“

Kurz vor dem G20-Gipfel wird sich Attac Österreich gemeinsam mit anderen Organisationen am 28. März 2009 in Wien an einem weltweiten Aktionstag für eine soziale Bewältigung der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise beteiligen. Motto: Wir zahlen nicht für eure Krise!

Hier zum Kinospot  (1x auf das Bild Klicken):




* 10.2.2009: Die Bankenaktien in den USA stürzen ab

Die Aktienkurse der US-Banken am 10. Februar 2009 und Ihre Veränderung zum Vortrag

 Bankaktie

 Kurs

 gegen Vortag

 Bank of America 

 $   5,56

    -19%

 Citigroup

 $   3,35

    -15%

 JPMorgan

 $ 24,62

    -10%

 American Express

 $ 15,97 

    -10%


Laut US-Präsident Obama will die US-Regierung bis zu 2 Billionen Dollar zur Rettung des amerikanischen Finanzsystems ausgeben. Aber: Mr. President Obama sagte in einem Interview mit ABC News: “Wall Street, I think, is hoping for an easy out on this thing and there is no easy out” .

Die Börse setzt danach gleich zum Sturzflug an. Viele Anleger fragen sich: Wer soll das bezahlen? Ist das amerikanische Bankensystem wirklich derartig kaputt? Warum verdienen die Bankmanager exorbitant hohe Gehälter und Prämien für Banken, die vor der Pleite stehen? Das alles hat den Bankaktien am heutigen Dienstag nicht gut getan und es gab Abschläge von 10% - 20% am heutigen Börsetag.
 

* 10.2.2009: Attac: "Good banks" lösen Probleme, nicht „Bad Banks“


Öffentliche „Good Banks“ können Kreditklemme lösen und Vertrauen herstellen

Für das globalisierungkritische Netzwerk Attac gehen die aktuellen Pläne der EU, strenge Regeln für sogenannte „Bad Banks“ aufzustellen, in die falsche Richtung. „Anstatt Steuergelder in Fässer ohne Boden zu gießen, sollten die Regierungen marode Banken vergesellschaften“, erklärt Christian Schoder von Attac Österreich. Attac fordert, dass die mit Steuergeld geretteten Banken von der Finanzmarktbeteiligung AG (FIMBAG) in öffentliche „Good Banks“ umgewandelt werden. „Faule Papiere bräuchten so nicht bewertet, sondern könnten ausgegliedert und notfalls abgeschrieben, gegenseitige Derivate-Forderungen „geglättet“ werden. Staatszuschüsse hingegen garantieren privaten Banken nicht das Überleben, wenn immer neue Kredite nachfaulen“, so Schoder.

„Good Banks“ im öffentlichen Interesse wären in der Lage die derzeitige Kreditklemme lösen und Vertrauen herzustellen. Sie könnten nachhaltig investierende Unternehmen und den Staat mit günstigen Krediten versorgen sowie Sparguthaben und Girokonten kostengünstig verwalten. Die Institute sollten von der Weisung der Regierung unabhängig sein, das Management sollte durch ein gesetzliches Verfahren bestellt werden. Das Personal und die Expertise könnten weitgehend erhalten bleiben.

Nach Ansicht von Attac sollten „Good Banks“ weder spekulieren noch Gewinne machen dürfen. Sie müssen alle Geschäfte in den Büchern führen, ihre Filialen in Steueroasen schließen und die Gehälter des Managements begrenzen. Außerdem sollten in Zukunft neben der ökonomischen Bonitätsprüfung auch ökologische und soziale Kriterien bei der Kreditvergabe eine Rolle spielen. Die Kontrolle darüber ist in öffentlichen Banken viel leichter zu durchzusetzen als in Instituten, die ein starkes Gewinninteresse haben und von Spekulation profitieren wollen. Dafür müssten sie allerdings vom EU-Wettbewerbsrecht ausgenommen werden.

„Staatliche Interventionen und Kontrollen wurden über Jahrzehnte als kontraproduktiv verdammt. Tatsächlich hat der private gewinnorientierte Bankensektor versagt. Er hat seine ursprüngliche Rolle der kostengünstigen Geldvermittlung verlassen. Die immer riskanteren „Finanzinnovationen“ und in Steueroasen verklärte Bilanzen haben den großen Crash herbeigeführt. Wir benötigen daher einen öffentlichen Bankensektor, welcher der Wirtschaft dient. Diese Aufgabe wurde von gemeinnützigen Banken jahrzehntelang bestens erfüllt“, so Schoder abschließend.

attac (association pour une taxation des transactions financières pour l'aide aux citoyens, dt. „Vereinigung für eine Besteuerung von Finanztransaktionen zum Nutzen der Bürger“) ist ein globalisierungskritisches Netzwerk. Es wurde am 3. Juni 1998 in Frankreich gegründet.

Rückfragen:
David Walch
Pressesprecher Attac Österreich
-----------------------------
Tel: +43 (0) 1 544 00 10   Mobil: +43 (0) 650 544 00 10  Fax:   +43 (0) 1 544 00 59
Margaretenstraße 166/3/25, A-1050 Wien
presse@attac.at,  www.attac.at

 

* 2. Februar 2009 Japanische Notenbank kauft Aktien auf

Die japanische Notenbank hat japanischen Banken (schlechte) Aktien um 9 Milliarden Euro abgekauft. Damit sollen die Bilanzen der japanischen Bankaktien entlastet (gerettet?) werden.

Anmerkung Wien-konkret: Banken werden halt bevorzugt. Die haben nämlich einen Heiligenschein. Wenn, dann sollte die japanische Notenbank auch den Konzernen und den einfachen Bürgern die schlechten Aktien abkaufen.
 

* 26.1.2009: Attac: Attac legt Liste österreichischer Banken in Steueroasen vor


Zwei Milliarden Euro Steuerverluste durch heimische Banken

So gut wie alle großen österreichischen Finanzinstitute unterhalten Niederlassungen in Steueroasen. Dies geht aus einer detaillierten Liste hervor welche das globalisierungskritische Netzwerk Attac heute veröffentlicht. Die Liste umfasst die Institute BAWAG, Raiffeisen Zentralbank, Sparkasse AG, Erste Bank, Bank Austria, Meinl Bank und Volksbanken AG und gibt detailliert Auskunft über ihre Standorte in Steueroasen von den Kaiman-Inseln über Antigua, Singapur, Zypern und Malta bis Jersey. Die Attac-Liste erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Vielmehr muss vermutet werden, dass dies nur die Spitze eines Eisberges ist. „Allein die Tatsache dass diese Informationen zum Großteil nicht öffentlich zugänglich sind, zeigt die grundlegende Problematik auf“, erklärt Christian Felber von Attac Österreich.

„Angesichts von Steuermilliarden, um welche sich die Banken derzeit anstellen, sollte die Öffentlichkeit alle Informationen über diese Geschäfte erhalten. Es ist sicherzustellen, dass die SteuerzahlerInnen nicht möglicherweise Banken retten, die munter Gewinne oder faule Papiere in Steueroasen verschieben dürfen und sich dort Steuervorteile verschaffen. Die FIMBAG muss die Offenlegung der Geschäftsverbindungen zu Steueroasen erzwingen und das Ende dieser Aktivitäten zur Bedingung der Zusage von Rettungsgeld machen. Nur ein klar formuliertes Gesetze wird die Intransparenz und Steuerflucht der österreichischen Banken beenden“, erklärt Christian Felber.

Nach Berechnungen von Attac entgehen dem österreichischen Staat derzeit durch Aktivitäten der heimischen Banken jährlich Steuereinnahmen bis zu zwei Milliarden Euro. Weltweit geht der direkte Steuerverlust durch Steueroasen in die Hunderte Milliarden US-Dollar, Effekte des Steuerwettbewerbs nicht eingerechnet. Steueroasen werden dafür genutzt um Regulierungen zu umgehen (Zweckgesellschaften zur Bilanzumgehung, Hedge-Fonds) und Kundinnen und Kunden bei der Steuerhinterziehung aktive Hilfestellung zu leisten. Sie spielen eine Schlüsselrolle in der aktuellen Finanzkrise und sind für die Intransparenz und Labilität des globalen Finanzsystems wesentlich mitverantwortlich.

Steueroasen sind ein Instrument der Umverteilung von der Allgemeinheit zu den Vermögendsten“ so Felber. Können Kapitaleinkommen nicht mehr angemessen besteuert werden, fehlt dieses Geld für Schulen, Gesundheit, Pflege, Umweltschutz, öffentlichen Verkehr oder Universitäten. Die Belastung der Bevölkerung mit Konsum- und Lohnsteuern steigt dadurch immer weiter. Das demokratische Grundprinzip, wonach alle gemäß ihrer wirtschaftlichen Leistungskraft zur Finanzierung des Gemeinwesens beizutragen haben, wird durch Steueroasen fundamental untergraben“, so Felber abschließend.

Die Attac Liste:
http://www.attac.at/uploads/media/Attac_-_Oesterreichische_Banken_in_Steueroasen.pdf
http://www.attac.at/6955.html

Rückfragen:
David Walch
Pressesprecher Attac Österreich
-----------------------------
Tel: +43 (0) 1 544 00 10   Mobil: +43 (0) 650 544 00 10  Fax:   +43 (0) 1 544 00 59
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* 25.1.2009: Österreichische Kontrollbank haftet für 10,2 Milliarden Euro an Osteuropakrediten

"trend": Zehn Milliarden Euro Haftungsrisiko der OeKB in Osteuropa
Das Obligo der OeKB im CEE-Raum aus Exportgarantien und anderen Instrumenten stieg 2008 um 40 Prozent. 

Die vom Staat garantierten Haftungen der Kontrollbank in Osteuropa inklusive Russland sind 2008 von 7,3 auf 10,2 Milliarden Euro gewachsen. Das berichtet der "trend" in seiner morgen erscheinenden Ausgabe. Ein schwerer Konjunktureinbruch in der CEE-Region in Folge der Finanzkrise, wie er etwa von der Weltbank kürzlich skizziert wurde, würde das Risiko für die Republik Österreich erhöhen, aus diesen Haftungen in Anspruch genommen zu werden. Wirtschaftsexperten rechnen mit einer deutlichen Zunahme der Insolvenzen. OeKB-Chef Rudolf Scholten gegenüber dem "trend": "Wir merken eine Zunahme der Zahlungsverzögerungen und auch Verschiebungen von Projekten."

OTS0013    2009-01-25/09:00

Anmerkung Wien-konkret: Schade, dass dieses Geld nicht in Österreich investiert wurde. 10,2 Milliarden Euro sind übrigens 140 Milliarden Schilling, die da investiert (= am Spieltisch eingesetzt?) wurden.

 

* 20.1.2009 Die Osteuropa-Schulden der EU Banken

Summe der von EU Banken an Osteuropa
inkl. Russland vergebenen Kredite:  

 $ 1540 Milliarden 

 100,0%

 Österreich

 $   300 Milliarden

   19,5%

 Deutschland:

 $   243 Milliarden

   15,8%

 Italien:

 $   240 Milliarden

   15,6%

 Frankreich:

 $   177 Milliarden

   11,5%


Quelle: FMA Vorstand Ettl

Anmerkung Wien-konkret: Die Kreditvergaben gleichen eher einem Lotto-Spiel. Es bleibt mehr als fraglich, ob solche riesige Kreditbeträge von Osteuropa jemals zurückgezahlt werden können. Dass das kleine Österreich mehr Kredite (300 Millarden Dollar bzw. 228 Milliarden Euro) gegenüber Osteuropa vergeben hat, als Deutschland gibt einem zu denken.

 

* 19.1.2009 Der EURO Währungsblock wackelt

Die Ratingagentur Standard & Poor´s hat Griechenland und Spanien in der Bonität herabgestuft. Die nächsten Länder sind Irland und Portugal. Experten warnen vor einem Zerfall des EURO-Währungsblocks. Das wäre für Österreich gar nicht so schlecht. Dann würden wird den Schilling und die D-Mark wieder zurück bekommen.
 

* 19.1.2009 Schweres Minus in Wien mit - 5,2%

Alle ATX-Werte sind heute im Minus, nur Flughafen-Aktien blieben gleich.

Die TOP-Verlierer
* Erste Group Bank AG -15,5% auf 11,45 Euro
* VOEST Alpine -7,75% auf 14,75 Euro
* Raiffeisen International Bank -7,5% auf 14,81 Euro

Schuld für den Kurseinbruch war nicht eigenes Versagen, sondern die "bösen" Ausländer (britische Krise), so die Analyse der Unternehmen. Falls es wieder bergauf gehen sollte, dann kann man selbstverständlich wieder auf die Leistungen der Manager verweisen.

 

* 2. Jänner 2009 Die Bank Medici AG mit Sitz in Wien kommt unter Staatsaufsicht

Die Bank Medici AG hat einen sehr italienisch klingenden Namen und soll offensichtlich an das Bankhaus Medici erinnern. Die Wiener Bank hat jedenfalls nur 15 Mitarbeiter. Sie soll das größte Opfer des zusammengebrochenen Ponzi Systems des Finanzjongleurs Bernard Madoff sein. Die Schadenssume soll 3,0 - 3,5 Milliarden US-Dollar betragen. Am 2. Jänner 2009 stellte die österreichische Finanzmarktaufsicht die Bank Medici AG zum Gläubigerschutz unter Staatsaufsicht. Entsandter Regierungskommissär ist DDr. Gerhard Altenberger.

"Österreichs Finanzmarktaufsichtsbehörde FMA hat heute per Bescheid für das konzessionierte Kreditinstitut Bank Medici AG den Wirtschaftsprüfer DDr. Gerhard Altenberger zum Regierungskommissär bestellt. Die beiden Geschäftsleiter des konzessionierten Kreditinstituts Bank Medici AG, mit Sitz in 1010 Wien, Operngasse 6/4, Dr. Peter Scheithauer und Mag. Werner Tripolt, haben zum Ablauf des 02.01.2009 ihren Rücktritt erklärt."
Quelle: Presseaussendung der FMA

Eckdaten der Bank Medici AG, Wien:

Firmensitz: Operngasse 6/4, 1010 Wien

Vorstand: Sonja Kohn, ehemalige Beraterin von Wirtschaftsminister Hannes Farnleitner von 1996 - 2000

Aufsichtsrat: Dr. Philip Goeth (Deloitte Asia), Dr. Hannes Farnleitner (ehemaliger Wirtschaftsminister ÖVP), Ferdinand Lacina (ehemaliger Finanzminister SPÖ), Dr. Gianfranco Gutty (Vice Chairman
UniCredit), Mag. Josef Duregger (Bank Austria Creditanstalt Group).
  



* Alles Gute für das Börsejahr 2009

Wien-konkret wünscht allen Aktionären ein besseres Jahr 2009,
wo es ja eigentlich nur mehr bergauf gehen kann (meinen jedenfalls die meisten "Experten")
 
 



* Wiener Börse AG spricht lieber von "turbulenten Jahr 2008" als von "Börsekrach 2008"

Wiener Börse blickt auf ein turbulentes Jahr 2008

   Wien (OTS) - Die Wiener Börse konnte sich im abgelaufenen Börsejahr den Turbulenzen auf den internationalen Finanzplätzen nicht entziehen. Nach mehreren äußerst erfolgreichen Jahren entwickelten sich 2008 alle wichtigen Marktindikatoren unter dem Einfluss der vom US-Subprime Markt ausgehenden Finanzkrise rückläufig. Der Leitindex ATX musste insbesondere im zweiten Halbjahr starke Kursverluste hinnehmen und schloss per 23. Dezember mit 1.725,89 Punkten oder
einem Minus von 61,76 % gegenüber Ultimo 2007. Die Marktkapitalisierung sank im gleichen Zeitraum von 157,9 Mrd. Euro auf 51,4 Mrd. Euro. Auch die durchschnittlichen monatlichen Handelsumsätze sind im laufenden Jahr von 14,7 Mrd. (2007) auf rund 12 Mrd. Euro zurückgegangen, dank einer steigenden Anzahl an Transaktionen in einem sehr volatilen Jahr aber nicht im gleichen Ausmaß wie die Aktienkurse.

"Im kommenden Jahr wird es aus unserer Sicht besonders wichtig sein, das Vertrauen der Privatanleger in die Aktienveranlagung wieder zu stärken, weshalb wir unsere Informationsaktivitäten bei den Anlegern sowie bei den Wertpapierberatern, in Schulen und Universitäten ausbauen werden. Ebenso erweitern wir unsere Roadshow-Aktivitäten, damit der österreichische Kapitalmarkt bei den internationalen institutionellen Investoren auch weiterhin am Radar bleibt", sagen die beiden Vorstände der Wiener Börse, Dr. Michael Buhl und Dr. Heinrich Schaller.

Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt im kommenden Jahr wird die intensive Kooperation mit den Börsen Budapest, Laibach und Prag sein, nachdem die Wiener Börse 2008 Mehrheitsbeteiligungen an allen drei benachbarten Börsen erworben hat. Das primäre Ziel ist die Steigerung der internationalen Aufmerksamkeit für diese Kapitalmarktregion bei institutionellen Investoren und die Erhöhung der Liquidität an den regionalen Börsen.

Rückfragehinweis:
Bettina Ondra, Wiener Börse AG      Tel. +43 (0) 1 53 165 - 142
OTS0058    2008-12-29/10:25

Anmerkungen Wien-konkret: Nachdem die meisten Kursverluste auf Betrug, Bilanzfälschungen und Täuschung der Anleger im gigantischen Ausmaß zurückzuführen waren und eigentlich alle Börseaufsichten und Behördenaufsichten außer in Spanien versagten, wird es ein bisserl schwer werden mit dem Aufbau von Vertrauen in Aktien. Die Regierungen der einzelnen Staaten wollen nämlich am System eigentlich nichts ändern und lieber Bankenrettungspakete - im Falle Österreich mit 100.000.000.000 Euro - genehmigen ...
 

* 12.12.2008: US Autohilfpaket im US-Senat gescheitert

Das Rettungspaket für US-Autoindustrie ist heute im US Senat gescheitert. Der Grund: Als Gegenleistung für das staatliche Hilfspaket wurden vom Senat Gehaltskürzungen auf japanisches Niveau gefordert. Das lehnten die Gewerkschaften aber ab. Die US-Autobauer - allen voran General Motors - stehen unmittelbar vor dem Konkurs und forderten 14 bis 35 Milliarden US-Dollar. Die Republikaner stimmten dagegen, da sie keine Aussicht auf Erfolg der Autobranche sehen. Der demokratische Senator Christopher Dodd forderte zuletzt den Rücktritt von GM-Chef Rick Wagoner. Harry Reid, Verhandlungsführer der Demokraten, in Richtung Börse und Arbeitsplätze: "Das gibt schlimme Weihnachten". 

Börse / Wallstreet: General Motors -10,1% auf 4,12 Dollar; Bank JP Morgan -10,7% auf 29,94 Dollar, Bank of Amercia -10,7% auf 14,91 Dollar, Citigroup -8,8% auf 7,57 Dollar.

 

* 11. Dezember 2008: Der 50 Milliarden Dollar Betrug durch Ex-US-Börsenchef

Dem Ex-Chef der US-Börse NASDAQ Bernard Madoff wird von der US-Staatsanwaltschaft vorgewofen, Anleger um 50 Milliarden Dollar betrogen zu haben. Er soll laut Anklage, mittels eines Hedge-Fonds ein finanzielles Schneeball-System (a $50 billion "Ponzi scheme") aufgebaut haben und dürfte bereits seit Jahren zahlungsunfähig sein. Madoff: "Es ist alles eine große Lüge" (It's all just one big lie. It was basically, a giant Ponzi scheme".  Madoff hinterlegte eine 10-Millionen-Dollar-Kaution und ist vorerst wieder frei. Dem 70-jährigen drohen 20 Jahre Gefängnis.

Definition: "A Ponzi scheme is a fraudulent investment operation that involves promising or paying abnormally high returns ("profits") to investors out of the money paid in by subsequent investors, rather than from net revenues generated by any real business. It is named after Charles Ponzi. A Ponzi scheme has similarities with a pyramid scheme though the two types of fraud are different."
Quelle: wikipedia

Bereits am 20. Oktober 2007 gab Madoff in einer Fernsehshow Einblick in sein Naheverhältnis zur Aufsichtsbehörde SEC: "I am very close to regulators. So I am not trying to say that they can´t, you know, what they do is bad. As a matter of fact, my niece just married one ..." => siehe Video
 

zum Abspielen des Videos 1x auf das Bild klicken




5.12.2008 Honda steigt bei Formel 1 aus

Wegen der Wirtschaftskrise steigt die Autofirma Honda aus Japan aus der Formel 1 aus. Das Formel 1 Engagament kostet eine halbe Milliarde Dollar im Jahr. Honda Vorstandschef Takeo Fukui: "Honda muss sein Kerngeschäft und sein langfristiges Bestehen sichern".

 

4.12.2008: General Motors, Chrysler und Ford vor Konkurs

General Motors, Chrysler und Ford brauchen insgesamt staatliche Darlehen von 34 Milliarden Dollar. Grund sind Absatzrückgänge von rund 30% - 40% gegen Vorjahr je nach Marke, ohne dass die Autobranche rechtzeitig Kapazitäten zurück gefahren wäre. Deshalb wurden sie heute im US-Senat in Washington vorstellig. Die Republikaner sind gegen staatliche Zuschüsse, denn wer weiß ob nicht noch viel größere Zuschüsse zum Überleben notwendig wären. Es gilt mittlerweile als wahrscheinlich, dass General Motors, Chrysler und Ford Konkurs anmelden werden. Rettung erhofft man sich aus dem Konkursverfahren nach Chapter 11 mit Schutz vor den Gläubigern.

Was sagt die amerikanische Aktienbörse "Wallstreet":
General Motors -16% auf 4,11 Dollar
Ford Motors +1%
Chrysler notiert nicht an der Börse, sondern gehört Cerberus

 

* 1.12.2008: Börsekrach: ganz schwarzer Montag

Schwarzer Montag an den Börsen

Der Gouverneur von Californien, Arnold Schwarzenegger, erklärt für den US Bundesstaat Kalifornien den Finanznotstand ("fiscal emergency"). Im Februar oder März 2009 droht die Zahlungsunfähigkeit des US-Bundesstaats mit dem Beinamen "The Golden State". Die Erklärung erlaubt Notmaßnahmen innerhalb der nächsten 45 Tage. Schwarzenegger plant bereits die Entlassung von Staatsmitarbeitern ("State workers").
Mehr unter: LA Times 2. Dec 2008

Kurssturz an den US-Börsen: Dow Jones Industrial Index fiel um -7,70% auf 8.149,09 Punkte. Der S&P 500 stürzte gar um -8,9% in die Tiefe. Die Banken stürzten trotz den Milliarden an Staatsuterstützungen ab:
* Morgan Stanley -23,05% auf 11,35 Dollar
* Merrill Lynch -23,37% auf 10,13 Dollar
* Citigroup -22,2% auf 6,45 Dollar
* Bank of America -20,92% auf 12,85 Dollar
* JP Morgan -17,5% auf 12,85 Dollar
* Goldman Sachs -16,75% auf 65,76 Dollar

Kurssturz in Japan: Nikkei-Index -6,35% auf 7863 Punkte
Der österreichische ATX ging mit -5,03% auf 1710 Punkte in die Knie

 

19.11.2008: Argentinien verstaatlicht die privaten Pensionskassen

Im Zuge der Finanzkrise hat nun der argentinische Staat die privaten Pensionskassen verstaatlicht. Beide Kammen des argentinischen Parlaments haben der Verstaatlichung nun zugestimmt.

 

18. November 2008: Es geht noch tiefer

Der Wiener Aktienindex ATX schloß wieder einmal mit einem Rekordminus an einem Tag von -5,26% auf 1.646,42 Punkte.

TOP-Verlierer in Wien:
OMV AG   -14,07% auf 19,00 Euro
Palfinger    -6,93% auf 10,47 Euro
Zumtobel   -6,71% auf 7,09 Euro
Raiffeisen International Bank: -6,6% auf 18,25 Euro
voestalpine AG: -5,58% auf 13,70 Euro
Telekom Austria -5,14% auf 10,34 Euro
Erste Group Bank AG: -2,96% auf 13,79 Euro


Auch in den USA gab es wieder ein finanzielles Desaster:
Dow Jones Index: -5,07% auf 7.997 Punkte. Das ist ein Tiefstand seit dem Jahr 2003.

Die US Autobranche gibt bekannt, dass sie nur mehr mit hohen Staatszuschüssen überleben kann:
General Motors: -9,71% auf 2,79 Dollar (tiefster Stand seit 60 Jahren !)
Ford Motors: -21,90% auf 1,07 Dollar

18.11.2008: Hypo-Alpen-Adria Bank Chef Wolfgang Kulterer bekennt sich schuldig

Wolfgang Kulterer, Chef der Hypo-Alpen-Adria Bank mit Sitz in Klagenfurt, bekennt sich am 18. November 2008 der Bilanzfälschung für die Bankbilanz 2004 und 2005 und des Vergehens der Beweismittelfälschung schuldig. Im Jahr 2004 sind ca 300 Millionen Euro an Spekulationsverlusten in SWAP Geschäften lediglich mit 30 Millionen verbucht worden. Kulterers originelle Rechtfertigung: "Die Bank war mein Kind, und ich habe alles dafür getan, mein Kind zu schützen." Vorstand Thomas Morgl bekannt sich ebenfalls schuldig.

Die Bilanzprüfer von der Klagenfurter Wirtschaftsprüferkanzlei "Confida" und der Wiener "Deloitte" gaben der Hypo-Alpen-Adria Bank 2005 den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk auf die Bilanz.

Das Urteil des Richter Christian Liebhauser-Karl lautet derzeit auf eine Geldstrafe von 140.000 Euro für Wolfgang Kulterer. Die Staatsanwaltschaft mit Staatsanwältin Carmen Riesinger kann innerhalb von drei Tagen berufen.

Eigentümer im Jahr 2005:
* 49,5% Land Kärnten (über die Landesholding),
* 45,6% Grazer Wechselseitige Versicherung AG,
*   5,0% Hypo Alpe-Adria-Mitarbeiterstiftung


Mehr Infos zur Chronologie:
* kaernten.orf.at/stories/99567/ 31. März 2006
* Kleine Zeitung 18. November 2008
* Profil.at 22. November 2008

 

* 17.11.2008: Attac: Casino schließen anstatt Spieltische kontrollieren!


IWF und WTO sind Garanten für weitere Krisen

„Die von den G20 angekündigte Regulierung der Marktteilnehmer und Produkte auf den Finanzmärkten kommt für Millionen Menschen, die von der Wirtschaftskrise betroffen sind, viel zu spät. Das globale Finanzcasino ist endlich zu schließen. Sich einzelne Spieltische und Gambler näher anzusehen, wird das Problem nicht lösen“, erklärt Christian Felber von Attac Österreich.

„Für einen grundsätzlichen Politikwechsel sind die G20, vor allem aber der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank die falschen Institutionen. Diese Form demokratisch nicht legitimierter Gipfel ist zu beenden. Es benötigt ein Gremium unter UN-Führung, an dem alle Länder, Parlamente und sozialen Bewegungen beteiligt sind", fordert Felber.

Scharf kritisiert Attac die Absicht, den IWF zu stärken. „Damit sind neue Krisen programmiert. Der IWF ist mit seiner Liberalisierungs- und Deregulierungspolitik einer der Brandstifter, der munter weiter zündelt“, so Felber. Ungarn, Südafrika, die Seychellen und in einige andere Länder in den vergangenen Wochen unter dem Druck des IWF klassisch neoliberale Strukturanpassungsmaßnahmen aufgelegt - inklusive drastischer Zinserhöhungen und Haushaltskürzungen.

Als katastrophal bezeichnet Attac die Absicht der G20, die Doha-Verhandlungsrunde der Welthandelsorganisation (WTO) zu einem Abschluss zu bringen. Schließlich gehe es bei den WTO-Verhandlungen um eine weitere Liberalisierung der Finanzmärkte. "Das Abkommen zur Deregulierung von Buchhaltungsstandards liegt schon fertig auf dem Tisch und würde im Falle eines Doha-Abschluss automatisch in Kraft treten", warnt Felber.

Der Kern einer neuen Weltwirtschaftsordnung muss die Beseitigung der globalen ökonomischen Unterschiede und der sozialen Ungleichheit sein“ fordert Felber. Attac fordert unter anderem eine Weltsteuerbehörde, welche Dollarmillionäre (High Net Worth Individuals, HNWI) global besteuert, eine globale Transaktionssteuer einführt und globale Steuerflucht bekämpft sowie ein System globaler Währungskooperation.

Rückfragen:
David Walch
Pressesprecher Attac Österreich
-----------------------------
Tel: +43 (0) 1 544 00 10   Mobil: +43 (0) 650 544 00 10  Fax:   +43 (0) 1 544 00 59
Margaretenstraße 166/3/25, A-1050 Wien
presse@attac.at,  www.attac.at
 
 
 

11.11.2008: Gründung der staatlichen Holding zur Banken-rettung:

Firmennamen: "Finanzmarktbeteiligung Aktiengesellschaft des Bundes" (FIMBAG)
Geschäftsführung: Ex-Notenbankchefs Klaus Liebscher und Adolf Wala.
Aufsichtsrat: Veit Sorger (Vorsitzender) und Hannes Androsch (Vize).

Die FIMBAG kann Steuergelder im Ausmaß von 15 Milliarden Euro (= 206 Milliarden Schilling) an notleidende Banken und Versicherungen vergeben. Sie kann sich damit an Banken und versicherungen beteiligen. 75 Milliarden Euro (= 1 Billion Schilling) sind für Haftungsübernahmen vorgesehen. Rechtsgrundlage ist das eilig im Oktober 2008 im Parlament beschlossene Finanzmarktstabilitätsgesetzes. Mit der Gründung der FIMBAG kann nun bald das Geld der österreichischen Steuerzahler an die Banken ausgezahlt werden.

 

* 5.11.2008: Attac: Wilhelm Molterer - Schutzpatron der Steuerflüchtlinge


Attac fordert „Licht ins Dunkel“ des internationalen Finanzsystems

„Finanzminister Wilhelm Molterer erweist sich beim aktuellen EU-Finanzministertreffen einmal mehr als Schutzpatron der Steuerflüchtinge. Er hält seine Hände ausgerechnet schützend über die Dunkelkammern im internationalen Finanzsystem wie Liechtenstein oder Österreich. Entgegen allen Notwendigkeiten blockiert er damit eine sinnvolle europäische Finanzarchitektur“, erklärt Attac Steuerexpertin Sybille Pirklbauer.

Steueroasen haben entscheidenden Anteil an der derzeitigen Finanzkrise. Viele Großbanken nutzen Niederlassungen in Steueroasen um ihre schädlichen Geschäftspraktiken zu verfolgen. Jene, die durch Spekulationen auf den Finanzmärkten abgezockt haben, können ihre Gewinne Dank Bankgeheimnis steuerschonend parken. Die Kosten der Krise zahlt stattdessen die Bevölkerung.

Attac fordert daher „Licht ins Dunkel“ des internationalen Finanzsystems.

•    Meldepflicht für sämtliche Einkommen von Nichtansässigen an die jeweils zuständigen Finanzämter im Rahmen eines automatischen Informationsaustausches, wie es 24 von 27 EU-Staaten bereits praktizieren. Während nach Belgien nun auch Luxemburg Einlenken signalisiert, ist Österreich der letzte anti-europäische Hardliner.

•    Bei Nichtkooperation mit der EU muss der Kapitalverkehr von und zu Steueroasen eingeschränkt werden. Die Hauptsitzländer können jenen Banken und Konzernen, die in Steueroasen Tochterunternehmen bzw. Briefkastenfirmen unterhalten, die Lizenz entziehen; oder das Konto bei der EZB sperren. Ein weiteres Mittel gegen Steuerflucht sind umfassende Transaktionssteuern.

Molterers Verteidigung des liechtensteinischen und österreichischen Bankgeheimnisses ist gerade in Zeiten der akuten Finanzkrise völlig unverständlich. Transparenz ist eine unabdingbare Voraussetzung für eine demokratische Gestaltung der Finanzmärkte. Dazu gehört auch eine faire Besteuerung von Gewinne und Vermögen. Nur so kann eine gerechtere Verteilung der Krisenkosten erreicht werden“, kritisiert Pirklbauer.

Rückfragen:
David Walch
Pressesprecher Attac Österreich
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Tel: +43 (0) 1 544 00 10   Mobil: +43 (0) 650 544 00 10  Fax:   +43 (0) 1 544 00 59
Margaretenstraße 166/3/25, A-1050 Wien
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* 3. Nov. 2008: Kommunalkredit Austria AG bankrott - Rettung vor der Bankpleite durch Verstaatlichung

Foto von der Kommunalkredit Austria AG vom 3. November 2008;

Foto von der Kommunalkredit Austria AG vom 3. November 2008; © Wien-konkret

Am 3. November 2008 wurde die Kommunalkredit Austria AG - sie ist Österreichs acht größte Bank - durch Verstaatlichung vom Bankrott gerettet. Die Kommunalkredit Austria AG mit Sitz in der Türkenstraße 9, 1092 Wien ist laut Eigendefinition eine Spezialbank für den öffentlichen und öffentlichkeitsnahen Sektor (= „Public Finance“). Durch Veranlagungen in Island und Zypern dürften hohe Verluste entstanden sein, die die Bank an den Rand des Ruins brachten.

Bisherige Eigentümer bis 3. November 2008 waren: 50,78% Österreichische Volksbanken AG, 49,00% Dexia Credit Local, 0,22% Österreichischer Gemeindebund
Bisheriger Vorstand der Bank Kommunalkredit Austria AG (Stand Ende Sept. 2008): GD Dr. Reinhard Platzer, Vst.-Dir. Leopold Fischer, Vst.-Dir. Mag. Pascal Becker:

Hier ein Portrait und ein Rückblick über die Ereignisse => Kommunalkredit
 
 

* 2.11.2008: "profil": OeNB zeigt Ex-Leiter der OeNB Bankenrevision an

Ronald Laszlo soll Prüfbericht zu M & A Privatbank bei seinem Bruder zurück gelassen haben

Wie das Nachrichtenmagazin "profil" berichtet,  hat die Oesterreichische Nationalbank den am 24. Oktober zurückgetretenen Leiter der Abteilung für Bankenrevision, Ronald Laszlo, wegen des
Verdachts auf Verletzung des Amtsgeheimnisses angezeigt. Laszlo hatte, wie von profil online berichtet, interne Akten bei seinem Bruder Harald K., unter Untreueverdacht inhaftierter Ex-Prokurist der Kärntner AvW Gruppe, zurückgelassen. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.
   Nach "profil"-Recherchen befand sich unter den sichergestellten Dokumenten auch ein OeNB-Prüfbericht zu den Geschäften der Wiener M & A Privatbank AG. Die Bank sollte eigentlich an das Investmenthaus C-Quadrat verkauft werden. Am 23. Oktober blies das C-Quadrat-Management den M & A-Deal allerdings ab. Größter Einzelaktionär bei C-Quadrat ist wiederum die AvW-Gruppe (30,5
Prozent). An der Spitze des C-Quadrat-Aufsichtrats sitzt Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser. C-Quadrat-Vorstand Andreas Wimmer gegenüber "profil": "Das Eine hat mit dem Anderen überhaupt
nichts zu tun."

Rückfragehinweis:
"profil"-Redaktion
Tel.: (01) 534 70 DW 3501 und 3502
OTS0005    2008-11-02/08:00

 

* 30.10.2008: 2,7 Milliarden Euro Staatshilfe für "Erste Group Bank AG"

Filiale der Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG

Foto: Filiale der Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG

Die Holding "Erste Group Bank AG" hat nun heute 30.10.2008 - einen Tag vor dem Weltspartag - das staatliche Bankenhilfspaket in Anspruch genommen. Die "Erste Group Bank AG" erhält 2,7 Milliarden Euro (= 37 Milliarden Schilling) von der Republik Österreich (= Steuerzahler). Dafür wird die Republik Österreich Miteigentümer der ERSTE Group Bank AG. Der Staat zeichnet Partizipationsscheine und soll dafür 8% Zinsen bekommen. Dadurch steigt die Eigenkapitalquote der ERSTE Group Bank AG von 7,5% auf 10,3%.
 
Gleichzeitig gab die "Erste Group Bank AG" heute bekannt, dass sie das Ergebnis in der ersten drei Quartalen 2008 um 23,2% stark steigern konnte. Der Konzernüberschuss erhöhte sich in den ersten drei Quartalen um 74,6% auf EUR 1.463,0 Millionen. Die Bank stehe also nicht vor der Pleite. Die staatliche Hilfe bringt gute Aussichten für Aktionäre: Heute gab es ein Kursfeuerwerk bei der Aktien der "Erste Group Bank AG": +13,9% Tagesgewinn an der Wiener Börse.

Mehr Infos => Staatshilfe für Erste Bank

 

* 29.10.2008: "profil": Leiter der OeNB-Bankenrevision zurückgetreten

Ronald Laszlo mittelbar in AvW-Affäre verstrickt - Er soll vertrauliche OeNB-Akten bei seinem Bruder, Ex-AvW-Prokurist  Harald K.. zurückgelassen haben

Wie das Nachrichtenmagazin "profil" online berichtet,  ist der Leiter der Abteilung für Bankenrevision in der Oesterreichischen Nationalbank, Ronald Laszlo, am 24. Oktober auf Druck des OeNB-Direktoriums zurückgetreten. Laszlo steht im Zentrum einer Affäre um den mutmaßlichen Verlust vertraulicher Informationen der Bankenaufsicht. Er soll versehentlich OeNB-Akten in der Kärntner Wohnung seines Bruders Harald K. zurückgelassen haben. Bei K. (Ronald Laszlo hat nach seiner Heirat den Namen der Frau angenommen) handelt es sich um den nunmehr unter Untreue-Verdacht stehenden früheren Prokuristen des Kärntner Investmenthauses AvW Gruppe. K.’s Anwalt Werner Tomanek gegenüber profil: "Diese OeNB-Sache hat absolut nichts mit dem Fall meines Mandanten zu tun. Es handelt sich hier vielmehr um ein Zufallsprodukt der Ermittlungen."
Laszlos Ausscheiden wirft auch Schatten auf den laufenden Prozess gegen die frühere Konzernspitze der Hypo Alpe-Adria-Bank in Zusammenhang mit den Swap-Verlusten 2004. Laszlo hatte 2006 die Prüfung der Bankbücher geleitet und sollte demnächst in Klagenfurt gegen Wolfgang Kulterer und zwei mitangeklagte ehemalige Vorstandskollegen aussagen. Den vollständigen Bericht finden Sie ab sofort unter www.profil.at

Rückfragehinweis:
"profil"-Redaktion   Tel.: (01) 534 70 DW 3501 und 3502
OTS0059    2008-10-29/10:06

 

* 27.10.2008: Börsekrach: ganz, ganz schwarzer Montag

Schwarzer Montag an den Börsen

Was kommt nach dem "Schwarzen Freitag"? Richtig, der "schwarze Montag"!

Tokio Nikkei 225:  -6,4%  auf 7.163 Punkte (24 Jahre Tief)
Honkong Hang Seng:   -8,3% auf 12.618 Punkte
Indien DBIX:  -9,4% auf 143 Punkte 
Österreich ATX:  -9,74% auf 1.676 (Tiefstand seit Jänner 2004)
Deutschland DAX:  +0,91% auf 4.335  (Sonderfall wegen Übernahme von VW durch Porsche)
Schweiz SMI:  -3,1% auf 5.501
Frankreich CAC:  -3,6% auf 3.067
USA Dow Jones: 
-2,4% auf 8.176

Grund für die schlechte Entwicklung in Österreich:
Das Platzen der Ost-europa Blase, in die Österreichs Banken besonders viel Geld hinein geblasen haben. Deshalb fielen die österreichischen Bankwerte und Versicherungswerte besonders stark im Wert: Raiffeisen International -15,8% (ca. halber Ausgabekurs aus dem Jahr 2005), Vienna Insurance -11,1%, Erste Group -8,7%.

Bei der Telekom Austria wurden gleich zwei Dinge von den Aktionären abgestraft: Das starke Osteuropa-Geschäft und der große Netzausfall des Mobilfunknetzes der Tochter Mobilkom in Ost-Österreich für acht Geschäftsstunden. Ergebnis: -17% Tagesverlust auf 8,10 Euro je Aktie. Damit hat die Telekom Austria den Ausgabekurs von 9,0 Euro aus dem Jahr 2000 deutlich unterschritten.
 

* 27.10.2008: Attac stürmt Frankfurter Börse 27.10.08 12:00

Das globalisierungskritisches Netzwerk attac fordert die "Entwaffnung der Finanzmärkte"



* 27.10.2008: Erste österreichische Bank braucht Steuerzahlerhilfe: Die Kommunalkredit

Die Kommunalkredit-Bank ist ziemlich im Eck. Geld (Liquidität) soll es nur mehr bis Ende der Woche geben. Laut dem Aufsichtsrat der Kommunalrkredit braucht die Bank 200 - 300 Millionen Euro (2,8 - 4,1 Milliarden Schilling). 140 Millionen Euros (ca 2 Milliarden Schilling) dürfte die Kommunalkredit in Island verspielt haben. Im Halbjahr betrug das Fremdkapital (der Schuldenstand) der Bank laut Halbjahres-Geschäftsbericht 2008 der Kommunalkredit 32 Milliarden Euro (440 Milliarden Schilling).

Die Lösung aus Bankensicht: der Steuerzahler soll das Finanzloch der Bank stopfen, sprich bezahlen. Da der Staat Österreich selber ein ständiges Defizit baut, muss nun der Staat zusätzliches Geld ausborgen, damit er die Kommunalkredit-Bank "rettet". Man verlagert sozusagen das Problem nur um eine Etage nach oben.

Die Lösung aus Steuerzahlersicht: Offenlegung der Vorstandsgehälter, Offenlegung der Schuldenpositionen der Bank, Bank an den Bestbieter versteigern.

Eigentümer der Kommunalkredit AG: 50,78% Volksbanken AG, 49% Dexia AG Frankreich (brauchte ebefalls gerade ein staatliches Rettungspaket), 0,22% der österreichische Gemeindebund

 

* 26.10.2008: Nationalbankchef Nowotny im Spital: allergischer Schock

Wie erst heute bekannt wurde hat sich der Generaldirektor der Österreichischen Nationalbank, Ewald Nowotny, heute einer Operation unterzogen, wo es zu einem allergischen Schock kam. Er wird nun im Wiener Wilheminenspital weiterbehandelt.  Qu: ORF-online 26.10.2008

Anmerkung Wien-konkret: Das der sozialistische Banker zur Rettung der kapitalistischen Banken einer 100 Milliarden Euro Unterstützung (1,4 Billionen Schilling) für österr. Banken zu Lasten der österreichischen Staatsbürger zustimmt, ist doch einigermaßen überraschend gewesen. Sind die Banken soviel wichtiger als Kranke, Pensionisten und Studenten? Andererseits ist zu bedenken, das Ewald Nowotny - in seiner damaligen Funktion als BAWAG Generaldirektor - zur Rettung der kapitalistischen Gewerkschaftsbank BAWAG gerne staatliche Unterstützung entgegen nahm. So kann er jetzt natürlich nicht dagegen sein.

 

* 24.10.2008: Börsekrach: noch "schwärzerer" Freitag

Schwarzer Freitag an den Börsen

Der Börsekrach war am 10.10.2008 schon so stark, dass die Wiener Börse zusperrte. 2 Wochen später - also heute - geht es noch fiel tiefer in den Keller.

Tokio Nikkei 225:  -9,6%  auf 7.649 Punkte
Südkorea KOSPI: -10,6%  auf 939
Australien: -2,7%  auf 3.832
Russland RTS:  -13,7% auf 549
Österreich ATX:  -3,53% auf 1.857
Deutschland DAX:  -4,96% auf 4.269
Schweiz SMI:  -5,4% auf 5.574
Frankreich CAC:  -5,47% auf 3.130
USA Dow Jones: 
-3,45% auf 8.378
 
 

* 24. Oktober 2008: Investmentfonds sperren Fonds: 12 Milliarden Euro Kundengelder eingefroren

Australische Investmentfonds haben heute Ihre Fonds gesperrt, damit die Anleger nicht mit ihrem Geld davon laufen können. Die Konten den Kunden sind ca 6 Monate oder mehr gesperrt. Diese Variante des kapitalistischen System ist besonders originell. Immerhin geht es um 25 Milliarden Australische Dollar (12 Milliarden Euro bzw. 170 Milliarden österr. Schilling). Kartellartig haben das gleich 56 Fonds von 15 Investmentfirmen gleichzeitig durchgezogen. Die Fondsanleger sind zu recht erbost. Das kann natürlich auch jederzeit in Österreich und sonst wo passieren.

Mehr Infos: => $25bn trapped in mortgage funds  news.com.au 24.10.2008

 

* 23.10.2008: Wiener Börse fällt weiter in die Tiefe

Die Wiener Börse fällt und fällt, sowie die Blätter vom Baum.
Heute fiel der ATX Index um minus 2,49% auf 1.924 Punkte. Das ist ein neuer Tiefststand seit dem Jahr 2004. Der Höchststand des ATX war übrigens bei 4.982 Punkte am 9. Juli 2007. Seit dem Höchststand ist der ATX um über 60% gefallen.


Grafik: Vereinfachte Darstellung des Wiener Börseindex ATX der letzten 12 Monate bis 23. Oktober 2008; © Wien-konkret

Grafik: Vereinfachte Darstellung des Wiener Börseindex ATX der letzten 12 Monate bis 23. Oktober 2008; © Wien-konkret


23.10.2008: Massenentlassungen bei New Yorker Banken

"Wall Street the way we know it is frankly gone": In New York - der Finanzmetropole der USA - gibt es ca 867.000 Jobs im Bankenbereich. Davon haben heuer bereits 110.000 New Yorker Banker ihren Job verloren. 140.000 weitere Jobs könnten bis Jahresende 2008 gestrichen wären.
Mehr Infos: The Chronical Herold vom 24. Oct 2008  

Ein durchschnittlicher New Yorker Banker verdiente $387,000 im Jahr. Damit ist es jetzt vorüber. Ohne die hohen Gehälter können sich die Banker ihre Wohnungen nicht mehr leisten. Sie müssen weg ziehen.

 

* 22.10.2008: Börsekrach: Es kracht noch lauter an den Börsen

Der Börsekrach geht weltweit weiter.

Tokio  -6,8%  (somit hat sich der Nikkei 225 Index innerhalb eines Jahres halbiert)
Südkorea -5,1%  (somit hat sich der KOSPI Index innerhalb eines Jahres halbiert)
Australien -3,1%  (minus 1/3 innerhalb eines Jahres)
Russland RTS  -7,17%
Polen WIG20  -7,6%
Österreich ATX  -5,94% (erstmals seit 2004 unter 2.000 Punkte; heute 1.973,90)
Deutschland DAX  -4,46%
Schweiz SMI  -4,2%
Frankreich CAC  -5,10%
USA Dow Jones 
-5,69%
 
 

* 22.10.2008: EURO fällt um 20% gegen den Dollar

Seit 22.4.2008 fiel der EURO von 1,599 auf 1,2866 (22.10.2008) zum Dollar. Das sind minus 20% in einem halben Jahr!
Die vielen Bankrettungspakete der EU-Länder haben die europäischen Währung EURO viel Vertrauen bei den Anlegern gekostet. Das macht alle außerhalb der EURO Zohne zu bezahlenden Produkte und Dienstleistungen um 20% teurer. Die österreichischen Konsumenten betrifft es vor allem bei Heizöl, Sprit und Auslandsurlaub.

 

* 22.10.2008: Der Staat Island vor der Pleite

Der Inselstaat Island hat 316.000 Einwohner. Wie erst jetzt bekannt wurde haben die Isländichen Banken bereits Ende Juni 2008 34 Milliarden Euro Schulden im Ausland, 2 Milliarden Euro (=27,5 Milliarden Schilling) bei Österreichs Banken. Davon könnte möglicherweise 1 Milliarde Euro Zahlungsausfall die Raiffeisen Gruppe treffen. Raiffeisen ist beharrlich zu keiner Stellungnahme bereit, was die Vertrauenswürdigkeit von Raiffeisen nicht gerade hebt - eher den Blutdruck der Sparer.

Großbritannien will nun den Isländischen Banken - die britsche Konten von Sparern eingefroren haben - 3,9 Milliarden Euro zuschießen, damit britische Sparer damit bedient werden.
PS: Es wäre vermutlich besser, Großbritannien würde das britische Steuergeld gleich den Briten auszahlen und nicht den Umweg über Island gehen.

 

* 22.10.2008 AUA ohne Retter?

Die Übernahme der staatlichen österreichischen Fluglinie AUA durch ausländische Fluglinien ist vorerst gescheitert.

Gründe:
1) AUA hat wichtige Informationen nicht offen gelegt,
2) Verluste der AUA dürfte heuer noch massiv auf über 120 Millionen Euro (1,7 Milliarden Schilling) steigen
3) andere Fluglinien kämpfen ebenfalls ums Überleben,
4) Kreditfinanzierung über Banken nicht möglich, da die Banken selbst Liquidtätsprobleme haben.

Heute haben die Aktionäre darauf reagiert. Die AUA Aktie ist im Sturzflug. Von ohnedies bereits niedrigem Niveau sackte das AUA Papier um 30,1% ab. Ohne die großteils öffentlichen Eigentümer (Bund Land NÖ, Land Wien) wäre die AUA vermutlich kurz vor dem Konkurs. So dürfte eine komplette Verstaatlichung die Folge sein. Altaktionäre könnten mit einem Butterbrot abgespeist werden. Der österreichische Steuerzahler würde dann die folgende Sanierung begleichen.

PS: Die AUA ist genau vor einem Monat - am 22. Sept. 2008 - in den ATX aufgenommen worden.
 

* 22.10.2008: attac: Österreichisches Bankenpaket ist völlig inakzeptabel

"Die Rettung maroder Banken darf nicht ausschließlich auf Kosten der Allgemeinheit gehen. Daher muss es Auflagen bezüglich öffentlicher Kontrolle, Transparenz, der Bereitstellung von Krediten und der Beschränkung der Managergehälter geben. Das österreichische Bankenpaket ist diesbezüglich völlig inakzeptabel", erklärt Karin Küblböck von attac. "Auch Anlagestrategien und Geldflüsse in Steueroasen sind restlos aufzuklären. Die dort geparkten Mittel können für die Bewältigung der Krise verwendet werden. Zusätzlich müssen jene, die sich im System der liberalisierten Finanzmärkte maßlos bereichert haben, durch höhere Gewinn- und Kapitalsteuern einen gerechten Beitrag für die öffentlichen Haushalte leisten.“

attac (association pour une taxation des transactions financières pour l'aide aux citoyens, dt. „Vereinigung für eine Besteuerung von Finanztransaktionen zum Nutzen der Bürger“) ist ein globalisierungskritisches Netzwerk. Es wurde am 3. Juni 1998 in Frankreich gegründet.

 

* 21.10.2008: Bayrische Landesbank braucht 5,4 Milliarden Euro vom Staat

* Die Bayerische Landesbank (BayernLB) zapft als erstes deutsches Kreditinstitut das Rettungspaket des Bundes an.
* Es werden 5,4 Milliarden Euro (= 74 Milliarden Schilling) beantragt werden
* zusätzlich ist eine Kapitalerhöhung um 1 Milliarde nötig: 700 Millionen Euro soll der Freistaat Bayern zahlen und 300 Millionen die bayrischen Sparkassen
* Gesamtjahresverlust 2008 der Bayrischen Landesbank: 3 Milliarden Euro erwartet
* Damit ist vom deutschen 480 Milliarden Euro (=6,6 Billionen Schilling) Rettungspaket das erste Prozent weg.
Quelle und mehr Infos: Handelsblatt 22.10.2008 
 
  

* 20.10.2008: Ein Rettungspaket ist dazu da, dass man es auch in Anspruch nimmt

"Ein Rettungspaket ist dazu da, dass man es auch in Anspruch nimmt. Sonst nützt es ja nichts." Bayerns Finanzminister Erwin Huber (CSU). Erwin Huber war bis vor 3 Wochen noch CSU Chef Bayerns.

Ammerkung Wien-konkret: Die bayrische CSU ist offensichtlich dafür, dass der deutsche Steuerzahler das Marktversagen im Bankenbreich mit Steuergeld ausgleicht. Das ist eine ganz erstaunliche Aussage der konservativen CSU, die sonst immer die freien Märkte lobt. Übrigens mußte Erwin Huber zwei Tage später (22.10.2008) seinen Rücktritt als bayrischer Finanzminister bekannt geben. Seinen Posten als Verwaltungsratschef bei der Bayrichen Landesbank hat er bereits geräumt.
 
 

* 20.10.2008: Österr. Nationalrat beschließt Rettungspaket für Banken

Der österreichische Nationalrat hat heute das Finanzmarktstabilitätsgesetz (FinStaG) einstimmig  - d.h. SPÖ, ÖVP, FPÖ, Grüne, BZÖ - beschlossen. Damit sollen die österreichischen Banken und Versicherungen vor einer möglichen Zahlungsunfähigkeit gerettet werden. 

Die neuen gesetzlichen Maßnahmen:
1) Staatliche Haftungen für Kreditgeschäfte zwischen den Banken (85 Milliarden Euro)
2) eine unbegrenzte staatliche Garantie für private Spareinlagen
3) regulative Maßnahmen (zB Leerverkäufe verbieten; die Finanzmarktaufsicht soll höhere Eigenkapitalquoten für Banken vorschreiben können)
4) im Bedarfsfall wird eine teilweise staatliche Beteiligung an einzelnen Banken ermöglicht (maximal 15 Milliarden Euro)
5) Banken und Versicherungen haben keinen Anspruch darauf grettet zu werden. Die Entscheidung liegt beim Finanzminister.

Der Umfang des österreichischen Banken-Rettugspaketes ist 100 Milliarden Euro (=1,4 Billionen Schilling). Falls diese Gelder von den Banken in Anspruch genommen werden, dann geht es natürlich zu Lasten der österreichischen Steuerzahler. Um 100 Millionen Euro zu erwirtschaften, müssen dann die Österreicher 4 Monate länger arbeiten.
Mehr Infos => Regierungsvorlage im Wortlaut

 

*17.10.2008 Constantia Privatbank ist insolvent (zahlungsunfähig)

Die Constantia Privatank (CPB) mußte als erste österreichische Bank das staatliche Banken-Rettungsprogramm in Anspruch nehmen. Die Constantia Bank dürfte zwar genügend Eigenmitteln haben, aber kein flüssiges Geld in der Kassa. Die Bank kann somit keine Gelder auszahlen. Pikanterie an der Sache. Die Bank der Superreichen soll vom Steuerzahler gerettet werden durch ein Gesetz (Finanzmarktstabliltätsgesetz), dass aber noch gar nicht in Kraft ist.

Jedenfalls wird nun die Constantia Bank durch fünf österreichische Banken übernommen: UniCredit Bank Austria, Erste Group, Raiffeisen Zentralbank, Österreichische Volksbanken, BAWAG PSK AG. Welche Bank welchen Anteil übernimmt bleibt vorerst geheim. Diese zahlen 400 Millionen Euro, die Nationalbank 50 Millionen Euro. Damit sind die Einlagen der Superreichen Kunden vorerst gesichert.

Die Constantia Privatank (CPB) gehörte bisher zu 90,86% der Constantia Packaging B.V. Amsterdam, zu 5% der Constantia AG und zu 4,14% die Turnauer-Erbin Christine de Castelbajac.
 
 

* 16.10.2008: Börsekrach verlängert: Erwartete Wirtschaftskrise führt zu "Schwarzen Donnerstag"

An den Börsen ist wieder einmal "Sterben" angesagt. Weltweit verlieren die meisten Börse massiv an Wert:

Tokio Nikkei 225                 -11,4% auf 8.458 Punkte
Wien ATX                           -8,4% auf 2.081 Punkte
Frankfurt DAX                     -4,9% auf 4.623 Punkte
Paris CAC40                        -5,9% auf 3.181 Punkte
 
Bei Tokio war es der historisch zweithöchste Wertverlust an einem Tag.

Bei den österreichischen Aktien waren OMV mit -17,6%, RHI mit -17,3% und ERSTE Group mit -11,2% die stärksten Verlierer. In Deutschland erwischte es heute die Deutsche Post mit -14% besonders hart.

Was die Finanzmanager jetzt machen: Beten, Psychotherapeuthen aufsuchen, Brüllen oder auch Schweigen, Blumen gießen, über das Leben philosophieren. (PS: aus dem Fenster springen geht nicht mehr, da es keine Fenster mehr gibt, sondern nur noch Glasscheiben.)
 

* 15.10.2008 Wirtschaftskrise als Folge des Börsekrachs

Obwohl die Politiker der Europäischen Staaten ca 2000 Millionen Euro Steuergeld für Haftungen auf´s Spiel setzen, beruhigte das die Aktionäre ganze 2 Tage und schon geht es wieder nach unten. 
Grund: Nach der Immoblienkrise (Sept. 2008) und der Börsenkrise (Oktober 2008) beginnt sich jetzt eine weltweite Wirtschaftskrise abzuzeichen. Die USA und Deutschland befinden sich bereits in einem Wirtschaftsrückgang (Rezession). In den USA erreicht die Staatsverschuldung mit 10,2 Billionen Dollar einen unfassbaren Höchststand.

Schwarzer Mittwoch an den Aktienbörse
Wien ATX                         -5,2% auf 2.270 Punkte
Frankfurt DAX                   -6,5% auf 4.862 Punkte
Amsterdam AEX                 -7,6% auf 263 Punkte
New York Dow Jones Index  -7,9 % auf 8.572,71 Punkte


Raiffeisen ist nach einzelnen Zeitungsmeldungen mit 700 - 1000 Millionen Euro in isländischen Papieren investiert, wo erheblicher Abschreibungsbedarf (auf null ?) besteht. Raiffeisen will das ausstehende Obligo nicht beziffern.
Anmerkung Wien-konkret: Das ist für die Sparer nicht gerade vertrauenserweckend. Das machte an der Wiener Börse für die Raiffeisen International Bank Holding -25% auf 27,50 Euro am heutigen Tag.

Die VOESTalpine AG wird am Wirtschaftsrückgang besonders leider. Beipielsweise gehen in der Krise die Autokäufe zurück. Das macht heute für die VOESTalpine -16% auf 19 Euro

Neuer SPÖ-ÖVP Plan zur Bankenkrise:
Banken und Versicherungen sollen in Zukunft enteignet werden können, wenn sie ihren Verpflichtungen nicht nachkommen. Aktioäre sollen angemessen entschädigt werden.

Wirtschaftskammer
Die WKO forderte heute die staatliche Einlagensicherung auch für Klein- und Mittelbetriebe, nicht nur für private Sparer.

 

* 15.10.2008: Europäische Attacs fordern: Das Casino endlich schließen

Foto: Demonstration von Mitgliedern der attac vor dem Finanzministerium in Wien, 15.10.2008; © Paul Sturm

Foto: Demonstration von Mitgliedern der attac vor dem Finanzministerium in Wien gegen das bestehende "Finanzsystem in Schieflage", 15.10.2008; © Paul Sturm

Europäische Attacs fordern: Das Casino endlich schließen

Moralische Appelle und kurzfristige Vorschläge im Interesse der Finanzwirtschaft sind zu wenig

Vierzehn europäische Attac-Organisationen präsentieren heute Forderungen zur kurz- und mittelfristigen Stabilisierung der Finanzmärkte. “Die Ursachen der aktuellen Finanzkrise liegen im System der neoliberalen Globalisierung. Moralische Appelle und kurzfristige Vorschläge im Interesse der Finanzwirtschaft sind daher für eine dauerhafte Lösung der Krise zu wenig“, sagt Christian Schoder von Attac Österreich.

Kurzfristige Maßnahmen müssen auch die Interessen der Allgemeinheit berücksichtigen:
„Aktuell sind kurzfristige Rettungspakete unumgänglich. Die Kosten dafür dürfen nicht der Masse der Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern in Rechnung gestellt werden. Wir alle sind durch die bevorstehende Rezession von Arbeitslosigkeit bedroht. Die Kosten müssen daher vor allem von jenen übernommen werden, die bisher vom System profitiert haben. Daher muss jedes Land einen speziellen Krisenfonds einrichten. Dieser soll aus einer Besteuerung von Vermögenszuwächsen und Gewinnen von Finanzunternehmen  - eingeschlossen Hedge-Fonds - gespeist werden“, fordert Schoder.

Die jüngsten Verstaatlichungen beinhalten keine Reform des kurzfristigen Profit-Denkens der Banken. Ihr einziges Ziel ist die schnelle Rettung und möglichst rasche Re-Privatisierung. Die Regierungen sind gefordert einen öffentlichen und gemeinnützigen Bankensektor zu schaffen und zu fördern. Nichtgewinnorientierte Banken müssen vom EU-Wettbewerbs- und Beihilfenrecht ausgenommen werden. Öffentliche Banken müssen Kapital für nachhaltige und gerechte wirtschaftliche Entwicklung bereitstellen.

Eine weitere Attac Forderung: Durch ein neues Bretton Woods muss die uneingeschränkte Bewegungsfreiheit des Kapitals beschränkt werden. „Dafür müssen wir das gesellschaftliche Ziel der Finanzmärkte, ihre Regulierung und Kontrolle neu definieren. Die G8 und der Internationale Währungsfonds (IWF) haben bewiesen, dass sie nicht in der Lage sind für das Wohl der Allgemeinheit und die Stabilität auf den Finanzmärkten zu sorgen. Eine neue Institution unter Aufsicht der UNO muss das Finanzsystem neu ordnen“ so Schoder weiter.

Um die Dominanz der Finanzmärkte dauerhaft zu brechen und stabile Finanzmärkte zu garantieren fordert Attac ein Bündel weiterer Maßnahmen:
•    Finanztransaktionssteuern um die kurzfristigen Spekulationen einzudämmen und die Stabilität der Finanzmärkte zu erhöhen.
•    Progressive Kapitalertragssteuern für gerechte Verteilung der Globalisierungsgewinne
•    Das Schließen von Steueroasen
•    Alle Fonds müssen mit einer EU-Richtlinie in Bezug auf Anlageverhalten, Kreditaufnahme und Steuern reguliert werden. Fonds, die diese Kriterien nicht erfüllt oder in Steueroasen sitzen, erhalten keinen Zugang zum EU-Binnenmarkt.
Quelle: attac Presseaussendung 15.10.2008


The time has come: Let's shut down the financial casino
... At present, the rich world is in the middle of a crisis, which is the heaviest since the Great Depression in 1929. The crash at Wall Street in September 2008 marks the end of a historical period: the system of financial capitalism, a system driven by the only search for maximum profit, has collapsed. It destroyed itself as a result of its own inherent contradictions. The financial shock waves have just reached the real economy. The US has entered into a recession, the EU is following. The entire global economy will be affected.  ...
Quelle: attac

 

* 14.10.2008: USA verstaatlicht Banken teilweise

Aufgrund der Finanz- und Börsekrise hat US-Präsident George W. Bush nun eine Teilverstaatlichung von amerikanischen Banken angekündigt. Damit sollen Bankzusammenbrüche vermieden werden. Die US-Regierung werde sich mit 250 Mrd. Dollar (182 Mrd. Euro) an Aktien von amerikanischen Finanzinstituten beteiligen, sagte Bush. Die 250 Millionen US-Dollar sind Teil des 700 Millionen US-Rettungspaketes für die amerikanischen Banken. Den Aktionären gefiel die Verstattlichungsidee nicht so gut und schickten den Dow-Jones-Industrial-Index um 0,82 Prozent auf 9.310,99 Zähler ins Minus.
 

* 14.10.2008: Japanische Aktien mit +14%

Japanischer Aktienindex steigt um 14%. Das ist historisch der höchste jemals erzielte Tagesgewinn. Grund dafür war, dass die japanische Börse gestern geschlossen war und somit die Aktienhändler noch nicht auf die staatlichen Rettungspakete vom Wochenende reagieren konnten.
 

* 13.10.2008 Partystimmung an den Aktienbörsen

Nachdem die Regierungen von Deutschland, Frankreich, Österreich aberwitzige Geldsummen der Steuerzahler als Staatsgarantie für die maroden Banken einsetzen, gab es eine gewaltige Partystimmung an den Börsen.

Wien: +12,8% (höchster jemals erzielter Tagesgewinn)
 
Die Bankmanager und Aktionäre bedanken sich insgeheim bei den österr. Steuerzahlern für die tolle Rettungsaktion. Zur Party waren die Steuerzahler übrigens nicht eingeladen.
 

* 12.10.2008 Das österr. 100 Milliarden Banken-Rettungspaket

Gusenbauer (SPÖ) und Molter (ÖVP) haben sich auf ein 100 Milliarden (= 1,4 Billionen Schilling) Banken-Rettungspaket geeinigt. Bis zu 15 Milliarden Euro sind für Teilverstaatlichungen von Banken reserviert. Man frägt sich natürlich, wo das Geld herkommt. Immerhin steht die Wiener Gebietskrankenkassa vor dem Konkurs und hat bis jetzt noch keine staatliche Garantie bekommen.
 

* 12.10.2008 Island-Pleite kann österr. Banken 3 Milliarden Euro kosten

Laut Kurier sind österreichische banken mit 3 Milliarden Euro (=52 Milliarden Schilling) in isländischen Papieren verlangt. Am meisten betroffen ist die RZB vor Erster und Bank Austria.
 

* 10.10.2008: Börsekrach: Schwarzer Freitag 2008 an den Börsen - Wiener Börse sperrt einfach zu


Der 100 Jahre alte japanische Lebensversicherer Yamato Life geht in Konkurs. Schulden 2 Milliarden Euro.
Japanische Aktien: -9,6% am heutigen Tag

Alles muss raus - Aktienschlußverkauf an den Börsen.
Da in Wien die Kursrückgänge bei 10% und mehr lagen, sperrte die Wiener Börse ihren "Laden" einfach zu. Es ist das erste Mal in der Geschichte der Wiener Börse, dass der gesamte Handel ausgesetzt wurde. In der Zwischenzeit wurden die Spielregeln geändert, insbesondere wurde der "Short Selling Bereich" neu geregelt. Das haben die Börse-zocker nicht so gerne, wenn man im Spiel die Spielregeln ändert. Der Aktienhandel wurde dann um 12 Uhr wieder aufgenommen.
Ergebnis: zu Mittag minus 12% beim ATX. Gegen Handelsschluß verringerte sich das Minus auf 7,4%. Über den Daumen sind seit Jahresbeginn mit Österreichischen Aktien 90 Milliarden Euro (= 1,2 Billionen Schilling) an Aktienwert vernichtet worden.

Wien ATX                           -7,4% auf 2.002 Punkte
Frankfurt DAX                     -4,9% auf 4.622 Punkte

 

* 9.10.2008 Sperre der österr. Konten bei isländischer Bank

Die isländische Kaupthing Bank ist in großen Schwierigkeiten. Die Finanzmarktaufsichten von Österreich, Deutschland und Finnland haben heute die Konten dieser Bank gesperrt. Damit wollen die Behörden verhindern, dass Geld ins Ausland verschoben wird.
 

* 7.10.2008 Japans Aktienindex um 9% gesunken

Der Index Nikkei 225 stürzte heute um 9,4 Prozent auf 9203,32 Zähler ab. Größter Tagesverlust seit 1987.
 

* 7.10.2008 Island vor dem Staatsbrankott

Island will mit Verstaatlichungen die Banken retten und gerät selbst in die Nähe des Staatsbankrotts. Die Inflation liegt bei 14%. Gestern mußte die Landeswährung um 25% abwerten.
 

* 7.10.2008 500 Milliaden Pfund Rettungspaket in Großbritanien

* 50 Milliarden Pfund direkte Kapitalspritze für britsche Banken
* 200 Miliarden Pfund der Zentralbank für kurzfristige Kredite
* 250 Milliarden Pfund des Staats für Garantien für die Banken
 

* 6.10.2008 Unicredit braucht über 6 Milliarden Euro

Die Unicreditbank - Mutterkonzern der Bank Austria - braucht wegen der Finanzkrise mehr Geld. Gestern - Sonntag - wurde eine Kapitalaustockung um 6,6 Milliarden Euro beschlossen. Die Bar-Dividende wird für heuer ausfallen. Daraufhin gingen die Unicredit-aktien heute an der Mailänder Börse zeitweise um 16% ins Minus.
 

* 3.10.2008 700 Milliarden Dollar Rettungspaket für US Banken

Das amerikanische Repräsentatenhaus genehmigte im zweiten Anlauf das 700 Milliarden Dollar Rettungspaket für die US-Banken. D.h. die Lösung des Hypotheken-Crashs und der daraufhin einsetzende Aktientalfahrt ist eine Staatshaftung durch die amerikansiche Steuerzahler. Diesen schweren Bruch des freien kapitalistischen Systems, wo die Märkte sich selbst heilen indem kranken Firmen nicht geholfen wird und sie daher in konkurs gehen (= aus dem Markt ausscheiden), wurde massiv durchbrochen. Es stimmten hauptsächlich Republikaner dagegen.
 

* 3.10.2008: Jobabbau in der Bankenwelt

Kam es bereits bei amerikanischen Banken zu einem deutlichen Abbau von Mitarbeitern, so gab die schweizerische UBS Bank heute bekannt, dass sie 2000 Mitarbeiter im Investmentbereich abbaut.
 

* 17.9.2008 Die Lehman-Brothers Bank Pleite in den USA

Die Lehman Bank ist nicht irgend eine Bank. Sie wurde 1850 von deutschen Auswanderern in Alabama, USA, gegründet und beschäftigte zuletzt 29.000 Bankmitarbeiter weltweit. Am 15. September 2008 mußte Lehmann Brothers Konkurs anmelden. Der Bank war der zusammenbrechende Immoblienmarkt zum Verhängnis geworden. Weiters hat Lehmann Brothers nicht auf eigene Gelder zugreifen können, die von anderen Banken einfach gesperrt wurden.
Schuldenstand: 613 Milliarden Dollar (rund 440 Milliarden Euro bzw 6 Billionen Schilling)

Über Richard Fuld, Vorstandschef von Lehman Brothers, braucht man sich keine Sorgen machen. Der Bankchef verdiente in den letzten Jahre in Summe 200 Millionen Dollar (= 1,6 Milliarden Schilling). Kein schlechtes Gehalt für einen Bankrotteur.

Die US-Regierung wollte angesichts der Größe des Dramas nicht mehr Retter in der Not spielen und unterstützte Lehman Brothers nicht. Das war das Ende der Traditionsbank.
 

* 7. September 2008: Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac vor Bankrott gerettet und verstaatlicht:

Die US-Regierung beschloß die maroden Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac vor der Pleite zu retten und mit 200 Milliarden Dollar zu verstaatlichen. Die Verstaatlichung im Land des Kapitalismus war ein psychisches Drama für die Wirtschaftsnation. Eine Ideologie wurde in den Grundfesten erschüttert. Wie sich nur einen Monat später herausstellte, begann mit der Hypotheken-Bankenkrise ein Dominoeffekt zu laufen.
 



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Spekulationssteuer jetzt!

„Würden die Menschen verstehen, wie unser Geldsystem funktioniert, hätten wir eine Revolution - und zwar schon vor morgen Früh.“ Dieser Satz wird Henry Ford zugeschrieben, und der war ja bekanntlich kein Dummer. Wäre es da nicht besser, endlich die Spekulanten an die Leine zu legen?
Schon 0,01 Prozent von allen Finanztransaktionen in Europa würden ausreichen, um den EU-Staaten ein zusätzliches Einkommen von rund 100 Milliarden Euro pro Jahr (!) zu bescheren. Richtig investiert, würden diese zusätzlichen 100 Milliarden Euro jährlich Millionen neuer Arbeitsplätze bringen!
Seit Jahren wird in der EU über so eine Steuer diskutiert, aber geschehen ist bis heute nichts. Als Ausrede müssen immer wieder die „bösen Briten“ herhalten, die sich querlegen würden. Doch die Briten haben so eine Steuer längst selber: 0,5 Prozent schneiden sie bei allen Aktienspekulationen mit - also 50-mal mehr als oben vorgeschlagen!
Wenn es um das Herumschmeißen mit unseren Steuergeldern geht (siehe Banken-Rettung, Griechen-Rettung und Euro-Rettung), haben unsere Politiker eine blühende Fantasie: Quasi über Nacht ist ihnen eingefallen, wie sie den EU-Vertrag umgehen können. Und keinen Schwanz hat es gestört, dass die Briten nicht mitgemacht haben.
Die gleiche Kreativität ist jetzt bei der Einführung der längst überfälligen Spekulationssteuer gefragt. Denn dann ist es nämlich völlig egal, ob die Briten mitziehen oder nicht. Eine „Koalition der Willigen“ reicht völlig aus, um wenigstens einen Teil des fehlgeleiteten Geldes wieder in die Realwirtschaft fließen zu lassen.
Die deutschen Sozialisten wollen dem Euro-Rettungspaket nur dann zustimmen, wenn gleichzeitig auch die Finanzbranche zur Kasse gebeten wird: mit einer Spekulationssteuer. Denn nur so seien die fatalen Auswirkungen des herrschenden Geldsystems noch in den Griff zu bekommen. Das ist doch besser als Revolution - oder?

Karl W. Nowak, Mödling    21. Mai 2010