Wien

AUA Berichte: Die Entwicklung der Finanzen & Verlustmeldungen 2008:

12. März 2008: 
Nach EUR -129,9 Mio. 2006 bilanzieren wir 2007 mit EUR 3,3 Mio. nach zwei Jahren Unterbrechung wieder positiv.  ... Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2007 lag die Eigenkapitalquote der Austrian Airlines Group mit 27,7% aufgrund der konsequenten Rückführung von Verbindlichkeiten über dem Vergleichswert Ende 2006 (24,5%).
Quelle: AUA Pressemeldung: 13. März 2008

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24. April 2008:
Quartalsbericht 1 Quartal 2008:
Periodenergebnis -60,4 Mio. Euro  (Vorjahr -16,3 Mio. Euro)
Eigenkapital: 711 Millionen Euro
Eigenkapitalquote: 25,5%
Liquide Mittel: 205 Millionen Euro
Bilanzsumme: 2792 Millionen Euro

Wir haben durch die wieder gewonnene Stärke unserer finanziellen Basis die Möglichkeit, auch in schwierigen Zeiten in unsere Stärken zu investieren und somit unseren Vorsprung in unseren Kernmärkten auszubauen.  … Durch die geplante Beteiligung des Geschäftsmanns Sheikh Mohammed Bin Issa Al Jaber im Rahmen einer Kapitalerhöhung, die am 7. Mai der Hauptversammlung zur Beschlussfassung vorgelegt wird, erfolgt eine weitere wichtige strategische Weichenstellung für die Zukunft der Austrian Airlines Group. (Seite 4)
(Quelle Quartalsbericht 2008 1. Quartal,)

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29. Juli 2008: Halbjahresbericht erstes Halbjahr 2008:
Periodenergebnis – 48,7 Mio. Euro  (Vorjahr – 8,6 Mio. Euro)
Eigenkapital: 742 Millionen Euro
Eigenkapitalquote: 26,3%

Liquide Mittel: 231 Millionen Euro
Bilanzsumme: 2822 Millionen Euro

Aus heutiger Sicht bestätigen wir unsere Prognose und rechnen mit einem Jahresergebnis für das Geschäftsjahr 2008 in der Bandbreite von EUR -70 Mio. und EUR -90 Mio. (Seite 13)
(Quelle Halbjahresbericht 2008)

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28. Oktober 2008: Quartalsbericht drittes Quartal 2008:
Periodenergebnis – 65,1 Mio. Euro  (Vorjahr – 20,6 Mio. Euro)
Eigenkapital: 667 Millionen Euro
Eigenkapitalquote: 24,8 %
Liquide Mittel: 189 Millionen Euro
Bilanzsumme: 2687 Millionen Euro

* Erfolge in der Reduzierung der Nettoverschuldung über die Jahre zeigen unsere Fähigkeit, Krisen zu überwinden. (Seite 3)
* Im September konnte die bei der Hauptversammlung beschlossene Kapitalerhöhung mit rund EUR 17,4 Mio. Brutto-Emissionsvolumen abgeschlossen werden. Die JJW Central & Eastern Europe Beteiligungsverwaltungs GmbH, die Gesellschaft von Herrn Al Jaber, ist der Zahlungsaufforderung innerhalb der gesetzten Frist nicht nachgekommen. Mit Durchführung des Bezugsangebots hat die Austrian Airlines AG alle für die Durchsetzung ihrer Ansprüche gegenüber Herrn Al Jaber notwendigen Vertragspflichten erfüllt. (Seite 4)
* Die erwarteten umsatzbedingten Ertragseinbußen sind höher als die Entspannung auf der Treibstoffkostenseite, sodass mit einem Jahresverlust vor Sondereffekten von EUR 100 Mio. bis EUR 125 Mio. für das Geschäftsjahr 2008 zu rechnen sein wird, der am 16. Oktober kommuniziert wurde. (Seite 4)
* Im Rahmen des Privatisierungsprozesses wurde vorerst keine Entscheidung über den Verkauf des ÖIAG-Anteils getroffen. Der Aufsichtsrat der ÖIAG hat eine Verlängerung des Privatisierungsauftrags beantragt. (Seite 4)
Am 22. September wurde die Aktie erneut in den ATX aufgenommen nachdem sie im März aufgrund der durch den Kursrückgang verursachten reduzierten Marktkapitalisierung aus dem Leitindex der Wiener Börse genommen wurde.
(Seite 14)
* Die unterzeichnenden Vorstände bestätigen als gesetzliche Vertreter, dass der vorliegende Quartalsbericht in Ihrer Verantwortung nach bestem Wissen erstellt wurde, im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, insbesonders IAS 34 (Interim Reporting) steht und ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage liefert. Alfred Ötsch, CEO Andreas Bierwirth, CCO Peter Malanik, COO
(Seite 28)

(Quelle Quartalsbericht 2008 3. Quartal, veröffentlich am 28. Oktober 2008)

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28. November 2008
AUA Jahresverlust wird auf 475 Millionen Euro geschätzt

* 125 Millionen: aus dem operativen Geschäft
* 200 Millionen Euro: Sonderabschreibung auf ältere Flieger:
* 90 Millionen Euro: Verlustvorträge, die doch nicht geltend gemacht werden können. (Anmerkung: Warum dadurch der Jahresverlust 2008 steigen soll, bleibt rätselhaft. Dass es im Geschäftsjahr 2008 einen Verlust bei der AUA geben wird war spätestens mit der Halbjahresbilanz 2008 am 28. Juli 2008 bekannt. Das hat der AUA Vorstand selbst berichtet)
* 60 Millionen: zusätzliche Abschreibungen auf Wertpapiere (Spekulationsverluste)
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Summe AUA Jahresverlust 2008:  475 Millionen Euro (6,5 Milliarden Euro)

Quelle: Kurier 28.11.2008  www.kurier.at/geldundwirtschaft/275363.php

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Anmerkung Wien-konkret
D.h. am 28. Oktober 2008 hat der AUA Vorstand im Quartalsbericht für das dritte Quartal 2008 noch ein Eigenkapital von 667 Millionen Euro - das sind 9,2 Milliarden Schilling - und eine Eigenkapitalquote von 24,8% öffentlicht bekannt gemacht. Selbst einen angeblichen Megaverlust der AUA von 475 Millionen Euro kann die AUA verkraften, denn selbst dann bleibt das Eigenkapital mit ca. 200 Millionen Euro positivEs ist daher sehr unwahrscheinlich, dass die AUA vor einer Insolvenz steht. Ein Gesellschafterdarlehen (Staatszuschuß?) für die AUA ist daher gar nicht notwendig und wahrscheinlich wettbewerbsrechtlich auch gar nicht zulässig.



"profil": AUA will notfalls Flugzeuge verkaufen

Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, überlegen die AUA-Vorstände Andreas Bierwirth und Peter Malanik angesichts der schwierigen Finanzlage der Airline den Verkauf von Flugzeugen. "Es ist falsch zu glauben, wenn die 200 Millionen (Staatsbeihilfen, Anm.) aufgebraucht sind, ist es aus. Die Gesellschaft hat ja noch weitere Assets. In erster Linie sind das natürlich die Flugzeuge", so Bierwirth im "profil"-Interview. Bei den Verhandlungen über einen Gehaltsverzicht der AUA-Mitarbeiter ist indes noch keine Einigung erzielt worden. "Wir sind in sehr konstruktiven Gesprächen mit den Belegschaftsvertretern. Ich möchte das gute Klima aber nicht mit einer zeitlichen Zielsetzung belasten", sagt Peter Malanik.

Rückfragehinweis:
   "profil"-Redaktion
   Tel.: (01) 534 70 DW 3501 und 3502
OTS0004    2009-02-21/08:00