Wien

Einsatzmarathon der Wiener Polizei nach Kroatien gegen Türkei:

... Zum Bereich Ottakringer Straße, die zur "inoffiziellen Fanzone" mutierte, berichtete man von einem Einsatzmarathon der Wiener Polizei. Die Strategie der Polizei durch das Aufzeigen einer starken Präsenz, rivalisierende Fangruppen in Schach zu halten, habe sich erfolgreich gezeigt. Es hätte keine szenetypischen Ausschreitungen gegeben, sondern lediglich "bierzeltatmosphärische Scharmützel", die sich mit insgesamt zwei leicht Verletzten, darunter ein Polizist, dokumentieren ließen....

Bundespolizeidirektion Wien:
Christian Stella, Tel.: +43 (0)1 31310-78900

OTS0040    2008-06-21/11:42


Anmerkung Wien-konkret:
Aus anderen Medien ist zu entnehmen, das Flaschen und Pflastersteine durch die Gegend flogen. Es gibt auch Videos dazu.
Tipp: Wien rechtzeitig vor dem EM-Halbfinale und Finale verlassen oder - wenn Sie in der Innenstast oder in Ottakring wohnen - zumindest das Auto in Sicherheit bringen.

 



Fussball EM 2008: Schlägerei in der Fanzone Wien am ersten Spieltag 8. Juni 2008:

Fotos: 11 Minuten nach dem Spielbeginn Österreich gegen Kroatien flogen am Rathausplatz die ersten Fäuste Richtung Schlägerei; © Wien-konkret








Fotos: 11 Minuten nach dem Spielbeginn Österreich gegen Kroatien flogen am Rathausplatz die ersten Fäuste Richtung Schlägerei; © Wien-konkret / Fotos mit Klick auf das Bild vergrößeren

Schon am ersten Spieltag in Wien kam es am Wiener Rathausplatz beim Burgtheater zu einer gröberen Schlägerei. Kroatien ging durch einen unnötigen Elfmeter nach 4 Minuten gegen Österreich in Führung. 7 Minuten später flogen die ersten Fäuste.
 

Fotos: Die Polizei führt lediglich zwei der Raufhanseln ab. Die kroatischen Schläger ließen Sie unbehelligt; © Wien-konkret



Fotos: Die Polizei führt lediglich zwei der Raufhanseln ab. Die kroatischen Schläger ließen Sie unbehelligt; © Wien-konkret

Weitere 5 Minuten später griff die Polizei ein. Abgeführt wurden lediglich zwei Männer. Die restlichen Schläger konnte die Polizei auch in den nächsten 1,5 Stunden nicht abführen.
Begründung eines anwesenden Polizisten: "Es gibt gerade soviele andere Schlägerein. Wir haben zuwenig Einsatzkräfte".
 

Feuer am Rathausplatz:

Fotos: Bengalische und echte Feuer am Rathausplatz in der Fanzone; © Wien-konkret



Fotos: Bengalische und echte Feuer am Rathausplatz in der Fanzone; © Wien-konkret

Es wurden beim Match Österreich gegen Kroatien Rauchbomben, bengalische Feuer und auch echte Feuer in der Menschenmenge des Rathausplatzes angezunden. Passiert ist zum Glück nichts.



Die EURO2008TM im Zeichen von „Nummer Sicher“

Bild: (v.l.n.r.): Spartenobmann-Stv. KommR Herbert Schlögl, Sicherheitsexperte MSc August Baumühlner vom Kriminalpolizeilichen Beratungsdienst und Spartengeschäftsführer Dr. Rudolf Thron zeigen sich zuversichtlich in Bezug auf die Sicherheitsmaßnahmen zur EURO2008 TM.

Bild: (v.l.n.r.): Spartenobmann-Stv. KommR Herbert Schlögl, Sicherheitsexperte MSc August Baumühlner vom Kriminalpolizeilichen Beratungsdienst und Spartengeschäftsführer Dr. Rudolf Thron zeigen sich zuversichtlich in Bezug auf die Sicherheitsmaßnahmen zur EURO2008 TM.

Neben der großen sportlichen Herausforderung stellt das Thema „Sicherheit“ bei der Europameisterschaft einen besonders neuralgischen Punkt für Handelsunternehmen dar. Deshalb lud die Sparte Handel der Wirtschaftskammer Wien betroffene Branchen zum Expertenabend mit dem Kriminalpolizeilichen Beratungsdienst. 

"Der überwiegende Teil der Fans wird sich auf die Spiele freuen und die Fußballbegeisterten werden eine wunderschöne, spannende und stimmungsgeladene Zeit miteinander verbringen, dennoch wird im Rahmen der EM mit einem erhöhten Sicherheitsrisiko zu rechnen sein", so Experte August Baumühlner vom Kriminalpolizeilichen Beratungsdienst. Die Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass Diebstähle und Geldfälschungsdelikte ansteigen und durch gewaltbereite Fans Probleme entstehen können. "Es ist für Handelsunternehmen daher ratsam, vorbeugende Maßnahmen zu setzen und Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz von Kunden, Mitarbeitern und Eigentum zu treffen", empfahl Spartenobmann-Stv. KommR Herbert Schlögl in seinen Grußworten.

Das erhöhte Sicherheitsrisiko trifft Handelsunternehmen an Standorten, bei denen eine besonders hohe Anzahl von Fans zu erwarten ist. Das sind Geschäfte, die in der Nähe von Stadien, Fancamps, Fan-Meetingpoints, Fanmeilen, Public Viewing-Veranstaltungen, allen neuralgischen Punkten wie Bahnhöfen, Freizeitparks, größeren U-Bahnstationen usw. liegen.

Einsatz privater Security und Aufstockung der Mitarbeiteranzahl
An Orten mit sehr hoher Fan-Frequenz ist der Einsatz von Securities zu überlegen. Bei privaten Sicherheitsfirmen empfiehlt es sich, auf eine gute Ausbildung zu achten. Ebenso sollten häufigere Geschäftsrundgänge vorgenommen werden (Toiletten!), weiß Experte Baumühlner.

Verkauf von Alkohol
Abgesehen von bereits bestehenden Verabreichungsverboten sollte insbesondere der Verkauf von Alkohol an bereits Alkoholisierte vermieden werden. Die Verletzungsgefahr durch Glasflaschen ist ja besonders hoch. Die Reduktion von Glas insbesondere beim Verkauf von Alkoholika hilft, bei Ausschreitungen schlimmere Verletzungen zu vermeiden. Vor allem bei Standorten mit erhöhtem Risiko ist ein Umstieg von Flaschen auf Dosen anzudenken.

Diebstahl
Durch die erhöhte Kundenfrequenz muss mit einem Anstieg des Ladendiebstahls gerechnet werden. Von den Ladendieben wird die Stresssituation der Mitarbeiter ausgenutzt und es empfiehlt sich, Vorsorge-Maßnahmen gegen Ladendiebstahl zu treffen:

Schulung des Personals:
Mitarbeiterschulungen helfen, die Methoden der Ladendiebe zu erkennen und zu wissen, wie man richtig handelt.

Übersichtliche Verkaufsräume: 
Richtig gestaltete Verkaufsräume verunsichern Ladendiebe und geben ihnen das Gefühl, von allen Seiten beobachtet zu werden, deshalb z.B.: Versteck-Ecken vermeiden, durch lockere Möblierung Transparenz schaffen, hochwertige Artikel in der Nähe der Kasse präsentieren, Spiegel anbringen.
Nutzen der Psychologie:
Ladendiebe stehen unter „Strom“. Durch die aufmerksame Bedienung des Personals fühlt sich der Dieb schneller beobachtet und die Gefahr für ihn, ertappt zu werden, steigt. 

Einsatz von Technik:
Technische Maßnahmen sind eine sinnvolle Ergänzung zur Schulung und Motivation der Mitarbeiter. Das Angebot ist vielfältig und reicht von elektronischer Artikelsicherung bis hin zur Videoüberwachung.

Vandalismus
Vor allem nach einem Fußballspiel erhöht sich das Risiko der Gewaltbereitschaft von frustrierten Fans, deren Mannschaft das Spiel verloren hat.
Wichtig ist, die Geschäftsführung und Mitarbeiter auf ein mögliches Eskalationsszenario vorzubereiten:
• Ein Maßnahmenkatalog/Notfallplan (Was ist zu tun wenn?) mit  Verhaltensregeln und eine Security Check-Liste sollte erstellt werden.
• Bereithalten von Notrufnummern: Polizei, Feuerwehr, Rettung, etc.
• Die Mitarbeiter müssen im Vorfeld informiert und eingewiesen werden (z.B. Bildung eines Krisenmanagementteams).
• Glasfronten bzw. Glastüren sollten gesichert werden.
• Eventuelle Zutrittskontrollen durch das Personal bzw. private Securities.
• Verstauen von Gegenständen, die als Wurfgeschosse verwendet werden könnten: z.B. große Aschenbecher, Mistkübel, Leergut, Ziersteine.
• Kontrolle der Hintereingänge und der Lieferanteneingänge.
• Bei Tiefgaragen verstärkt Personal einsetzen.


Versicherung gegen Vandalismus

Nach Auskunft des Österreichischen Versicherungsverbandes ist nach den Musterbedingungen Vandalismus nur mit besonderer Vereinbarung im Zuge eines Einbruchdiebstahls mitversichert. Einige Versicherungsunternehmen bieten bei manchen Versicherungsprodukten bei Abschluss einer besonderen Deckungsvariante zusätzlich eine Höchstsumme für Schäden an der Fassade aufgrund von Vandalismus an oder übernehmen die Kosten für die Entfernung von Graffiti. Die meisten Betriebe haben eine Glasbruchversicherung abgeschlossen. Damit ist Glasbruch ohne Rücksicht auf die Ursache versichert.

Beratung in Sicherheitsfragen bietet der Kriminalpolizeiliche Beratungsdienst (auch vor Ort): T 0800/216346. Nützen Sie auch während der EM 2008 das SMS-Frühwarnsystem. Melden Sie sich gleich an unter: wko.at/wien , T 01/514 50-1464, 1411 ]