Wien

Allgemeines zu Karate und Bojutsu (Shotokan Karate und Yamanni Ryu)


Fotos: Karate im Freien; © Karateclub Liesing



Fotos: Karate im Freien; © Karateclub Liesing

Kurzeinblick in die Karategeschichte:

Zu Anfang des 17. Jhdts wurde Okinawa von dem japanischen Satsuma-Clan erobert und in ein Protektorat des japanischen Imperiums verwandelt. Die Bevölkerung wurde mit Abgaben belegt und unterlag schweren Diskriminierungen. Dies führte zu einer Intensivierung der Kampfkünste, und das Okinawa-te wurde in eine tödliche Waffe umgewandelt. Die Menschen, denen das Tragen von Waffen unter Todesstrafe verboten war, hatten kampferprobte Samurai zum Gegner, und die einzige Möglichkeit, sich zu verteidigen, bestand im Gebrauch ihrer Arme und Beine. Aus jener Zeit stammt die Losung "durch einen Schlag den Tod" (lkken-hissatsu).
In jahrelangen Trainings wurden Arme und Beine gestählt, sodaß sie selbst den schweren Samurai-Panzer durchdringen konnten. Diese Entwicklung ging Hand in Hand mit der Beherrschung verschiedener Arbeitsgeräte, die durch Übung zu gefährlichen Waffen umfunktioniert wurden. Das zuverlässigste Hilfsmittel, um sich gegen einen bewaffneten Samurai verteidigen zu können, war ein stabiler Stock (Rokushakubo). Damit wurden vielfältige Verfahren ausgearbeitet, die zum großen Teil heute noch bekannt sind und meist den Namen ihres Erfinders tragen.
Das Okinawate bestand aus einer Unmenge von Methoden und Techniken, die ein einzelner Mensch unmöglich alle beherrschen konnte. Doch die Meister konzentrierten sich in ihrem Unterricht auf persönliche Schwerpunkte aus dem Gesamtsystem und lehrten - ohne gleich einen ei-genen Stil zu gründen - ihre eigene Auffassung von Kampfkunst.
Sie alle schöpften aus einem riesigen System - dem Okinawate -, dem jede persönliche Auffas-sung untergeordnet blieb, jedoch wenn sie von Wert war, vom Hauptsystem selbstverständlich übernommen und bewahrt wurde. Noch im 18. Jh. wurde lediglich nach dem Gebiet, in dem die Meister wohnten, das Okinawa-te in Shuri-te, Tomari-te (Shôrin-ryû) und Naha-te (Shôrei-ryû) unterschieden.

Der Stil "Shorei-Ryu" entstand also in Naha, einer Hafenstadt, wo die Leute oft auf Schiffen und Hausbooten lebten, auf denen wenig Platz für große Bewegungen vorhanden war. Der Stil der sich dort entwickelte war also geprägt von kurzen, runden, weichen Bewegungen. Aus diesem Stil entstand der heute traditionelle Karatestil GOJU-RYU.
In Shuri und Tomari war mehr Platz vorhanden und so wurden die Bewegungen sehr groß, weit-reichend und stark ausgeführt. Aus diesem Stil entstand unter anderem der bekannte SHOTO-KAN-Stil.
 

Kurzeinblick in die Waffengeschichte (Schwerpunkt BO/Stock):

Um sich vor Räubern und Wegelagerern zu schützen, wurden diverse Bauernwerkzeuge zu Waffen umfunktioniert. So wurden zum Beispiel der Dreschflegel zum Nunchaku und der Stock zum Bo. Da sich Kobudo (alte Kampfkunst) parallel zum Karate entwickelte, entsprechen die Stellun-gen, Angriffe und Blockbewegungen denen des Karate. Als Ergänzung zum Karate vermittelt das Kobudo ein Gefühl für runde fortlaufende Bewegungen. Im Kobudo werden Sai, Bo, Nunchaku, Tonfa, Kama, Eku, Timbe, Nuntibo, Kue, Sansetsukon und weitere Waffen verwendet.
Das Kobudo legt großen Wert auf den Gebrauch des Bo (alte Sprache „kon“), ein Werkzeug, von dem berichtet wird, dass es vom tenbib abstammt, dem Langstock, der quer über die Schultern gelegt und mit den Oberarmen festgeklemmt wurde, damit an beiden Stockenden jeweils ein Wassereimer angehängt werden konnte. Die bekannteste Form des Bo ist der rokushaku, ein 180 cm langer Holzstock. Seine Form kann rund (maru-bo), viereckig (kaku-bo), sechseckig (rokkaku-bo) oder achteckig (hakkaku-bo) sein. Die wohl bekanntesten Bo-Katas heißen Shushi no kon, Choun no kon, Sakugawa no kon, Tsuken no kon und Shishi no kon. Unter die gleiche Kategorie der Stockwaffen fallen der Hanbo, 90 cm lang, der Jobo, 126 cm lang, der Sansetsu-kon, ein dreiteiliger Stock, der Konsaibo, ein Holzstock mit Eisennoppen und der Tetsubo, der Eisenstab.
 

Wer kann Karate und Bojutsu ausüben:

Das schöne an Karate oder Bojutsu ist, dass diese Kampfkunst jeder, ob Kind, Erwachsener, Frau oder Mann ausüben kann.
Auch als Ausrüstung ist nicht viel notwendig, am Beginn reicht ein Jogginganzug, später sollte auf einen GI (weißer Anzug) gewechselt werden, dieser ist in jedem größeren Sportgeschäft erhältlich.

Für Bojutsu ist ein einfacher Stock mit einem Durchmesser von ca. 26 cm und einer Länge von ca. 180 cm ausreichend und kann in jedem größeren Baumarkt erworben werden.

Das wichtigste, wenn jemand eine Kampfkunst ausüben will ist, dass er genügend Eifer und Freude mitbringt, alles andere kann im Training erlernt werden.
 

Karate und Yamanni-Ryu in Österreich:

In Österreich wird in mehreren Vereinen Shotokan-Karate angeboten unter anderem auch im Verein "Sportunion Karateclub-Liesing" in Wien. Die Ausübung von Karate liegt nicht in der Technik alleine, sondern beginnt bereits davor und zwar in der Bewegung und alles was dazu gehört (z.B. Timing, Verbindung zum Körper bzw. Zentrum usw.).

Im Stockkampf, also Yamanni-Ryu wird die Form des Körpers, die Runde Bewegung und die Verbindung geübt und ausgeprägt, diese fließt somit automatisch auch in die Karatebewegung mit ein. Yamanni-Ryu ist in Österreich einzigartig und wird derzeit nur im Verein "Sportunion Karateclub-Liesing" angeboten (Wurzeln des Yamanni-Ryu liegen in Okinawa, woher auch unser Lehrer stammt).
 
Autor: Günther Gustavik (Sportunion Karateclub-Liesing)
 



Weitere Infos zum Karatclub Liesing:

Die Karate-Trainer: Foto oben: Günther Gustavik    Foto unten: Gerald Vasek; © Karateclub Liesing


Die Karate-Trainer: Foto oben: Günther Gustavik Foto unten: Gerald Vasek; © Karateclub Liesing

Der Karate Club Liesing wurde am 1. Oktober 2000 von Günther Gustavik und Gerald Vasek gegründet. Beide Trainer waren seit Beginn ihres Karatestudiums von der Philosophie des Karate-Do bzw. von der Kampfkunstgeschichte so fasziniert, daß sie bereits 1998 beschlossen, ein eigenes Dojo zu gründen.


Karate Club Liesing, c/o
Günther Gustavik
Jägerweg 6D, 2751 Matzendorf

E-mail: karateclub-liesing@chello.at
Website:
www.karateclub-liesing.net

Telefon:
Jeweils Mo.-Fr., 15:00-18:00
Günther Gustavik  0676-5686485
Gerald Vasek  0676-4995996