Wien

Richtiges Verhalten beim Skilift fahren

Durchschnittlich verletzen sich pro Jahr 1.100 Wintersportler beim Liftfahren auf Österreichs Bergen. Richtiges Verhalten der Liftbenutzer reduziert das Unfallrisiko.

(OTS) - Die meisten Unfälle in Verbindung mit Skiliften passieren beim Aussteigen und enden oft mit einem Sturz. Schwerwiegende Liftunfälle, bei denen das Seil aus den Rollen springt oder gar Menschen aus einem Sessellift fallen, gehören glücklicherweise zu den Seltenheiten. Doch erst am vergangenen Montag sind in Kärnten zwei Kinder aus einem Sessellift gefallen und vergangenen Mittwoch wurde eine Frau durch das Seil eines Schleppliftes nahezu stranguliert. Klar ist, dass es obwohl für die österreichischen Seilbahnbetreiber die Sicherheit Ihrer Fahrgäste an allererster Stelle steht, keine hundertprozentige Sicherheit geben kann. "Skilifte sind die einzigen Transportmittel bei denen man während der Fahrt zu- und aussteigt. Vor allem Schlepplifte und Sessellifte brauchen eine vernünftige Mitwirkung der Benutzer. Für die Sicherheit am Lift ist das Verhalten der Benutzer von großer Bedeutung", sagt Dr. Rupert Kisser, Leiter des Bereichs Heim, Freizeit & Sport im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). Am leichtesten passieren Stürze bei Schleppliften; Sessellifte sind etwas einfacher; mit den Gondelbahnen gibt es die wenigsten Schwierigkeiten.

Richtig aussteigen

Knapp 60 Prozent aller Unfälle mit Skiliften ereignen sich beim Aussteigen, rund 20 Prozent beim Einsteigen und ebenso viele während der Fahrt. Fährt man zu zweit auf dem Schlepplift, steigt man immer hintereinander aus. Die Reihenfolge muss man vorher ausmachen. Der erste rutscht vom Sitzbügel, der zweite hält die Aufhängestange und schiebt den Bügel beim Aussteigen kontrolliert zur Seite. Das vermindert die Gefahr mit dem Anorak hängen zu bleiben", erklärt Kisser. Beim Sessellift bleibt der Sicherheitsbügel während der ganzen Fahrt geschlossen. Vor dem Ausstieg nimmt man die Skier von der Fußstütze, hebt die Skispitzen an und sorgt dafür dass die Stöcke frei sind. Der Bügel wird erst zuletzt und knapp vor dem Ausstieg geöffnet. Ebenfalls wichtig: Das Ausstiegsareal sofort frei machen.

Richtig einsteigen

"Lieber lässt man einen Bügel oder einen Sessel einmal leer vorbei fahren, als durch zu viel Eile und Hektik einen Sturz zu riskieren", rät Kisser. Entscheidend ist dass die Skier gerade in der Spur stehen. Besser ist auf das Gleichgewicht zu achten als den Körper zu verdrehen um nach hinten auf den Sessel schauen. Der kommt schon von allein und zwingt einen zum Niedersetzen. Beim Schlepplift werden viele Stürze durch den "Ruck" beim Losfahren verursacht, oder weil der Bügel vom Schlepplift nicht mehr erreicht werden konnte. Während der Fahrt sind es oft schlechte Spuren, Eisplatten oder Schneehügel die zum Verkanten und zum Gleichgewichtsverlust führen. Ist der Sturz nicht zu verhindern, muss man sich bewusst aus der Spur fallen lassen.

Rücksicht auf die Kleinen

Besondere Vorsicht ist bei Kindern gefragt! Kinder unter einer Körpergröße von 1,25m dürfen nie ohne Begleitung eines Erwachsenen im Sessellift fahren und sollen am besten während der ganzen Fahrt fest gehalten werden. "Kleine Kinder können mit ihren Anzügen auch unter einem Bügel durchrutschen", warnt Kisser. Moderne Sessellifte sind mit einer Kindersicherung ausgestattet. Diese Lifte haben einen Schließbügel, der geschlossen und arretiert wird. Während der Fahrt kann dieser nicht geöffnet werden. Erst dann, wenn kein Absturz mehr möglich ist, öffnet sich der Bügel automatisch. Hinzu kommt, dass der Bügel als Doppelbügel konstruiert ist und das Durchrutschen von Kindern damit nicht möglich ist. Häufige Verletzungen Laut KfV-Freizeitunfallstatistik ziehen sich rund ein Drittel der verunfallten Liftbenutzer Sehnen- oder Muskelverletzungen zu. Ebenso viele erleiden einen Knochenbruch und 15 Prozent haben sich Prellungen zugezogen. Auch folgende Punkte dienen der Sicherheit:

- Stöcke beim Liftfahren in der Mitte in die Hand nehmen
- Hände nicht in den Schlaufen lassen; die langen Stöcke können sonst leicht hängenbleiben
- Im Sessellift nicht schaukeln
- Auf einem Vierer- oder Sechsersessellift in der Mitte sitzen, wenn nicht alle Plätze besetzt sind; schief hängende Sessel erschweren den Ausstieg vor allem für Kinder - Schleppliftbügel nicht wild wegstoßen und nach oben schnalzen lassen

Rückfragehinweis:
Mag. Kerstin Gardill
Kuratorium für Verkehrssicherheit, Marketing & Kommunikation
Tel.: 05 77 0 77-1906     E-Mail:
kerstin.gardill@kfv.at

OTS0048    2008-02-22/10:00