Wien
    

Beschwerde über das AMS Mödling:

Sehr geehrter Herr Mag. Marschall!

Ich habe heute am 29.11.2007 den Bericht über das AMS Gänserndorf in der Kronenzeitung gelesen und bin zur Kenntnis gekommen, dass es auch in anderen AMS`S schwarze Schafe gibt.

Ich hatte mich heuer mitte Juni bei dem für mich zuständigen AMS arbeitssuchend gemeldet. Nachdem ich selbständig war, kam eine Leistungssumme von € 5o8,-- heraus für eine fünfköpfige Familie. Mein Mann bezieht eine Pension von €1.300,--

Am 28. Juni sollte ich wieder beim AMS vorsprechen, ich hatte diesen Tag mit dem Schulzeugnistag verwechselt und bin zu vorgegebener Zeit erschienen. Zu Mittag wurde ich tel. vom AMS angerufen und es wurde vereinbart, dass ich noch bis 14:30 vorsprechen könnte. Da zum Glück mein Gatte schon zu Hause war, hatte ich das Auto zur Verfügung und fuhr zum AMS. Dort angekommen befanden sich alle Betreuer in einer Dienstbesprechung. Mein zuständiger Betreuer wurde gerufen, er trug für den nächsten Tag einen neuen Termin in den Computer ein und ich musste wieder gehen und am nächsten Tag wieder kommen. Hätte ich zum damaligen Zeitpunkt kein Auto zur Verfügung gehabt, hätte ich gar nicht so rasch beim AMS sein können - mich aber hinbestellt und wieder weggeschickt - das hätte ich auch telefonisch erledigen können.

Im Juli wurde ich zu einem Informationstag geschickt, zu dem mich mein Mann begleitete. Ich trug mich als Erste in die zuständige Liste ein. Ein paar Tage später bekam ich ein Schreiben vom AMS, dass der Leistungsbezug eingestellt wurde, weil ich am Infotag nicht teilgenommen hätte.

Am selbigen Tag habe ich per Telefon beim AMS vorgesprochen und man wollte mich sogleich abwimmeln mit den Worten "da müsste ich schon persönlich vorbeikommen". Ich habe mich aber nicht abwimmeln lassen und blieb hartnäckig, bis die Dame endlich den Irrtum bemerkte.

Beim nächsten Termin beim AMS wurde ich ohne Gruß mit den Worten empfangen "Sie waren ja nicht beim Infotag" in einem Ton den man seinem ärgsten Feind nicht wünscht, von wegen sehr schnippisch und oben herab. Wieder musste ich mich rechtfertigen, dass ich unter Zeugen die Erste war, die sich in die Liste eingetragen hat. Die Dame forderte eine Kopie der Liste von Mitarbeitern des AMS an, um zu überprüfen, dass ich die Wahrheit sage. Nur weil man nicht imstande ist alle Informationen korrekt in den Computer einzutragen.

Bei einem weiteren Vorsprachetermin wurde ich abermals angefaucht nicht bei dem Infotag im Juli gewesen zu sein. Ich musste ganz schön würgen, um den dicken Klos in meinem Hals runterzuschlucken!!

Man kommt sich vor wie der letzte Dreck!!!!!

Im Nov. wollte man mich in einen Englischkurs stecken, da ich 32 Jahre lang kein Englisch gebraucht habe, aber dieser in der heutigen Zeit oft in Wort und Schrift verlangt wird.

Bei der einen Institution wurde aus finanzielle Gründen der Kurs abgesagt und dann wollte man mich in den 5. Bezirk schicken, wo nur ein Kurs für Anfänger stattfand. Ob weiter Kurse angeboten wurden stand in den Sternen. Ich habe dieses abgelehnt, da ich ja noch Volksschulkinder habe und da könnte ich mir ja auch gleich in Wien einen Job suchen.

Als Alternative wollte man mich dann in einen Kurs schicken "wie ich mich richtig bewerbe und Vorstellungsgespräche führen soll".

Da kommt man sich ja wirklich vor, als wäre man der Trottel der Nation. Einen Job können sie einem nicht vermitteln, aber die Zeit stehlen, die man braucht um sich einen passenden Job zu suchen, um Job und Familie vereinbaren zu können. Ich habe nur vormittags Zeit, denn nachmittags brauche ich die Zeit für die Kinder Hausaufgaben zu erledigen, den Haushalt und Essen kochen.

Es wurde mir auch noch angeboten, dass ich finanzielle Unterstützung für eine Nachmittagsbetreuung der Kinder bekommen könnte.

Was nützt einem die finanzielle Unterstützung wenn
1) die Kinder nicht in einen Hort wollen,
2) gar kein Hortplatz zu Verfügung steht und
3) was macht man in den Ferien wo auch Vormittagsbetreuung gefragt ist, wenn man keine Oma oder Großmutter zur Verfügung hat.

Es krampft also hinten und vorne, wenn man sich ausrechnet was Kinderbetreuung kostet und wieviel man in einem Halbtagsjob verdient, muss mein Mann noch genug dazuzahlen, um das ganze überhaupt leistbar zu machen. Drum Liebe Frauen - die Moral dieser Gschicht, kriegt lieber keine Kinder nicht!

Übrigens vom AMS habe ich mich streichen lassen, denn der Druck war mir zu groß mich einfach in irgendeinen depperten Kurs stecken zu lassen nur weil's denen so schön in den Kram passt.

Ich suche weiterhin einen Job und wenn ich mich auf irgendeine Weise selbständig mache, ich find schon was.

Gabriele S.                                                    E-Mail 29.11.2007