Wien
Fotos von der Kommunalkredit Austria AG vom 3. November 2008, dem Tag der Verstaatlichung;



Fotos von der Kommunalkredit Austria AG vom 3. November 2008, dem Tag der Verstaatlichung durch die Republik Österreich; © Wien-konkret


Aktuelles zur Bank "Kommunalkredit Austria AG":

Reinhard Platzer war bis 7. November 2008 Chef der Kommunalkredit. Die Kommunalkredit machte letztendlich 2,66 Milliarden Euro (ca 37 Milliarden Schilling) Verlust und übertrifft somit noch den Schaden beim BAWAG-Skandal.

Die Republik Österreich hat mit der Bürgschaftsvereinbarung die Bürgschaft als Bürge für die in der Vereinbarung angeführten Konzernforderungen der Kommunalkredit in Ausmaß von 1,2 Milliarden Euro übernommen, die dadurch nicht wertberichtigt werden mußte. Sonst wäre der Verlust um diesen Betrag noch höher gewesen und hätte dann letztendlich 2,66 Milliarden Euro (ca 37 Milliarden Schilling) betragen. So werden aber "nur" 1,5 Milliarden Euro als Verlust in der Bilanz ausgewiesen.

Bei der Jahresbilanz zum 31.12.2008 weist die Kommunalkredit Bank ein negatives Eigenkapital von 1,2 Milliarden Euro aus! (=> siehe Geschäftsbericht 2008)
(Anmerkung: eine Bank mit negativen Eigenkapital, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen)

Reinhard Platzer kündigte nun an, seinen ehemaligen Arbeitgeber - die Kommunalkredit - auf Zahlung seiner Ansprüche - kolportierte 3,5 Millionen Euro - klagen zu wollen. Es ist sich keiner Verfehlungen bewußt und verweist darauf, dass nicht er alleine, sondern der ganze Vorstand für den Verlust verantwortlich sei. Im Vorstand saß damals auch die jetzige Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ).
 

Kommunalkredit Austria AG - Allgemeine Informationen über die Bank

Am 3. November 2008 wurde die Kommunalkredit Austria AG - sie ist Österreichs acht größte Bank - durch Verstaatlichung vom Bankrott gerettet. Hier ein Portrait und ein Rückblick über die Ereignisse.

Kommunalkredit Austria AG, Türkenstraße 9, 1092 Wien
Telefon: +43 (0) 1/31 6 31  FN: 128283 b

Eigendefinition der Kommunalkredit:
Die Kommunalkredit ist eine Spezialbank für den öffentlichen und öffentlichkeitsnahen Sektor (= „Public Finance“). Seit 50 Jahren am Kernmarkt Österreich als Kompetenzzentrum etabliert, bieten die Mitarbeiter/innen der Kommunalkredit-Gruppe (rund 300 in Österreich) ihr Know-how mittlerweile international – primär in der Schweiz, Deutschland, Südosteuropa sowie in den Staaten Zentral- und Osteuropas – an.

Eigentümer:
seit 3. November 2008 99,78% die Republik Österreich im Rahmen einer Verstaatlichung über das Bankenhilfspaket. Die Republik Österreich erwarb die 99,78% um 2 Euro. Zugleich gibt es die Zusage, einen kolportierten "niedrigen dreistelligen Millionenbetrag" zuzuschießen und mit Haftungen für ausreichend Liquidität zu sorgen. Bei dem Deal geben die Österreichische Volksbank AG ihre 50,78 Prozent und die belgisch-französische Dexia ihre 49 Prozent um je einen Euro ab, der Gemeindebund behält seine 0,22 Prozent an der Kommunalkredit.

Eigentümer bis 3. November 2008
50,78% Österreichische Volksbanken AG
49,00% Dexia Credit Local
  0,22% Österreichischer Gemeindebund


Gesamtvorstand
der Kommunalkredit Austria AG, 
* GD Dr. Reinhard Platzer (seit 1995 Generaldirektor der Kommunalkredit) ,
* Vst.-Dir. Leopold Fischer, Vst.-Dir. Mag. Pascal Becker,
* Pierre Verot: Im Vorstand der Kommunalkredit seit 1.10.2008; zuletzt Leiter des Risk Monitoring der Cexia Crédit Local.

Aufsichtsrat (Stand Ende Oktober 2008):
Frank Pinkl, Vorsitzender Generaldirektor und Vorsitzender des Vorstandes der Österreichischen Volksbanken AG
Mag. Wolfgang Perdich: Mitglied des Vorstandes der Österreichischen Volksbanken AG
Dkfm. Alfred Reiter: Generaldirektor a. D. der Investkredit Bank AG
Dipl. Ing. Bruno Deletre: Mitglied des Vorstandes der Dexia S.A. Paris
Mag. Francois Durollet: Stellvertretender Generaldirektor Public Finance, Dexia S.A. Paris
Francois Laugier: Leiter Treasury and Financial Market Activities, Dexia Credit Local, Paris
Bürgermeister Helmut Mödlhammer; Präsident des Österreichischen Gemeindebundes
Franz Hofer; Betriebsrat
Christine Cipek; Betriebsrat
Dipl. Ing Martin Öhlknecht; Betriebsrat
Astrid Sukup; Betriebsrat

Staatskommissäre (Stand Ende Oktober 2008):
Dr. Peter Braumüller: Österreichische Finanzmarktaufsicht
Mag. Wolfgang Nitsche (Stellvertreter): Bundesministerium für Finanzen

Regierungskommissäre (Stand Ende Oktober 2008):
Dr. Heinrich Traumüller: Vorstandsmitglied der Österr. Finanzmarktaufsicht
Dr. Peter Braumüller: Österreichische Finanzmarktaufsicht

Mitarbeiter (Stand Ende Oktober 2008):
1100; ca 300 in Österreich und 800 im Ausland

Geschichte:
Die Kommunalkredit Bank wurde am 3. Okt 1958 gegründet. Die Gründung der Kommunalkredit geht auf Initiative der beiden damaligen Staatssekretäre Dr. Bruno Kreisky (SPÖ) und Dr. Hermann Widhalm (ÖVP) zurück. Dieses neue Institut sollte die Infrastrukturfinanzierung in Österreich in Gang bringen. Am 2. Okt 2008 - 31 Tage vor der Bankenrettung der Kommunalkredit durch Verstaatlichung - feierten 500 Gästen mit der Kommunalkredit 50. Geburtstag der Bank. 
 

Zitate aus dem Geschäftsbericht 2007 der Kommunalkredit:
Dr. Georg Wailand vom Gewinn-Magazin: "Wo sehen Sie die Kommunalkredit in 50 Jahren?
GD Dr. Reinhard Platzer: Als Marktführer sowohl in Österreich als auch in Zentral- und Osteuropa"
(Geschäftsbericht  2007, Seite 10)

Dr. Georg Wailand vom Gewinn-Magazin: "Kehren wir zurück zum harten Geschäftsalltag: Wie weit hat die Krise auf den US-Hypothekarmärkten auf Europa bzw. auf Österreich durchgeschlagen?"
GD Dr. Reinhard Platzer: "Wir von der Kommunalkredit nutzen die Krise, um in die Offensive zu gehen. …"
(Geschäftsbericht  2007, Seite 12)

 

Finanzkennzahlen der Bank "Kommunalkredit Austria AG"

in EUR 1.000 bzw. % 30.06.2008

Bilanzkennzahlen
Bilanzsumme 34.534.532,1
Forderungen an Kunden 13.884.354,4
Finanzanlagen 10.989.636,8

Ertragskennzahlen 30.06.2008
Zinsüberschuss 61.117,9
Provisionsergebnis 9.243,3
Jahresüberschuss vor Steuern 43.327,9
Konzernjahresüberschuss 31.886,1
Return on Equity – Konzernjahresüberschuss 14,7 %
Cost-Income-Ratio 33,2 %
Eigenmittelkennzahlen 30.06.2008
Risikogewichte Aktiva – Kreditrisiko1) 8.811.093,3
Eigenmittel 1.166.461,7
Eigenmittelquote 13,0 %
Kernkapital – Tier 1 870.932,7
Kernkapitalquote 9,7 % 

Quelle: Halbjahres-Geschäftsbericht zum 30.6.2008 der Kommunalkredit AG

 

Kernaussagen aus dem Halbjahres-bericht 2008 der Kommunalkredit:

Anker der Stabilität
… Durch die damals gesetzte Maßnahme ist die Kommunalkredit heute inmitten der herrschenden Kapitalmarktkrise ein gefragter Partner. … In den ersten sechs Monaten 2008 hat die Kommunalkredit somit ihre Position als Nr. 1 in Public Finance weiter gefestigt. Im Zentrum der Finanzierungsaktivitäten des ersten Halbjahres 2008 standen vor allem Infrastrukturprojekte aus den Bereichen Gesundheit, sozialer Wohnbau und Verkehr in Österreich, der Schweiz sowie ausgewählten internationalen Märkten.  ….
(HJ Bericht 2008, Seite 4)

Komfortable Kapitalausstattung
Mit Eigenmitteln von EUR 1,2 Mrd. (Eigenmittelquote 13,0 %) sowie einem Kernkapital von EUR 871 Mio. (Kernkapitalquote 9,7 %) per 30.06.2008 verfügt die Kommunalkredit über eine komfortable Kapitalausstattung.
(HJ Bericht 2008, Seite 5)
(Anmerkung Wien-konkret: Mit einer Eigenkapitalquote von unter 10% ist man in sonstigen Branchen ein Konkursfall. für die Banken gelten natürlich Sonderregeln.)

Refinanzierung: Kommunalkredit ist gefragter Partner für internationale Investoren
Als Spezialbank für Public Finance gilt die Kommunalkredit an den Finanzmärkten als „sicherer Hafen“. Bestätigt wird dies durch die langfristig geringen jährlichen Ausfallsraten von unter 0,01 % der Forderungen und der Tatsache, dass das ökonomische Kapital der Kommunalkredit 2,5-fach durch Kernkapital überdeckt ist. Das durchschnittliche Rating unseres Gesamtportfolios liegt bei AA3. Allein im ersten Halbjahr 2008 konnte daher bereits langfristige Refinanzierung in der Höhe von EUR 3,6 Mrd. geschöpft werden. Ein Ergebnis, das nicht nur auf unserem risikobewussten Handeln, sondern auch auf ein gutes Liquiditätsmanagement der Bank sowie der von den Funding-Segmenten Covered Bonds und Private Placements getragenen stabilen Emissionstätigkeit
der Bank basiert.
(HJ Bericht 2008, Seite 5)
(Anmerkung Wien-konkret: Den sicheren Hafen der geldgebenden Kommunalkredit dürfte insbesondere die Seenationen Island und Zypern angesteuert haben. Da merkt man, dass sich die Alpenländer aus unserer lieben Heimat Österreich doch nicht mit Hafengeschäften beschäftigen sollten. Das risikobewußte Handeln der Kommunalkredit kam wohl nur ein Scherz sein, den wie Generaldirektor Platzer im Geschäftsbericht 2007, Seite 12 zur Finanzkrise meinte: Wir von der Kommunalkredit nutzen die Krise, um in die Offensive zu gehen. …". Die Offensive und das Ergebnis erinnert ein bissel an unsere Fussballnationalmannschaft)

Ausblick
Im zweiten Halbjahr 2008 ist die Fortsetzung des stabilen Wachstumspfades der Bank zu erwarten. Die sich sowohl national als auch insbesondere international ausweitenden Margen werden zum Einstieg in attraktive Veranlagungen genutzt. Dabei wird wie bereits in der Vergangenheit der Fokus auf gute Bonitäten in Österreich, der Schweiz, EU Europa sowie ausgewählten Risken in Investment-Grade-Märkten liegen.
(HJ Bericht 2008, Seite 6)
(Anmerkung Wien-konkret: Die verlustbringenden Island Geschäfte zählen offensichtlich zu den "Investment-Grade-Märkten". Wie hoch die Verluste nun tatsächlich sind wurde noch immer nicht bekannt gegeben)

Kreditrisiko
… Das Kernkapital der Kommunalkredit beträgt per 30.06.2008 637 % des ökonomischen Kapitals. Das spiegelt deutlich die komfortable Eigenkapitalausstattung der Kommunalkredit im Vergleich zum Risikogehalt des Public-Finance-dominierten Kreditportfolios wider. Dieser Fokus der Kommunalkredit auf die Finanzierung von Staaten, Ländern, Regionen, Städten und Gemeinden führt naturgemäß zu einer Konzentration des Kreditportfolios auf eine im Vergleich zu Universalbanken geringe Anzahl von Kunden. So bestand zum 30.06.2008 mit 70 Kunden eine Geschäftsbeziehung mit einem Volumen von mehr als 10 % der Konzern-Eigenmittel der Kommunalkredit. Das daraus resultierende Risiko ist jedoch – wie der Bedarf an ökonomischem Kapital für das Kreditrisiko zeigt – aufgrund der ausgezeichneten Risikoqualität der Kunden gering.
(HJ Bericht 2008, Seite 9)
(Anmerkung Wien-konkret: War doch nicht so gering, sonst hätte die Kommunalkredit nicht vom Österreichischen Staat am 3. Nov. 2008 gerettet werden müssen.)

Die Qualität des Portfolios der Kommunalkredit zeigt sich auch in traditionell niedrigen Ausfallsraten. Diese lagen seit Anfang der 1990er Jahre immer unter 0,01 % des Assetportfolios. …
(HJ Bericht 2008, Seite 10)
(Anmerkung Wien-konkret: Man baut in Österreich so gerne auf Tradition. Doch jede Tradition geht einmal zu Ende. Manche löst sich sogar in nichts auf.)



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26.3.2013 Ehemalige Kommunalkredit mit 380 Millionen offenen Risken aus Zypern

Finanzbuddha: Zusammenspiel aus Politik, Bank und Behörde 
"Während in der Öffentlichkeit noch Beruhigungspillen verteilt wurden, stand die Katastrophe ÖVAG-intern im September 2011 schon fest: Ein Milliardenverlust war nicht mehr zu verhindern", beschreibt der Journalist Ashwien Sankholkar in der jüngsten Ausgabe des Wirtschaftsmagazins Format die Vorgeschichte zur Notverstaatlichung der Volksbanken AG (ÖVAG) im Februar 2012 nach Milliardenverlusten der ÖVAG-Tochter Kommunalkredit. Die Existenzbedrohung sei über mehrere Monate ignoriert worden, heißt es im Magazin, die Kosten dafür seien dem Steuerzahler später präsentiert worden. Die heutige KA Finanz AG als "Bad Bank" der ehemaligen Kommunalkredit hält Kreditderivate (CDS) auf Staatsanleihen. Bei Zahlungsausfällen dieser Staaten muss der Eigentümer der KA Finanz, der österreichische Staat einspringen. Allein im Jahr 2011 hat sich der negative Marktwert dieser Papiere um 400 Millionen Euro auf 1,4 Milliarden Euro gesteigert. Das Ausfallsrisiko der bestehenden Kreditderivate betrug 2011 rund 10 Milliarden Euro.
    Das geht aus veröffentlichten Unterlagen des Rechnungshofes und dem Jahresabschluss der der KA Finanz AG hervor. Im ersten Halbjahr 2012 hat man 2,2 Milliarden Euro an Kreditderivaten abgebaut und dabei einen Verlust von 58,1 Millionen Euro realisiert. Damit gibt es aber immer noch ein offenes CDS Volumen von netto 6,9 Mrd. EUR. Offene Risken (Wertpapiere, CDS, Darlehen) bestehen auch nach wie vor mit Krisenländern wie Zypern (379 Millionen Euro), Italien, Portugal, Irland und Spanien, berichtet der gerichtlich beeidete Sachverständige für Derivate, Sascha Stadnikow. Es sei ein immer wiederkehrendes Phänomen, wonach Verluste aus Derivatgeschäften in einem Zusammenspiel aus Politik, Banken und Behörden so lange wie möglich verschleiert werden. Bis zur letzten Sekunde hoffe man, dass eine günstige Marktentwicklung eine Wende herbeiführe, meint der Sprecher der Beratungsplattform Finanzbuddha, Robert Süss. Dieses Abwarten auf bessere Zeiten würde Spielsüchtigen ähneln, die bis zum letzten Cent auf den großen Gewinn hofften. 
Rückfragehinweis: Finanzbuddha Robert Süss Managing Director Seilerstätte 7/6 A 1010 Wien Tel.: +43 (0)1 890 03 10



28.6.2009: "profil": Gutachten belastet früheren Kommunalkredit-Vorstand schwer

Vorwürfe treffen auch SPÖ-Bildungsministerin Claudia Schmied
Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, belastet ein Gutachten der Prüfungsgesellschaft Deloitte den früheren Vorstand der Kommunalkredit Austria AG schwer: So soll der Aufsichtsrat nicht ausreichend über die eingegangenen Risiken informiert worden sein. Außerdem bemängelt das Gutachten das unzureichende Risikomanagement und spricht von einem "niedrigen Professionalisierungsgrad". Die Kommunalkredit habe in Papiere investiert, die "nicht ohne weiteres als risikolos" eingestuft und als "exotische" Nischenprodukte bezeichnet werden könnten. Der frühere Vorstandschef Reinhard Platzer weist die Vorwürfe zurück. Die heutige SPÖ-Bildungsministerin Claudia Schmied, von 2004 bis 2007 im Kommunalkredit-Vorstand, will sich dazu nicht äußern.
Rückfragehinweis:   "profil"-Redaktion,    Tel.: (01) 534 70 DW 3501 und 3502



26.3.2009: FORMAT: Ex-Kommunalkredit-Boss Reinhard Platzer stellt Millionenforderungen

Kommunalkredit-Präsident Klaus Liebscher lehnt das kategorisch ab.
Reinhard Platzer, langjähriger Chef der seit Jahreswechsel verstaatlichten Kommunalkredit Bank, stellt Millionenforderungen gegenüber seinem Ex-Arbeitgeber. Dies berichtet das Wirtschaftsmagazin FORMAT in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe. Die kapitalisierten Ansprüche sollen sich laut FORMAT auf mehr als 3,5 Millionen Euro summieren und beinhalten die Auszahlung des Vorstandsvertrags sowie das Recht auf eine Firmenpension, die dem 55-jährigen Platzer bis zu 75 Prozent des Letztbezugs sichert. Zusammengefasst sind Platzers Wünsche in einem Brief an den Kommunalkredit-Aufsichtsrat. Kommunalkredit-Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Liebscher gegenüber FORMAT: "Ich denke nicht im Traum daran, Platzers Forderungen zu erfüllen. Da gibt’s meinerseits nichts zu verhandeln."
Rückfragehinweis: FORMAT Business Ashwien Sankholkar 01-21755-4126



5.1.2009: Kommunalkredit: Übernahme abgeschlossen

Eigentümerwechsel per 05.01.2009 vollzogen / Staat übernimmt die Kommunalkredit
Der Bund ist ab sofort neuer Mehrheitseigentümer der Kommunalkredit. Der Staat hält nun 99,78 % der Anteile, 0,22 % verbleiben beim Österreichischen Gemeindebund. "Damit ist die nachhaltige Stabilisierung des Unternehmens sichergestellt", so Kommunalkredit-Chef Mag. Alois Steinbichler, "und wir können uns auf unser Kerngeschäft - die Finanzierung der Kommunen und der öffentlichen Hand - konzentrieren." Mit der heutigen Übertragung der Kommunalkredit-Anteile von der Österreichischen Volksbanken-AG (VBAG) und der Dexia Crédit Local an die Republik Österreich ist die geplante Übernahme durch den Bund offiziell abgeschlossen.
Rückfragehinweis: Kommunalkredit Austria Cornelia Schragl-Kellermayer (Kommunikation & Marketing) Tel.: +43 (0)1/31 6 31-532

Anmerkung Wien-konkret: Eine Bank, die von der öffentlichen Hand (= Staat) vor der Pleite gerettet werden mußte, will nun die Kommunen und die öffentliche Hand (= Staat) finanzieren.



6.11.2008: Kommunalkredit: Hochriskante Spekulationen führten zum 16-Milliarden-Debakel

... Jongliert wurde mit Bank-, Staats- und Unternehmensanleihen sowie hochriskanten Asset Backed Securities (ABS). Hinzu kamen gefährliche Derivatgeschäfte. Zu Wochenbeginn wurde klar, was die KIL-Deals im Gesamtwert von unfassbaren 16 Milliarden Euro bedeuteten: ein Killer-Kommando für die Kommunalkredit. Die Bank musste im Eiltempo verstaatlicht werden. Kurzzeitig war sogar die Existenz der Volksbank AG – sie war Mehrheitsaktionär der Kommunalkredit – als systemrelevante Bank in Gefahr. ...
Qu.: www.format.at vom 6.11.2008



9.11.2008: "profil": Kommunalkredit verliert Millionen im Ausland

115 Millionen bei slowakischer Beteiligung versenkt - Wertberichtigungen von zumindest 250 Millionen für 2008
   Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag (Erg. 10. Nov. 2008) erscheinenden Ausgabe berichtet, dürften der Kommunalkredit Austria AG heuer Wertberichtigungen aus dem Auslandsgeschäft in der Höhe von zumindest 250 Millionen Euro erwachsen. Allein bei der slowakischen Beteiligung Dexia Banka Slovensko AS sollen nach profil-Recherchen 115 Millionen Euro versenkt worden sein, wovon 50 Millionen Euro als Minus in das Kommunalkredit-Ergebnis einfließen dürften. Die restlichen 65 Millionen muss die Dexia-Gruppe in die Bücher nehmen. Auch bei der zypriotischen Tochtergesellschaft Kommunalkredit International Bank Ltd. sollen Wertpapierpositionen zusätzliche Abwertungen erfordern. Das gesamte Ausmaß ist allerdings noch nicht bekannt.
Rückfragehinweis: "profil"-Redaktion  Tel.: (01) 534 70 DW 3501 und 3502

(Anmerkung Wien-konkret: 250 Millionen Euro sind 3,4 Milliarden Schilling. Das ist nicht einmal für die acht-größte Österreichische Bank ein Pappenstiel.)



7.11.2008: Vorstandswechsel in der Kommunalkredit

Neupositionierung durch bestehende Eigentümer eingeleitet 
   In der heutigen (Erg. 7. Nov. 2008) Aufsichtsratssitzung der Kommunalkredit Austria AG wurde der Wechsel an der Spitze des Kommunalfinanzierers beschlossen. Alois Steinbichler (55), bisher Vorstandsmitglied der BAWAG PSK-Gruppe, wird künftig die Bank leiten. Damit wurde von den bestehenden Eigentümern die notwendige und erwartete Neupositionierung eingeleitet. Der Bund begrüßt diese Entscheidung.
   Steinbichler ist vor allem die Konzentration auf das Wesentliche wichtig. "Die Kommunalkredit ist Marktführer bei der Finanzierung der Gemeinden und ein wichtiger Partner für die öffentliche Hand. Auf dieses Kerngeschäft haben wir uns jetzt zu konzentrieren. Darüber hinaus ist in der aktuellen Situation auf den Finanzmärkten ein proaktives Liquiditäts- und Risikomanagement besonders wichtig. Zu allererst will ich aber heute noch mit den Mitarbeitern sprechen."
   Alois Steinbichler verfügt neben seinen Managementqualitäten übereine langjährige Bankerfahrung im In- und Ausland, mit je mehrjährigen Stationen in Zürich, London, Mailand und Zagreb. In Österreich war der neue Chef der Kommunalkredit lange Zeit in führenden Positionen bei der Creditanstalt und Bank Austria und zuletzt im Vorstand der BAWAG PSK-Gruppe. 
   Rückfragehinweis: Kommunalkredit Austria
Cornelia Schragl-Kellermayer (Kommunikation & Marketing)
Tel.: +43 (0)1/31 6 31-532 oder +43 (0)676/88 3163 532



4.11.2008: FPÖ Kickl: Kommunalkredit-Debakel eventuell nur Spitze des Eisbergs


Für Banken-Manager muss es bei Misswirtschaft strenge Konsequenzen geben

"Es war richtig, dass die FPÖ klare Konsequenzen aus dem Debakel bei der Kommunalkredit gefordert hat", erklärte heute FPÖ-Generalsekretär NAbg. Herbert Kickl zu der Aussage von ÖVP-Finanzminister Molterer, dass es "innerhalb kurzer Zeit" sowohl im Aufsichtsrat als auch im Vorstand der Bank Änderungen geben werde. Es sei das mindeste, dass Kommunalkredit-Generaldirektor Platzer und die gesamte Chefetage nun den Hut nehmen müssten, nachdem sie durch unverantwortliche Spekulationsgeschäfte den Gemeindefinanzierer beinahe in den Bankrott getrieben hätten.
   Allerdings werde immer deutlicher, dass das Debakel bei der Volksbanken-Tochter Kommunalkredit eventuell nur die Spitze eines gigantischen Eisbergs sei. Wie heute in den Medien berichtet, werde die Volksbanken AG ebenfalls staatliche Hilfsgelder in der Höhe von mindestens 600 Millionen Euro benötigen. Daneben würden ja auch bereits Raiffeisen, die BAWAG oder die Hypo Group Alpe Adria die Option einer Staatshilfe prüfen. Jedenfalls zeige die derzeitige Krise, dass die österreichische Bankenlandschaft alles andere als solide dastünde, sondern vielmehr tief im Spekulationssumpf stecke.
    Nun sei einmal mehr eine dringende Aufklärung darüber erforderlich, welche österreichischen Bank-Manager in diesem oder im letzen Jahr Erfolgsprämien kassiert hätten. Schließlich seien ja diese Verluste in den diversen Instituten nicht von heute auf morgen passiert. Die FPÖ fordere in diesem Zusammenhang auch die Schaffung von Instrumentarien, die es ermöglichen sollen, dass Manager bei derartiger Misswirtschaft auch mit ihrem Privatvermögen zur Verantwortung gezogen werden könnten. "Ich fordere ÖVP-Finanzminister Molterer noch einmal auf, im Rahmen der derzeitigen Eigenkapitalhilfe für die Banken an weitere sensible Auflagen durch die Republik zu denken. Maßnahmen wie die Begrenzung der Gehälter von Bank-Managern, deren Institute staatliche Hilfe in Anspruch nehmen, sind angesichts dieser unglaublichen Geldvernichtung durch Großverdiener ein Gebot der Stunde", schloss Kickl.

Rückfragehinweis:   FPÖ



3.11.2008: Erklärung von Vizekanzler Finanzminister Wilhelm Molterer zur Übernahme der Kommunalkredit

Heute wurde für die Kommunalkredit eine neue, tragfähige Struktur gefunden. Ihr Geschäftsmodell war nicht mehr haltbar und so musste eine grundsätzlich neue Lösung erarbeitet werden. Das österreichische Bankenpaket stellt dafür eine solide Basis dar. 
   Für die Kommunalkredit bedeutet das, dass sie bis auf weiteres im Eigentum der Republik Österreich steht. Die bisherigen Eigentümer - die Österreichische Volksbanken AG und die Dexia - ziehen sich aus ihren Eigentümerrollen zurück und übertragen ihre Anteile an den Bund, der damit 99,78 % an der Kommunalkredit hält.
   Die bisherigen Eigentümer verpflichten sich in Form von Eigenkapital bzw. Partizipationskapital, einen Beitrag für die Zukunft der Bank zu leisten. Die Volksbanken tragen 173 Millionen Euro an Partizipationskapital bei, die Dexia 200 Millionen Euro. Dieses Partizipationskapital wird mit einer Dividende von acht Prozent ausgestattet und verbleibt für mindestens fünf Jahre als Eigenkapital in der Bank. Das heißt, inklusiver allfälliger zusätzlicher Maßnahmen des Bundes können wir damit eine Kernkapitalquote von rund acht Prozent darstellen.
   Das bisher besicherte Obligo der Dexia bei der Kommunalkredit bleibt bis Juni 2010 in der Kommunalkredit verankert und stärkt auch die Liquidität. Entscheidend war, dass die Tochter der Kommunalkredit - die Dexia Kommunalkredit Bank (DKB) - vollständig an die Dexia übertragen wird. Der Anteil der Kommunalkredit von 49,16% wird für ein Euro an die Dexia übertragen. Damit ist eine vollständige Entflechtung der Eigentümerstruktur gegeben - ein Schritt von zentraler Bedeutung. Die Dexia wird weiter Eigenkapital an der DKB halten beziehungsweise die Konsortialfinanzierung zwischen DKB und Kommunalkredit fortführen. Es ist auch vorgesehen, dass zumindest für absehbare Zeit der Geschäftsbesorgungsvertrag mit und durch die Kommunalkredit wahrgenommen wird. 
   Volksbanken AG und Dexia geben Haftungserklärungen gegenüber dem neuen Eigentümer ab. Die Republik Österreich wird das Bankenpaket für die Kommunalkredit in Anspruch nehmen und nutzbar machen, um die Geschäftstätigkeit der Kommunalkredit sicherzustellen. Klar ist, dass es in den Organen - im Aufsichtsrat und im Vorstand – innerhalb kurzer Zeit zu Änderungen kommen wird. Von den Organen wird verlangt werden, dass die Kommunalkredit in eine solide Zukunft gehen kann und dass sie damit ihre Aufgaben als Finanzierungsinstrument im Bereich der öffentlichen Finanzierungen auch weiterhin wahrnehmen kann.
   Rückfragehinweis: Bundesministerium für Finanzen
Mag. Jürgen Beilein, Sprecher des Vizekanzlers und Bundesministers für Finanzen
Tel.: (++43-1) 514 33 - 500 004  

(Anmerkung Wien-konkret: "... Ihr Geschäftsmodell war nicht mehr haltbar..." ist eine nette Umschreibung für "die Bank stand vor der Pleite". 



3.11.2008: FPÖ Strache und Weinzinger zu Kommunalkredit: Aufsichtsräte müssen Hut nehmen


"Steuerzahler bezahlen Zeche für jahrelange Misswirtschaft und Ostgeschäfte" -
FPÖ fordert Schaffung von Instrumentarien, um Manager mit Privatvermögen zur Verantwortung zu ziehen.
   Zur aktuellen Meldung, wonach der Bund um symbolische zwei Euro die Kommunalkredit übernimmt, stellten heute FPÖ-Bundesparteiobmann HC Strache und FPÖ-Finanzsprecher, NAbg. Lutz Weinzinger fest: "Eines muss klar sein: Die zuständigen Manager und Aufsichtsräte müssen ihren Hut nehmen, ohne zuvor noch Erfolgsprämien für ihre Misswirtschaft in Rekordhöhe zu kassieren. Denn Fakt ist, dass mit dieser Übernahme durch den Bund die Zeche erneut die heimischen Steuerzahler begleichen müssen." Diese Finanzspritzen, die notwendig werden, belasten zusätzlich das heimische Budget enorm, nicht zu vergessen die hohen Zahlungen, die Österreich als Nettozahler jährlich nach Brüssel abliefern muss.
   Der FPÖ-Finanzsprecher und Landesparteiobmann der FPÖ Oberösterreich sprach sich in diesem Zusammenhang dafür aus, "dass endlich Instrumentarien dafür geschaffen werden müssen, die es ermöglichen, dass Manager mit ihrem Privatvermögen zur Verantwortung gezogen werden können. Es kann nicht sein, dass die Steuerzahler für Misswirtschaft von Großverdienern die Rechnung präsentiert bekommen."
  
"In den letzten zehn Jahren wurde uns immer wieder gebetsmühlenartig versichert, wie toll die Ostgeschäfte unserer Banken sind. Nun fällt dieses Lügengebilde wie ein Kartenhaus in sich zusammen", kritisierte Strache, "dass genau diese Manager, die jene Geschäfte im ehemaligen Osten massiv forciert haben, lediglich Gewinnmaximierung und überproportionale Bereicherung als Antriebsgrund hatten."
   Und Weinzinger ergänzt abschließend: "Nun zeigt sich deutlich, dass derartige Hochrisikogeschäfte nichts mehr mit normaler Wirtschaft zu tun haben, im Nachhinein müssen die österreichischen Steuerzahler mit ihren Steuergeldern retten, was hoffentlich noch zu retten ist."
   Rückfragehinweis: FPÖ



3.11.2008 Kommunalkredit: Gemeindebund bedankt sich bei allen Verhandlern

Annehmbare Lösung in sehr kurzer Zeit erzielt.
   Zufrieden äußerte sich heute, Montag, Gemeindebund-Präsident Bgm. Helmut Mödlhammer zur jüngst erzielten Einigung über die Zukunft der Kommunalkredit. "In so schwierigen Zeiten war es wichtig, dass sehr rasch gehandelt wurde", so Mödlhammer. "Für die Gemeinden wurde ein annehmbares Ergebnis erzielt."
   Besonderen Dank sprach Mödlhammer allen beteiligten Verhandlern aus: "Sowohl vonseiten der Bank, als auch vonseiten des Finanzministeriums wurde sehr rasch und ergebnisorientiert verhandelt. Ich glaube daran, dass damit die Zukunft dieser für die Gemeinden so wichtigen Bank gesichert ist." Explizit bedankte sich Mödlhammer bei Finanzminister Wilhelm Molterer: "Der Finanzminister hat damit die Verantwortung der Republik für die künftige Investitionstätigkeit der Gemeinden wahrgenommen. Wir wissen sehr zu schätzen."
   Der Österreichische Gemeindebund wird seine Anteile von 0,22 Prozent an der Kommunalkredit behalten.

Rückfragehinweis: Österreichischer Gemeindebund
Daniel Kosak (Pressesprecher)
Tel.: (01) 512 14 80/18 

(Anmerkung Wien-konkret: Für den Steuerzahler und die Gemeinden wäre es vermutlich billiger, wenn die Gemeinden ihr Geld direkt beim Staat aufnehmen würde. Noch besser wäre es natürlich, wenn die Gemeinden weniger Schulden und Verluste machen würden.)



3.11.2008: Volksbank AG stärkt Kapitalbasis

Kernkapital wird auf mindestens 9 % angehoben.
   In der heutigen Aufsichtsratssitzung wurde beschlossen, die Kapitalbasis der Volksbank AG zu stärken. Demnach wird die Kernkapitalquote auf mindestens 9 % angehoben werden. Dieser Wert hat sich international als Richtgröße für Banken durchgesetzt. Die bestehenden Aktionäre der Volksbank AG werden sich bei einer Kapitalerhöhung im erforderlichen Umfang beteiligen, zudem wird die Inanspruchnahme des Regierungspakets geprüft.
   "Mit den bevorstehenden Kapitalmaßnahmen stärken wir im bekannt schwierigen Marktumfeld unsere Stellung im nationalen und internationalen Wettbewerb nachhaltig. Durch die Abgabe der Anteile an der Kommunalkredit Austria AG ist die Finanzsituation der VBAG entlastet. Somit können wir unsere Stellung als verlässlicher Finanzierungspartner für Privat- und Firmenkunden weiter ausbauen", so der Aufsichtsrat der Volksbank AG.

Rückfragehinweis: Österreichische Volksbanken AG
Walter Gröblinger, Tel.: +43 (0)50 4004-3864

(Anmerkung Wien-konkret: "... Durch die Abgabe der Anteile an der Kommunalkredit Austria AG ist die Finanzsituation der VBAG entlastet. ...". Wahrscheinlich ist genau das Gegenteil der Fall. Die Österreichische Volksbanken AG VBAG wird wohl die Anteile an der Kommunalkredit Austria - sie hielt immerhin 50,78% an der Kommunalkredit - beim nächsten Bilanzabschluß wertberichtigen müssen. Das wird wahrscheinlich zu einier massiven Senkung des Eigenkapitals bei der Volksbank führen.)



Rasche Neuordnung und Stabilisierung der Kommunalkredit AG weiterer Beweis für Effizienz und Effektivität des österreichischen Finanzmarktstabilitätspaketes.

"Die Stabilisierung und Neuordnung der Kommunalkredit AG ist ein weiterer Beweis für die Effizienz und Effektivität des Finanzmarktstabilisierungspaketes der österreichischen Bundesregierung", erklärten die beiden Vorstände der Finanzmarktaufsichtsbehörde FMA, Mag. Helmut Ettl und Dr. Kurt Pribil. "Das nun beschlossene Maßnahmenbündel für die Kommunalkredit zeigt, dass FMA, Oesterreichische Nationalbank und Bundesregierung nun alle nötigen Instrumentarien zur Hand haben, um auch bei grenzüberschreitend aufgestellten Instituten akkordiert, rasch und maßgeschneidert zum Wohle der österreichischen Finanz- und Volkswirtschaft eingreifen zu können."

Rückfragehinweis:
Klaus Grubelnik (FMA-Mediensprecher)
Tel.: ++43/(0)1/24959 – 5106  Tel.: ++43/(0676)/88249516
OTS0207    2008-11-03/14:48

(Anmerkung Wien-konkret: Schade eigentlich, dass uns Steuerzahler die Finanzmarktaufsicht nicht rechtzeitig vor dieser drohenden Bankenpleite informiert hat. Wahrscheinlich wurde die Finanzmarktaufsicht selbst überrascht.) 



Kommunalkredit: Staat steigt mit 99,78 % ein

Rolle als Spezialbank für Gemeinden und Infrastrukturprojekte erhalten und gestärkt

Die Kommunalkredit Austria hat einen neuen Eigentümer: Mit 99,78 % wird der Bund Mehrheitsaktionär. Damit ist sichergestellt, dass die Kommunalkredit nachhaltig stabilisiert wird und auch bei einem Andauern der Finanzkrise über ausreichend Liquidität und Kapitalstärke verfügt. Die Bank wird, wie bisher, langfristig günstige Finanzierungsmittel zur Verfügung stellen. Das hat positive Konsequenzen für die öffentliche Hand. Das Geld für die Gemeinden bleibt günstig.

Der Einstieg des Bundes erfolgt, da die weltweite Vertrauenskrise am Kapitalmarkt und Ausfälle von Banken zu einem Liquiditätsengpass bei der Kommunalkredit führten. Das Jahresergebnis wird durch die Krise und in der Folge durch Abschreibungen stark belastet. Auch die Übertragung der Anteile an der Dexia Kommunalkredit Bank um einen symbolischen Preis von EUR 1 an die Dexia wirkt negativ auf das Jahresergebnis.

Die Verhandlungsergebnisse im Detail

- Die Anteile von Dexia und VBAG an der Kommunalkredit werden für je EUR 1 an den Bund übertragen. Damit hält der Bund künftig 99,78 % an der Kommunalkredit. Der Gemeindebund bleibt bis auf weiteres Aktionär mit 0,22 % der Anteile.

- Dexia und VBAG verpflichten sich, als Eigentümerleistung das Kapital der Kommunalkredit zu stärken und Teile ihres unbesicherten Obligos in Partizipationskapital umzuwandeln. Für die VBAG bedeutet das einen Anteil von EUR 173 Mio. Auf die Dexia entfällt beim Partizipationskapital ein Anteil von EUR 200 Mio. Das Partizipationskapital soll mit einer Dividende von 8 % ausgestattet werden und wird für die Dauer von mindestens fünf Jahren gewährt. Durch diese Maßnahmen sowie durch zusätzliche Eigenmittel des Bundes steigt die Kernkapitalquote der Kommunalkredit auf 8 % bis 9 %.

- Das bestehende besicherte Obligo der Dexia bei der Kommunalkredit bleibt bis 30.06.2010 als Einlage in der Bank und stärkt somit die Liquidität.

- Die Kommunalkredit-Anteile von 49,16 % an der Dexia Kommunalkredit Bank (DKB) werden um EUR 1 an die Dexia übertragen. Durch die vollständige Entflechtung entfallen jegliche Haftungen der Kommunalkredit gegenüber der DKB. Die Dexia erklärt sich weiters bereit, ausreichend Eigenkapital für die DKB bereitzustellen, bestehende Konsortialfinanzierungen zwischen DKB und Kommunalkredit weiterzuführen und den Geschäftsbesorgungsvertrag mit der Kommunalkredit für maximal sechs Monate fortzuführen.

- Im Vorstand der Kommunalkredit kommt es zu Änderungen.

- Die Republik stellt mit Haftungen sicher, dass die Kommunalkredit über die nötige Liquidität verfügt.

- VBAG und die Dexia geben Haftungserklärungen für eventuell noch nicht bekannte Risiken in der Kommunalkredit ab. Über die Haftungssumme wurde Stillschweigen vereinbart.

Rückfragehinweis:
Kommunalkredit Austria
Cornelia Schragl-Kellermayer (Kommunikation & Marketing)
Tel.: +43 (0)1/31 6 31-532 oder +43 (0)676/88 3163 532
OTS0206    2008-11-03/14:41



OENB Gouverneur Nowotny begrüßt Stabilisierung der Kommunalkredit

Gouverneur Univ.-Prof. Dr. Nowotny begrüßt den raschen und positiven Abschluss der Verhandlungen rund um die Stabilisierung der Kommunalkredit Austria AG. "Es zeigt sich damit, dass sich das Finanzmarktstabilitätsgesetz als wirksames Instrument zur Unterstützung des österreichischen Finanzplatzes und seiner Sektoren erweist. Die Übernahme der Kommunalkredit durch den Bund stellt eine wichtige Maßnahme zur Aufrechterhaltung günstiger öffentlicher Finanzierungsmöglichkeiten dar und ist deshalb von besonderer Bedeutung für die österreichische Volkswirtschaft", betont Gouverneur Nowotny.

Rückfragehinweis:
Oesterreichische Nationalbank, Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Oliver Huber
T.: +43-1-40420-6622
OTS0203    2008-11-03/14:36

(Anmerkung Wien-konkret: Schade eigentlich, dass die Österreichische Nationalbank uns Steuerzahler nicht rechtzeitig vor dieser drohenden Bankenpleite informiert hat. Wahrscheinlich wurde die Nationalbank selbst überrascht. Die Kompetenzen der Österreichischen Nationalbank zur Bankenprüfung wurden als Folge der BAWAG Pleite und Staatsrettung deutlich ausgeweitet. Wie man sieht bewahrt auch das nicht vor eine Bankrotterklärung im Bankenbereich, die nur die die Verstaatlichung der Bank verhindert wurde.)



Republik unterstützt Kommunalkredit durch Übernahme

Rolle als Finanzierungseinrichtung für Gemeinden soll erhalten bleiben und gestärkt werden

Die Republik Österreich unterstützt die Kommunalkredit mit Maßnahmen im Rahmen des Finanzmarktstabilitäts- und des Interbankmarktstärkungsgesetzes. Das Geschäftsmodell der Bank ist zuletzt durch die schwierigen Bedingungen auf den Kapitalmärkten unter Druck geraten. Durch eine Übernahme des Staates soll die wichtige Rolle der Kommunalkredit als Finanzierungsinstitution für Gemeinden und Infrastrukturprojekte erhalten bleiben und gestärkt werden.

Die Verhandlungen zwischen Finanzministerium, der Kommunalkredit und deren Eigentümern Dexia, ÖVAG und Gemeindebund haben im Detail folgende Ergebnisse gebracht:

 - Die Anteile von Dexia und ÖVAG an der Kommunalkredit werden für je 1 Euro an den Bund übertragen. Damit hält der Bund künftig 99,78 Prozent an der Kommunalkredit. Der Gemeindebund bleibt bis auf weiteres Aktionär mit 0,22 Prozent der Anteile.

 - Dexia und ÖVAG verpflichten sich, als Eigentümerleistung das Kapital der Kommunalkredit zu stärken und Teile ihres unbesicherten Obligos in Partizipationskapital umzuwandeln. Für die ÖVAG bedeutet das einen Anteil von 173 Mio. Euro. Auf die Dexia entfällt beim Partizipationskapital ein Anteil von 200 Mio. Euro. Das Partizipationskapital soll mit einer Dividende von 8 Prozent ausgestattet werden und wird für die Dauer von mindestens 5 Jahren gewährt. Durch diese Maßnahmen sowie durch zusätzliche Eigenmittel des Bundes steigt die Kernkapitalquote der Kommunalkredit auf 8 bis 9 Prozent.

 - Das bestehende besicherte Obligo der Dexia bei der Kommunalkredit bleibt bis 30. Juni 2010 als Einlage in der Bank und stärkt somit die Liquidität.

 - Die Kommunalkredit-Anteile von 49,16 Prozent an der Dexia Kommunalkredit Bank (DKB) werden um 1 Euro an die Dexia übertragen. Durch die vollständige Entflechtung entfallen jegliche Haftungen der Kommunalkredit gegenüber der DKB. Die Dexia erklärt sich weiters bereit, ausreichend Eigenkapital für die DKB bereitzustellen, bestehende Konsortialfinanzierungen zwischen DKB und Kommunalkredit weiterzuführen und den Geschäftsbesorgungsvertrag mit der Kommunalkredit für maximal 6 Monate fortzuführen.

- Im Vorstand der Kommunalkredit kommt es zu Änderungen. 

- Die Republik stellt mit Haftungen sicher, dass die Kommunalkredit über die nötige Liquidität verfügt.

 - ÖVAG und Dexia geben Haftungserklärungen für eventuell noch nicht bekannte Risiken in der Kommunalkredit ab. Über die Haftungssumme wurde Stillschweigen vereinbart.

Rückfragehinweis:
Mag. Harald Waiglein
Sprecher des Bundesministeriums für Finanzen
Telefon: (++43-1) 51433 - 506023
OTS0200    2008-11-03/14:30



Kommunalkredit: BZÖ-Bucher fordert Mitwirkungsausschuss


Unterlagen müssen auf den Tisch, bevor über Geld der Steuerzahler entschieden wird

Einen Mitwirkungsausschuss, in dem allen Parteien sämtliche Informationen der Finanzmarktaufsicht und dem Finanzamt zugänglich gemacht werden, fordert BZÖ-Klubobmann Abg. Josef Bucher zur aktuellen Diskussion über die mögliche staatliche Übernahme der Kommunalkredit. Bucher kritisiert aber die noch mangelnde Information von Seiten der Banken, die Geld benötigen. Die anderen Parteien mahnt er: "Nicht beflegeln und dadurch noch mehr Schaden an der Realwirtschaft hervorrufen. Eine gesamtheitliche Sicht ist gerade im momentanen koalitionsfreien Raum mehr denn je nötig."

"Eigentlich wurde das Parlament noch nicht einmal über konkrete Forderungen und Bedürfnisse der Banken informiert," kritisiert Bucher. Deshalb müsse auch auf das Geld der Steuerzahler, über das verfügt werden soll, genauestens gewacht werden. Der Mitwirkungsausschuss könne aber anhand aller Unterlagen individuell für jede Bank auch über Auflagen wie etwa eine Dividendenauszahlung entscheiden. Da gebe es große Unterschiede zwischen z.b. der Kommunalkredit und der Erste Bank.

Klar muss laut Bucher aber auch sein, dass der Mitwirkungsausschuss auch der Verschwiegenheit aller teilnehmenden politischen Parteien  bedarf. "Es ist einfach eine Frage der Verantwortung, dass unsere Banken nicht diskreditiert werden, um daraus politische Vorteile zu ziehen," mahnt Bucher.

Rückfragehinweis:
Pressereferat Parlamentsklub des BZÖ
OTS0156    2008-11-03/12:58



Kogler: Kommunalkredit-Rettung durch Staat darf zu keinem Gewinn für Eigentümer führen


Überprüfung der dubiosen Zypern- und Island-Geschäfte notwendig

"Wenn es zur Rettung der Kommunalkredit und der daran hängenden Geschäftsaufgaben unumgänglich ist, kann die Verstaatlichung ein unausweichlicher Schritt sein", so Werner Kogler, Budget- und Finanzsprecher der Grünen. "Umso mehr muss im Interesse der SteuerzahlerInnen auf die Konditionen und den Verkaufspreis einer solchen Übernahme geachtet werden. Die bisherigen Eigentümer Volksbanken und Dexia Bank dürfen für ihre misslungenen Finanzierungsmodelle und fehlgeschlagenen Engagements nicht mit Geld der SteuerzahlerInnen belohnt werden. Ein Restgewinn für die alten Eigentümer käme einem Griff in die Kassa der SteuerzahlerInnen gleich", so Kogler.

In diesem Zusammenhang sind jedenfalls und sofort die Island-Engagements und die Geschäfte, die in großem Stil über Zypern abgewickelt wurden, zu überprüfen und in die Bewertung mit einzubeziehen. - Zypern-Geschäfte gelten als zweifelhaft.

Rückfragehinweis:
Die Grünen, Tel.: +43-1 40110-6697,
OTS0108    2008-11-03/11:42



FPÖ Kickl: Führungsetage bei der Kommunalkredit hat versagt


Nach Debakel bei österreichischen Großbanken auch Aufklärung über Erfolgsprämien bei Managern gefordert

"Ich erwarte mir auch den Rücktritt der Führungsetage bei der Kommunalkredit", erklärte heute FPÖ-Generalsekretär NAbg. Herbert Kickl zu der Tatsache, wonach die österreichische Bank über einen Einstieg des Staates verhandle und zudem bereits auf eine negative "Watchlist" der Ratingagentur Fitch gesetzt worden sei. Abermals sei offenkundig das Versagen der Manager samt des Aufsichtsrates dafür verantwortlich, dass die Kommunalkredit als achtgrößte österreichische Bank ohne staatliche Hilfe offenbar nicht mehr überlebensfähig sei. Man müsse in diesem Zusammenhang auch klären, was eine Spezialbank, die vor allem für die Finanzierung bei Gebietskörperschaften zuständig sei, eigentlich auf dem Spekulationsmarkt in Island verloren habe.

Des weiteren fordere die FPÖ auch eine Aufklärung darüber, welche österreichischen Bank-Manager in diesem oder im letzen Jahr Erfolgsprämien kassiert hätten. Schließlich seien ja diese Verluste in den diversen Instituten nicht von heute auf morgen passiert. Eine solche Vorgehensweise sei unabdingbar, da ja nach dem Offenbarungseid der Erste Group nun auch Raiffeisen, die BAWAG, die Volksbanken oder die Hypo Group Alpe Adria die Option einer Staatshilfe prüfen würden. "ÖVP-Finanzminister Molterer muss außerdem der österreichischen Bevölkerung erklären, warum es eine Eigenkapitalhilfe für die Banken geben kann, ohne auch nur eine Sekunde an weitere sensible Auflagen durch die Republik zu denken. Dazu zählt auch, dass die Gehälter von Bankmanagern, deren Institute staatliche Hilfe in Anspruch nehmen, klar zu begrenzen sind", schloss Kickl.

Rückfragehinweis: FPÖ
OTS0089    2008-11-03/11:15



Kommunalkredit: Eigenkapitalstärkung und Vorstandsverlängerung

EUR 155 Mio. für Ausbau des Public-Finance-Geschäfts in Österreich und CEE / Vertrag mit Generaldirektor Platzer bis 2014 verlängert (Wien, 24.9.2008) – Die Kommunalkredit-Gruppe, Marktführer in Public Finance, erhält zusätzliches Eigenkapital für den Ausbau ihres Kerngeschäfts „öffentliche Finanzierungen“. Die Eigentümer beschlossen heute, Mittwoch, eine Kapitalerhöhung von EUR 95 Mio. für die Kommunalkredit Austria und EUR 60 Mio. für die CEE-Tochter Dexia Kommunalkredit Bank (Dexia-Kom). „Damit gehen wir gestärkt in die Zukunft und werden unseren erfolgreichen Nischenkurs fortsetzen“, so Generaldirektor Dr. Reinhard Platzer, der für weitere fünf Jahre zum Vorstandsvorsitzenden der Kommunalkredit-Gruppe und Dexia-Kom bestellt wurde. „Ich freue mich über das in mein Vorstandsteam und mich gesetzte Vertrauen“, sagt Platzer einige Tage vor dem 50-Jahr-Jubiläum der Kommunalkredit. Durch die weitere Bindung von GD Dr. Platzer wird sichergestellt, dass die Kommunalkredit ihren Weg als führende Spezialbank für Public Finance fortsetzt. Platzer hat die Bank von einer Bilanzsumme von EUR 150 Mio. Mitte der 1990er-Jahre zu mittlerweile mehr als EUR 35 Mrd. geführt. Mit der Bilanzsumme der nicht konsolidierten Dexia-Kom von EUR 10,1 Mrd. werden damit bereits rund EUR 45,7 Mrd. aus Wien gemanagt. Auch CRO Leopold Fischer wurde als Vorstandsmitglied in beiden Häusern bis 2014 bestätigt. Neu im Vorstandsteam ab 1. Oktober ist Pierre Vérot, ein erfahrener Banker aus dem Hause des Miteigentümers Dexia Crédit Local. Vérot löst Mag. Pascal Becker ab, der nach fünf Jahren in Wien zur Dexia nach Paris zurückkehrt. …

Rückfragehinweis: Kommunalkredit Austria
Cornelia Schragl-Kellermayer (Kommunikation & Marketing)
Tel.: +43 (0)1/31 6 31-532 oder +43 (0)676/88 3163 532



Dr. Claudia Schmied wechselt ins Bildungsministerium

Vorstandsmitglied der Kommunalkredit neue Ministerin


(Wien, 10.01.2007) – Dr. Claudia Schmied, seit 2004 Vorstandsmitglied der Kommunalkredit Austria, wurde heute vom designierten Bundeskanzler Dr. Alfred Gusenbauer als künftige Bildungsministerin präsentiert. Sie wechselt daher mit sofortiger Wirkung auf den Wiener Minoritenplatz.

Kommunalkredit-Generaldirektor Dr. Reinhard Platzer und Aufsichtsratspräsident Franz Pinkl zeigten sich erfreut über die Bestellung ihrer Kollegin. „Natürlich ist es eine Auszeichnung, wenn so eine kompetente Führungskraft aus den eigenen Reihen ins Ministerium berufen wird. Wir wünschen Claudia alles Gute für Ihre neue Herausforderung.“

Dr. Claudia Schmied begann ihre Karriere in der Abteilung für innovative Finanzierungen bei der Investkredit. Es folgten die Positionen als stellvertretende Abteilungsleiterin in den Bereichen Wirtschaftspolitik, Planung und Kommunikation sowie Personal und in der Folge als Leiterin der Abteilung für Unternehmensfinanzierungen. Zwischen 1997 und 1999 fungierte sie als wirtschaftspolitische Beraterin im Büro des Bundesministers und des Staatssekretärs für Finanzen. Nach ihrer Rückkehr in ihre angestammte Position in der Investkredit wurde sie am 1. Juli 2004 Vorstandsmitglied der Kommunalkredit Austria sowie – in Folge - der CEE-Tochter Dexia Kommunalkredit Bank. Nebenbei ist sie Mitglied in zahlreichen Aufsichtsräten, Lektorin an der Wirtschaftsuniversität Wien und war bis Ende 2006 Vorstand der Wiener Symphoniker.

Rückfragehinweis:
Kommunalkredit Austria
Marcus Mayer (Kommunikation & Marketing)
Tel.: +43 (0)1/31 6 31-593