Wien

EM Fanzone Wien zu Mittag: Leere Plätze - leere Kassen

Fotos von der EM-Fanzone Wien am 12. Juni 2008 zu Mittag: gähnende Leere am PLatz und in den Kassen; © Wien-konkret



Fotos von der EM-Fanzone Wien am 12. Juni 2008 zu Mittag: gähnende Leere am PLatz und in den Kassen; Bild links und rechts vom Rauthausplatz 12 Uhr, Bild Mitte Ringstraße © Wien-konkret

Wirte jammern über mieses Geschäft bei der Fussball EM 2008

Die Wirte und Kellner jammern zu Recht wegen des miesen Geschäfts während des Tages. Wien-konkret war um 12 Uhr mittags vor dem EM-Spiel gegen Polen in der EM-Fanzone Wien zum Lokalaugenschein. Da sollte in der Wiener Fanzone (Rathausplatz - Ring - Heldenplatz) bereits ordentlich was los sein.

Das Ergebnis: Gähnende Leere, gelangweilte Kellner - so sie noch nicht gekündigt wurden. Fanzone steht nicht hoch im Kurs der Fans, sondern voll im "ABSEITS". Wirte zeigen dem Veranstalter bereits die "GELBE KARTE" und wollen unter tags schließen. Das würde aber die "ROTE KARTE" des Veranstalters bedeuten.
 

Bilder von der leeren EM-Fanzone in Wien während des Tages; © Wien-konkret



Bilder von der leeren EM-Fanzone in Wien während des Tages; © Wien-konkret

Ausgangslage zum Verlustgeschäft:

* Die Wirte mußten 40.000 Euro Miete für den Stand zahlen
* Die Wirte dürfe nur dänisches Bier ausschenken
* Das Bier muss 4,50 Euro (= 62 Schilling) kosten
* Die Fans werden in der Fanzone wie in einem großen Käfig gehalten
* Aus Sicherheitsgründen gibt es kaum Tische und Sesseln
* Aus Sicherheitsgründen werden auch Kinder abgetastet
* Das Wetter ist ok
* Die Toiletten sind in der Nacht finster.
* Man träumte vom ersten EM Titel Österreichs und zig tausender Fans, die sich Urlaub nehmen und jeden Werktag und Spieltag die Birne voll saufen
 

Bilder von der leeren EM-Fanzone in Wien während des Tages; © Wien-konkret



Bilder von der leeren EM-Fanzone in Wien während des Tages; © Wien-konkret

Das Ergebnis der Verlustgeschäfts:

* Das Geld (= Miete) ist weg
* Die Fans kommen nur am Abend und trinken im Schnitt nur ein Bier
* Kein Animationsprogramm oder Shows während des Tages
* Vorwurf der Wirte: "Die Fans werden ausgesperrt. Es gibt zuwenig Eingänge. Versprochene Bildschirmwände fehlen."
* Großteil der Kellner bereits mit Roter Karte vom Platz (= gekündigt)
* Die Gewerkschaft ÖGB sitzt wahrscheinlich vorm Fussball-Fernseher und schweigt jedenfalls.
* Wirte denken nun über eine "Happy Hour" (= fröhliche Stunde) zwischen 9-14 Uhr nach, wo das Bier nur günstige 3,50 Euro (= 48 Schillinge) kosten soll. Die "Happy Hour" ist ebenfalls ein Eigentor und bleibt unter neuem Namen trotzdem traurig.
* Wirte sind schlechte Verlierer und wollen halbe Miete vom Veranstalter zurück.
* Veranstalter ist ein schlechter Sieger und will nichts herausrücken
* Die Niederlage der Wirte ist fix. Wieviele Bummerl sie mit nach Hause nehmen ist noch offen. Derezit ist erst HALBZEIT. Das Verlustmatch geht noch bis zum EM-Finalspiel am 29. Juni 2008
* Ca 20 der 86 Gastro-Stände in der Fanzone Wien sperren vorzeitig zu. Die 20 Wirte (Pächter) haben beschlossen, aus ihrem Vertrag vorzeitig mit 14. Juni 2008 auszusteigen. Sie bekommen ihre Miete anteilsmäßig zurückerstattet.
* Österreich schied bereits in der ersten EM-HALBZEIT - also beim Deutschland-Match -  aus. Nur mehr die Hardcore-Fans sitzen noch weitere Stunden vor der Fernsehkiste, um zu sehen, was Östrreich alles versäumt hat.
* Seit dem Ausscheiden von Österreich bei der Fussball-EM geht es mit den Besucherzahlen deutlich bergab: Nur mehr 11.400 Fans in der Fan Zone Wien am 18.6.2008 beim Schlagerspiel Frankreich - Italien 0:2.

Anmerkung:
* Die Mannschaft der Wirte habt halt zu hoch gepokert und ist nun ein schlechter Verlierer. Wäre es ein Super-Geschäft geworden, dann hätten sie vermutlich auch nicht vorgeschlagen, die Miete für die Standplätze zu verdoppeln.
* Die Mannschaft der Organisatoren ist klarer EM-Sieger.



Wiens EURO-Verlierer auf einen Blick

Die Fußball-Europameisterschaft wird zum Eigentor für Wiens Freizeit- und Kultureinrichtungen. Städtetouristen und Wiener lassen aus. Im Prater herrscht Katastrophenstimmung. Wegen der hohen Polizei-Präsenz bleiben die Familien daheim. Liliputbahn-Betreiber Roland Braun: "Der Prater ist tot."

Überall ist derzeit EM-Frust angesagt.

Besucherschwund im Mozarthaus, in der Staatsoper und im Naturhistorischen Museum (minus 50 Prozent). Enttäuschung herrscht auch im Kunsthistorischen Museum: "Die Kulturfans sind ausgeblieben."

Schloss Schönbrunn und die Hofburg kommen auf eine Gäste-Minus von jeweils 25 Prozent. Zusammen gehen den beiden Einrichtungen mehr als 210.000 Euro durch die Lappen.

Nicht einmal die für die EM aufgestockte Security zählt sich zu den EURO-Gewinnern: "Reich werden wir wohl nicht". Hotellerie und Gastronomie hoffen, dass sie mit dem Fanansturm zu den Finalspielen das Ruder noch herumreißen können.

Rückfragehinweis:
Mag. Mario Böck 
Telefon.: 0676-400 38 82   Homepage: www.wienweb.at
OTS0036    2008-06-20/09:17