Wien

AUA Verkauf: Allgemeine Informationen zur geplanten AUA Übernahme:

Foto: AUA Flugzeuge



Foto: AUA Flugzeuge am Heimatflughafen Wien-Schwechat; © Wien-konkret

Unternehmen: Austrian Airlines AG
Adresse: Office Park 2, P.O.Box 100, 1300 Wien-Flughafen, Österreich
Telefon: +43 (0)5 1766 0
Website: www.austrianairlines.co.at

Mitarbeiter: ca 8000 in der AUA Gruppe

Flugzeuge:
100 in der AUA Gruppe

AUA-Gruppe:
Zur Austrian Airlines Gruppe gehören die Lauda Air, die Austrian Arrows (ehem. Tyrolean Airways) und die Austrian Airlines

Anzahl ausgegebener Aktien
88.134.724 Stück davon 36.628.791 im Staatsbesitz (Stand Januar 2009)
Hoch-Tief 1999 - 2008: Hoch 32,70 Euro am 15.4.1999 / Tief 2,21 Euro am 15.7.2008
AUA-Aktienchart => Financial Times Deutschland mit 10 Jahres Rückblick

Privatisierungsauftrag des Ministerrates an die ÖIAG vom 12. August 2008:
"... Die ÖIAG wird ermächtigt, die Austrian Airlines AG bei Erhaltung einer österreichischen Kernaktionärsstruktur von 25% + 1 Aktie zu privatisieren. ..."  Übrigens setzte Verkehrsminister Werner Faymann (SPÖ) diese Sperrminorität (25 Prozent plus eine Aktie) für einen österreichischen Kernaktionär durch.

Frage an die AUA Privatisierer in der ÖIAG: Ist die deutsche Lufthansa eine österr. Firma?
Wissen: Der derzeitige Bestbieter - die "Wien-konkret Medien GmbH" - ist zu 100% in österreichischem Besitz, wird aber von der ÖIAG derzeit nicht berücksichtigt !



Chronologie des Verkaufs der staatlichen AUA-Aktien 2008 - 2009

Bilder von der Fluglinie Austrian Airlines (AUA)



Bilder: AUA Zentrale am Flughafen Wien-Schwechat - AUA Schalter - Der AUA Verkauf in den Medien; © Wien-konkret

Der Beitrag wird laufend ergänzt
 

* 8.9.2009 Information über Stimmrechtsänderung gemäß §93 BörseG

Die Austrian Airlines AG gibt bekannt, dass sie von der ÖIAG Österreichische Industrieholding AG über den Verkauf von 36.626.875 Aktien am 3. September 2009 an die ÖLH Österreichische Luftverkehrs-Holding-GmbH informiert wurde und damit ihren Anteil an der Austrian Airlines AG auf Null reduziert hat.

Des Weiteren gibt die Austrian Airlines AG bekannt, dass sie von der ÖLH Österreichische Luftverkehrs-Holding-GmbH über das Überschreiten der Stimmrechtsschwelle von 75 Prozent informiert wurde. Am 3. September 2009 hat die ÖLH 73.586.289 Aktien erworben; dies entspricht einer Beteiligung an Austrian Airlines (unter Außerachtlassung der von Austrian Airlines selbst
gehaltenen eigenen Aktien) von (gerundet auf 2 Kommastellen) 86,48% am Grundkapital.

Rückfragehinweis:
Austrian Airlines AG
Konzernkommunikation: Mag. Martin Hehemann Tel.: 05 1766-11231
Investor Relations: Mag. Thomas Krammer Tel.: 051766-13311
Emittent: Austrian Airlines AG, Office Park 2 Postfach 100, A-1300 Wien-Flughafen
Telefon:  +43 (0)5 1766-11231
OTS0012    2009-09-08/08:05
 

* 28. August 2009 EU-Kommission genehmigt AUA-Übernahme

In einer Pressekonferenz hat die EU-Kommission heute die Übernahme der AUA durch die Ddeutsche Lufthansa offizielle genehmigt. Damit wird aus der "österreichischen AUA" jetzt eine "Deutsche AUA".

Nächste Schritte:
* Der österr. Steuerzahler muss jetzt 500 Millionen Euro zahlen
* Bei der AUA werden 1000 Mitarbeiter bis Mitte 2010 abgebaut werden
* Ob es Klagen von Robin Hood Aviation, Fly Niki oder Air France beim EuGH geben wird ist noch unbekannt. Der EuGH könnte jedenfalls den ganzen Deal noch kippen.
 

* 4. August 2009: Pressekonferenz des AUA-Vorstandes zum Rekordverlust im 1. Halbjahr 2009:

Halbjahresbericht der Austrian Airlines für das 1 Halbjahr 2009 zum 30.6.2009:

 Quartalsbericht AUA 

 Ergebnis 2. Qu. 2009 

 Ergebnis 2. Qu. 2008 

 Periodenergebnis

  -167 Millionen Euro

   -49 Millionen Euro

 Eigenkapital:

   162 Millionen Euro

   256 Millionen Euro

 Eigenkapitalquote:

          8,0 %

          11,6 %

 Liquide Mittel:

    84 Millionen Euro

   231 Millionen Euro

 Bilanzsumme:

 2030 Millionen Euro

 2823 Millionen Euro

Peter Malanik und  Andreas Bierwirth

Foto link: Peter Malanik rechts: Andreas Bierwirth; © Wien-konkret

Pressekonferenz am 4. August 2009 im Hotel Hilton Wien am Stadtpark ab 10 Uhr

Eckpunkte:
* Das Halbjahresergebnis ist auf katastrophale -167 Millionen Euro Verlust gesunken. Der Rekordverlust der AUA ist somit 3,5 Mal so schlecht, wie im Vorjahr unter Alfred Ötsch.
* Die AUA verbrennt weiterhin fast 1 Millionen Euro am Tag
* Der Umsatz ging um 22% nach unten.
* Die Eigenkapitalquote ist auf 8% gesunken.
* Liquide Mittel sind auf 84 Millionen Euro gesunken
* Vom staatlichen 200 Millionen Euro Kredit sind schon ca 172 Millionen Euro verbraucht. Diesen Kredit kann man erst bei Erhalt des 500 Millionen Euro Staatszuschusses rückzahlen.
* Der AUA-Vorstand bestreitet eine Insolvenzgefahr
 
 

Video: AUA Presse- konferenz
am 4. August 2009 im Hotel Hilton Wien zur Präsentation des AUA Halbjahres- ergebnisses 2009

Video 118 MB;
© Wien-konkret


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Mehr Infos => AUA Finanzen
 
 

* 1.8.2009: Niki Lauda: Es ist keine Kunst, eine Airline zu verschenken und dann noch 500 Millionen dazuzugeben

Airliner Niki Lauda findet im Interview mit der Tageszeitung ÖSTERREICH (Sonntag-Ausgabe) ungewöhnlich scharfe Worte für ÖVP-Finanzminister Josef Pröll. "Ich bin erstaunt darüber, wie der Herr Pröll das Ganze jetzt als großen Erfolg verkauft. Das ist das größte Drama seit dem Zweiten Weltkrieg. Es ist ja schließlich keine Kunst, eine Airline zu verschenken und dann noch 500 Millionen Euro dazuzugeben", sagt Lauda zu ÖSTERREICH.

Rückfragehinweis:    ÖSTERREICH,  Chefredaktion,     Tel.: (01) 588 11 / 1010
OTS0051    2009-08-01/20:23
 

* 1. August 2009: Bundeskanzler Werner Faymann im Ö1 Morgenjournal: "AUA Verkauf ist keine Erfolgsgeschichte"

Bundeskanzler Werner Faymann im Ö1 Morgenjournal, als Replik zu Finanzminister Josef Pröll, der gemeint hat, dass der AUA-Verkauf an die Lufthansa eine "große Erfolgsgeschichte der österreichischen Finanz- und Wirtschaftspolitik" sei:
" ... Weder 500 Millionen zu bezahlen vom Schuldenstand als Republik Österreich, noch die Tatsache, dass es sich dann um ein deutsches Flugunternehmen handelt, kann man als Erfolg oder als Sieg werten. "

Anmerkung Wien-konkret: Wenigstens ein Regierungsmitglied, welches die Realität noch halbwegs realistisch kommentiert. Dem Steuerzahler nützt das aber auch nichts. Die 500 Millionen Euro sind in Kürze weg. Die AUA ist in Kürze deutschen Händen. Und mehr als 1500 Mitabrbeiter der AUA verlieren trotzdem in Kürze ihren Job.
 

* 1. August 2009: Wien-konkret weiterhin Bestbieter


Die Wien-konkret Medien GmbH ist weiterhin Bestbieterin bei den zum Verkauf stehenden AUA-Aktien, die sich derzeit im Staatsbesitz befinden.

Die deutsche Lufthansa scheidet schon längst dreifach aus:
1) Die Lufthansa ist kein österreichisches Unternehmen und erfüllt daher nicht den Privatisierungsauftrag der Bundesregierung
2) Die Lufthansa bietet einen negativen Kaufpreis (den Fehlbetrag soll dabei übrigens der österreichische Steuerzahler zahlen !). Die Lufthansa ist somit auch rechnerisch um eine halbe Milliarde Euro hinter dem Wien-konkret Angebot.
3) Eine Übernahme durch die Lufthansa würde gegen das EU-Wettbewerbsrecht verstoßen. Diese Erkenntnis setzt sich auch bei der EU-Kommission schön langsam durch.

Wien-konkret hat bereits am 11. November 2008 ein rechtsverbindliches Angebot bei der ÖIAG abgegeben und nun das Angebot bis 30.9.2009 verlängert. Da außer Lufthansa und Wien-konkret kein weiteres Angebot abgegeben wurde, hätte schon längst der Zuschlag an Wien-konkret erfolgen müssen. Wenn nun der Lufthansa-Übernahmeversuch scheitert, so wird hoffentlich dann die ohnedies einzige rechtmäßige Variante durchgeführt: Ein Verkauf an die Wien-konkret Medien GmbH !
 

* 31. Juli 2009: Josef Pröll und die AUA-Erfolgsgeschichte:

Finanzminister Josef Pröll (ÖVP) zur informellen Zustimmung der EU-Wettbewerbskommission zur AUA-Übernahme durch die deutsche Lufthansa:
"Das ist eine große Erfolgsgeschichte der österreichischen Finanz- und Wirtschaftspolitik. Wir haben sehr viel eingesetzt dafür, dass die AUA überleben kann, gemeinsam mit der Lufthansa, und das ist jetzt gelungen nach sehr, sehr harten Zielverhandlungen in den letzten Tagen."

Anmerkung Wien-konkret: Das ist lebendiges Wirtschaftskabarett vorgetragen von der angeblichen Wirtschaftspartei ÖVP. Allerdings muss man Pröll zu Gute halten, dass er ja nie Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft oder Finanzwirtschaft studiert hat. Er weiß es halt einfach nicht besser.
 
ORF2: Zeit im Bild vom 31. Juli 2009
Finanzminister Josef Pröll im Interview: "Das ist eine große Erfolgsgeschichte ..."
www.youtube.com
 

* 31.7.2009: EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes Pressemitteilung im Original

"Commissioner Neelie Kroes reacts to improved remedies in Lufthansa/Austrian Airlines merger case

After talks earlier today about the results of this week's market test, Lufthansa has put forward further improved remedies to address the competition concerns raised in this case. Following this, Commissioner Kroes has instructed her services to draft a conditional clearance decision. The draft decision will be submitted to the Advisory Committee of the Member States and a final proposal will be presented, for adoption, to the College of Commissioners as soon as possible."
Quelle: Website der EU-Wettbewerbskommissin

=> Daraus leiten die meisten österreichischen Politiker und Medien ein Zustimmung der EU-Kommission zur Abgabe der AUA an die Lufthansa ab. ("Grünes Licht", "informelles OK", "Jetzt ist es fix, Lufthansa darf AUA übernehmen", usw.)
Tatsächlich fehlt noch die aller wichtigste Entscheidung: Ist der 500 Millionen Staatszuschuß an die AUA wettbewerbsverzerrend oder nicht. EU-Verkehrskommissar hat diese Frage nach immer nicht entschieden. Weiters wird es voraussichtlich Klagen der Wettbewerber (zB Air France) beim EuGH geben, der die Entscheidung der EU-Kommission - egal wie diese nun aussehen wird - noch aufheben kann. Es bleibt spanned ...
 

* 31. Juli 2009: Pressemitteilung der Österreichischen Übernahmekommssion zum Fall AUA

Laut einer Pressemitteilung der Österreichischen Übernahmekommission liegt für die Übernahme der AUA durch die Lufthansa die erforderlichen Genehmigungen der Europäischen Kommission mit heutigem Tag nicht vor. Der Antrag der Lufthansa - die Frist um ein Monat zu verlängern - wurde von der Österreichischen Übernahmekommission um ein Monat wunschgemäß verlängert, um ein Scheitern des Angebots der Lufthansa zu verhindern.

Mehr Infos => Übernahmekommission & AUA & Lufthansa
 
 

* 27. Juli 2009: AUA: Wer bekommt den "Schwarzen Peter"?

AUA-Spiel um den Schwarzen Peter

Bild: Wer bekommt im AUA-Übernahmespiel den "Schwarzen Peter"?

Dass die geplante Übernahme der Austrian Airlines durch die deutsche Lufthansa nicht den rechtskonform erfolgt sein dürfte, das vermuten nicht nur viele Mitbewerber, sondern mittlerweile auch viele Kommentatoren der verschiedensten Medien.

Die große Frage ist nun: Wer bekommt den "Schwarzen Peter" für das Scheitern des Deals?

Allgemeine Spielregeln: Am Spiel können beliebig viele Kinder und Erwachsene teilnehmen, zumindest aber zwei. Die Karten werden gemischt und gleichmäßig an die Spieler verteilt (= gleiche Ausgangslage für alle Mitspieler). Sobald ein Spieler in seinem Blatt ein Paar hat, d. h. zwei Karten mit demselben Eckzeichen, so legt er diese ab (= verbindliche Kaufangebote abgeben). Dann beginnt das Kartenziehen beim Nachbarn (= als Mediator eignet sich die EU-Kommission ganz hervorragend). Dem Spieler, dem am Schluß der Schwarze Peter überbleibt hat verloren und bekommt einen Schwarzen Punkt auf die Stirn.


Hier die aussichtsreichsten Kandidaten für den "Schwarzen Peter" im AUA-Spiel:
* ÖIAG Chef Peter Michaelis: Michaelis ist hauptverantwortlich für das Ausschreibungsverfahrens zu den verkaufenden AUA-Aktien des Staates. Die Ausschreibung hätte wesentlich professioneller abgewickelt werden können. Selbst bei einer Genehmigung durch die EU-Kommission wird es vielfältige Einspruchsmöglichkeiten bei Gerichten durch die Konkurrenten und dem übergangenen Bestbieter geben. ÖIAG-Chef Michaelis hat aber auch als AUA-Aufsichtsratspräsident versagt. Immerhin hat er die missliche Lage der AUA als AUA-Aufsichtsratschef in allen wesentlichen Punkten mitzuverantworten.
* Lufthansa: Sie hätte ein paar Strecken an die Konkurrenz abgeben können und hat dies trotz wiederholter Aufforderungen der EU-Kommission bisher nicht getan. Sie verhindert so mehr Wettbewerb.
EU-Kommission: Die hätte schon längst eine Entscheidung treffen können, so oder anders. Die EU hat bisher nicht einmal über den 500 Millionen Euro Staatszuschuß eine Entscheidung getroffen, obwohl dieser klar dem EU-Recht widerspricht und bereits seit 19. Dezember 2008 bei der EU-Verkehrskommission anhängig ist. Dafür ist EU-Verkehrskommissar Antonio Tajani verantwortlich. EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes hätte ebenfalls längst entscheiden können, dass die eingereichten Unterlagen dem EU-Wettbewerbsrecht widersprechen. Anstatt dessen verhandelt sie mit der Lufthansa und versucht die Lufthansa zum Nachbessern zu überreden. Man kann das auch als "Kuhhandeln" bezeichnen.
AUA-Management: Auch die neuen AUA-Vorstände Bierwirth und Mahlanik agierten bis dato äußerst schwach. Die Verluste der AUA waren im ersten Quartal 2009 noch schlechter als im Vergleichszeitraum des Vorjahres unter Alfred Ötsch. Weiters wurden bis dato auch kein nennenswerter Mitarbeiterabbau durchgeführt und auch die Gehälter kaum gesenkt, ohne die eine Sanierung der AUA unmöglich ist. 
SPÖ und ÖVP: Die Regierungsparteien SPÖ und ÖVP wollten die AUA durch die Steuerzahler (500 Milionen Euro Staatszuschuß) sanieren und der deutschen Lufthansa defacto schenken. Der Kaufpreis hätte 1 Cent je Aktie betragen sollen. Damit wären nicht nur 500 Millionen Euro Steuergeld der Österreicher sinnlos vergeudet, sondern auch ein Symbol des Staates Österreich an die Deutschen mehr oder weniger verschenkt worden. Damit verlieren SPö und ÖVP jegliche Glaubwürdigkeit bei der Österreichischen Bevölkerung. Welche Interessen vertreten die angeblichen Volksvertreter eigentlich? Wann treten der Finanzminister Josef Pröll (ÖVP) und Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) zurück?
 
* PS: Steuerzahler: Sollte der AUA-Deal doch noch durchgehen, dann bekommen die österreichischen Steuerzahler den "Schwarzen Peter" und sie müssen dafür 500 Millionen Euro bezahlen. Dafür bekommen sie keinen schwarzen Punkt auf die Stirn gemalt !
 

* 23. Juli 2009: EU-Kommission verschickt Katalog mit 40 neuen Fragen an Konkurrenz-Airlines

Laut der Tageszeitung ÖSTERREICH müssen heute Freitag 23.7.2009 80 Fragen von den Wettbewerbern der AUA & Lufthansa beantwortet werden. Weitere 40 Fragen zu den möglichen Folgen der AUA-Übernahme durch die Lufthansa sind von den Airlines bis 27. Juli 2009 zu beantworten.
 

* 16.7.2009: Neues Sparpaket für AUA-Mitarbeiter

Der Betriebsrat einigte sich mit dem AUA-Management auf ein neues Sparpaket für AUA-Mitarbeiter. Dabei sollen durch Gehaltsverzicht ca 30 Millionen Euro pro Jahr eingespart werden, in Summe 150 Millionen Euro bis zum Jahr 2015. Vorerst werden 1000 Mitarbeiter im AUA-Konzern abgebaut. Der AUA-Betriebsrat und die Gewerkschaft denken nicht an Streik, da man gegen den Bankrott nicht streiken kann. Großartige Einsicht!

Hätte der Betriebsrat den Personalkostenreduktionen schon 2007 zugestimmt, dann wäre erstens der damalige AUA-Chef Alfred Ötsch mit seinem Sanierungskonzept nicht gescheitert und zweitens wäre die AUA eigenständig geblieben. 

Übrigens dürfte das erste Halbjahr 2009 für den AUA-Konzern noch schlechter ausgefallen sein, als im Vorjahr. Die Finanzzahlen werden am 4. August 2009 veröffentlicht werden. Die Verkehrszahlen gingen im ersten albjahr 2009 um 14% gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr zurück, auf der Langstrecke sogar um 23%. Soviel steht schon fest.
 

* 15.7.2009: AUA-Debakel: FPÖ spricht erstmals von Insolvenz

FPÖ-Luftfahrtsprecher NAbg Ing. Norbert Hofer: "Wenn der Verkauf an die Lufthansa scheitert, dann wird eine drohende Insolvenz unweigerlich zum Thema werden. Tatsache ist, dass die Republik Österreich noch so viel Geld zuschießen kann, es ändert nichts am Grundproblem der AUA. ... Abg. Norbert Hofer betont, dass der Rechungshof-Unterausschuss eindeutig ergeben habe, dass nicht nur das Management sondern in erster Linie die Politik dem Unternehmen den Todesstoß gegeben habe. ...
ganze Presseaussendung lesen => Norbert Hofer zur AUA
 

* 14. Juli 2009: Wie retten wir die AUA?

Fernseh-Tipp: puls4 TV & AUA
Sendung “Talk of Town – Darüber spricht Österreich, Mo-Fr 19.45 auf PULS 4”, die am 14. Juli 2009 um 19.45 Uhr gesendet wurde:
Studiodiskussion zum Thema "Hat die Politik die AUA verspielt und soll Niki Lauda die AUA retten?"

Hier die Fernsehsendung als Video-Mitschnitt:

Video puls 4 TV

am 14. Juli 2009 zum Thema: Wie kann man die AUA retten?
Video 124 MB;
© mit freundlicher Genehmigung von
puls 4 TV

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Hier gibt es => Tipps zur Problemlösung.



* 14. Juli 2009: Außerordentliche Hauptversammlung der AUA

In der heutigen außerordentlichen Hauptversammlung bei der Austrian Airline passierte nicht viel, schon gar nicht das, was man sich erwarten würde. Die Alternativszenarien oder gar Sanierungsmaßnahmen für die AUA wurden nur kurz genannt, aber nicht ausführlich diskutiert. Michaelis fordert nun vom Steuerzahler 1 Milliarde Euro (statt bisher 500 Millionen Euro) zur Sanierung der AUA, falls die Übernahme durch die Lufthansa scheitern sollte. Naja wünschen darf er sich es ja.

In der a.o. Hauptversammlung wurde an der AUA-Fassade (= Potemkinsches Dorf) weitergebaut. Es wurden Beschlüsse gefaßt, falls die Lufthansa-Übernahme doch noch klappen sollte. Z.B. wurde der Lufthansa-Chef Wolfgang Mayerhuber und die Lufthansa-Mannen bereits in den AUA-Aufsichtsrat gewählt, obwohl die Lufthansa die AUA noch gar nicht übernommen hat. Weiters wurde beschlossen, dass der Hauptsitz der AUA Wien bleibt und die Marke Austrian Airline erhalten bleibt. Das ganze hat eigentlich gar keinen Wert, weil die Lufthansa - falls der mittlerweile unwahrscheinliche Fall der AUA-Übernahme eintritt - bei späteren Hauptversammlungen diese Beschlüsse über Standort und Marke ohnedies wieder aufheben kann. 

Dass das mit dem Haupsitz Wien nicht ganz ernst gemeint war zeigt, dass von den 8 gewählten Lufthansa Aufsichtsräten 6 (oder sogar 7?) gar nicht anwesend waren, nicht einmal der zu wählende neue Aufsichtsratschef Wolfgang Mayrhuber war hier.

Wilhelm Rasinger vom Interessensverband der Anleger bezeichnet die heutige außerordentliche Hauptversammlung der AUA als „Phantomveranstaltung“.
Investor und Hauptversammlungsschreck Rupert-Heinrich Staller meint: „Der Scheich heißt jetzt nicht Al Jaber, sondern Mayrhuber.“ Und im ZIB 2 Interview: "Es geht um einen fortgesetzten Todeskampf eines österreichischen Unternehmens. ..."
 

* 12.7.2009: Faymann - " ORF Pressestunde": "ÖIAG hat in Österreich nichts mehr verloren"

AUA SPÖ

Bundeskanzler Werner Faymann plädierte am Sonntag in der Pressestunde für eine Schließung der ÖIAG: "Die AUA ist ein Beispiel dafür, dass die ÖIAG versagt hat und ein Beispiel, das mich in meiner Haltung bestätigt, dass man die ÖIAG auflösen sollte."
Faymann ist überzeugt, die ÖIAG sei eine Zwischenebene "mit hoch bezahlten Honoraren", aber ohne vernünftigen Sinn und Zweck. "Diese Zwischenebene hat in Österreich nichts mehr verloren", stellte Faymann klar. ****

Die Causa der AUA sei nämlich, so Faymann, "ein trauriges Stück Geschichte". ...

Ob in den nächsten Wochen Klarheit geschaffen werde oder eine so genannte "vertiefte Prüfung" stattfinden müsse, ließe sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht feststellen, so der Bundeskanzler. "Lieber wäre uns natürlich eine rasche Lösung, rechnen müssen wir mit beiden", stellte Faymann klar. Sollte der Verkauf der AUA an die Lufthansa platzen: "Wir haben natürlich überlegt, wie die Austrian Airlines auch ohne Lufthansa eine Zukunft haben kann", ein "Plan B" sei allerdings nicht so vorbereitet, dass man ihn bereits jetzt schon in der Öffentlichkeit präsentieren könne.
ganze Pressemitteilung => Faymann & AUA
Rückfragehinweis: SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Telefon: 01/53427-275, 
Quelle: OTS0028    2009-07-12/12:32
 

* 12. Juli 2009: Wer ist Schuld am AUA-Fiasko? Eine ORF-Analyse

Eine Recht gute Analyse wer die Schuld am AUA-Fiasko trägt, findet man beim ORF auf: www.orf.at/090712-40379/index.html

Leider fehlt auch in der ORF Analyse ein ganz entscheidender Punkt, nämlich, dass die Wien-konkret Medien GmbH seit 11. November 2008 - also noch vor der entscheidenden Aufsichtsratssitzung der ÖIAG am 5. Dezember 2008 - ein verbindliches Kaufangebot abgegeben hat und mit diesem Kaufangebot bislang Bestbieter geblieben ist. Die Lufthansa ist mit ihrem negativen Kaufpreis von minus 500 Millionen Euro nicht nur finanziell unterlegen, sondern sie entspricht auch nicht dem Privatisierungsausftrag der Bundesregierung. Dieser sieht vor, dass 25% der AUA in österreichischem Besitz bleiben müssen. Die Lufthansa ist aber zu 100% ein deutscher Konzern.
 

* 10. Juli 2009: Deal dürfte am EU-Wettbewerbsrecht scheitern

Die Zugeständnisse der Lufthansa entsprechen nicht dem EU-Wettbewerbsrecht. Daher kann EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes der AUA-Übernahme derzeit nicht zustimmen. Warum die Lufthansa nicht mehr Zugeständnisse macht? Weil es dann für die Lufthansa besser ist, die AUA als STAR Alliance Partner weiter zu haben wie bisher und so die Strecken Wien-Frankfurt monopolartig zu besetzen.

Nun bricht auch das Vertrauen der Anleger ein. Am Freitag crashte die AUA Aktie von 3,97 Euro auf 3,50 Euro. Das sind mius 12% an einem Tag, somit ein beachtlicher Sturzflug. Die Blase ist am Platzen.
 

* 10.7.2009. EU-Verkehrskommissar Antonio Tajani will Staatsbeihilfe an AUA doch erlauben:

AUA EU-Kommission,

Die Tageszeitung „Die Presse“ schrieb am 10. Juli 2009 (diepresse.com/home/wirtschaft/economist/493912/index.do?from=simarchiv ) :
“... Inzwischen sei Tajani zu dem Schluß gekommen, die Beihilfe zu erlauben, heißt es. Denn ein AUA-Konkurs käme allemal teurer. …“

Dem ist wie folgt zu entgegnen:
1. Die AUA hat an der Wiener Börse zur Zeit einen Wert von über 300 Millionen Euro. Die Finanzinvestoren rechnen also mit keinem baldigen Konkurs. Der Staat Österreich kann seine AUA-Aktien an der Börse verkaufen, zuletzt per 10. Juli 2009 um 3,45 Euro je Aktie. Das ergäbe einen Verkaufserlös von ca 126 Millionen Euro für das vom Staat Österreich gehaltene Aktienpaket an der AUA.
2. Die Wien-konkret Medien GmbH bietet an, die in Staatsbesitz befindlichen AUA-Aktien im Ausmaß von 25% + 1 Aktie auch ohne Staatszuschuß um 11 Euro zu kaufen. Damit hätte der Staat Österreich und die ÖIAG keinerlei Verpflichtungen mehr gegenüber der AUA (Genau genommen hat ein Aktionär auch so keine Verpflichtungen gegenüber seiner Aktiengesellschaft).
3. Selbst bei einem AUA-Konkurs würden keine € 500 Millionen an Kosten anfallen. Wären die fiktiven Konkurskosten das Maß für die Gewährung der Beihil-fe, dann dürfte die staatliche Beihilfe maximal 5–10 Millionen Euro betragen.
Resümee: Ein Konkurs der AUA ist derzeit nicht notwendig. Ist gibt genügend Alternativen, die besser wären.
  

* 1. Juli 2009: Die Katze ist aus dem Sack


Die EU-Wettbewerbskommission hat ein vertieftes Prüfungsverfahren in Sachen AUA-Übernahme angesetzt. Frist: 90 Arbeitstag (somit bis 6. November 2009)
Da bleibt nun genug Zeit zum Nachdenken und Vorsprechen für unsere "Volksvertreter".
 

* 30. Juni 2009: EU-Verkehrskommissar Tajani deutet Verschiebung an

AUA EU-Kommission

Der EU-Verkehrskommissar Antonio Tajani deutet in einem Interview mit der APA an, dass eine Lösung wegen der AUA-Übernahme durch die Lufthansa in den nächsten Wochen gefunden werden würde. Das ist insoferne bemerkenswert, als der EU-Verkehrskommissar für die Prüfung der Staatsbeihilfe an die AUA im unglaublichen Ausmaß von 500 Millionen Euro zuständig ist. Damit wird es vermutlich keine Entscheidung der EU-Kommission am 1. Juli 2009 geben, so wie dies ursprünglich angekündigt war.
 

* 30. Juni 2009: Wien-konkret Medien GmbH verlängert ihr Kaufangebot für die AUA bis 30. September 2009

AUA-Kaufangebotsverlängerung von Wien-konkret

AUA-Kaufangebots- verlängerung von Wien-konkret bis 30.9.2009

Die Wien-konkret Medien GmbH hat ihr Angebot heute bis 30. Sept. 2009 verlängert und bei der ÖIAG in Wien abgegeben. Gleichzeitig wurde die EU-Wettbewerbs- kommission und die EU-Verkehrskommission davon informiert.

Wien-konkret ist mit seinem Angebot weiterhin - übergangener - Bestbieter und zwar mit einer halben Milliarde Vorsprung auf die Lufthansa. Die Lufthansa will ja bekanntlich 500.000.000 Euro Staatszuschuß dafür, dass sie die AUA inklusive Lauda Air und Tyrolean Airways um 1 Cent je Aktie übernimmt. Wien-konkret verzichtet auf jeden Staatszuschuß, da dieser ohnedies wettbewerbsverzerrend wäre und dem österreichischen Steuerzahler nicht zumutbar ist.
 
Wenn es gewünscht ist, hinterlegt die Wien-konkret Medien GmbH den gesamten Kaufpreis von 11 Euro gerne im Voraus bei der ÖIAG oder beim Finanzministerium. Finanzminister Josef Pröll zeigte bis jetzt kein Interesse und will sich seit Nov. 2008 nicht einmal Zeit für ein Treffen nehmen. Vielmehr verweist das Finanzministerium darauf, dass die ÖIAG zuständig sei.

 

* 29.6.2009: Der Flughafen Wien verhängt Baustopp für den Ausbau des Gebäudes "Skylink":

Der Aufsichtsrat der "Flughafen Wien AG" beschloß in der heutigen Aufsichtsratssitzung den weiteren Ausbau des Flughafens zu stoppen. Mit dem neuen Flughafengebäude Skylink wollte man den steigenden Passagierverkehr abwickeln. Nun sind aber die Kosten von ursprünglich 366 Millionen Euro im Jahre 2005 auf derzeit ca 830 Millionen Euro expoldiert und ein Ende ist nicht absehbar. Dagegen bricht der Flugverkehr am Flughafen Wien derzeit ein. Für heuer werden Rückgänge von 10% - 25% erwartet. Somit dürfte der Flughafen-Skandal in etwa die Größe des AUA-Skandals erreichen mit ca 500-600 Millionen Euro Verlust in den letzten Jahren.
 

* 18. Juni 2009: Bundeskanzler Werner Faymann berichtet von "Problemen in Brüssel" betreffend der AUA-Übernahme durch die Lufthansa

In einem Interview mit der Tageszeitung Kurier am 18. Juni 2009 berichtet Werner Faymann, dass es sich bei der EU-Wettbewerbskommission betreffend AUA-Übernahme noch spießt. Es gelte zu beweisen, dass die Entschuldung der AUA keine verbotene Beihilfe sei. Das war das Problem von Anfang an, also nichts Neues.
 

* 1. Juni 2009: Abspecken: Die AUA streicht Bord-Menüs für Fluggäste

Seit 1. Juni 2009 müssen AUA-Fluggäste über den Wolcken abspecken. In der Economy Class auf der Kurzstrecke wird das bisherige Bordmenü gestrichen und durch Knabbersachen ersetzt. Dem Lieferanten, der Catering-Firma Do & Co, werden dadurch über 10 Millionen Euro an Umsatz wegbrechen.
 

* 27. Mai 2009: Niki Lauda (fly niki) erwartet hohe Auflagen für die Lufthansa

Das Interview von Niki Lauda mit der Tagszeitung Der Standard  wird dort folgendermaßen zusammenfgefaßt: "Niki Lauda erwartet von der EU hohe Auflagen beim Lufthansa-AUA-Deal. ... Optimistisch ist Lauda auch, was seine Eingabe in Brüssel in Sachen AUA betrifft: Er hält den Schuldennachlass von 500 Mio. Euro für unzulässig. Das sei wettbewerbsverzerrend und ein Geschenk an die Lufthansa. Mit diesem Geld hätte man sieben Jahre lang Gratiskindergärten finanzieren können."
Quelle: Der Standard vom 27. Mai 2009
 

* 26. Mai 2009: Finanzminister Josef Pröll trifft EU-Wettbewerbskommissarin in Wien

Der österreichische Finanzminister Josef Pröll hat sich heute mit der EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes in Wien getroffen. Thema AUA und weitere geplante Staatsbeihilfen.
Neelie Kroes wollte sich zum AUA-Verfahren bei einem Vortrag bei der RZB nicht öffentlich äußern, gab aber als Entscheidungstermin den 17. Juni 2009 bekannt.
 

* 15. Mai 2009: AUA-Aufsichtsrat diskutiert ein Scheitern der Übernahme durch die Lufthansa

Falls die Übernahme der AUA durch die Lufthansa scheitern sollte, dann tritt Plan B in Kraft. Dabei würde wahrscheinlich eine Halbierung der AUA notwendig werden.
 

* 12. Mai 2009: 85% der AUA-Aktionäre geben eine Annahmeerklärung für das Lufthansa-Angebot ab

"Nach Ablauf der Annahmefrist für das öffentliche Übernahmeangebot an die freien Aktionäre der Austrian Airlines AG am 11. Mai 2009, hat die Deutsche Lufthansa AG über die ÖLH Österreichische Luftverkehrs-Holding-GmbH voraussichtlich Annahmeerklärungen für über 85 Prozent des Aktienkapitals an der Austrian Airlines AG erhalten (hierin nicht berücksichtigt, sind die von der Austrian Airlines AG gehaltenen Aktien). Die genaue Annahmequote kann erst am Donnerstag bekanntgemacht werden. In diesem Wert ist der derzeit noch von der ÖIAG gehaltene Anteil in Höhe von 41,56 Prozent enthalten. Auch inkludiert ist das Syndikat der Österreichischen Kernaktionäre, bestehend aus den Gesellschaften LVBG Luftverkehrsbeteiligungs GmbH, Raiffeisen-Invest-Gesellschaft mbH und Wiener Städtische Versicherung AG Vienna Insurance Group."
Quelle: Pressemitteilung der AUA am 12. Mai 2009

D.h. die Lufthansa hat das sich selbst gesteckte Ziel von mindestens 75% der Aktionäre Annahmeerklärungen zu erhalten erreicht. Die Übernahme der AUA bedarf noch die Zustimmung der EU-Wettbewerbsbehörden um rechtswirksam zu werden.
 

* 8. Mai 2009: Lufthansa meldete Übernahmewunsch in Brüssel an

Die deutsche Lufthansa hat heute Freitag den 8. Mai 2009 den Wunsch zur Übernahme der Austrian Airlines beid er EU-Wettbewerbskommission angemeldet. Warum dies erst so spät, nämlich erst 5 Monate nach Vertragsunterzeichnung erfolgt ist, bleibt rätselhaft. Eigentlich wird in der Öffentlichkeit immer der Eindruck erweckt, es müsse alles ganz, ganz schnell gehen.
 

* 5. Mai 2009: AUA Quartalsbilanz 1. Quartal 2009: schwer im Minus

* Flugumsätze: -17% auf EUR 415,3 Mio. 
* Cash-Flow: Der Nettogeldfluss aus der operativen Tätigkeit lag in den ersten neun Monaten mit EUR -13,8 Mio. um EUR 57,6 Mio. unter dem Vorjahreswert.
* Liquide Mittel: 76,2 Millionen Euo, das sind um 65,6 Millionen Euro weniger als am 31.3.2008
* Periodenergebnis: Dieses sank von Jänner bis März 2009 um -27,7 Millionen Euro auf -88,1 Millionen Euro
* Eigenkapital: 184,1 Millionen Euro, das ist ein Minus von 71,7 Millionen Euro gegenüber 31.3.2008
* Eigenkapitalquote: nur mehr 8,7% am 31.3.2009; im Jahr zuvor 11,7% am 31.3.2008
* Mitarbeiter: 7.681, das sind um 159 Mitarbeiter weniger, als am 31.3.2009
Quelle: AUA Quartalsbericht 1 Qu. 2009

D.h. das verbliebene AUA-Vorstandsduo Malanik-Bierwirth wirtschaftet wesentlich schlechter, als der ausgeschiedene AUA-Vorstand Alfred Ötsch. Während die Mitarbeiterzahl sinkt, steigen die Verluste.
 

* 13. März 2009: AUA Vorstand und Aufsichtsrat wollen Übernahme durch die Lufthansa

Der Vorstand der Austrian Airlines AG empfiehlt den Aktionären die Annahme des Übernahmeangebots der Deutschen Lufthansa AG. Der Aufsichtsrat schließt sich der Äußerung des Vorstands zum Übernahmeangebot an.
Qu. AUA Pressemitteilung vom 13.3.2009
 

* Fr 27.2.2009 AUA-Aktienkurs + 10,7%

Am heutigen Handelstag schoß die Aktie der AUA um 10,7% auf 3,83 Euro in die Höhe. Auch der Börseumsatz mit AUA-Aktien war mit 17,0 Millionen Euro (Doppelzählung) rekordverdächtig. Gehandelt wurden 4.426.540 Stück Aktien an der Wiener Börse.
Grund: Der gestern im Parlament beschlossene Staatszuschuß von 500 Millionen Euro - das sind 5,68 Euro je AUA-Aktie. Weiters wurde heute das Übernahmeangebot der Lufthansa für AUA-Kleinaktionäre bekannt gegeben. Es lautet 4,49 Euro von 2. März - 11. Mai 2009, falls die Übernahme nicht von der EU-Kommission verboten wird und die Übernahme vertragskonform zustande kommt. Falls die Lusthansa eine ihrer Ausstiegsklauseln einsetzt, dann natürlich nicht.

 

19.2.2009: Halbes Grundkapital verloren - vorzeitige Hauptversammlung

Der AUA-Vorstand teilte heute mit, dass man die für 15. Mai 2009 geplante ordentliche Hauptversammlung der AUA auf den 14. April 2009 vorverlegt habe. Als Grund wurde das Aktiengesetz genannt, dass eine rasche Information der Aktionäre fordere, wenn das halbe Grundkapital verbraucht wurde.

 

* 12.2.2009: AUA-Subvention bedarf einer Gesetzesänderung

Damit man der AUA nach österreichischem Recht überhaupt 500 Millionen Euro auszahlen kann, bedarf es eigentlich einer Änderung des ÖIAG-Gesetzes. Das haben SPÖ und ÖVP in der Eile des Gefechts bisher vergessen. Seit die EU-Kommission die Staatsbeihilfe gestern nicht einfach durchgewinkt hat, sondern genau prüfen will, möchte die SPÖ-ÖVP Bundesregierung nun mit einem innerstaatlichen Gesetz die 500.000.000 Euro Subvention per Gesetz durchdrücken. Im Finanzausschuß wurde der Gesetzestext heute abgestimmt mit dem Ergebnis:

PRO: SPö und ÖVP
Contra: FPÖ
Unentschlossen: Grüne

Der Gesetzestext muss noch durch den Nationalrat und Bundesrat. Allerdings wird auch eine EU-widrige Staatssubvention durch ein österreichisches Gesetz nicht rechtmäßig, sondern hätte ein EU-Vertragsverletzungsverfahren zur Folge. Die Politiker von SPö und ÖVP haben vergessen, dass Österreich seit dem EU-Beitritt keine Rechtshoheit mehr hat. Dann darf gespannt sein, was passiert.

 

* 11.2.2009: EU Transport-Kommission lehnt die 500 Millionen Staatsbeihilfe für die AUA vorerst ab

Die EU-Kommission eröffnet nun ein förmliches Prüfverfahren zum Verkauf an Lufthansa und zu den Umstrukturierungsplänen der österreichischen Regierung

Gründe laut EU-Kommission:
* Zweifel, ob eine staatliche Beihilfe vorliegt und – falls dies der Fall ist – ob diese staatliche Beihilfe für mit dem Gemeinsamen Markt vereinbar erklärt werden kann.
* Zweifel, ob der vereinbarte Preis (einschließlich Besserungsschein) dem Marktpreis von Austrian Airlines zum Zeitpunkt des Verkaufs entspricht.
* Bedenken, ob das Verkaufsverfahren wirklich offen, transparent und nicht an Bedingungen geknüpft war
* Bedenken,  ob der Staat tatsächlich als marktwirtschaftlich handelnder Investor agiert hat.
* Zweifel an, ob der Umfang der finanziellen Unterstützung auf das erforderliche Mindestmaß begrenzt wurde
* Zweifel, ob der von Österreich vorgelegte Umstrukturierungsplan geeignet ist, in kürzestmöglicher Zeit die langfristige Rentabilität des Unternehmens wiederherzustellen, ohne dass künftig weitere Unterstützungsmaßnahmen notwendig werden.
*  Zweifel, ob die vorgeschlagenen Ausgleichsmaßnahmen genügen, um den durch die Beihilfegewährung bewirkten Wettbewerbsverzerrungen zu begegnen, und
* Zweifel, ob Austrian Airlines und Lufthansa einen ausreichenden Eigenbeitrag zur Umstrukturierung leisten werden.
* Inoffiziell: die Stiftungskonstruktion mit der newco-Stiftung verstößt gegen drei EU-Grundprinzipien: Dienstleistungs-, Niederlassungs- und Kapitalverkehrsfreiheit

Mehr Infos => Presseaussendung der EU-Kommission zur AUA Staatsbeihilfe

 

* 9.2.09: Beschwerde bei der EU-Kommission einbringen (Muster):

EU Muster-Beschwerdebrief wegen der AUA Übernahme

Liebe Leser!
Falls Sie gegen die geplante 500 Millionen Staatsbeihilfe - die der österreichische Steuerzahler mit 62,5 Euro pro Kopf bezahlen sollen - etwas unternehmen wollen, dann ist dies einfach möglich. Wir haben hier einen Musterbrief vorbereitet.

* Diesen bitte mit Ihren persönlichen Daten versehen
* Punkt 8 bitte nach belieben ergänzen, kürzen oder umschreiben
* Punkt 15: zutreffendes zu Vertraulichkeit ankreuzen oder den nicht zutreffenden Text löschen
* Datum und Unterschrift nicht vergessen !
* Bis Freitag 13. Februar 2009, 14 Uhr an die EU-Kommission faxen:
Die Faxnummer lautet: 0032-2-296 1242 (steht auch bereits im Musterbrief ganz oben)
=> Musterbeschwerdebrief wegen AUA Staatsbeihilfen herunterladen

Mehr Infos => Musterbeschwerdebrief für Brüssel


 

* 9.2.2009: Gewerkschaft lehnt Gehaltsverzicht ab

Der stellvertretende Bundesgeschäftsführer der Gewerkschaft der Privatangestellten, (GPA-DJP), Karl Proyer lehnte heute einen Gehaltsverzicht für die AUA-Belegschaft ab. Ein solcher Gehaltsverzicht war vom AUA Vorstand von allen 8000 AUA-Beschäftigten gefordert und als unverzichtbar genannt worden. Wie man ohne Gehaltskündigungen eine Sanierung der AUA schaffen sollte, konnte der Gewerkschafter Proyer nicht erklären. Vermutlich wird es daher Kündigungen geben.

Der AUA-Aufsichtsrat, der heute zwischen 14 - 20 Uhr tagte, diskutierte viel und beschloß dann doch kein Sparpaket für die AUA.
 

* 30.1.2009: Kaufangebot der Wien-konkret Medien GmbH für die AUA verlängert

Die Wien-konkret Medien GmbH hat das Kaufangebot bis 30.6.2009 verlängert und heute - 30.1.2009 - bei der ÖIAG abgegeben.

Dabei wird bekräftigt, dass die Wien-konkret Medien GmbH 25% an der AUA vom Staat zum Preis von 11 Euro übernehmen will. Wien-konkret verzichtet weiterhin auf einen Staatszuschuß und sieht sich daher als überlegener Bestbieter vor der Lufthansa.

Das erste Kaufangebot der Wien-konkret wurde am 11. November 2008 - also zwei Tage vor der entscheidenden Privatisierungsausschußsitzung - bei der ÖIAG eingebracht.

=> bisherige Kaufangebote für die AUA

 

* 19.1.2009: Die geplanten Geldflüsse rund um die AUA-Übernahme durch die Lufthansa:

Grafik: Geldflüsse zur AUA-Übernahme

Grafik: Geldflüsse zur AUA-Übernahme; Mit Klick ins Bild VERGRÖSSERN

Heute am 19.1.2009 hat die EU-Kommission eine 200 Millionen Rettungsbeihilfe für die AUA genehmigt. Diese muss verzinst rückgezahlt werden. Diese Rückzahlung wird vermutlich mit der noch zu genehmigenden 500 Millionen Staatsbeihilfe ermöglicht werden. Unter dieser Voraussetzung "kauft" die Lufthansa die AUA.

Die Geldflüsse rund um die AUA-Übernahme durch die Lufthansa:
Der österreichische Staat - vertreten durch die Bundesregierung (SPÖ-öVP) zahlt der AUA 500 Millionen Staatsbeihilfe. Die Lufthansa übernimmt die AUA und kauft dem Staat Österreich seine Aktien um 0,4 Millionen (1 Cent je Aktie) ab und den Privataktionären ihre Aktien um 229 Millionen Euro (444 Cent je Aktie) ab. Somit bleibt für die Lufthansa ein Gewinn von ca 270 Millionen Euro übrig.

Mehr Infos: => Geldflüsse rund um den AUA-Verkauf

 



Wie man aus der rechtlichen Sackgasse heraus kommen könnte:

Die AUA Übernahme durch die Lufthansa droht an der EU-Wettbewerbsbehörde zu scheitern. Die Gründe dafür: der Staatszuschuß von 500.000.000 Euro dürfte eine Wettbewerbsverzerrung darstellen, die Einschränkung des Wettberwerbs auf europäischen Flugrouten und die neuerdings angedachte Stiftungs-konstruktion, mit der der Staat Österreich ein Vetorecht bei der AUA behalten möchte. Letzteres würde den freien Kapitalverkehr beschränken.

Der rechtlich sichere Ausweg:

1) Den derzeitigen AUA-Verkaufsprozess sofort beenden.

2) Der Staat Österreich legt fest, wann er der AUA wie viel Zuschuss gewähren wird.

3) Man sollte die Entscheidung der EU-Wettbewerbsbehörden abwarten, ob der Staatszuschuss überhaupt wettbewerbsrechtlich erlaubt ist oder nicht

4) Nach Klärung der Staatszuschussfrage müssten allen Interessenten der gleiche Wissensstand und die gleichen Kaufkonditionen geboten werden. Danach sollte die ÖIAG eine neue Ausschreibung starten oder noch besser, einen Verkauf über die Wiener Börse durchführen. Das wäre aus meiner Sicht transparent, fair und rechtskonform. Eine solche Vorgangsweise würde vermutlich auch einen wesentlich höheren Verkaufspreis bringen. Beim heutigen Schlusskurs an der Wiener Börse von 3,70 Euro je AUA-Aktie ist das Staatspaket an der AUA – das sind 36,6 Millionen Stück - ca. 135 Millionen Euro wert.

 

AUA-Chef Alfred Ötsch tritt per 31.1.2009 zurück

AUA-Chef Alfred Ötsch

Mag. Alfred Ötsch, 55, seit 1. Mai 2006 Vorstandsvorsitzender der Austrian Airlines AG, wird sein Mandat per 31. Jänner 2009 zurücklegen. Seine Aufgaben im Vorstand werden vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrates von COO Dr. Peter Malanik und CCO Dr. Andreas Bierwirth übernommen. Die Auflösung erfolgt einvernehmlich und vertragskonform.
Vorsitzender des Aufsichtsrats Dr. Peter Michaelis: “Ich bedanke mich bei Alfred Ötsch für seinen Einsatz in den vergangen drei Jahren, insbesondere für seine konstruktive Mitwirkung im Rahmen des Privatisierungsprozesses. ..." 
Qu: Presseaussendung der AUA vom 29. Jan 2009
 
Anmerkung Wien-konkret: Mit von Michaelis angesprochenen "Privatisierungsprozess" ist die Verramschung der AUA an die Lufthansa gemeint, die 500 Millionen Euro der österreichischen Steuerzahler erfordert. Nachdem AUA-Chef Alfred Ötsch brav "mitgespielt" hat, wird er jetzt abserviert. Auch nicht gerade die feine englische Art, allerdings hätte sich der AUA-Chef auch für einen österreichischen Sanierungskurs einsetzen können. Aber vielleicht bekommt er eine goldige Abfertigung und dann wäre seine Zustimmung zum Rücktritt wieder leicht verständlich.
 

Fahrplan zur AUA "Verramschung"

* 25. November 2008: Sondersitzung im Parlament zum Thema AUA:
FPÖ, BZÖ und Grüne hinterfragen das Vorgehen bei der AUA-Privatisierung von der regierenden SPÖ & ÖVP. Man darf auf die Rechtfertigungsversuche von SPÖ & ÖVP gespannt sein.
* 3. Dezember 2008: Der Lufthansa Aufsichtsrat tagt
* 5. Dezember 2008: Die mit der Verwaltung der vom österreichischen Staat gehaltenen AUA Anteile beauftragte Firma ÖIAG, hält eine Aufsichtsratssitzung ab, bei der die notwendigen Beschlüsse gefaßt wurden. Fünf Aufsichtsräte stimmten dagegen.
* 16. Dezember 2008: Ministeratsbeschluß der SPÖ-ÖVP Bundesregierung (ohne der designierten aber noch nicht angelobten Justizministerin Claudia Bandion-Ortner), mit dem der AUA "Verkauf" an die deutsche Lufthansa genehmigt wurde. Weiters wurde ein Staatszuschuß von nicht weniger als 500.000.000 Euro (ca 62 Euro je Österreicher) an Steuermitteln für die AUA / Lufthansa von ÖVP und SPÖ genehmigt. Das österreichische Parlament hat übrigens beim AUA-Verkauf nichts mitzureden. Das beschließt die Bundesregierung im Alleingang.
* 19. Jänner 2009: Die EU genehmigt einen zurückzuzahlenden 200 Millionen Euro Kredit des Staates Österreich an die AUA und sieht darin keine Verzerrung des Wettbewerbs. Betreffend AUA Übernahme durch die Lufthansa wurde in der EU-Kommission in Brüssel noch nicht entschieden, da der Deal noch nicht einmal angemeldet wurde.
 

ÖIAG Aufsichtsratssitzung am 5. Dezember 2008 (Krampus): ........... 5 Aufsichtsräte stimmen gegen den "AUA-Verkauf"

Foto von der ÖIAG Pressekonferenz am 5. Dez. 2008: Alfred Ötsch - Peter Michaelis - Wolfgang Mayrhuber; © Wien-konkret

Foto von der ÖIAG Pressekonferenz am 5. Dez. 2008: Alfred Ötsch - Peter Michaelis - Wolfgang Mayrhuber; © Wien-konkret

Die mit der Verwaltung der vom österreichischen Staat gehaltenen AUA Anteile beauftragte Firma ÖIAG hat in der Aufsichtsratssitzung am 5. Dezember 2008 nun tatsächlich beschlossen, die AUA Anteile des Staates an den deutschen Konkurrenten Lufthansa abzustoßen. Statt eines Kaufpreises für die 100 AUA Passagier-Flugzeuge, Markenrechte, Landerechte und sonstiges Vermögen zu verlangen hat der Aufsichtsrat der ÖIAG mehrheitlich mit 5 Gegenstimmen eine Verschenkung der AUA mit 500 Millionen Euro Mitgift als Draufgabe beschlossen:

Pro Stimmen / für Lufthansa-Deal:
Dipl.-Ing. Dr. Peter MITTERBAUER, Ing. Siegfried WOLF, Dr. Klaus STURANY, Dr. Wolfgang BERNHARD,  Mag. Brigitte EDERER, Univ.Prof.Dr. Michael ENZINGER, Dkfm. Wolfgang PFARL, Dr. Alexander RIKLIN,  Maria-Elisabeth SCHAEFFLER, Dipl. Ing. Dr. Stefan ZAPOTOCKY .

Kontra Stimmen / gegen Lufthansa Deal:
Ing. Leopold ABRAHAM (OMV), Gerhard FRITZ (Post AG), Alfred JUNGHANS (Austrian Airlines), Michael KOLEK (Telekom Austria), Markus SIMONOVSKY (OMV)
Qu: Pressemeldung ÖGB von 5.12.2008

Stellungnahmen nach Vertragsunterzeichnung:
*
Video Peter Michaelis (ÖIAG)
* Video Wolfgang Mayrhuber (Lufthansa) mit Aussagen zu Arbeitsplatzgarantien & Personal, Air France / KLM, EU Wettbewerbsbehörde, Abfindung der Kleinaktionäre, Flugzeugabwertung & Verluste der AUA
* Video Alfred Ötsch (Austrian Airline) mit Ausagen über Eigenoptimierung, Plan B und den Staatszuschuß von der AUA eigentlich gar nicht benötigt wird, sondern nur eine Sicherungsmaßnahme ist.

Mehr Infos zum => ÖIAG Aufsichtsrat und seinen Mitgliedern

 

Neuester Stand der AUA-Abtretung (AUA Verkauf") an die deutsche Lufthansa

AUA Weihnachtsgans

Foto: "Rettet die Weihnachtsgans" - Aktuelle Werbekampagne der Fluglinie AUA; Stand Dez 2008.

1) Der Staat Österreich soll der AUA 500.000.000 Euro schenken. Das ist Grundvoraussetzung für die AUA-Übernahme durch die deutsche Lufthansa
2) Die deutsche Fluglinie Lufthansa zahlt dem Staat Österreich 366.000 Euro. Das ist 1 Cent je Aktie bzw in Summe ein negativer Kaufpreis von 499.634.000 Euro
3) Die Lufthansa zahlt die 58% AUA-Restaktionäre („Restösterreich“) um 4,44 Euro aus. Das kostet 227 Millionen Euro (= 88,1 Millionen Aktien x 58,44% x 4,44 Euro)
4) Bilanz für die deutsche Lufthansa:
500 Mill. Österreichischer Staatszuschuss minus 0,366 Millionen „Kaufpreis“ minus 227 Millionen Abfindung für die Restaktionäre ergibt einen Nettogewinn von 272 Millionen Euro.

Anmerkung: Am 3. Dezember 2008 hat der Lufthansa Aufsichtsrat beschlossen, die AUA Übernahme zu diesen Bedingungen zu genehmigen. Wer lässt sich schon 272 Millionen Euro entgehen? Dieser Beschluss ist daher leicht verständlich.
PS: Derzeit läuft die Werbekampagne der AUA: „Rettet die Weihnachtsgans“, soll heißen: Mit der AUA fortfliegen, statt Weihnachtsgans essen. Dabei übersieht die AUA, dass sie am Weg ist zur Weihnachtsgans der deutschen Lufthansa zu werden.

 

Keine Insolvenzgefahr für die AUA in 2008:

Das AUA Eigenkapital und die Eigenkapitalquote 2008.

24. April 2008: Quartalsbericht 1 Quartal 2008:
Eigenkapital: 711 Millionen Euro
Eigenkapitalquote: 25,5%

29. Juli 2008: Halbjahresbericht erstes Halbjahr 2008:
Eigenkapital: 742 Millionen Euro
Eigenkapitalquote: 26,3%

28. Oktober 2008: Quartalsbericht drittes Quartal 2008:
Eigenkapital: 667 Millionen Euro
Eigenkapitalquote: 24,8 %

D.h. am 28. Oktober 2008 hat der AUA Vorstand im Quartalsbericht für das dritte Quartal 2008 noch ein Eigenkapital von 667 Millionen Euro - das sind 9,2 Milliarden Schilling - und eine Eigenkapitalquote von 24,8% öffentlicht bekannt gemacht. Selbst einen kolportierten Megaverlust von 475 Millionen Euro kann die AUA verkraften, denn selbst dann bleibt das Eigenkapital mit ca. 200 Millionen Euro positiv. Es ist daher sehr unwahrscheinlich, dass die AUA vor einer Insolvenz steht. Ein Gesellschafterdarlehen (Staatszuschuß?) für die AUA ist daher gar nicht notwendig und wahrscheinlich wettbewerbsrechtlich auch gar nicht zulässig. Allerdings will der Staat Österreich - nach dem Verkauf der österreichischen Fluglinie AUA an die deutsche Lufthansa - auf die Rückzahlung des "Kredits" verzichten, worauf die Aktion dann doch wieder einen Sinn macht, nämlich für die deutsche Lufthansa. 

Verlierer bleibt der österreichische Staat und Steuerzahler. Die SPÖ und ÖVP Minister stört das wenig. Sie wollen dennoch am 10. Dezember 2008 per Ministerratsbeschluß die AUA an die Lufthansa mit 500 Millionen Euro Zuschuß abstoßen.

Mehr Infos über die => AUA Finanzen

 

Wer im ÖIAG Privatisierungsausschuss sitzt:

Im ÖIAG Privatisierungsausschuss sind folgende Personen vertreten:

Vositzender:
* Ing. Siegfried Wolf - Generaldirektor von Magna International Europe AG

weitere Mitglieder:
* Dr. Peter Mitterbauer - Miba AG
* Dr. Wolfgang Bernhard - Berater zum US-Finanzinvestor Cerberus Capital Management (bis Jan. 2007 VW-Vorstand)
*
Dr. Stefan Zapotocky - Vorstandsmitglied der Wiener Börse AG
*
Ing. Leopold Abraham - Zentralbetriebsratsvorsitzender der OMV
*
Michael Kolek - Betriebsrats-Chef Telekom Austria

Der ÖIAG-Privatisierungsausschuß soll den AUA-Verkauf vorbereiten. Beschließen wird dann voraussichtlich der ÖIAG-Aufsichtsrat am 5. Dezember 2008, was mit der AUA passieren soll.

 

Wer die ÖIAG zum AUA Deal berät: Merrill Lynch

Die für die Verwaltung von Staatsanteilen beauftragte Firma "Österreichische Industrieholding AG" (ÖIAG) ist offensichtlich selbst nicht in der Lage, den Privatisierungsauftrag für die AUA abzuwickeln. Sie beauftragte als Berater die amerikanische Investmentbank Merrill Lynch.

Exkurs: Im Zuge der US-Bankenkrise kündigte die Bank of America nun Mitte Oktober 2008 an, die angeschlagene bis dahin drittgrößte US-Investmentbank Merrill Lynch zu übernehmen. 5000 - 10000 Mitarbeiter haben bereits oder werden ihren Job verlieren. Merrill Lynch hat im 3. Quartal 2008 5,2 Milliarden Dollar Verlust mit faulen Krediten und Wertpapieren gemacht.
Quelle unter anderen:  Profil 25.10.2008, Financial Times Deutschland 20.10.2008,  Süddeutsche Zeitung 16.10.2008, wallstreet online 13.8.2008

PS: Vielleicht sollte sich die Investmentbank Merrill Lynch zunächst einmal selbst beraten lassen, wie man eine Bank führt, ohne dabei bankrott zu gehen.
 
 

ÖIAG verhandelt nur mehr mit der Lufthansa (?)

Dass die ÖIAG nur mehr mit der Lufthansa verhandelt, stört Wien-konkret nicht.

Das Wien-konkret Angebot ist so klar, dass man nicht verhandeln muss:
Aktuelles Angebot vom 13.11.2008: 6,10 Euro für 25% der AUA-Anteile
Bezahlt wird bar auf den Tisch bzw. – wenn gewünscht - schon im voraus durch Hinterlegung beim Finanzministerium. Die Bundesregierung bzw die mit der Verwaltung der Staatsanteile beauftragte ÖIAG braucht nur JA oder NEIN zu sagen.

 

Ist es schon zu spät für neue Kaufangebote?

Foto: Die Zeit ist noch nicht abgelaufen © Wien-konkret

Foto: Die Zeit ist noch nicht abgelaufen © Wien-konkret

Manche in der ÖIAG meinen, man könne keine Kaufangebote mehr für die vom Staat gehaltenen AUA-Aktien einbringen.

Wien-konkret vertritt die Meinung, dass die Ausschreibungsperiode vom Ministerrat ja vom 26. Oktober 2008 bis zum 31.12.2008 verlängert wurde und deshalb ist es sehr wohl noch möglich, neue Anträge einzubringen. Andernfalls macht eine Verlängerung der Ausschreibungsperiode ja keinen Sinn. Des weiteren wurden ja auch bis dato - 19. November 2008 - kein Kaufvertrag bzw. Schenkungsvertrag unterzeichnet.

 

Ab wann ist "fix" wirklich "fix"?

Wie zahlreiche Medien am Donnerstag 13.11.2008 berichteten, sei ein Zuschlag der zu vergebenden österreichischen Staatsanteile an der Austrian Airlines AG an die deutsche Fluglinie Lufthansa bereits "fix". Die Journalisten schließen das offensichtlich aus der Aussage des ÖIAG Aufsichtratsvorsitzenden Dr. Peter Michaelis, der mitgeteilt haben soll, dass ab nun nur mehr mit der Lufthansa weiterverhandelt wird.

Es stellt sich die Frage: Ab wann ist "fix" wirklich "fix".

1. Wenn ein gültiger Kaufvertrag oder Schenkungsvertrag vorliegt
2. (nur im Fall Lufthansa): Wenn der Staat die 500 Millionen Euro (= ca 7 Milliarden Schilling) Staatszuschuß getätigt hat. Das soll ja die wesentliche Vorausbedingung des derzeit favorisierten Käufers / Beschenkten Lufthansa sein.
3. Wenn die Wettbewerbsbehörden dem Verkauf zustimmen
4. Wenn eventuelle Anfechtungsklagen bei Gerichten erfolglos bleiben sollten

Alle vier Punkte sind derzeit - Stand 14. Nov. 2008 - nicht abgeschlossen. Somit ist der AUA "Verkauf" bzw. "Schenkung mit Mitgift" derzeit noch nicht "fix".

 

Kein Juxangebot - sondern 500 Millionen Euro Vorsprung:

Vorsprung beim AUA Verkauf:

Vorsprung beim AUA Verkauf:
ca. 500.000.000 Euro. Das sind
6.880.150.000 Schilling

Das Kaufangebot der Wien-konkret Medien GmbH ist – entgegen manchen Medienberichten - kein Juxangebot.
Die Wien-konkret Medien GmbH erfüllt als einziger Anbieter die Regierungsvorgabe eines österreichischen Kernaktionärs und sieht sich als derzeitige Bestbieterin  mit 500.000.000 Euro Vorsprung auf den zweitbesten Bieter für die vom Staat gehaltenen AUA Aktien. Wien-konkret hat bereits die EU Wettbewerbskommission und die EU-Transportkommission benachrichtigt und die Anbots-Unterlagen übermittelt. Die Wien-konkret Medien GmbH wird notfalls auch eine EU-Beschwerde einbringen, um die eigenen Rechtsansprüche anzumelden.

 

Kaufangebote der "Wien-konkret Medien GmbH"

Die "Wien-konkret Medien GmbH" hat Ihren Sitz in 3003 Gablitz bei Wien, Österreich. Die Gesellschaft ist in 100%-igem österreichischen Besitz.

Am 11. November 2008 hat die "Wien-konkret Medien GmbH ein Kaufangebot bei der ÖIAG, Dresdnerstraße 87, 1201 Wien abgegeben. Das Kaufangebot lautet auf 10 Euro für Staatsbeteiligung an der AUA. Das sind laut ÖIAG Website derzeit 41,56%.

Am 13. November 2008 17:30 Uhr hat die "Wien-konkret Medien GmbH ihr Kaufangebot dahingehend abgeändert, dass nunmehr 6,10 Euro für 25% der AUA-Anteile geboten werden. Damit wird die Vorgabe des Ministerratsbeschlusses vom 12. August 2008 noch immer erfüllt und gleichzeitig wird Fluglinien (Lufthansa, Air France, S7, Air China, usw.) die Chance geboten, mit ca 17% als Kompetenzpartner bei der AUA einzusteigen.

Am 20. November 2008 hat die "Wien-konkret Medien GmbH ihr Kaufangebot dahingehend abgeändert, dass nunmehr 11 Euro für 25% + 1 Aktie der AUA-Anteile geboten werden.
 
Die Kaufangebote sind jeweils bis 31.1.2009 gültig.

Per Fax wurden unter anderem Finanzminister Mag. Wilhelm Molterer (ÖVP), Infrastrukturminister Werner Faymann (SPÖ), EU-Transportkommissar Antonio Tajani und EU-Wettberwerbskommissarin Neelie Kroes die Kaufangebote einen Tag nach Abgabe übermittelt.
 
 

Weitere Informationen zum AUA-Verkauf in anderen Medien:

Pressespiegel zum AUA-Verkauf

Pressespiegel zum AUA-Verkauf

* Himmelfahrtskommando bei der AUA: Verhindert EU-Kommission noch den Deal
... Am 26. November wurde die EU-Wettbewerbsbehörde von der geplanten Fusion informiert. Diese hat nun 25 Werktage Zeit für eine Entscheidung. Der Lostag wird der 12. Jänner 2009 sein. Dann entscheidet sich, ob die Wettbewerbshüter der Fusion prinzipiell zustimmen oder eine tiefergehende Prüfung einleiten ...
Qu: profil.at
4.12.2008

* Bruchlandung einer Schönwetterlinie
... Der Flughafen wird daher zu den ersten Kollateralopfern beim Verkauf der Fluglinie gehören. Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber hat den erstaunten Schwechat-Managern und Eigentümern bereits mitgeteilt, dass vergleichbare Flughäfen um hundert Millionen Euro pro Jahr billiger sind....
... Die AUA-Führung ist auch an der Belegschaft gescheitert. Vor allem die Piloten mit Spitzenverdiensten von rund 15.000 Euro pro Monat haben sich immer zum (Klassen?-)Kampf bereit erklärt. In ihren Belegschaftszeitungen werden jene Kollegen, welche die volle Zahl der vereinbarten Flugstunden fliegen, offen als Verräter denunziert...
... Und zur Schuldenübernahme von 500 Millionen: Das sei halt ein negativer Kaufpreis, den ja auch Air France bieten (=verlangen) hätte können.
Qu: www.wienerzeitung.at
2.12.2008

* Grüne fordern Ablöse von AUA-Chef Ötsch
Entweder hätten Ötsch und ÖIAG "wirklich nichts verstanden", oder man habe "absichtlich mit falschen Millionenangaben jongliert, um die AUA der Lufthansa billigst in die Hände zu treiben", so Kogler in einer Aussendung. ...
Qu.: www.orf.at
30.11.2008

* Notkredit rettet AUA vor dem Aus
... Weil die EU-Genehmigung der AUA-Übernahme durch die Lufthansa aber einige Monate dauert, muss der Staat mit einem Notkredit den Flugbetrieb aufrecht erhalten: "Zur Absicherung des Geschäftsmodells der Austrian Airlines Group wird eine Zwischenfinanzierung bis zum Erhalt der EU-Genehmigung der ÖIAG-Mittel vorgesehen", sagt die AUA. ...  Sehr wohl kommentieren will die Horror-Zahlen AUA-Betriebsrat Alfred Junghans: "Entweder die Zahlen stimmen, dann muss Alfred Ötsch sofort abgelöst werden. Oder die Zahlen stimmen nicht, dann muss er erst recht abgelöst werden, weil dann sind das nur Bilanztricks, um den Lufthansa-Deal möglichst rasch und billig durchzuboxen."
Qu.: www.kurier.at/geldundwirtschaft/275575.php
30.11.2008

* Das AUA-Desaster ist komplett. ÖIAG und Lufthansa sollen es gewusst haben: Der Jahresverlust 2008 explodiert auf bis zu 475 Millionen Euro. Die ÖIAG muss aushelfen.
Qu.. Kurier www.kurier.at/geldundwirtschaft/275363.php
28.11.2008

* Niki Lauda will auch etwas vom Staat ... Die Regierung ist verantwortlich für die AUA. Es kann nicht sein, dass wir nichts bekommen. ...
Qu.. Kurier kurier.at/geldundwirtschaft/275325.php
28.11.2008

* Finanzieller Absturz macht Soforthilfe notwendig ... Der Haupteigentümer, die Staatsholding ÖIAG, wird einen Teil der für Frühjahr geplanten Kapitalerhöhung von 500 Mio. Euro noch heuer vorwegnehmen müssen. ...
Qu: Der Standard derstandard.at/?url=/?id=1227287351299
28.11.2008

* AUA am Boden: 475 Millionen Verlust ... Zusätzlich werden in der Bilanz 90 Mio. Euro schlagend, weil die AUA Verlustvorträge nicht geltend machen kann ... Die AUA hat gut die Hälfte der 370 Mio. Euro, die sie Ende 2006 aus der Kapitalerhöhung erlöste, in US-Wertpapieren angelegt. Infolge der Finanzkrise haben diese an Wert verloren – 60 Mio. Euro Abschreibung sind kalkuliert. ... Lufthansa-Boss Wolfgang Mayrhuber kenne das Zahlenwerk, das im Zuge der vertieften Prüfung (Due Dilligence) offengelegt worden sei.
Qu.: Die Presse diepresse.com/home/wirtschaft/economist/433795/index
28.11.2008

* AUA droht eine halbe Milliarde Verlust ... Wie die AUA nun auf Anraten der Börsenaufsicht (FMA) mitteilte, "werden sich aufgrund der Sondereffekte ... Wertminderungen von rund 240 bis 290 Mio. Euro im Ergebnis nach Steuern niederschlagen".
Qu.: ORF Online wien.orf.at/stories/325389/
28.11.2008

* EU prüft Staatshilfe: AUA-Verkauf auf Eis
Der Verkauf der AUA an die Lufthansa schien als fix ... Jetzt sieht es so aus, als ob der Deal auf der Zielgeraden noch aus der Kurve zu fliegen droht. ... Die ÖIAG, in der die Nerven blank liegen, reagierte prompt. Am Freitag reiste eine ÖIAG-Delegation samt Rechtsberatern flugs nach Brüssel, um dort ihren Standpunkt klarzulegen.
Qu: diepresse.com/home/wirtschaft/economist/  (21. November 2008)
PS: Wie reagiert die Börse auf die neuersten Entwicklungen, dass der AUA-Lufthansa Deal möglicherweise doch platzt: Flughafen Wien AG +14,4% auf 29,75 Euro, AUA -8,8% auf 2,69 Euro

* "Robin Hood" kämpft gegen AUA-Deal
Die steirische Regionalfluglinie "Robin Hood Aviation" will gemeinsam mit der Ryanair gegen den möglichen Verkauf der AUA an die Lufthansa vorgehen. ...
Qu.: ORF online  und derstandard.at/?url=/?id=1227102781132
(21. November 2008)

* Die Ryanair Holdings plc hat am Dienstag die Europäische Kommission aufgefordert, die geplante Übernahme von AUA-Schulden durch die österreichische Regierung beim Verkauf der Austrian Airlines AG (AUA) zu verbieten. ...
Qu: www.boerse-express.com/pages/721464
(18. November 2008)

* Lufthansa feilt am Ehevertrag ... Wenn der Flughafen der AUA in Europa übliche Gebühren verrechnet, würde sich die AUA einen hohe zweistelligen Millionenbetrag sparen. Zudem sei der Treibstoff in Wien um zwölf Prozent teurer als in München. ...
Qu.: derstandard.at/?url=/?id=1226396932950
(17. November 2008)

* AUA: Kleinaktionäre proben Aufstand: Werber Hans Schmid droht mit einer Sonderprüfung, Aktionärsvertreter Rasinger will Lufthansa-Aktien. .... Man ahnt es schon: Schmid strebt die Zehn-Prozent-Marke an, mit der er eine außerordentliche Hauptversammlung der AUA durchsetzen kann – mitsamt Sonderprüfung ...
Qu.: diepresse.com/home/wirtschaft/economist/430450/index.do
(14.11.2008  18:44)

* ... Zuletzt blieben jedoch nur drei über: die Lufthansa, die S7 aus Russland, die Air France/KLM. Die beiden letzten haben jedoch kein verbindliches Angebot vorgelegt. Beide wollten sich wieder in den Verkaufsprozess einklinken, als die österreichische Regierung der AUA 500 Millionen Euro Zuschuss zusagte, womit der Schuldenberg von einer Milliarde Euro verkleinert werden soll. ...
Qu.: http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/wirtschaft/aua/1635900/index.do
(14.11.2008 08:42 Uhr)

* Seitens der Arbeitnehmervertreter im Privatisierungsausschuss der ÖIAG zum AUA-Verkauf erklärte der Obmann des Zentralbetriebsrats der Telekom Austria AG, Michael Kolek, es habe sich herausgestellt, dass es mit der Lufthansa nur einen Bieter gebe. ...Auf die Frage nach Arbeitsplatz- oder Standortgarantien meinte Kolek, die Lufthansa habe erklärt, man wolle gemeinsam wachsen. ...
Qu.: http://www.wirtschaftsblatt.at/home/boerse/bwien/350884/index.do?_vl_pos=r.1.NT
(13.11.2008 19:07 Uhr)

* Republik, ÖIAG, Betriebsräte schauen arm aus: ...Die Gegner des teuren "Verschenkens" der AUA an die Lufthansa waren in den letzten Tagen erfolglos tätig, die Landung des Kranich zu verhindern. Die Betriebsräte hatten sich etwa für die Air France stark gemacht, da mit der Lufthansa als neuer AUA-Eigentümerin ein kräftiger Personalabbau befürchtet wurde. ...
Qu.: http://www.kurier.at/geldundwirtschaft/265031.php  (13. Nov. 2008)

* ... Die Deutschen bieten lediglich einen symbolischen Kaufpreis, garantieren weder Jobs noch Standort und verlangen für ihren Einstieg obendrein eine Mitgift der Republik in Höhe von einer halben Milliarde Euro. ...
Qu.: http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3956&Alias=wzo&cob=382226
(Online-Ausgabe 13. Nov. 2008)
 
* Stadtzeitung bietet zehn Euro für AUA. Der Herausgeber der Stadtzeitung, Robert Marschall, sprach zwar von einem "unüblichen Angebot", aber es sei tatsächlich ernsthaft gemeint und kein Scherz. ...
Qu.: http://derstandard.at/?url=/?id=1226396669103  (13. Nov.2008, 12:30 Uhr - mittlerweile Text gelöscht) neue Quelle: Aktienforum

* ... Der AUA traut der Herausgeber Marschall jedenfalls einiges zu. Man könne die Kosten senken, effizienter arbeiten. Er glaube, das Unternehmen sei "von innen sanierbar". ...
Qu.: http://www.oe24.at/wirtschaft/Medienunternehmen_bietet_fuer_AUA_10_Euro_392361.ece
(13. Nov. 2008)

* ... Widerstand gegen einen Verkauf an die Lufthansa kommt aber bereits von Belegschaftsvertretern, denn die Lufthansa habe keine Standort- und Jobgarantien abgegeben, die Belegschaftsvertreter wollen, dass der AUA-Verkauf ganz neu aufgerollt wird. Das wäre wohl auch das Ziel der Wien konkret Medien-GmbH, diese hat am 11.11. ein Kaufangebot für die AUA bei der ÖIAG deponiert. Als Kaufpreis werden 10 Euro für die AUA geboten, aber kein Zuschuss gefordert. ...
Qu.: http://oe1.orf.at/inforadio/98618.html?filter  (zum Nachhören)
(13. Nov. 2008, ca 13:30 Uhr)

* "Dilettanten-Duo": FPÖ und Grüne rittern gegen AUA-Chef und ÖIAG
... Strache beschränkte seine Forderungen nicht nur auf sofortige Rücktritte. Außerdem wäre es nur gerecht, wenn Ötsch und Michaelis ihre Bonuszahlungen refundieren würden. Es sei „deprimierend, wenn ein österreichisches Paradeunternehmen aufgrund miserablen Managements eine derartige Bruchlandung hinlegen“ müsse, so Strache. ... Der Finanzsprecher der Grünen, Werner Kogler, fordert am Samstag ein Neuaufsetzen des Vergabeverfahrens.
Qu: Krone online seit 1. November 2008 (?)

* ...   AUA: Gutachten orten Verfahrensmängel. Zwei Rechtsgutachten könnten die Privatisierung der ÖIAG-Anteile an der AUA zum Kippen bringen. Darin ist von groben Verfahrensmängeln die Rede, berichtet "profil" in seiner neuesten Ausgabe. ...
Qu.: http://wien.orf.at/stories/318990/
( 1.11.2008)

* ..."Angebot für AUA unattraktiv"
Günter Geyer, Chef der Wr. Städtischen und im AUA-Syndikat, kritisiert im Interview den Privatisierungsstil der Regierung und fordert eine harte Standortgarantie des AUA-Käufers
STANDARD: Die Wiener Städtische ist mit 1,4 Prozent an der AUA beteiligt. Enttäuscht, dass die Verkaufsentscheidung vertagt wurde?
Geyer: Der ganze Verlauf der Privatisierung, Ergebnis inklusive, war sehr bescheiden, stand unter keinem guten Stern. Es ist richtig, jetzt Zeit zu gewinnen, vielleicht gelingt es, nun auch wieder andere Interessenten einzubinden, wobei ich persönlich auch Air China interessant fände. Insgesamt hat man den Verkauf zu spät begonnen und die Fristsetzung war sehr knapp. ...
Qu.: derstandard.at/text/
(28.10.2008)

* Der AUA-Skandal: Wie die ÖIAG die Privatisierung manipulierte
... Spinetta läßt in seinem Schreiben keinen Zweifel daran, warum die Air France / KLM letztlich kein Angebot gelegt hat. Dem umsatzstärksten Luftkonzern der Welt wurden schlicht wesentliche Unterlagen vorenthalten ...
Qu.: www.profil.at
(25.10.2008)

* ... Als Prophet ist Hannes Androsch bisher nicht aufgefallen. Das könnte sich ändern: Im August meinte er im Gespräch mit dem STANDARD, er würde "nicht einmal einen Euro" in die AUA stecken. Und: Verschenken könne man die Airline immer noch. ... Im Zuge des Wahlkampfes frönten die Politiker dem Patriotismus. Finanzminister Willy Molterer (ÖVP) sprach von der "rot-weiß-roten Heckflosse", die für den Standort Österreich wichtig sei. Verkehrsminister Werner Faymann (SPÖ) setzte eine Sperrminorität (25 Prozent plus eine Aktie) für einen "österreichischen Kernaktionär" durch, der sich bisher nicht finden ließ. Wer soll "fürs Nichtmitredenkönnen" investieren, fragt sich nicht nur Androsch. ...
Qu.: www.ots.at/presseaussendung.php
(22.10.2008, OTS0245)

* ÖIAG-Chef und AUA-Boss stehen vor der Ablöse:
... Die rote Hälfte der Regierung, die meisten Kleinaktionäre der AUA und die Mehrheit der Wirtschafts-Bosse werfen Michaelis vor, ein abgekartetes Spiel zu betreiben: Der ÖIAG-Chef hätte die AUA von Beginn an die Lufthansa verkaufen wollen. ... Seit gestern steht Michaelis vor einem Desaster: Die ÖIAG besitzt 36 Millionen AUA-Aktien und hat sie mit 7 Euro in ihren Büchern stehen – gestern stürzte die Aktie auf 2,85 Euro. Wenn die Lufthansa die AUA praktisch „gratis“ erwirbt, verliert die ÖIAG (und damit der Staat) über 200 Millionen. ...
Qu: Tageszeitung Österreich 22. Oktober 2008
 


9.6.2011 FORMAT: Verwaltungsstrafen für AUA-Chef Peter Malanik und Ex-AUA-Boss Alfred Ötsch

Der Unabhängige Verwaltungssenat (UVS) hat einen Strafbescheid der FMA kürzlich bestätigt, wonach AUA-Chef Peter Malanik und sein früherer Kollege Alfred Ötsch gegen das Börsegesetz verstoßen haben. Sie hätten die Aktionäre unverzüglich darüber informieren müssen, dass Scheich Al Jaber Ende April 2008 doch nicht bei der Fluglinie einsteigen wolle. Eine Ad-hoc-Meldung des Unternehmens sei aber erst Tage später nach Erscheinen eines entsprechenden Berichts im "Profil" erfolgt. Malanik und Ötsch müssen nun je 36.000 Euro Verwaltungsstrafe zahlen. Gegenüber FORMAT haben sie angekündigt, die Strafen beim Verwaltungsgerichtshof bekämpfen zu wollen.

Rückfragehinweis:  FORMAT Wirtschaft, Angelika Kramer, 217 55/4138
OTS0113    2011-06-09/11:17



* 4.9.2009 AUA Verkauf entzieht den Flugrouten über Liesing die Grundlage


Die überfallsartige Verlegung der Abflugroute von Brunn/Gebirge nach Liesing, die zu zigtausenden neuen vom täglichen Fluglärmterror Betroffenen geführt hat, wurde immer mit der Förderung der damals noch österreichischen Fluglinie AUA begründet. Seit kurzem ist die AUA ein Teil des deutschen Lufthansa Konzerns, daher ist spätestens jetzt der Zeitpunkt gekommen, diese und die anderen seit 2004 nach Liesing verlegten Flugrouten einzustellen.
5 Jahre gesundheitsschädlicher Fluglärmterror über Liesing sind genug!

BI Liesing gegen Fluglärm  4.9.2009



* 3.9.2009: Wiener Zeitung: Unterbergers Tagebuch: "Morbus politicus"

Fast ein neues Königgrätz: Die AUA ist endgültig deutsch. Dennoch ist bis heute kein Hauch eines Schuldeingeständnisses zu hören. Nicht vom Betriebsrat, der lange überhöhte Gehälter verteidigt hat. Nicht von den Sozialpartner-Chefs, die Vagn Sörensen beim letzten ernsthaften Sanierungsversuch in den Rücken gefallen sind. Nicht von jenen Politikern, die eine rechtzeitige, sanfte Privatisierung abgelehnt haben. Nicht von Rudolf Streicher, der einst der AUA die verschuldete Lauda-Air aufs Auge gedrückt hat. Nicht von den Managern, die ihre Warnrufe in Sachen AUA lediglich als Warngeflüster in taube Politikerohren befördert haben.

Ausgabe vom 4. September 2009: www.wienerzeitung.at/tagebuch
Rückfragehinweis: Wiener Zeitung     
OTS0224    2009-09-03/18:00



* 23.7.2009: EU-Kommission verschickt Katalog mit 40 neuen Fragen an Konkurrenz-Airlines

Für die AUA wird es jetzt von Tag zu Tag enger. Wie Airliner Niki Lauda (NIKI) gegenüber ÖSTERREICH (Donnerstag-Ausgabe) sagte, hat er von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes einen weiteren Fragen-Katalog in Zusammenhang mit möglichen Folgen der AUA-Übernahme durch die Lufthansa erhalten. 40 Fragen sind zu beantworten, spätestens am 27. Juli muss der Fragebogen beantwortet sein. Nicht nur NIKI, sondern auch alle anderen Airlines, die von dem AUA-Deal betroffen wären, werden jetzt von der EU neuerlich zu allfälligen Wettbewerbsnachteilen befragt. Bereits heute, Freitag, muss von den Airlines ein Katalog mit 80 Fragen zu dem Deal abgegeben werden. ...

Rückfragehinweis:    ÖSTERREICH,   
Chefredaktion   Tel.: (01) 588 11 / 1010     mailto:redaktion@oe24.at
 OTS0228    2009-07-23/20:28



* 15.7.2009: AUA-Debakel: FPÖ spricht erstmals von Insolvenz

AUA FPÖ

Im Zusammenhang mit dem Debakel rund um die Austrian Airlines wird nun erstmals von der Politik das unliebsame Wort "Insolvenz" ausgesprochen. Der Vorsitzende des Unterauschusses des Rechnungshofausschusses, der die AUA-Krise zu durchleuchten hatte, ist FPÖ-Luftfahrtsprecher NAbg Ing. Norbert Hofer. Hofer: "Wenn der Verkauf an die Lufthansa scheitert, dann wird eine drohende Insolvenz unweigerlich zum Thema werden. Tatsache ist, dass die Republik Österreich noch so viel Geld zuschießen kann, es ändert nichts am Grundproblem der AUA: Wir haben eine kostenspielige Gehaltsstruktur, zu viele Mitarbeiter, eine Gemischtwarenflotte mit extrem hohen Basiskosten, Altlasten eines glücklosen Managements und aus der Einflußnahme völlig ahnungsloser Regierungspolitiker sowie drückende Schulden. Ein großer Teil der Schulden resultiert aus der Übernahme der angeschlagenen Lauda Air. Die Versuchung wird groß sein, sich durch eine Insolvenz der Schulden und der Kollektivverträge zu entledigen. Der volkswirtschaftliche Preis für eine derartige Maßnahme wäre jedoch enorm." Hofer betont, dass der Ausschuss eindeutig ergeben habe, dass nicht nur das Management sondern in erster Linie die Politik dem Unternehmen den Todesstoß gegeben habe. ...

ganze Presseaussendung lesen => Norbert Hofer zur AUA



* 15.6.2009: möglichst vielen Abschied von der nationalen Fluglinie erleichtern...

Rund um 20h hat sich die faktische Windstille auch bis zur Austro Control durchgesprochen. Es wird daher jetzt nicht mehr über Liesing und den Westen Wiens gelandet.
 
Stattdessen wird über Liesing gestartet und vermutlich über den Norden Wiens gelandet. Offensichtlich will man möglichst vielen den Abschied von der nationalen Fluglinie erleichtern. Dröhnende Überflüge durch AUA-Maschinen im Minutentakt wirken da besonders gut!
 
Dr. Martin Tögel, 1230 Wien              15. Juni 2009
Mehr Infos zur Bürgerinitiative Liesing: http://www.wien-konkret.at/verkehr/umwelt/fluglaerm/liesing/



* 20.2.2009: AUA-Verlustmeldung: BZÖ-Lugar: Untersuchungsausschuss notwendig


"Das Versagen bei der AUA ist gleichzeitig ein Versagen von SPÖ- und ÖVP-Politikern", meinte heute
BZÖ-Wirtschaftssprecher Abg. Robert Lugar und fordert genaue Aufklärung: "Auch bei einem Flugzeugabsturz wird das Wrack untersucht, nicht weil man den Unfall rückgängig machen kann, sondern, um Unfälle in Zukunft zu vermeiden." Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss muss nun rasch diesen "AUA-Absturz" restlos aufklären.

"Die Verantwortlichen wollen jetzt einfach zur Tagesordnung übergehen und möglichst schnell und um jeden Preis verkaufen, damit ihr Versagen in der Öffentlichkeit nicht publik wird", so Lugar. Schon im
Frühjahr 2006 warnte ein Gutachten davor, dass es die AUA alleine nicht schaffen wird.

Laut Lugar habe sich die Große Koalition aber über diese Empfehlung hinweggesetzt, fleißig hineinregiert und eine Stand-alone-Variante verlangt. Dies belege auch ein Interview mit AUA-Vorstand Ötsch im September 2008: "Die Stand-alone-Variante war nicht meine Idee, sondern mein Auftrag". Nun sei ein Untersuchungsausschuss zur Aufklärung nötig, "sonst steht uns nach Post und ÖBB das nächste Debakel ins Haus", warnte Lugar.

Rückfragehinweis:
   Pressereferat Parlamentsklub des BZÖ

OTS0161    2009-02-20/12:37



* 30.1.2009: AUA Betriebsveranstaltung

In einer Betriebsveranstaltung in der AUA Kantine am Flughafen Schwechat informierte der verbliebene AUA-Vorstand - bestehend aus Herrn Bierwirth und Herrn Malanik - die AUA-Belegschaft über die Lage des Unternehmens und die notwendigen Einsparungsmaßnahmen:

"Die AUA, so Bierwirth, sei "ein toter Patient, der wieder kräftig vitalisiert werden muss" . Wenn die geplanten Maßnahmen (teilweiser Gehaltsverzicht, Streckenreduktion, -streichung, Lieferantenbeiträge etc.) nicht erfolgreich umgesetzt werden, kann Bierwirth nicht ausschließen, dass "die AUA trotz des Signings an die Wand fährt" ." Weiters sprach AUA-Vorstand Bierwirth davon, dass es auf Monopolstrecken in Zukunft Preisnachlässe geben wird, zB Tickets um 99 Euro, um Verkehr anzuziehen.

"Sein Kollege Peter Malanik betonte, er hätte nie gedacht, dass die AUA einmal in die Situation käme, vom Staat eine Rettungshilfe von 200 Mio. Euro zu benötigen. 67 Mio. wurden am 22. Dezember abgerufen, "um am 23. Dezember ganz normale Schulden tilgen zu können" . Hätte es das Staatsgeld nicht gegeben, hätte die Airline am 31. Dezember eine Liquidität von gerade vier Mio. Euro gehabt."

Quelle:
Der Standard vom 4.2.2009
 
Eine Stellungnahme des AUA-Betriebsrates zur Betriebsveranstaltung liegt noch nicht vor.
 



Beihilfe an AUA - FPÖ skeptisch

Anders als Finanzminister Pröll ist der Vorsitzende des Unterausschusses des Rechnungshofausschusses - dieser befasst sich mit den Begleitumständen des AUA-Verkaufs - betreffend der Prüfung des AUA-Verkaufs durch die EU-Behörden skeptisch.

FPÖ-Luftfahrtsprecher NAbg Ing. Norbert Hofer: "Die EU hat in einer Stellungnahme klar gemacht, dass dem Verkauf zugestimmt werden würde, wenn die Frage der Beihilfe geklärt sei. Und genau hier könnte es für Österreich zu Problemen kommen. Der finanzielle Zuschuss an die AUA als Morgengabe an den Käufer entspricht nicht den EU-Wettbewerbsregeln."

Hofer stellt klar, dass auch er den Verkauf der AUA für einen richtigen Schritt hält. Allerdings sei der Zeitpunkt denkbar schlecht gewählt gewesen und das Verkaufsprozedere vom Eigentümer ÖIAG wenig professionell durchgeführt worden. Dies, so Hofer abschließend, verursache einen zusätzlichen Schaden für den Steuerzahler in der Größenordnung von mehreren hundert Millionen Euro.

OTS0057    2009-01-20/09:50



WKÖ: Christoph Leitl zu AUA: Wichtig, dass Standort Österreich weiterhin Verbindung zur Welt hat

Drehkreuz Wien durch Infrastrukturausbau aufwerten - "Österreich muss attraktiver Verkehrsknotenpunkt im Herzen Europas bleiben"

Die Wirtschaft sieht in der beschlossenen Eingliederung der AUA in den Lufthansa-Konzern eine erfolgreiche Perspektive für das Weiterbestehen und den Ausbau der rot-weiß-roten
Fluggesellschaft, kommentiert WKÖ-Präsident Christoph Leitl das Ergebnis des heute, Freitag Nachmittag, in Wien unterzeichneten Kaufvertrages. "Wichtig ist, dass die AUA für den Standort Österreich erhalten wird und damit die Nabelschnur zur Welt bleibt".

Das Beispiel der Swiss habe gezeigt, dass in einer Partnerschaft die Restrukturierung einer Airline machbar ist und sich damit neue Perspektiven für eine gemeinsame Zukunft eröffnen. "Wir wünschen uns allerdings, dass der neue Partner auf der Osteuropa-Kompetenz der Austrian in Kooperation mit dem Flughafen Wien aufbaut und die Flüge nicht auf Hubs im benachbarten Ausland umgeleitet werden", unterstreicht Leitl: "Österreich muss ein attraktiver Flugverkehrs-Knotenpunkt im Herzen Europas bleiben.

Die Aufrechterhaltung des Flughafens Wien als Drehkreuz im Zentrum Europas sei der Wirtschaft ebenso ein wichtiges Anliegen wie der rasche Ausbau des infrastrukturellen Angebotes. Daher sollte auch die dritte Piste wie geplant realisiert werden, um den Luftverkehrsstandort Österreich nachhaltig zu stärken, fordert der WKÖ-Präsident. (hp)

Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich
Abtlg. für Verkehrs- u. Infrastrukturpolitik
Dr. Norbert Anton
Tel.: (++43) 05 90 900-4025      mailto: norbert.anton@wko.at

OTS0266    2008-12-05/15:43



Grüne / Werner Kogler zu AUA: "Letztes Kapitel noch nicht aufgeschlagen"


Rechnungshofausschuss wird politische Verantwortlichkeit für Debakel klären

"Mit dem Verkauf ist das letzte Kapitel in Sachen AUA noch nicht aufgeschlagen", erklärte der Vorsitzende des Rechnungshofausschusses, Werner Kogler. "Zu viele Fragen über den
Verlauf der AUA-Krise sind offen und das gilt auch für die politische Verantwortung dafür. Wir werden uns diesem Thema im kleinen Untersuchungsschusses (Unterausschuss des Rechnungshofausschusses, Anm.) des Parlaments eingehend widmen", so Kogler. Die Verantwortlichkeiten gehen dabei quer durch das gesamte politische Spektrum. Die zuständigen, von Schwarz-blau eingesetzten Manager, Michaelis und Ötsch wurden offenbar dazu angehalten, auf einer
stand-alone-Lösung zu beharren. Das ist nicht nachvollziehbar", so Kogler. "Aber auch Rot-Schwarz und tragen eine gehörige Mitschuld an der miserablen Entwicklung der AUA und an der verfahrenen Situation, weil diese Parteien den den Auftrag erteilt hatten, das politische Gefasel von einer Stand-Alone-Lösung für die AUA nachzuplappern." SPÖ und ÖVP hätten bis ins Frühjahr 2008 trotz anderslautender Gutachten und Expertenempfehlungen an diesem "unverantwortlichen Unfug"
festgehalten, so Kogler.

"Die Geschichte der AUA-Privatisierung ist eine Geschichte mit auffälligen Pannen, Kommunikationsdesastern vor dem Hintergrund eines stetig sinkenden Unternehmenswertes. Wir wollen wissen, wer wann was über den Zustand der AUA gewusst hat und welche Entscheidungen
getroffen wurden - sowohl von den verantwortlichen Managern als auch von der Politik. Hier geht es nicht um Peanuts, sondern um monatelanges Runterwirtschaften von Vermögen der SteuerzahlerInnen", erklärte Kogler.

Rückfragehinweis:
Die Grünen, Tel.: +43-1 40110-6697, presse@gruene.at
OTS0224    2008-12-04/13:30



FORMAT: Lauda fordert zusätzliche Streckenrechte als Ausgleich zum AUA-Zuschuss des Staates

Lauda will mit Kanzler und Vizekanzler über die "brutale Wettbewerbsverzerrung" durch AUA-Deal reden

Niki Lauda will den staatlichen Zuschuss für die AUA nicht kampflos hinnehmen und spricht im Magazin FORMAT von "brutaler Wettbewerbsverzerrung". Lauda will mit der neuen Regierungsspitze über eine friedliche Lösung sprechen: "Ich habe um einen sehr baldigen Termin mit Knazler Faymann und Vizekanzler Pröll gebeten. Sie sollen sagen, wie sie die 500 Millionen Euro für die AUA vor meinen Mitarbeitern rechtfertigen."

Lauda will im Gegenzug zumindest zusätzliche Verkehrsrechte für Ziele außerhalb der EU, berichtet FORMAT. "Ich will zwei Mal täglich nach Moskau, Kiew oder Belgrad fliegen dürfen, nicht nur ein Mal." Sollte es keine gütliche Lösung in Österreich geben, will Lauda in Brüssel aktiv werden. "Derweil kann ich mich zurücklehnen, weil sowieso schon andere Airlines gegen den AUA-Deal mobil machen."

Der Eigentümer der Fluglinie NIKI rechnet damit, dass "vor der EU hundertprozentig was kommt, zumindest Auflagen: Zum Beispiel, dass die AUA fünf Jahre nicht wachsen darf, ihre Flotte verkleinern muss oder die Verkehrsrechte liberalisiert werden."

Gegenüber FORMAT kritisiert Lauda auch die angekündigten 475 Millionen Euro AUA-Verlust scharf: "Die haben auf dubiose Weise alles hineingepackt, um ein negatives Eigenkapital darstellen zu können - damit die EU den Zuschuss als Restrukturierungs-Beihilfe akzeptiert. Aber das Eigenkapital ist noch immer mit 130 Millionen positiv."

Rückfragehinweis:
Format Business     Tel.: (01) 217 55/0
OTS0227    2008-12-04/13:35



FPÖ NAbg Norbert Hofer: Unverändert keine Rechtfertigung für einen überstürzten Verkauf der AUA


"Der Lufthansa-Aufsichtsrat hat heute dem Erwerb von bis zu 100 Prozent an der AUA zugestimmt", berichtet FPÖ-Luftfahrtsprecher NAbg Norbert Hofer. "Zunächst wurde die Übernahme eines 41,6-prozentigen AUA-Anteils von der ÖIAG um 366.000 Euro plus Besserungsschein angekündigt. Das Angebot für den Streubesitz soll auf 4,44 Euro pro Aktie lauten."

Hofer weiter: "Der Verkauf der Staatanteile durch die ÖIAG könnte am Freitag beschlossen werden. Damit wären die Austrian Airlines und mit ihr ein wertvolles Stück österreichischen Familiensilbers weit unter Wert verjuxt. Für uns ist das inakzeptabel", betont der freiheitliche Luftfahrtsprecher. "Nach wie vor sind wir der Meinung, dass es ein Gebot der ökonomischen Vernunft sein muss, die AUA zunächst soweit zu sanieren, um anschließend einen angemessenen Verkaufspreis erzielen zu können."

Der Verkauf zum jetzigen Zeitpunkt sei aus kaufmännischer Sicht, aus Sicht des Staates und des Steuerzahlers, ein Unding, so Hofer. "Aber abgesehen davon ist der Zustand der AUA auch lange nicht so schlecht, wie er von manchem Ausverkäufer herbeigeredet wird. Immerhin konnte der Schuldenstand der Austrian Airlines in den vergangenen Jahren von zwei auf eine Milliarde halbiert werden. Die AUA ist daher kein Fall für einen Notverkauf. Sie ist kein Konkursfall", betont Hofer abschließend.

Rückfragehinweis:    FPÖ
OTS0321    2008-12-03/18:03



AUA-Verkauf: Vehementes Interesse an nachhaltiger Stärkung der Fluglinie

Reisebüros deponieren ihre Wünsche an den AUA-Vorstand

Nur mit einem starken strategischen Partner kann die heimische Fluglinie Austrian Airlines überleben, stellen Obmann Edward Gordon und Geschäftsführer Thomas Wolf vom Fachverband der Reisebüros in der Wirtschaftskammer Österreich fest. Es besteht ein vehementes wirtschaftliches Interesse der Reisebüros an einer nachhaltigen Stärkung der AUA als Basis für eine reibungslose Fortsetzung des Verkaufs von AUA-Flugpassagen.

   Die Reisebüros führen rund 80% des heimischen Ticketverkaufs der AUA durch. Sie können durch kommende Veränderungen keine Schlechterstellung akzeptieren. Umsatz- bzw. Ertragseinbußen wären nicht verkraftbar. "Es müssen sowohl das Geschäftsvolumen als auch der Standort Österreich erhalten bleiben. Eine Beeinträchtigung des AUA-Flugverkehrs von/nach Österreich, insbesondere von/nach Wien, hätte fatale Folgen sowohl für den Geschäftsreiseverkehr als auch für die Incoming- und Outgoing-Touristik. Headquarters von großen Unternehmungen könnten bei mangelhafter Fluganbindung einen Standortwechsel vornehmen oder sich erst gar nicht in Österreich niederlassen, große Kongresse würden abwandern und der Transport unserer Touristen würde stark in Mitleidenschaft gezogen werden", so Gordon.

   Aus Sicht der Reisebüros muss der neue strategische Partner zwei Hauptkriterien erfüllen: er muss eine Erhöhung der Auslastung der AUA - Maschinen gewährleisten und der AUA die Möglichkeit bieten, ihre Stammkunden zu erhalten.

   Ein Wechsel der Allianz würde Unsummen verschlingen und zusätzlich einen Verlust von Stammkunden (z. B. Frequent Travellers) bedeuten;  die Kundendaten liegen derzeit nicht bei der AUA, sondern bei einem Bonussystem. Gordon weiter: "Wenn die AUA die Allianz wechselt, dann heißt das nicht, dass alle Kunden dasselbe tun. Insbesondere Stammkunden würden sich einen Wechsel ihrer Zugehörigkeit zu einem Bonussystem sehr gut überlegen. Die Reisebüros hätten in diesem Fall einen nicht abgegoltenen, erheblichen Beratungs- und Umstellungsaufwand. Weil bekanntlich aus Kostengründen einige Langstreckendestinationen gestrichen wurden braucht die AUA dringend mehr Zubringerpassagiere ab/bis Wien, damit eine kostendeckende Auslastung der Maschinen sichergestellt ist. Es ist daher notwendig, dass der zukünftige strategische Partner Wien als Hub (Umsteigepunkt) für Süd- und Osteuropa im gemeinsamen Netzwerk weiter ausbaut. Damit wären nicht nur die Existenzgrundlage der Reisebüros gesichert sondern auch die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Tourismusstandort Österreich. (us)

Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich, Fachverband der Reisebüros 
Dr. Thomas Wolf    Tel: +43 (0)5 90 900 3560    mailto: reisebueros@wko.at
OTS0180    2008-11-12/11:53



Faymann: AUA-Verkauf nur mit österreichischer Sperrminorität

SPÖ Faymann - AUA

Österreichische Interessen bleiben gewahrt - "AUA steht gut da, müssen nichts verschenken"

"25 Prozent plus eine Aktie als Sperrminorität muss erhalten bleiben. Das ist die Bedingung", betonte der designierte SPÖ-Parteivorsitzende Werner Faymann am Dienstag in einem Pressestatement nach dem AUA-Gipfel. Er zeigte sich sehr erfreut über die Lösung, die vorsieht, dass eine Privatisierung möglich ist, allerdings muss sichergestellt werden, dass von den ÖIAG-Anteilen 25 Prozent plus eine Aktie in österreichischer Hand bleibt. Österreichische Unternehmen können sich einem Bieterverfahren unterziehen, sollten diese nicht erfolgreich sein, dann werden die Anteile bei der ÖIAG verbleiben. Er sei der Meinung, "die AUA stellt eine gute Marke dar und wir müssen nichts verschenken". 

   Die Gespräche des Gipfels bewertete Faymann als "sehr konstruktiv", denn es sei außer Frage gestanden, dass die Wahrung der österreichischen Interessen im Vordergrund stehen müsse. "Die rasche Lösung macht mich zufrieden", so der designierte Parteivorsitzende. Es sei "genug gestritten worden", nun habe man trotz Wahlkampf einen Kompromiss gefunden, denn der Wahlkampf habe nicht die Aufgabe, österreichische Interessen zu ignorieren. "Die Sperrminorität ist auch wichtig für die Zukunft", unterstrich Faymann, es gehe nicht nur um den momentanen Verkauf, sondern auch "um den Tag danach" und darum, wie sich das Unternehmen entwickelt. Er sei der Meinung, "die AUA stellt eine gute Marke dar", deshalb müsse man nichts an ausländische Anbieter verschenken. Man müsse mit allen Partnern zu verhandeln, "die Sperrminorität zeigt, dass wir selbstbewusst dabei sein wollen." Empfehlungen, wer der Partner sein könne, wollte Faymann nicht abgeben, "denn die Politik soll sich nicht zuviel dreinmischen bei der Partnersuche".

   Zum Procedere merkte Faymann an, dass man am 12. August (Erg. 2008) im Ministerrat den Privatisierungsauftrag erteilen werde, gehe sich die Privatisierung aufgrund der Neuwahl nicht aus, dann könne es sein, dass man im Ministerrat ein zweites Mal einen Beschluss fassen müsse.

   Zur Debatte um das AUA-Management betonte Faymann, dass er sich erwarte, dass die Vorteile der AUA gezeigt werden und man das Unternehmen nicht schlecht rede. Die AUA sei eine "starke Marke", man müsse dafür sorgen, dass die Menschen bei Reisen nach AUA-Flügen verlangen und sich große Betriebe in Österreich ansiedeln, weil ihre Bediensteten ohne umzusteigen nach Osteuropa fliegen können.

Rückfragehinweis:
   SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Tel.: 01/53427-275,
   Löwelstraße 18, 1014 Wien,

OTS0189    2008-08-05/15:34



Index: AUA Verkauf - AUA Privatisierung - AUA Staatsanteile - AUA ÖIAG