Wien

AUA Plan B: Der Überlebensplan

Plan B ist der Sparplan oder auch Krisenpaket genannt, falls der AUA Plan A nicht funktioniert.

Derzeit droht Plan A aus zwei Gründen zu scheitern:
1) Die 500 Millionen Staatszuschuß könnten für die marode AUA zuwenig sein
2) Die EU-Kommission genehmigt den Staatszuschuß und die Übergabe an die Lufthansa aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht.


Der Plan B:
Der Notfallsplan sei so grauslich, dass man ihn vor Weihnachten gar nicht genauer erklären wollte, auch nicht auf der ÖIAG Pressekonferenz am 5. Dezember 2008. Nur so viel:

Journalist: Gibt es einen Plan B ?
Ötsch: "Für die AUA schon, aber das ist kein Lufthansa-Thema. ... Über den Plan B ist ja genug spekuliert worden und geäußert worden. Darüber hinaus will ich eigentlich nichts sagen. Das wäre dann eine drastische Redimensionierung -  habe ich auch erwähnt - die wir uns mit der Chance der neuen Partnerschaft ersparen zum Wohle des Standorts, zum Wohle der Kunden."
=> Ganze Ötsch-Stellungnahme am 5.12.2008

Der Plan B stammte jedenfalls noch vom Sanierungsmanager Alfred Ötsch, dürfte ca seit Mitte 2008 fertig in der Schublade liegen und wird seit Anfang Feb. 2009 durch seine Vorstandskollegen und Nachfolger Bierwirth und Malanik umgesetzt.

Die Eckdaten vom AUA Plan-B:
* Einsparungsziel: 225 Millionen Euro im Jahr
* Arbeitszeitkürzungen & Teilzeit: Bei Technik auf 80%
* Gehaltskürzungen (Vorstand verzichtet auf 10% seines Gehalts, Bereichsleiter -7,5%, übrige Führungskäfte -5%, übrige Mitarbeiter -10%)
* Kurzarbeit
* Aussetzung der Pensionskassenbeiträge
* Streckenkürzungen (zB Baia Mare in Rumänien, Burgas in Bulgarien, ... )
* die Prämien für die Manager werden erst nach der Verscherbelung an die Lufthansa ausbezahlt
* DO & Co Kantine muß ihr Angebot reduzieren
* Sanierungsbeiträge der Lieferanten (zB OMV, Flughafen, ... )

Jetzt Anfang Februar 2009 rückt aber AUA-Aufsichtsratsvorsitzender Peter Michaelis doch mit einer Größenordnung heraus, was denn nun der Plan B sei:
Das wäre eine extreme Redimensionierung der Austrian Airlines. "Da würden wir dann von etwas anderem reden, nicht mehr von einer Austrian Airlines, sondern einer Vienna Airlines", so Michaelis.

 
Anmerkung Wien-konkret:
Ob da die richtigen Manager, Verkehrsminister und Finanzminister am Werk sind?
Mit 500 Millionen Staatszuschuß die Austrian Airlines zur Vienna Airlines - also zu einer Regionalfluglinie - zu degradieren, ist mehr oder weniger eine Bankrotterklärung und zeigt das völlige Versagen auf. Im übrigen ist die große Koalition mit SPö und ÖVP angetreten, um die großen Probleme des Landes zu lösen. Man darf gespannt sein, wie es weitergeht...
 

Plan Z: Der Konkursfall

Falls Plan B ("Krisenpakt") nicht rechtzeitig wirkt, dann tritt der ultimative Plan Z ein. Das wäre dann die Zahlungsunfähigkeit ("Insolvenz") mit einem Konkurs. Der Masseverwalter würde dann das Anlagevermögen verscherbeln und aus den Verkaufserlösen die AUA-Gläubiger mit einer gewissen Quote bedienen. Das Insolvenzszenario wurde seitens des Aufsichtsratspräsidenten Peter Michaelis aufgezeigt, wahrscheinlich um die Bereitschaft der AUA-Mitarbeiter dem Plan B zuzustimmen zu erhöhen.

 


* 12.7.2009: Werner Faymann (SPÖ) in " ORF Pressestunde" zum Plan B bei der AUA

AUA Plan B SPÖ

Bundeskanzler Werner Faymann plädierte am Sonntag in der Pressestunde für eine Schließung der ÖIAG: "Die AUA ist ein Beispiel dafür, dass die ÖIAG versagt hat und ein Beispiel, das mich in meiner Haltung bestätigt, dass man die ÖIAG auflösen sollte."...

Die Causa der AUA sei nämlich, so Faymann, "ein trauriges Stück Geschichte"...

.... "Lieber wäre uns natürlich eine rasche Lösung, rechnen müssen wir mit beiden", stellte Faymann klar. Sollte der Verkauf der AUA an die Lufthansa platzen: "Wir haben natürlich überlegt, wie die Austrian Airlines auch ohne Lufthansa eine Zukunft haben kann", ein "Plan B" sei allerdings nicht so vorbereitet, dass man ihn bereits jetzt schon in der Öffentlichkeit präsentieren könne.

ganze Presseaussendung unter => Faymann & AUA

Rückfragehinweis:    SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Tel.: 01/53427-275, Löwelstraße 18, 1014 Wien, Quelle: OTS0028    2009-07-12/12:32