Wien

Schwimmen: Rund 80 Österreicher ertrinken jährlich

Besonders betroffen: Kinder unter fünf Jahren und Menschen ab 50.
Rund 3.600 verletzen sich so schwer, dass sie im Spital behandelt werden müssen.

Rund 80 Menschen ertrinken jedes Jahr in Österreich, jeder Zweite (53%) ist älter als 50 Jahre. In dieser Altersgruppe sind vor allem Selbstüberschätzung und Überanstrengung häufige Ertrinkungsursachen. "Sich zuerst in der Sonne aufzuheizen und dann zur Abkühlung ins kalte Wasser zu springen, kann für jeden Menschen schwerwiegende Folgen haben. Im Unterschied zu Jüngeren verkraftet der Körper ab 50 Jahren Sonnenstich und Hitzekollaps allerdings deutlich schlechter - die Gefahr eines Ertrinkungsunfalls steigt", sagt Dr. Rupert Kisser vom Bereich Heim, Freizeit & Sport im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). Auch Kleinkinder unter fünf Jahren sind besonders gefährdet: Ertrinken ist in dieser Altersgruppe die zweithäufigste Todesursache nach Verkehrsunfällen. "Kleinkinder können ihren Kopf noch nicht selbstständig aus dem Wasser ziehen und daher auch nicht auf sich aufmerksam machen. Sie sollten nie unbeaufsichtigt in der Nähe von Gewässern, Pools oder Bädern sein. Oft genügen nur wenige Minuten Ablenkung der Aufsichtspersonen, die für die Kleinen fatale Folgen haben können", warnt Kisser. Wichtig ist, dass Wasserspielzeuge wie aufblasbare Tiere, Schwimmreifen und Luftmatratzen keine Schwimmhilfen sind - sie schützen nicht vor dem Ertrinken. Aufblasspielzeug kann ein Durch- oder Abrutschen von Kleinkindern nicht verhindern und vermittelt fälschlicherweise den Eindruck von Sicherheit.


Häufigste Unfallart im Schwimmbad: Zusammenstöße

Rund 3.600 Menschen verletzen sich beim Schwimmen oder Tauchen jährlich so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Häufigste Unfallart ist der ungewollte Kontakt mit Personen oder Gegenständen: Mehr als ein Drittel der Verletzten (36%) zog sich beim Zusammenstoß mit anderen Badegästen oder Gegenständen Blessuren zu. Typische Unfallhergänge bei Kindern sind beispielsweise solche, bei denen die Kleinen auf der Wasserrutsche zusammenstoßen oder am Beckenrand gegeneinander laufen. Bei Erwachsenen kann es zu Verletzungen kommen, wenn sich z.B. Schwimmbahnen kreuzen und die Schwimmer sich gegenseitig nicht sehen. Jeder dritte (33%) verletzt sich bei einem Sturz, beispielsweise, weil der Boden im Schwimmbad nass ist und dadurch zur Rutschbahn ins Krankenhaus wird. "Gefährlich wird das Ausrutschen dann, wenn durch das Bad laufende Kinder auf den Hinterkopf stürzen. Das kann neben Platzwunden auch zu Gehirnerschütterungen führen. Angemessene Geschwindigkeiten und rutschfeste Badeschuhe bewahren vor derartigen Verletzungen", rät Kisser. Vorsicht ist beim Springen in Gewässer mit unbekannter Tiefe geboten, aber auch beim Rutschen auf Wasserrutschen. Hier kommt es ebenfalls häufig zu Kopfverletzungen: Ein Viertel aller Verletzungen beim Schwimmen, Springen oder Tauchen betrifft den Kopf. Bei jedem zehnten Badeunfall (11%) ist Überbeanspruchung oder Überlastung der Gelenke und Muskulatur die Ursache, weshalb ein Spital aufgesucht werden muss: "Liegt das letzte Training schon etwas zurück, sollte man das Schwimmen langsam angehen und sich selbst nicht überfordern. Zu schnelles Schwimmen führt zu Überbeanspruchung und in weiterer Folge zu Verletzungen", schließt Kisser.

Rückfragehinweis:
   Kuratorium für Verkehrssicherheit
   Mag. Dolores Omann,    Marketing & Kommunikation
   Tel.: 0577077-1904     E-Mail: dolores.omann@kfv.at

Quelle: OTS0043    2009-07-13/10:00





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