Wien

Burgenländischer Yacht-Club ( Vereins-Chronik)


Am 12. April 1955 fand die konstituierende Sitzung der Gründungsmitglieder des heutigen Burgenländischen Yacht-Clubs in Eisenstadt statt. Der damalige Name des Clubs war „Union - Yachtclub Rust - Eisenstadt“. Sitz des Vereins war in der Haydngasse 11 in Eisenstadt.

Im Vorstand zum Zeitpunkt der Gründung waren Dr. Tremmel als Obmann und Karl Pfann als Vize. Der Schriftführer war Heribert Zechmeister und Kassiere waren Edmund Riedl und Herbert Karassowitsch. Oberbootsmann war Franz Nemeth und weitere Vorstandsmitglieder waren Alfred Strobl und Johannes Holler.

Die 3 letztgenannten Gründungsmitglieder sind noch heute im Verein tätig. Alfred Strobl ist heute der Ehrenpräsident und Franz Nemeth der fleißigste Segler dieser Gruppe.

Am 25. Mai 1955 wird der Verein von der Vereinsbehörde anerkannt und zu folgenden Punkten angehalten:

 

  • das freie und unabhängige Österreich (damals gerade 10 Tage) zu unterstützen
  • demokratische Grundsätze zu beachten
  • die öffentliche Ordnung nicht zu stören
  • keinerlei Tätigkeit gegen die Besatzungstruppen (in diesem Fall die Russen) zu richten

 

1956 wird mit Hilfe der ersten Subvention von ATS 2000,-- ein 28 m2 großer Pfahlbau in der Ruster Bucht angekauft. Erst beginnend mit 1958 wird die Anlage ausgebaut, mit Clubhaus und Turm, der der Sitz der Wettfahrtleitung wird. In den 60-er Jahren wird der Club nach und nach weiter ausgebaut bis er 1996 durch das Hochwasser stark renovierungsbedürftig wurde. 1998 wurde dann die endgültige Renovierung mit einer Hebung des Clubhauses begonnen und in den folgenden Jahren abgeschlossen, wie schon zu Gründungszeiten durch sehr viel Eigenleistung und durch einen Renovierungsbeitrag der mittlerweile mehr als 400 Clubmitglieder.

Eine Besonderheit ist die Lage des Clubs, mitten im Wasser der Ruster Bucht auf Pfählen gebaut und ohne Landanschluss nur über den langen Zugangssteg zu erreichen. Aber dafür mit herrlichem Blick auf die Bucht, wo bei Sonnenuntergang die Armada der Schiffe, die in den Ruster Häfen liegen, vorbei zieht.

Am Beginn stand die damals weit verbreitete Jollenklasse „Pirat“ als das Standard Boot. Gefolgt von 10-er und 15-er Rennjollen und später der neueren Entwicklung „Kosar“, mit Spinaker und Trapez eine neue, damals schnelle Bootsklasse. Eigenbau war eine der wirtschaftlichen Möglichkeiten zu einem Boot zu kommen.

Heute ist nahezu jede Bootsart am Club vertreten. Der wechselnde und zur Zeit sehr niedrige Wasserstand macht es aber für manchen „Kreuzer“ schwierig, den Liegeplatz zu erreichen. Im Winter 2005 wurde mit dem Ausbaggern der Liegplätze begonnen. Im kommenden Winter soll diese Arbeit zur Gänze abgeschlossen werden.

Der ursprüngliche Mitgliederstand im Gründungsjahr war 30 Personen. Heute, am Beginn des Vereinsjahres 2005,  zählt der Yacht Club 413 Mitglieder, wovon 24 Studenten- und 76 Jugendmitglieder sind.

Der Zuwachs an Mitgliedern im Laufe der Zeit bedeutete auch eine Ausdehnung über die burgenländischen Landesgrenzen. Heute kommen viele Mitglieder aus Wien, dem südlichen Niederösterreich sowie auch aus dem angrenzenden Gebiet der Steiermark. Damit wurde der BYC, wie er kurz genannt wird, der drittgrößte Yachtclub des Segelverbandes und der zweitgrößte des Burgenlandes. 

 

Ehrung der Gründungsmitglieder

Hintergrundinformationen


Alfred Strobl, Regierungsrat a.D., langjähriger Standesbeamter in Eisenstadt, hat „viele Ehen geschlossen“, langjähriges Vorstandsmitglied im Club, ist heute der Ehrenpräsident des Yacht-Clubs und nach wie vor regelmäßig am Club und auf seiner Hütte in der Ruster Bucht 

Franz Nemeth, der erste Oberbootsmann des Clubs, ursprünglich Kürschnermeister in Eisenstadt, er lebt schon lange Zeit in Rust, hat vielfältige Hobbies, hat vor 3 Jahren im Club eine Vernissage seiner Bilder durchgeführt, führt das Heimatmuseum der Stadt Rust und kommt täglich (auch im Winter) zur „Inspektion“ auf seinen Club.

Johannes Holler, ein Ruster Bürger und Weinproduzent, sein Weingut ist der bekannte Elfenhof in Rust, immer noch dem Club stark verbunden und Spender von „Erinnerungsgeschenken“ in Form von Wein aus dem Elfenhof, der bei größeren Regatten an die Teilnehmer übergeben wird.