Wien

Offener Brief eines Schauspielers an Bundeskanzler Faymann

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Faymann,

Dieser Brief hat neun Seiten und ihn aufmerksam zu lesen wird etwas ihrer raren Zeit in Anspruch nehmen! Ich möchte Sie trotzdem bitten Ihn ganz zu lesen, weil er nicht nur für mich, sondern für viele Menschen wichtig ist!!!

Mein Name ist .... . Ich schreibe Ihnen diesen Brief, da ich einerseits denke damit einen Beitrag zu den kommenden Sparmaßnahmen (Stichwort:Staatsverschuldung / keine neuen Steuern)) leisten zu können und andererseits aus großer Verzweiflung, weil ich der Überzeugung bin, dass im Bereich Kunst und Kultur die Zuschüsse und Subventionen bei entsprechender Umverteilung (ich werde später darauf ausführlich eingehen) sich –zumindest in der Sparte Schauspiel / Theater – ohne jeglichen Qualitätsverlust tiefgreifende Einsparungen  sehr wohl möglich sind. Zudem hat dieses Konzept den weiteren Vorteil, dass es absolut „nachwuchsfreundlich“ ist. Mit „Nachwuchs“ meine ich nicht nur die jungen KollegInnen, sondern auch die vielen tollen KünstlerInnen, die aufgrund der leider noch immer vorherrschenden Freunderlwirtschaft  in dieser Branche, nicht einmal einen Vorsprechtermin an größeren Theatern bekommen und daher gezwungen sind sich die meiste Zeit des  Jahres, in die „Obhut“ des Team4 zu begeben.

Wenn Sie aber gestatten, möchte ich mich zunächst einmal persönlich vorstellen. Wie erwähnt ist mein Name Tibor Papai. Ich habe in Wien Schauspiel studiert und in Art graduiert, habe dann in Russland an der Staatlichen Akademie für Schauspielkunst unter Dekan Prof. Juri Michailowitsch Krassowski  postgraduiert und auch in London an der Royal Academy of Dramatic Arts eine Meisterklasse, in Form eines Summerworkshops (dauerte 1 Monat) unter Oscarpreisträger Kevin Spacey,  besucht. Aus meinem beigelegten CV können Sie, wenn Sie möchten, einiges über mein künstlerisches Schaffen erfahren. Ich bin mittlerweile 39 Jahre alt, stolzer Vater eines Sohnes und lebe mit meiner Lebensgefährtin in einer  neununddreißig(39)Quadratmeter Wohnung zusammengepfercht.

Das scheint „Wiener Wohnen“ nicht allzu sehr zu kümmern, aber das ist eine andere Geschichte.

Worauf ich mit dieser zugegebenermaßen ausladenden Vorstellung hinaus möchte ist: Ich bin fachlich tatsächlich kompetent, aber es kümmert niemanden in diesem Land! Ich bekomme am Burgtheater oder an sonstigen größeren Häusern in Österreich keinen Vorsprechtermin, weil es offiziell keine Vakanzen gibt!!! Oder haben Sie schon einmal in davon gehört, dass das (z.B.) Burgtheater ein offenes Vorsprechen  für diverse Rollen veranstaltet? Mir wäre so etwas noch nie zu Ohren gekommen und auch wenn man sich um einen Vorsprechtermin bewirbt, bekommt man nur  eine standardisierte Absage, obwohl es damals sicher freie Stellen gegeben hat, die auch nachbesetzt wurden, das ist ein Fakt! Und so ist es mir jedenfalls (und ich weiß dass ich nicht der einzige bin) bei jedem Theater ergangen, dass es sich leisten kann Schauspieler anzustellen.  In der freien Szene werden zwar  öfters qualitativ gute Sachen gemacht, aber davon kann man weder alleine und schon gar nicht als Familie leben. Also begibt man sich zum Team4, die wiederrum fordern, dass man in einem Jahr mindestens drei Monate als Schauspieler angemeldet sein oder über die Geringfügigkeitsgrenze verdienen muss, um den Berufsschutz nicht zu verlieren. Das hat etwas sehr groteskes, weil es immer wieder gerade das Team4 ist, dass aufgrund der Arbeitsmarktsituation fast nur Jobs an Schauspieler weiter gibt,  bei denen man kaum über diese besagte Grenze verdient, geschweige denn angemeldet wird. Oder es kommen vom Team4 Angebote, wo auf Einnahmenteilung gespielt wird oder es  gar keine Gage gibt. Also verlangt man von den Menschen die von dieser Institution „betreut“ werden etwas, dass Team4 selbst nicht schafft, weil es eben keinen Markt dafür gibt. Und das finde ich moralisch (ich weiß Moral ist etwas Altes das völlig out ist, ich finde sie aber trotzdem gut) sehr verwerflich!!!  So nun bekommt man also eine gewisse Zeit keine Jobs also muss man sich sogenannten Maßnahmen unterwerfen. Das sind verschiedenste Schulungen wie Schauspieltechniken nach Strasberg oder Meissner oder man lernt wie man sich selbst motivieren und managen kann. So weit so gut  - oder schlecht. Ich habe einige solcher Workshops mitgemacht und kann sagen, dass an Qualität alles dabei war, von super bis grottenschlecht. Aber es gab etwas das alle gemeinsam hatten nämlich: Die Jobs werden dadurch nicht mehr!!!! Der Arbeitsmarkt wird nicht besser.
Mir ist durchaus klar, dass man deshalb auch die Künstler mit Druck(mit Druck meine ich die Aufhebung des Berufsschutzes) dazu bringen möchte sich umschulen zu lassen und in anderen Branchen Fuß zu fassen.
Ich kann auch aus dem Verhalten des AMS, Team4 und der Politik den Künstlern gegenüber ablesen, was sie von uns Schauspielern halten und wozu diese Institutionen eigentlich da sind (nämlich nur zur Umschulung).  Ich würde auch das verstehen wenn es keine andere Möglichkeiten gäbe und das Geld ja so begrenzt wäre. Tatsache ist aber, dass mehr als genug Geld da ist, es ist nur auf eine derartig unsoziale Weise verteilt, dass gerade die SPÖ (die Partei die ich immer wähle und für die ich mich auch schon oft verwendet habe, z.B. als Wahlbeisitzer) eigentlich laut aufschreien müsste.

Ich möchte hier nur ein paar Beispiele anführen:

Burgtheater   
Zuschüsse:  45,9 Millionen  2009/2010
Personal: 550 /110 Schauspieler mit dem Mindestgehalt von 1900 - 6000 Euro 14 mal pro Jahr plus Spielgeld ab der 45. Vorstellung!!!!!!!!?????????? 

Da wird man als Schauspieler dafür engagiert, dass man spielt, sitzt aber  im dortigen Ensemble viel herum weil man bei 110 Schauspielern logischerweise nicht immer alle brauchen kann und bekommt Geld fürs Nichtstun! Wenn man dann schon spielt, gibt es für das Spielen ab der 45. Vorstellung auch noch ein Spielgeld dafür, dass man seine Arbeit macht, die ja ohnehin schon mit der Monatsgage bezahlt wird – faszinierend. Aber asozial!
Wenn man die 110 Schauspieler weg rechnet bleiben noch immer 440 Menschen die dort arbeiten. Was machen die alle dort bei einer 40 Stunden Woche? Selbst wenn 100 oder 200 davon teilzeitbeschäftigt sind, was machen die restlichen 240 - 340 Menschen dort? Also ich würde da gern mal am Tag oder auch am Abend  die anwesenden Menschen zählen.

Ich muss hier und jetzt mal auf eine tolle Schauspielerin aufmerksam machen die in der Ära Peymann an der „Burg“ beschäftigt war.
Mag. Sie ist derzeit 48 Jahre alt, wohnt aus Kostengründen bei Ihrer Mutter und hat derzeit keine Sozialversicherung weil das AMS etwaige Arztrechnungen erst einen Monat später bezahlt. Nämlich dann, wenn sie die Bestätigung über die Höhe ihres Einkommens vom vergangenen Monat gebracht hat. Das heißt Sie, die arbeitslos ist und von einer  geringen Notstandshilfe lebt, muss Arztrechnungen von einem Geld vorstrecken, dass sie nicht hat!!! Ich kann Ihnen gerne Namen und Adresse zukommen lassen.
Da kann man nur sagen „Hauptsache in der Burg werden Kostüme aus Seide geschneidert!“


Wiener Staatsoper  
Zuschüsse  52,2 Millionen  2009/2010
Personal: 920 davon in der Künstlerischen Leitung allein 54 Personen?! Sänger 47 +51 Gäste, Chor 96?!, Ballett: 140, Orchester 192, Technisches Personal 375???!!! Verwaltung 39.

Über die Gagen konnte ich nicht viel herausfinden, aber wenn man sich die Personalkosten überschlagsmäßig ausrechnet muss man sich fragen, ob das zu so schweren Krisenzeiten denn wirklich sein muss??? Die Qualität eines Orchesters oder Balletts oder des Chores hängt nämlich nicht von der Menge ab. Was mich zu der unglaublichen Zahl des technischen Personals bringt. Ich verstehe schon da sind sicher die Billetteure, Garderobendamen, Licht, Bühnenbild, usw. mit eingerechnet. Allerdings scheint diese Zahl trotzdem astronomisch wenn man annimmt, dass im Burgtheater 440 Personen (ohne Schauspieler) insgesamt beschäftigt sind und da hat man schon für jeden Handgriff jemanden extra zur Verfügung.  Gut dass man nicht weiß was die Solisten an Steuergeld nachgeworfen  bekommen! Ich nehme mal an, dass es sich schon viel mehr als „ordentlich auszahlt“, wenn man ein „normales“ Ensemblemitglied ist.

Österreich ist statistisch gesehen eines jener „Kulturländer“ wo die Künstlergagen, wenn man mal an einem gewissen Punkt  der Karriereleiter angelangt ist, am höchsten dotiert sind. Das „Lustige“ ist nur, dass der normale Steuerzahler nicht viel davon hat, weil die guten Plätze nach wie vor zu teuer sind um von Normalverdienern gekauft zu werden. Ich meine jetzt bei Veranstaltungen wie bei den Szb. Festspielen und dergleichen. Und wenn man dann noch annimmt, dass bei solchen Events viele Karten auch für sogenannte VIP’s  gratis sind, geht einem überhaupt die Hutkrempe hoch! Zumal diese Leute ohnehin so viel Geld haben, dass sie sich das locker leisten können.


Volksoper Wien  
Zuschüsse  35,6 Millionen  2007/2008
Personal  526; Solisten: 48 + Gäste, Chor: 69, Ballett:110? Orchester:95, Technik :220

Muss schon eine verdammt aufwendige Technik sein!!! Habe ich schon erwähnt dass ich in jungen Jahren im Theater a. d. Wien als Billetteur beschäftigt war? Wir waren 25 Billetteure und gehörten zur „Technik“. Wir haben für alles im Publikumsraum zuständig. Sagen wir in der Volksoper sind es 40 (das ist sehr großzügig gerechnet)Billetteure. Da bleiben immer noch 180 Personen für Licht, Ton, Toiletten, Regie, Requisiten, Portier, Sicherheitsdienst, Bühnenbild, Maske, Schneiderei und sonst fällt mir nichts mehr ein ….
Ich habe dort noch nie erlebt, dass im Schnitt 18 Personen pro Department(außer bei den Billetteuren) an irgendeinem Spielabend anwesend waren.
Nicht einmal in der Kantine hätten die Menschenmassen Platz gehabt geschweige denn in den Ton oder Regie/Lichtregielogen. Also wofür konkret braucht man so einen Personalaufwand?


Theater in der Josefstadt 
Zuschüsse  12,2 Millionen  2009/2010
Personal: 368 Schauspieler :43 +43 Gäste, Technik: 152, Verwaltung inkl. Künstl. Personal :130 Gagen: 1500 – 4500 Euro, 14-mal im Jahr, plus Spielgeld ab der 45. Vorstellung.

Auch hier bekommt man keinen Vorsprechtermin, wenn man sich darum bemüht!


Vereinigte Bühnen Wien 
Zuschüsse:  40 Millionen  2009/2010
Personal: 680; Mindestgage: 2500 Euro, 14-mal pro Jahr plus Spielgelder.

Hier ist sehr interessant, dass für drei sehr große Häuser nur 680 Personen  gebraucht werden. Ich kenne die Vereinigten Bühnen sehr gut.


Volkstheater   
Zuschüsse  11,7 Millionen  2009/2010
Personal: 256  Schauspieler + Gäste: 41, Technik/Werkstätten: 172, Hauspersonal/Verwaltung: 34 Mindestgage: 1565 Euro.

Interessant, dass auch diese große Haus  im Gegensatz zu anderen mit nur 172 Technikern auskommt!


Schauspielhaus   
Subvention  1,2 Millionen  2009/2010
Personal: 25, Schauspieler: 6 + Gäste: Verwaltung : 4

Ganz schön hohe Subvention für so ein kleines Theater oder? Was kostet dort eine Produktion? Ich habe bis jetzt dort noch nichts technisch Aufwendiges gesehen. Sind es die Gagen? Der Impulstanz im Sommer, wenn ich richtig informiert bin, ist ja separat gefördert.


TAG    
Subvention  735.000 2009/2010
Personal: 14, Schauspieler : 5 + Gäste, Technik: 5, Verwaltung  4.

Was machen so wenige Leute mit so viel Subvention?
Ich habe dieses vergangene Jahr Chekhovs „Der Heiratsantrag“ und „Der Bär“ mit null Euro inszenieren müssen und es war ein Erfolg. Wir haben in einem früheren Bordell im 5. Bezirk ein qualitativ hochwertiges Zimmertheater gemacht. Wir hatten  nur durch Mundpropaganda eine ca. 73 prozentige(60 Sitzplätze) Auslastung.  Wir waren ein Team von 4 Leuten!


Odeon    
Zuschüsse:  990.000 2009/2010
Personal: 20, Künstler 10

Ich weiß dass man als Künstler bei Herrn Piplitz nicht besonders gut verdient. Auch geht  sein Theater eher mehr in Richtung Bewegungstheater, technisch meist nicht sehr aufwendig. Wenn es mal etwas zum Bauen gibt, mussten früher zumindest auch die Schauspieler ran. Frage: Was macht der mit so viel Geld? Meldet er die Künstler an?


Mir ist durchaus bewusst, dass ich in Ihren Augen jetzt  wahrscheinlich ein Neider bin, aber das stimmt nur zu einem geringen Teil. Denn wenn man mich dazu bringen möchte meinem geliebten Beruf aufzugeben und umzusatteln obwohl ich in meine Ausbildung mein privat verdientes Geld investiert habe (um die 300 000 Schilling alles in allem), so ist es wohl verständlich, dass man um sein Recht auf Chancengleichheit kämpft!!!  Denn die war und ist in diesem Land niemals gegeben. Es geht hier aber nicht nur um mich, sondern um viele qualitativ hochwertigste KollegInnen deren Namen Ihnen genauso viel sagen wird wie der  meine, und das, weil wir einfach keine Chance bekommen von den einflussreichen Menschen in der Theaterlandschaft gesehen zu werden!!! Warum soll ich mit meiner Ausbildung und mit meiner Qualifikation/Können weniger Recht haben erfolgreich auf der Bühne zu sein als z.B. ein Otto Schenk oder irgendein anderer prominenter Bühnendarsteller? Der Unterschied ist nur: Er bekam eine Chance, ich und viele andere einfach nicht!!!
Und gerade deshalb muss es dem AMS und Team4 aber auch der Politik eigentlich darum gehen den SchauspielerInnen Chancen zu verschaffen von den „Richtigen Leuten“ gesehen zu werden!

Dass wiederrum funktioniert so:
Statt in die bisherigen sinnlosen Workshops des Team4 (sinnlos weil sie nichts am Arbeitsmarkt ändern) sollten man das Geld verwenden um Inszenierungen zu machen.


Mein Konzept hat drei Stufen.

Erstens:  Mitwirkende und deren Bezahlung

Es gibt genügend arbeitslose BeleuchterInnen, RegisseurInnen, SchauspielerInnen und was man eben noch so braucht um ein Stück auf die Beine zu stellen. Wenn jetzt z.B. ein arbeitsloser Regisseur ein interessantes Projekt hat,  holt er sich alle Leute die er zur Verwirklichung braucht aus dem Pool des Team4 bzw. des AMS. Alle Beteiligten bekommen so lange wie das Projekt läuft(von Beginn der ersten Probe, bis zur letzten Vorstellung – solange die Einnahmen vertretbar gut sind) eine „erhöhtes Arbeitslosengeld bzw. Notstandshilfe“ von, sagen wir, 1200Euro plus die Sozialversicherung. Und dem Team 4 bzw. dem AMS entstehen keine weiteren Kosten. Normalerweise werden bei den üblichen Workshops 2- 3Tausend Euro pro Person bezahlt, plus das Arbeitlosenendgeldes/Notstandshilfe und der Sozialversicherung.


Ein Kurzes Rechenbeispiel: Pro Person

Alt:                                                        Neu: 
Arbeitslos/ Notst: 800,- Euro         Erhöhte Notstandh. :    1200,- Euro
Workshopkost:   2300,- Euro         Stückerarbeitung:         0000,- Euro
Summe             3100,- Euro                                         1200,- Euro             

Ergibt eine Ersparnis von sage und schreibe 1900,- Euro pro Person!!!
Die meisten Workshops haben eine Laufzeit von sechs Wochen, eine übliche Zeit in der Theaterszene um ein Stück zu erarbeiten.

Stufe Zwei: Förderung durch Magistrat und Ministerium
Weiteren Kosten (Spielort, Kostüme, Requisiten, Bühnenbild, Promotion) werden von den oben genannten Stellen als Förderung übernommen.  Aber um auch hier zu sparen folgende Idee:
Es werden jährlich Theater gefördert,  die nicht jeden Tag eine Vorstellung haben wo die Bühne sozusagen tageweise frei ist. Und eben solche Theater könnten als „Solidarbeitrag“ für deren Förderung den Spielort gegen sehr günstige Konditionen oder auch gratis( je nachdem wie hoch die Förderung des jeweiligen Theaters ist) zur Verfügung stellen.
Wenn Sie jedem großen Theater und den großen Festspielen, die mit zig Millionen und aber Millionen gefördert werden – wenn Sie jedem als „Solidarbeitrag“ nur zwei Millionen Euro weniger an Förderungen geben und das Geld in einen Topf sammeln, geht sich die Finanzierung dieses Konzeptes locker aus!!!

Stufe drei: Promotion / Werbung
In der Förderungssumme sollte auch die Werbung bedacht sein! ORF, ATV, Puls4, Servus TV, könnten über solch ein Projekt berichten, die Verwirklichung so eines Projektes zeigen (im Sinne des ORF Bildungsauftrags). Da die Intendanten von den großen Theatern ihr Gehalt von den Steuergeldern beziehen, sollten sie dazu angehalten werden sich die Vorstellungen anzusehen, um bei etwaigen Vakanzen eventuell aus dem Pool der Arbeitslosen nachbesetzen zu können. Sie werden sicher den einen oder anderen Schauspieler sehen der fähig genug ist, um auf diesen „Heiligen Großbühnen“ aufzutreten! Das könnte der Solidarbeitrag von den Intendanten sein!!! Es könnten z.B. die bekanntesten Werke von Shakespeare erarbeitet und an Schulen verkauft werden. So wäre auch ein etwaiger Bildungsauftrag erfüllt.

Einnahmen:

Alle Einnahmen die gemacht werden,  fließen an die Förderer AMS, Magistrat und Ministerium zurück!

Ich möchte noch ein paar Anmerkungen zum Thema Förderungen machen! Ich verstehe einfach nicht warum in unserem Land immer diejenigen gefördert werden, die ja eh schon am Zenit ihrer Karriere (oder ein wenig darüber) sind. Es wird kleinen Theatergruppen oder einzelnen Schauspielern zugemutet Projekte mit wenig oder (so wie bei mir) gar mit null Geldmittel eine Theaterproduktion zu machen, während am Burgtheater für 95 Prozent der neuen Produktionen  neue Kostüme, die auch noch meistens aus sündteuren Materialien bestehen, geschneidert werden. Gutes Theater hängt nicht vom Kostümmaterial ab. Noch von der Größe einer Schauspieltruppe!!!

Ich verstehe nicht warum Theaterintendanten die vom Ausland zu uns kommen, einen Teil ihrer Schauspielcrew mitnehmen dürfen obwohl es hier doch genügend gute Künstler gibt, die am Hungertuch nagen und nicht einmal eine Sozialversicherung haben.
Es ist mir natürlich bewusst, dass es  besser zieht wenn man sich mit prominenten Schauspielern fotografieren lässt. Wissen Sie, es ist nämlich sehr einfach Oscar-Preisträgern wie Hrn. Rusowitzky vor Kameras die Hand zu schütteln und so  damit zu zeigen: Wir haben den Oscar, das bestätigt uns als Weltstadt der Kultur. Aber man sollte bei alldem auch bedenken, dass es auch andere außergewöhnliche Talente gibt, die – Gott weiß warum – nicht so viel Glück haben. Es ist vielmehr wichtig, wie wir mit den Künstler umgehen die (noch) nicht im Rampenlicht stehen. Denen zu helfen jemanden zu finden der an sie glaubt und sie als Künstler fördert. Es wurde noch niemals ein Star einfach so geboren; sie werden gemacht!  Es gibt eben eine Vielzahl von Künstlern, die zwar das handwerkliche Vermögen haben in der Burg selbst neben Kaliebern wie Gert Voss zu bestehen, sie haben aber einfach nur nicht das Glück/die Möglichkeit gehabt bis dahin zu gelangen. Wenn wir wirklich eine Weltkulturhauptstadt/Land sein wollen, dann haben wir die Pflicht diesen Leuten zu helfen!

Dieses Konzept stellt eine Win/Win Situation für alle Beteiligten dar!
Das AMS spart Geld, die Schauspieler verdienen etwas dazu und tun das was sie lieben – nämlich spielen – und die Politik kann stolz sein, ein tolles Projekt herzuzeigen das Wien und Österreich als Stadt/Land der Kunst und Kultur bestätigt.
Auf das es in Zukunft noch öfter heißen möge: „And the Oscar goes to Stefan Rusowitzky, Christoph Walz, Eva Agai, Tibor Papai usw …

Vielen, vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!!!

Ich freue mich darauf zu erfahren was Sie darüber denken, sollten Sie Fragen haben, bin ich gerne für Sie per  E-Mail oder am Telefon -  auch abends bis 22 Uhr -  erreichbar!


Mit besten Grüßen Ihr
T. ................                             Wien,04.02.2010