Wien

Sicher aufs Eis - ohne Risiko

Rund 4.500 Menschen verletzten sich 2007 beim Schlittschuhlaufen. Jeder Zweite davon war jünger als 15 Jahre.

Eislaufen zählt zu den beliebtesten Wintersportarten in Österreich. Doch nicht immer läuft auf dem Eis alles glatt: Rund 4.500 Österreicher verletzten sich im Jahr 2007 beim Eislaufen in Hallen oder auf natürlichen Gewässern so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten. Am häufigsten betroffen ist das Handgelenk mit einem Viertel aller Verletzungen, die von schmerzhaften Prellungen bis hin zum Knochenbruch reichten. Etwa 15 Prozent der Verletzungen betrafen den Kopf. "Beim Eislaufen besteht die Gefahr, nach hinten zu stürzen und sich durch den Aufprall auf dem harten Eis den Kopf zu verletzen. Ein Helm ist daher sehr empfehlenswert, vor allem für Kinder", rät Dr. Anton Dunzendorfer, Leiter des Bereichs Heim, Freizeit & Sport im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). Denn es sind vor allem die Jüngsten, die nach dem Spaß am Eis verarztet werden müssen: Jeder zweite Verletzte war jünger als 15 Jahre.
 

Vorsicht auf natürlichen Eisflächen

Rund 15 Prozent der Unfälle beim Schlittschuhlaufen passieren auf natürlichen Eisflächen. Zugefrorene Seen, Flüsse oder andere Gewässer bergen im Vergleich zu Eislaufhallen und -plätzen zwei weitere
Gefahren: Zum einen gibt es hier Stolperfallen durch tückische Unebenheiten oder eingefrorene Äste, die auch durch Schnee verdeckt sein können. Zum anderen besteht die Gefahr, dass das Eis bricht. Das Einbrechen in natürliche Gewässer ist zum Glück relativ selten, doch die Verletzungsschwere ist durch die oft lange Zeit im eiskalten Wasser meist sehr hoch. Hinzu kommt die Schwierigkeit eingebrochene Personen zu bergen, sodass derartige Unfälle leider auch tödlich enden können. "Bevor man sich auf Natureis begibt, ist es unbedingt notwendig, sich über die Außentemperatur und die Eisdicke zu informieren", empfiehlt Dunzendorfer. Da das für Laien nicht zu beurteilen ist, fragt man am besten bei der Gemeinde nach, ob die Fläche zum Eislaufen freigegeben ist. Auf allen Flächen gilt: Das Betreten erfolgt auf eigene Gefahr. Auf keinen Fall sollte man bei ungewissen Eisverhältnissen oder nach Tauwetter das Eis betreten. Auch Eisflächen mit offenen Stellen, Rissen oder Sprüngen bergen eine hohe Einbruchgefahr. Wer abseits von vielbefahrenen Bereichen fährt, geht ein erhöhtes Risiko ein, einzubrechen.
 

Was tun, wenn jemand einbricht?

Merkt man, dass die Eisfläche, auf der man sich befindet, bricht, legt man sich am besten auf den Bauch und versucht von der Gefahrenstelle wegzukriechen.

Bricht jemand ins Eis ein, ist Eile geboten, da der Eingebrochene schnell unterkühlen kann. Helfer sollten sich nur mit Sicherung durch einen Zweiten oder mit Seilsicherung und in Bauchlage der Einbruchsstelle nähern. "Auf Natureis sollte man nie alleine Eislaufen, damit im Ernstfall rasch Hilfe geleistet und Retter alarmiert werden können", sagt Dunzendorfer. Der Verunfallte selbst  kann sich selbst durch seitlich ausgestreckte Arme Halt auf der Eisdecke verschaffen und versuchen, sich in die Richtung auf das Eis zu schieben, aus der er gekommen ist.

Nach der Bergung des Verunglückten benötigt dieser umgehend Wärmezufuhr und eine ärztliche Untersuchung. "Damit derartige Unfälle gar nicht erst passieren, sollte man sich immer nur dann auf natürliche Eisflächen wagen, wenn man wirklich sicher gehen kann, dass das Eis dick genug ist", schließt Dunzendorfer.


Rückfragehinweis:
Bakk.phil. Elisabeth Gerstendorfer
Kuratorium für Verkehrssicherheit 
Marketing & Kommunikation
Telefon: 05 77 0 77-1906 
E-Mail: elisabeth.gerstendorfer@kfv.at
Website: www.kfv.at

OTS0066    2009-01-20/10:00