Wien

Betreff: Ordentlich "verschlimmbessert" - Teil 2

Kommentar eines Wien-konkret Leser:

Während hier ein Beitrag nach dem anderen immer mehr negatives nennt und sich die Leser bereits einander zitieren, war ich einige Male in guten Abständen in dem Bad. Zwar war ich bei meiner Premiere im neuen Bad der meinung, nie mehr hin gehen zu wollen, allerdings blieb ich als Wasserratte dann doch der Therme als "Warmwasserschwimmbad" treu (ist ja die einzige in Wien die leicht erreichbar ist. Finanziell ist bei mir nur die WL-Jahreskarte möglich). Halt weniger oft mit meiner Lebensgefährtin, also öfter auch alleine und mit eigenen mitgebrachten Speisen um die Kosten zu senken.

Wobei man hier mit gutem Abstand zum Begriff Therme argumentieren muss, viel mehr als ein Warmwasserschwimmbad ist es auch wirklich nicht mehr. Ein Gemeindehallenbad würde es auch tun. Aber da hätte ich persönlich zum Beispiel im Winter ein großes Problem mit dem Heimweg weil ich total schnell runter kühle in einem kalten Schwimmbecken und mir sofort eine ordentliche Verkühlung holen würde. Deshalb waren Thermen, vor allem Oberlaa "alt" und auch "neu", für mich immer ein Argument für Wellnessen oder eben auch sorgenloses "schwimmen gehen". Und diese Therme ist immerhin für Wiener am leichtesten erreichbar ohne dass man eine Längere Zug oder Auto-Strecke braucht. (im Sommer gibt es zum abkühlen als Kontrast zum "nebeligen Warmwasser" sowieso viel besseres, die Donau, normale Gemeindebäder und der eigene Pool im Garten). Aber sie ist auch leider die einzige in Wien. Von daher kann ich viele Beiträge hier gut verstehen. Ich habe mich zwar schon an das "neue Oberlaa" gewöhnt und von vielen schönen Details Abschied nehmen müssen. So ist halt Veränderung, allerdings verstehe ich die Leute wenn sie unentspannt und genervt nach hause gehen, denn auch ich erkenne noch gewisse Mängel die zum Teil hier angesprochen und zum Teil von mir selbst bei den zuletzt zurückliegenden Aufenthalten aufgefallen sind.

Mit "verschlimmbessert" meinte ich damals schon zu Wien Konkret, dass das alte liebe Bad ja weg gerissen und durch dieses Betongebilde ersetzt wurde. Es ist wie es ist: leider nicht mehr änderbar. Nur eine Abrissbirne mit folgendem Neubau-Projekt würde das ändern können.

Man wird sich als Gast also damit abfinden müssen, NIE eine Art Windschutz bei den Außenbecken vorzufinden. Damals gab es "tiefere Gräben" so dass man bei gleicher Wasserhöhe noch immer keine Wiese sehen konnte. An der Wand stehend bekam man dann bei einem Sturm nicht immer so viel mit. Auch war der esoterisch kompatible Rundbau mancher Becken damals auch eine Art Nische und der Wind konnte nicht so ungehindert durch pfeifen. Bei den winterlichen Besuchen erlebte ich sehr oft wie Leute regelrecht von Tür zu Pool und umgekehrt herum gelaufen sind. Man merkte ihnen das Frieren regelrecht an und manche Leute hörte ich laut sagen "ich trau mich gar nicht mehr zurück zur Tür" weil damit kalte Außenluft auf nasse Haut treffen würde. Ich verstehe also jede Kritik die sich mit den planlosen Außenpools beschäftigt. Aber liebe Leser, ich fürchte ihr werdet Ewigkeiten auf eine bauliche Änderung vergeblich hoffen und ich fürchte, dass sämtliche Außenpools nach vielen Jahren noch immer so planlos in der Pampa stehen wie bisher.

Auch im Bereich Ziergegenstände und Wohlfühl-Ausschmückung wird sich wohl nichts tun. Der Betreiber ("Therme Wien" seit Neueröffnung, in Folge nur noch Betreiber genannt) interessiert sich ja, laut der vielen Beiträge hier, wirklich nicht für die Anliegen der Kunden. Im beliebtesten und bekanntesten Social-Networt versucht der Betreiber kundennähe zu zeigen, was beim Versuch bleibt, denn dafür gibt es aber nur wischi-waschi Antworten und sämtliche Vorschläge die vom Kunden jemals kamen, dürfte man einfach konsequent nicht umsetzen wollen. nicht mal darüber nach denken. Und wer vor einem Jahr dort war, würde heute auch nichts neues erkennen.

Dafür hat das Bad ein ordentliches Problem mit dem Deckenputz, wo Wasser raus rinnt. Wo kommt dieses Wasser her. Diese Flecken entdeckte ich immer wieder in allen möglichen Kabinen-Reihen, sei es grün, rot oder gelb. So steht der Kabinenbereich vermutlich bald unter wasser. Kann es sein dass die Pools darüber undicht werden?

Baulich hat man ja, unschwer zu erkennen, auch im Familien-Spiel-Bereich total versagt, denn ausgerechnet bei den Kindern ist der äußere Poolteil mit Abstand am aller kühlsten. Als ich mal meine Nachbarin inkl Sohnemann mit nahm gab es mir zu denken dass sich da draußen immer wieder Kinder aufhalten dürfen und sollen und elendig krank werden können. Wir mussten dann in den stressigeren Innenbereich wo sich die Leute schon wirklich erschlagen (so eng ist es dort und man sieht alle halben meter irgendwo köpfe oder füsse). Mich wundert es dabei auch nicht wenn Leute mit Kindern auch deshalb sonst über all im Bad sind und damit die Erholungssuchenden quälen. Ich verstehe beide Seiten, aber richtig läufts noch lange nicht. Da muss der Betreiber mehr Verantwortung übernehmen: eine gescheite Trennung der Interessensgruppen und mehr Komfort auch im Kinderbereich.

Baulich das beste je gesehene ist ja das 4 Meter tiefe Turmspringbecken in der gleichen anlage wo einem theoretisch schnell mal ein Kind verunglücken könnte. Orange-bekleidete Bademeister sind nämlich nicht immer zur Stelle und wenn ich mit meinen anderen Beobachtungen und auch den hier auffindbaren durchstudierten Texten richtig liege, dann haben die Bademeister nur einen einzigen Job: Unsittlichkeitswächter. Mehr nicht. Bei den wirklich gefährlichen Stellen, zb im Kinderbereich guckt er lieber in den außenbereich ob sich dort Mann und Frau alleine in den Nebel verirren, während sich im Innenbereich alle möglichen Leute beinahe treten und erschlagen, wo sich auch die kleinsten wohl fühlen sollen? Eigenartiges Konzept. Ich bleibe bei meiner Meinung: das Turmspringbecken gehört mit einem "Glaszaun" abgetrennt damit die kleinsten der kleinen Menschen dort nicht in Lebensgefahr schweben, weil Papa oder Mama mal eine Sekunde zu wenig aufpassten.

Themenmäßig hätte man von Anfang an mehr trennen müssen. zuviele interessensgebiete sind bunt zusammen gewürfelt. als Schwimmer würde man sich das Turmspringen dem entsprechend eher beim Schwimmerbecken wünschen, in dem man dieses einfach an einem Ende viel tiefer hätte bauen können. Als Schwimmer fühlt man sich aber auch etwas respektlos behandelt wenn es, wie die anderen Außenpools, nur über einen Fussweg im freien erreichbar ist. Im Sommer verstehe ich ja den Sinn und Zweck. Da kann man sich auch gut abkühlen und das herumspazieren stört auch nicht. Aber im Winter, wo Schwimmerbecken von Natur aus für den Sport kühler sein müssen, ist es eine Frechheit. Egal wie sportlich, fit oder gesund man ist, eine Gefahr der Verkühlung oder Lungenentzündung ergibt sich da einfach noch viel leichter.

Scheinbar schaffte der Betreiber es, nach der Neueröffnung im Laufe der Zeit ein Außenrundbecken, den sogenannten Topf, ins freie zu stellen. Tja, da fragt man sich dann allerdings, warum man es nicht schafft mit etwas Stahl, Glas und Kunststoff, einen Gang zu den Pooltreppen des besagten Topfes oder eben auch dem Salz-Pool und dem Schwimmerbecken anzubauen. So schwer kann das nicht sein und bereits im alten Bad gab es beim kühleren Schwimmerbecken einen Durchgang mit Kunststoff-Vorhang. Und warum konnte man nicht längst eine Überdachung anbauen. Auch das kann kein enormer Aufwand sein und wäre in einer Werkwoche mit guter PLanung vielleicht längst erledigt bevor das Wochenende kommt.

Eine weitere bauliche Sünde fiel mir dann noch in der Sauna auf. Der gemischte Bereich liegt direkt an den nicht gemischten Bereichen. Ein Zaun soll die Durchsicht verhindern. Wenn man aber mit etwas Erhöhung, zb auf den Hügeln, im gemischten Bereich steht, sieht man in den Garten Eden des nicht gemischten Bereiches. Bravo Therme Wien :) - für mich als Mischsauna-Gast eigentlich kein Thema, aber ich möchte nicht wissen wie es denen umgekehrt geht, wenn sie extra einen nicht gemischten Bereich aufsuchen.

Die Solewelt, ich berichtete schon damals, ist immer noch ein getrennter Sauna-Bereich für den man extra bezahlen darf. Man zahlt also 7,50 für eine Saunawelt, die in sich abgeschlossen für den Preis völlig ok ist, und bekommt diverse Dampfkammern, ein Laconium, diverse harte und weiche Saunen nach finnischem Vorbild und sogar zwei Thermalpools. Zu gegeben, an manchen Tagen würde man sich wünschen dass die Räume größer wären, wie in anderen Thermen, aber egal. Die Solewelt um 8,00 bietet ein Laconium, eine Dampfkammer und eine finnische Sauna. Das wars. Seht ihr den Unterschied? Zwei Aufpreis-Zonen, gleiches Konzept und das eine bietet sogar weniger obwohl es mehr kostet.

Mittlerweile baute man für die rauchenden Sauna und FKK Freunde eine Art Tischheizung an, was es damals bei meinem ersten Besuch noch gar nicht gab. ABER diese Dinger wärmen nicht so recht wie sie sollen. Das gleicht der Energieverschwendung total und eine kleine Rauchernische mit Glas-Trennwänden wäre kostenmäßig dem Betreiber billiger (und für Gäste angenehmer) gekommen. Wenn man also etwas für die Gäste versucht zu tun, dann scheitert es kläglich da die Mitarbeiter des Betreibers beim Denken ihr Hirn nicht einschalten. Summa sumarum kann man eigentlich sagen dass sich noch nichts positiv verändert hat. Sieht man sich die vielen verwinkelten Ruhezonen an, merkt man auch worum es dem Betreiber gehen dürfte. Prestige, Werbung und Mediengeilheit. so gibt es nämlich eine Art Bühne und immer wieder Events im Stein der Schönheit. Allerdings als spontaner durchschnittlicher Thermengast brauche ich das nicht. Als Wasserratte schon gar nicht. Und wenn die Betreiber wollen, dass ihre Gäste mehr liegen oder in Strandmode in einer Eventhalle anwesend sind (so die Werbebilder), als im Wasser oder der gewöhnlichen Gastronomie, dann frage ich mich, warum es das Wasser überhaupt dort gibt :) DER Komfort für die Standardgäste sollte nämlich endlich besser werden, nicht der für die Schickeria an einem Eventabend.

Auch die (bereits auf Wien Konrekt erwähnten) vereisten Stufen und die Sperre des Rundbeckens sind mir im Winter mal aufgefallen. Nun ist eine Sperre als Folge der Vereisung vielleicht die korrekte Vorgehensweise, allerdings erfährt man es als Gast nur wenn man davor steht, nicht etwa im Internet oder vor der Kassa bei der Chip-Bestellung. Aber die bauliche Schlamperei steckt im Detail. Falls sich noch wer erinnern kann wie nett man auf die Saunafreunde aufpasste und griffige Kunststoffmatten auslegte, tja, sowas hätte dann auch diesem Rundbecken gut getan. Voila, kein Problem mehr mit vereisten Stufen. Aber ich schrieb ja vorhin bereits: Hirn einschalten dürfte denen ein Fremdwort sein.

Sehr unschön war im Saunabereich anfangs auch der Anblick mit den Warnhütchen und den gelben Rutschtafeln. Irgendwer beschrieb das auf Wien Konkret sogar und plötzlich, wenige Wochen später, legte man die rutschfesten Matten anders an und die Taferln und Hütchen sind verschwunden. Es geht also doch, wie man sieht. Allerdings leider eben zu langsam, zu detailschwach. Für weniger frequente Gäste ändert sich praktisch gar nichts und die wirklichen Brocken hat man bis jetzt nicht behoben.

Gewöhnt man sich also langsam an die Bauliche Verunstaltung, die hier so viele Leute kritisierten, nimmt man als höher frequenter Gast dann langsam auch wirklich das inkompetente Personal wahr. Wobei die thermencoaches/bademeister ein ganz eigenes Thema wären. Aber fangen wir mal beim Gastronomie-Personal an. So wunderte ich mich sehr stark als ich mit Lebensgefährtin und deren besten Freundin dort war und beim gestikulieren mit den Händen meine Cola verschüttete. Man braucht nicht glauben dass der jenige, der die Tische abräumt, auf den Gedanken kommt, Glasscherben und Cola-Reste von Tisch und Boden zu entfernen. Der ging einfach wieder (oder er wartete bis wir weg waren). Dabei hätte es service-technisch besser gewirkt wenn er sich gleich drum gekümmert hätte. Generell wirkt die Gastronomie aber eher verschmutzt und bei solchen Preisen sollte wirklich eine Bedienung her. Bei solchen Eintritts und Gastronomie-Preisen müsste Kellner-Personal doch leistbar sein und es ist doch eine Zumutung dass der Gast sich mit dem Tablet alles selber holen muss als wäre er beim schwedischen Möbelhaus oder der Mensa. Das ist mit unter auch ein Grund warum ich in der letzten Zeit öfter meine Speisen (zb Nudelwurstsalat weil der nicht gewärmt werden muss) selbst mit bringe. Darauf angesprochen hat mich im Ruhebereich noch nie jemand. Sollte aber auch niemand tun weil ich ihm sonst eine Rede halten würde, wo er Albträume bekommt.

Ein anderes Thema: die Thermencoaches bzw Bademeister. Ich frage mich was die eigentlich wirklich für Hauptaufgaben haben. Ich werde nicht schlau aus denen. zb im Textilbereich stehen sie oft zu zweit oder zu dritt vor der Grotte und plaudern über alles mögliche. Oder sie sitzen in ihren Glaskästen mit Blick auf die jungen Verliebten an statt im Innenbereich (zb beim Turmspringen und zu hohen Gästemengen) aufzupassen dass sich da niemand verletzt. Springt jemand hektisch von außen in den Pool gibt es extreme Wasserfontänen, Nasse Haare, erschrockene Pensionisten und es weitere nicht weit bis zum nächsten Unfall weil einer der Springer mit den "Pool-Insassen" kolidiert. Dass die meisten Mitmenschen in Oberlaa mittlerweile zum vergessen sind, dürfte kein großes Geheimnis mehr sein. Da berichteten ja einige in den jüngsten Beiträgen über die Kinder-Fluten oder Egoisten-Eltern, was auch mir immer wieder auf gefallen ist. Aber die Bademeister achten da auf nichts. Zu letzt waren Lebensgefährtin, ihre beste Freundin und ich, zum Abschalten im Stillen Becken (das mit der Tür) weil es den beiden Frauen zu chaotisch und laut wurde. Kommen doch sogar genau im ruhigsten Pool des Bades zwei Goldketten-Proleten rein die laut, extrem laut, herum gröllten als wäre Fussball-Derby. Rein springen vom Abfluss-Rand aus, zusammen mit ihren weiblichen Begleitungen. Das Becken der Stille war da nicht mehr still. Das Wasser tobte von den Springern und einfach nur herum schweben im warmen Wasser war da nicht mehr möglich. also ging es zum Runfbecken im freien, wo, man möchte es nicht glauben, 10 minuten später genau die gleiche Bande daher kam und den gleichen Zirkus machte und somit uns aber auch einige andere Gäste wegen Unruhe verscheuchte. Weit und breit vermittelt kein einziger Thermencoach die entsprechende Thermen und Ruhekultur.

Egal ob es ein Muss ist oder aus reiner falscher Langeweile, die Bademeister machen lieber die teils indirekten und teils direkten sowie unhöflichen Unzuchtkontrollen. Da wurden auch wir eines Tages mal beim Kuscheln durch die Aussage "auseinander" total beleidigt obwohl nichts taten außer zu kuscheln. Aber auch andere Paare sahen wir immer wieder auseinander gebracht wurden. Im Saunabereich, auch jener Tag wo ich mit Lebensgefährtin und ihrer besten Freundin dort war, ging der Bademeister dafür mal nicht auf einzelne Paare zu (was auch schon passierte) sondern er stand immer an einem bestimmten Punkt bei den Türen und blickte die Leute regelrecht richtig lange an, auch jene die nicht mal kuschelten :) - solche langen (teils grimmigen blicke) werden von mir als Gast aber als unhöflich gewertet. Vor allem hat mich oder besagte Begleitung niemand so nackt an zu starren wenn wir nackt sind und der jenige aber Bekleidet ist (denn alle Bademeister sind im Saunabereich komplett normal bekleidet) - außerdem haben wir leise (weil man ja selber nicht so laut sein will) über alles mögliche geplaudert und es wirkte fast so als ob dieser Bademeister gehofft hat, irgendwas erlauschen zu können. So wirkte es jedenfalls und in einer U-Bahn würde ich mich bei solchen Leuten und ewig langem Anstarren auch nicht wohl fühlen. Die schlimmste Bademeisterin dürfte aber eine kurzhaarige brünette Bademeisterin sein, denn bei dieser sah ich immer wieder im Saunabereich, wie Paare um weniger Kuscheln angewiesen wurden. An jenem Tag, wo der "irre Blick" dabei war, gab es aber nur männliche Bademeister. Und vor allem im gemischten Bereich sollte auch dienstplan-mäßig immer eine gemischte Besatzung eingeplant sein. So manche Frau traut sich eher gegenüber einer Frau direkt zu Fragen wann und wo der nächste Aufguss ist. Ich als Frau würde also nicht nackt vor einem Typen stehen wollen der in voller "Zivilkleidung" inkl Daunenjacke vor mir steht. Pfuiteufel. Aber einen auf Unzuchtwächter bei den Paaren machen. Sehr unfaires und unlogisches Konzept. Ist so viel vor gefallen in dem Bad? oder welche Statistiken rechtfertigen das?

Da die beste Freundin meiner Lebensgefährtin zum aller ersten Mal in einem nackten Saunabereich war, fühlte sie sich durch diesen anstarrenden Bademeister permanent verunsichert und ich war zwecks Trost gezwungen ihr zu erklären dass er vielleicht gerade wieder intimlebige Paare sucht oder die Angst hat dass ich so etwas mit den zwei Frauen vor haben könnte oder was auch immer. Aber was wenn man das selbst nicht bereits ahnen kann, dann wird man permanent angegafft. Man merkt also, wie sich übertriebenes Fehlverhalten eines Bademeisters auf Neukundschaft oder FKK-Anfängern auswirken kann. Und während all der Zeit kuschelte ich mit keiner der beiden Frauen :) und auch sie miteinander nicht :) :) Und diese Unzuchtwächter muten dem FKK- und Saunagast somit eigentlich die Beleidung zu dass FKK doch etwas mit se*ualität zu tun hätte, wobei genau gegenteiliges vermittelt werden sollte, in dem man einem nackt kuschelnden Paar nicht panischer begegnet als einem mit Badebekleidung. Ist ja lächerlich. HÖCHST SELTSAM ist es zeitgleich fast immer dass im jeweils anderen Pool Paare kuscheln die ungestört weiter kuscheln dürfen obwohl sie ebenso intim-verdächtig wirken könnten. UND HÖCHST SELTSAM dass Frauen auf den Männern am Schoß im Whirlpool innig drauf sitzen (seeeehr verdächtig) und einer von den Orange-Leiberln vorbei geht und überhaupt nix sagt oder macht aber dafür im großen Pool ein stehendes Paar nach dem anderen trennt. echt eigenartig! inkompetent bei dieser Aufgabe auch noch oder mit welcher Logik geht man dieser Aufgabe nach?

Aufgrund unzähligen Paare, die ich ja gut heiße, machte unsere notorisch alleinlebende Begleitung eine witzige Bemerkung: "wie wäre es mit einem Bereich oder Pool wo nur Singles hin dürfen?" tja wieso eigentlich nicht? so mancher fühlt sich unter den vielen Paaren vielleicht wirklich nicht gut aufgehoben (zb wenn er grad selbst Liebeskummer hat). Allerdings möchte ich diesen Vorschlag noch ausbauen: "wie wäre es mit einem Bereich oder Pool wo nur Paare hin dürfen?". Als Konsequenz nicht nur zum Single-Vorschlag sondern auch wegen der Bademeisterkontrollen. Wäre es für Betreiber und Gast nicht weniger problematisch wenn kuschelwillige Paare einen "Lovepool" bekommen, nur dort enger kuscheln dürfen und im Ausgleich dazu auch keine Kontrollrundgänge erleben müssen? Jeder ist dann selber verantwortlich wenn er in diesen "Lovepool" hinein geht mit seiner Partnerin und sich plötzlich ekelt weil ein anderes Paar übereifrig ist. Entweder steht man über den Dingen oder verlässt einfach den Pool. Aber Spießer wird man wohl in einem extra beschrifteten Paärchen-Pool nicht finden, oder? Und da es alles für Kinder, Schwimmer, Turmspringer, Rutsch-Freunde, Sauna-Fans, Erholungsbedürftige, Rentner, etc gibt, warum nicht auch sowas.

Apropos Erholung und Kinder: grundsätzlich sollte der Betreiber mal darüber nach denken, wie man das mit den Kindern in Zukunft regeln will. Wegen der viel zu kleinen Pools kann man nirgendwo richtig gut schwimmen oder auf dem Wasser schweben. Ist also entweder gezwungen via kalter Luft das Schwimmerbecker zu erreichen oder bis zu den letzten Abendstunden zu warten. Denn überall sind ganz kleine bis ganz große Kinder. Manche Kinder tragen sogar schon einen Bart oder haben Oberweite. Dennoch merkt man ihnen ihre kindliche Seele an, weil es da total pritschelig und wild zu geht. Man sollte in der einzige Therme Wiens wirklich mal über ein Trennungskonzept nach denken. AUSSERDEM fiel mir auch auf dass sämtliche Warnhinweise wie etwa "Ruhebecken ab 14" und ähnliches nur in deutscher Sprache existieren. In einer multi-kulturellen Großstadt wie Wien sollten aber umbedingt auch andere Sprachen benutzt werden damit es wirklich jeder Thermengast versteht. Ein großes rotes "please keep silence" oder ähnliches wie "NO CHILDREN" sollte bei der Grotte groß angebracht werden und von jedem verstanden werden. Ein weißer Zettel, deren schwarze Buchstaben nicht größer als das Chiparmband sind, wird all zu gerne zu oft übersehen. Und wenn die Thermencoaches eh so gerne beim Grotteneingang plaudern, warum nicht gleich einen fix dort sitzen lassen, der regelmäßig sehen kann, wann und welche Kinder hinein gehen. Beim Rundbecken im Freien gibt es zwar eine Kamera. Aber Goldketterl-Randspringer sieht der Bademeister entweder gar nicht oder er geht nichts ins Freie weil ihm zu kalt ist und weil ihm diese Proleten vielleicht zu gefährlich für seine eigene Sicherheit erscheinen. Am empfindlichsten reagiere ich auf Kinder im Salzpool wo man mit Werbung schon im Vorfeld vermittelt dass man auf dem Wasser schweben und "Liquid Sound" hören kann. Was haben dann aber dort immer wieder diese Bengel zu suchen, die mit ihrer Lautstärke alles übertönen was man im Wasser sonst angenehm hören könnte???? Und was haben sich deren Eltern gedacht, als sie mit ihren Bengeln diesen Pool betreten haben???? Und was haben sich die Bademeister gedacht als sie hier beschlossen haben, nicht einzuschreiten???? Doch es ist nicht nur die Lautstärke die diesen Pool zeitweise immer wieder ungenießbar machen, es sind auch die besagten Sprünge vom Beckenrand und jeglichen Leuten die nicht den normalen Eingang benutzen. Dadurch gerät der Wasserspiegel ins Wackeln was also auch nicht immer angenehm ist. Von heftigen überraschenden Wasserspritzern (man liegt ja mit Gesicht und Bauch nach oben) rede ich ja gar nicht. Es ist zwar nur Wasser, Wasser von dem Pool in dem man drin ist, und somit sollte das eigentlich nicht stören. Dennoch kann es den einen oder anderen erschrecken oder aus der Ruhe reißen. Viel blöder ist es wenn zb so ein Goldketterl-Typ völlig euphorisch dort rein springt und es keine Mühe wert findet, darüber nach zu denken, ob nicht hinterm beckenrand ein älterer Mensch sitzt, den das stören könnte. Thermen sind ja keine Kindergärten oder etwa doch. Also mit unbeaufsichtigten Kindern und auch solchen Proleten habe ich echt ein Problem. Und an dieser Stelle fehlen ja wirklich diese ganzen Kontrolleure, denn die plaudern nur oder gucken sich die Paare an.

Aber ein Paar vom Kuscheln ab zu halten ist ja leichter als einem springenden Goldketterl eine Abmahnung mit Pfeife auszusprechen.

Da es ja hoffentlich bald wärmer wird, freue ich mich schon sehr auf die kühlen Becken von jedem normalen Schwimmbad und im Sommer auch auf die Freibäder und die Donau. Da wird mich die Therme Wien nur noch bei extremen kalten Regenwetter sehen und ich das Bedürfnis nach aufwärmendem Wasser mit gleichzeitigem Schwimmen haben sollte. Bis zum nächsten Winter erhoffe ich mir umfassende Veränderungen bei den baulichen Themen. Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Und es wäre mal gut, wenn man in einer besonders heißen Woche nicht wieder so eine dumme "nun kommt jedes Gsindl rein"-Sommer-Temperatur-Preisreduktion macht sondern das Bad einfach mal schließt um die gröberen Arbeiten in Ruhe durchführen zu können. Seien wir uns mal ehrlich Leute. "Prunzerlwarmes Wasser" braucht man im Sommer doch eh nicht, nicht mal fürs halbe Geld. Da kann die Therme Wien doch ruhig mal schließen und die Gästewünsche baulich umsetzen, ihr Personal mal richtig einschulen und so weiter. Oder man macht manche Sachen einfach in der Nacht während das Bad eh nicht offen hat.

Extrem unnötig finde ich auch dieses Konzept, die Kassen so zu positionieren dass es immer wieder vor kommt dass Leute auf den Stufen warten und sich schritt für schritt nach oben quälen bis man endlich selbst dran kommt. Man muss eben die Kassen etwas nach vorne zum Haupteingang verlegen und dafür an einem wirtschaftlich guten Samstag auch ausreichend Personal einstellen. Es ist doch ein witz, wenn man Samstag Vormittag, ganz in der früh, fest, stellt dass bereits eine 70 Menschen lange Schlange in einer schlangenartigen Umzäunung zu nur einem Kassenmitarbeiter watschelt. Letzteres, der unglaubliche Besucherstrom (hauptsächlich aber eh Familien mit Kindern, nur wenig Pensionisten), wird aber wohl auch dafür verantwortlich sein warum die Therme Wien heute noch immer behaupten kann, sie habe eh genug zufriedene Gäste.

Allerdings sind auch viele internationale Gäste scheinbar (zb an reiner englischen Sprache) erkennbar die als Touristen von überall daher kommen und diese Therme vielleicht wirklich für diesen einen Tag schön finden. Allerdings sind diese ein Mikroprozentsatz und die meisten Gäste sind doch eher die typisch meckernden Einheimischen. Warum man auf diesen wesentlich größeren Prozentsatz nicht hört? keine Ahnung. Jedenfalls lassen die vielen Familien in der Samstags-Kassenschlange nur eine Vermutung zu: der Betreiber will es gar nicht anders. Hauptsache die Kasse stimmt, was man an den Preisen für die sowohl unter 14 als auch über 14 jährigen ja gut sehen kann.

so, das wars mal von mir.

mfg Anton    12. März 2012





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