Wien

Facebook-Beschwerden Therme Wien

Therme Wien / "Am besten lässt man rote Zahlen schreiben"

Es ist seit eh und je das ewig gleiche mit der Therme Wien. Offensichtlich lernt man auch nicht aus jüngst vergangenen Ereignissen. Der von einem Leser namens Johann zitierte Rutschboden wurde nicht nach gebessert und wäre auch mir neulich fast zum Verhängnis geworden. Und ich bin ebenso Zeuge von der Facebook-Zensur (schrieb auch Odette vor kurzem, wie auch einige andere Besucher) wie auch ich vor kurzem gesperrte Becken erleben durfte. Dies war in diesem Jahr schon öfter der Fall und es gab nie so etwas wie reduzierte Kulanzpreise. Da lobe ich mir schon die von Franz geschilderte Römertherme die automatisch Preise senkt wenn die Features des Vollpreises nicht komplett genutzt werden können, etwa bei besagten Bauarbeiten.
   Sauer aufgestoßen sind mir die jüngsten Revisionsarbeiten mit entleertem Schwimmbecken ebenfalls. Wer der Herr schon beschrieb, sämtliche Kinder mussten natürlich ausweichen. Was sonst schon sehr übel ist, weil es sowieso zu viele Kinder gibt, wo sich Erwachsene eigentlich entspannen wollen: in sämtlichen anderen Becken. Dreist ist die Anzahl der Kinder aber in den typisch plakatierten Ruhebecken. An solchen Tagen ist es natürlich noch schlimmer. Wie schon Frühjahr des Jahres war es diesmal nicht anders: keine gescheiten umfassenden Informationen, was mit "Revisionsarbeiten" wirklich auf den Gast zu kommt. Ich war deshalb auch nicht lange dort als ich ziemlich ähnliche Erfahrungen wie Franz' Frau machen durfte. Die Wahrscheinlichkeit, Kinder und Jugendliche anzutreffen, wo sie gar nicht sein sollten, stieg an diesem Tag um 1000%. Ganz klar ist mir allerdings nicht wie es an einem normalen Werk- und Schultag überhaupt dazu kommt? Hier sollte die Therme Wien vielleicht auch Kinder und Jugendliche im Schulpflicht-Alter außerhalb von Wochenende, Ferien und autonomen Tagen vielleicht pauschal gar nicht erst herein lassen. Neben den üblichen Verdächtigen störten mich auch allerlei "Arbeitsgeräusche". Entweder liefert beim Eintritt die Therme Wien noch Ohrstöpsel mit oder sie denken sich was anderes aus: zb den Betrieb für die kurze Zeit einfach schließen oder die Arbeiten auf die Nacht verlegen, denn es gibt ja dort keine Anrainer die sich beschweren könnten.
   Ich verließ den Betrieb ziemlich schnell, nach 90 Minuten, und hatte natürlich die vollen 3 Stunden zu bezahlen. Bei solchen Arbeiten hätte man nämlich schon einiges unternehmen können um die Gäste zufriedener zu machen, sei es mit pauschalen Rabatten für jeden Gast oder ausnahmsweise mal keine Kinder in den Betrieb lassen.
   Was der Therme Wien aber wirklich fehlt, sind echte Konzepte, um solche ungewollten Zielgruppenströhmungen automatisch in den Griff zu bekommen (also auch an Tagen wo es keine Arbeiten gibt): Zunächst müssen Beschriftungen dringenden verbessert werden. Das Bisherige wird scheinbar von den Leuten nicht verstanden, übersehen oder falsch interpretiert. Irgendwie klappt das Bisherige nicht. Ich hab es schon öfters erlebt aber nie verstanden. Mangelt es an Mehrsprachigkeit für Touristen und Menschen mit Migrationshintergrund, vielleicht Bildchen für Analphabeten? Offensichtlich. Da sind Dinge die man auf jeden Fall nachträglich auch noch hinzufügen kann (uns soll!).
   Lobend gehört erwähnt dass im Restaurant endlich eine elektrische Schiebetür zur Raucherzone führt. Diese wurde ebenso nachträglich hinzugefügt damit die Menschen ohne freie Hände da endlich hinein gehen können. Und bei dem Kinderthema, sollte langsam aber doch auch endlich mal etwas in dieser Richtung gemacht werden. Einige Leute machten hier schon sehr gute Vorschläge, zb einen Ort zu schaffen der nur mit Chip-Leser erreichbar ist.
   Am meisten fehlt diesem Betrieb aber echt das Verständnis von "kundenorientiertem Denken und Handeln". Auf Facebook gibt es immer wieder Besucherkommentare die am nächsten Morgen total plötzlich verschwunden sind ODER total beschwichtigend herunter kommentiert werden. Da liest man dann Texte wie "man kann es nicht jedem recht machen" und "wir haben viele zufriedene Gäste". Das ganze stellt sich aber anders dar, wenn man weiß, dass viele kritische Kommentare auch einfach gelöscht werden. Hin und wieder sieht man sogar sogenannte Dialogleichen, also Bereiche in denen zusammenhandlose Dialoge erscheinen weil ein Member raus gelöscht wurde. Grantige Leute die schon im Betrieb ihren Frust raus lassen erlebte ich auch immer wieder. doch die Therme tut nichts, oder beschwichtigt nur, übergeht gerne Themen, nimmt nicht vollständig Stellung zu den von Gästen geschriebenen Beschwerden, Kommentaren oder "Rezensionen". da stimme ich Franz zu: niemand braucht uns für dumm verkaufen. und solange sich an dieser Einstellung nichts ändert, werden wohl viele Leute auf die (berechtigte) Erfüllung ihrer Wünsche ewig warten müssen. Vielleicht findet die VAMED (sozusagen die Mutterfirma der Therme Wien) mehr Gehör.
    Hier kann ich nur noch mal sagen: "Am besten lässt man rote Zahlen schreiben". Wie man das als Gast, Kunde, Klient, Leistungsempfänger gegenüber einem Unternehmen macht? Ganz einfach: nicht konsumieren!!! Sei es nun der Verzicht auf aufpreis-extras, der Verzicht auf Gastronomie oder der komplette Verzicht auf diese Therme. Dummerweise müssten das schon viele Menschen machen damit sich das auszahlt und auch bemerkt wird. Und dummerweise rechnet dieser Betrieb ja wirklich mit dem Gewohnheitstier Mensch, der trotz Frust immer wieder kommt. Oder man gründet irgendeine gemeinnützige Interessensplattform die mehr Druck ausüben kann (vergleichbar mit der Chello Usergroup die es vor vielen Jahren mal gab). Letzteres macht vor allem Sinn, weil die Therme Wien immerhin in Oberlaa der einzige Thermenbetreiber ist, sozusagen für alle mobil schlechter stehenden Menschen automatisch eine Monopolsituation.

Gastbeitrag Harald              15. September 2012





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