Wien

Geschichte des Marathons

Antik

Im September 490 v. Chr. stand auf der Küstenebene Marathons, westlich von Athen ein zahlenmäßig deutlich überlegenes persisches Heer den Athener Streitkräften gegenüber. Dennoch bezogen die Perser in der folgenden Schlacht eine herbe Niederlage gegen Athen. Der Legende nach schickte der siegreiche Feldherr Miltiades nach dem Kampf einen Boten ins knapp 40 Kilometer entfernte Athen, um der Stadt möglichst schnell den glorreichen Triumph zu verkünden. Die Botschaft konnte der völlig verausgabte (da hat wohl wer das Aufwärmen vergessen!) Bote noch überbringen, doch gleich danach aber brach er zusammen und starb. Ein Mann namens Eucles war laut dem Geschichtsschreiber Plutarch jener erster Marathonläufer.




Bild von Stefan Redelsteiner

Neuzeitlich

Das Zeitalter der Romantik in Europa, mit all seinen Verklärungen der Antike, hat einen großen Anteil an der Entstehung des neuzeitlichen Marathons. Der griechische Unabhängigkeitskampf gegen die Türken im Jahre 1832 sorgte für eine wahre Sympathiewelle bei den Romantikern, die sich in diesem Zusammenhang natürlich auch an den Sieg gegen die persischen Eindringlinge in der Antike inklusive des Botenlaufs erinnerten.

Vor 110 Jahren war es dann soweit, dass der Marathon der Moderne aus der Taufe gehoben wurde.  Er wurde sogleich in die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit integriert.  Am 10. April 1896 um 13.56 Uhr startete im Örtchen Marathon der erste offizielle Marathonlauf in der Geschichte des Sports. Der griechische Lokalmatador  Spiridon Louis erreichte nach 2:58:50 Stunden als erster der 18 Teilnehmer das Ziel im Panathenischen Stadion von Athen. Die Strecke des ersten Marathons der Geschichte betrug allerdings nicht die heute üblichen 42,195 Kilometer, sondern "nur" knapp 40 Kilometer. Am 19. April 1897, also ein Jahr nach dem ersten olympischen Marathon von Athen, feierte der Boston-Marathon als erster City-Marathon seine Premiere.

Erst 28 Jahre später, nach den Olympischen Spielen von Paris, wurde die heutige Marathondistanz endgültig festgelegt. Die heute gültige Streckenlänge wurde allerdings bereits erstmals bei den Olympischen Spielen 1908 in London gelaufen.   

Mit dem Aufkommen der Fitness/Wellness-Bewegung in den USA in den sechziger und siebziger Jahren entwickelte sich der Lauf über die mystische Distanz zum Breitensport. Der New-York-City-Marathon, erstmals 1970 veranstaltet, war Vorreiter für diese Entwicklung zur Massenveranstaltung. Mit ein wenig Verspätung schwappten dann die City-Marathons über nach Europa. In Deutschland feierte der Berlin-Marathon 1974 seine Premiere. In Wien war es 1983 so weit.