Wien

Doping im Sport

Doping ist eine Maßnahme, um seine sportliche Leistungsfähigkeit zu steigern. Zu viel Doping, kann ernsthafte Gesundheitsprobleme mit sich bringen. Bei Olympischen Spielen dürfen Sportler keine Dopingmittel verwenden. Die Leistung muss sozusagen auf natürlichem Weg gebracht werden.

 

Ziele des Dopings

Doping verfolgt im Wesentlichen drei Ziele:

1. Erhöhung der Körperkraft

Diese versucht man bei Doping mit verschiedenen Nahrungsmittel, Anabolika, Sexualhormone und Wachstumsfaktoren zu erhöhen. Wer mehr Kraft hat gewinnt eher.


2. Mehr Sauerstoff im Blut

Mit den roten Blutkörperchen wird Sauerstoff transportiert. Wenn mehr Sauerstoff zu den Zellen gelangt, kann mehr Energie freigesetzt werden. Durch Doping versucht man, die roten Blutkörperchen zu vermehren, um so einen erhöhten Suaerstofftransport zu erreichen.


3. Mehr Motivation und Willenskraft

Die Motivation, die Willenskraft und die Einsatzbereitschaft soll ebenfalls durch Aufpunschmittel gestärkt werden.
 

Geschichte des Dopings

Die Geschichte des Dopings ist 2200 Jahre alt. Bereits im 2. Jahrhundert vor Christus wurden die Athleten gedopt. Die Athleten wurden von ihren Trianern sozusagen "gemästet".

Militärische Ziele: Die Berserker motivierten sich vor Schlachten mit Fliegenpilzen. Dies sollte zu mehr Kampfwillen und verringerter Schmerzwahrnehmung führen.

1960: Olympische Spiele Rom: Osteuropäische Athletinnen mit männlichen Wesenzügen sind besonders erfolgreich

1970-ziger: Beginn der Doping-Tests bei Wettkämpfen. Diese waren am Beginn noch sehr ungenau

1980-ziger: Musterathleten aus der DDR sind besonders erfolgreich. Doping wurde so rechtzeitig vor den offiziellen Wettkämpfen abgesetzt, dass es bei Dopingtests nicht mehr nachgewiesen werden konnte.

Ende der 1980-ziger Jahre: Dutzende holländische und belgische Radprofis sterben aufgrund von Dopingmaßnahmen. Sie verwendeten  das EPO Hormon zur Steigerung der roten Blutzellen. 

1990-ziger: Doping-Kontrollen sind stark verbessert. Kaum mehr neue Weltrekorde.

 

Justizministerin Berger: Anti-Doping-Gesetz bringt strafrechtliche Verschärfungen

Blutdoping erstmals im Strafrecht verankert - Besitz von Dopingmitteln wird strafbar - Dopende Sportler bleiben straffrei

   Wien (OTS) - Die vom Bundeskanzleramt in Begutachtung versandte Novelle zum Anti-Doping-Gesetz bringt einige wichtige Verbesserungen, Präzisierungen und Verschärfungen im Strafrecht, "um Doping in Österreich effizienter als bisher den Kampf ansagen zu können", wie Justizministerin Maria Berger erklärte. In einem neuen "Paragraph 22" sollen hinkünftig alle Strafbestimmungen gegen Doping im "Anti-Doping-Bundesgesetz 2007" konzentriert werden. Dieser neue Tatbestand soll unmittelbar an die auf internationaler Ebene beschlossene Verbotsliste angeknüpft werden. Neben dem Substanzmissbrauch soll nun auch Blutdoping audrücklich erfasst werden. Nicht gerüttelt werde laut Berger freilich am Prinzip, dass sich dopende Sportler nicht strafbar machen. Die Ministerin hofft, "dass es und mit den neuen Strafbestimmungen gelingt, an die Hintermänner heran zu kommen."

Die strafrechtlichen Bestimmungen gegen Doping werden vom Arzneimittelgesetz in das Anti-Doping-Bundesgesetz überführt. Damit kann hinkünftig verhindert werden, dass nur jene Formen des Dopings erfasst werden können, die in der Anwendung von Arzneimitteln bestehen. Dies betrifft etwa ausdrücklich den Bereich des Blutdoping.

Die Strafdrohungen sollen insgesamt besser ausdifferenziert werden, erklärte Berger weiters. Einerseits soll neben der (bereits im geltenden Recht vorgesehenen) Qualifikation der Abgabe oder Anwendung an Minderjährige auch eine Qualifikation bei mehrmaliger Begehung und Gewerbsmäßigkeit eingeführt werden. Andererseits sollen für die drei Gruppen von besonders gefährlichen Substanzen strengere Strafdrohungen gelten. Bei größeren Mengen soll eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahre möglich sein.

Der Grundsatz, dass Sportler, die selbst dopen, nicht strafbar sind, wird laut der Justizministerin jedenfalls beibehalten. Es soll daher auch weiterhin nur gerichtlich strafbar sein, wer Doping bei anderen Personen anwendet oder wer auf der Verbotsliste stehende Substanzen in Verkehr bringt. Um der besonderen Gefährlichkeit von Anabolika, Hormonen und Stimulanzien Rechnung zu tragen, soll allerdings für Taten in Bezug auf diese drei Gruppen die Strafbarkeit vorverlagert werden. Es soll neben dem In-Verkehr-Setzen und der Anwendung bei anderen auch schon das bloße "Vorrätighalten" strafbar sein.

Beibehalten wird das Tatbestandsmerkmal "zu Zwecken des Dopings im Sport", da zahlreiche auf der Verbotsliste stehende Substanzen als Arzneimittel zu medizinischen Zwecken verwendet werden (vgl. auch den geltenden § 5a Abs. 2 Arzneimittelgesetz). Ohne die Beschränkung des Tatbestandes auf Dopingzwecke würden Verhaltensweisen, die weder mit Sport noch mit Doping zu tun haben, unter die Tatbestände fallen. Dies wäre überschießend und würde zu einer Kriminalisierung großer Teile der Bevölkerung führen.

"Zu Zwecken des Dopings im Sport" bedeutet, dass die Anwendung auf eine Steigerung der Leistung(sfähigkeit) im Zusammenhang mit sportlichen Aktivitäten abzielt. Eine Einnahme zur Leistungssteigerung liegt insbesondere vor, wenn die körperlichen Kräfte oder die Ausdauer erhöht werden sollen. Darunter fällt auch die Stärkung des Muskelwachstums im Zusammenhang mit Bodybuilding. Unerheblich ist, ob die beabsichtigte Leistungssteigerung auf sportliche Aktivitäten im Wettkampf, im Training oder in der Freizeit gerichtet ist.

Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Justiz, Museumstraße 7, 1070 Wien
Mag. Thomas Geiblinger, Pressesprecher
Tel. (01) 52152-2274
 

OTS0106    2008-04-18/11:01





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18.8.2011 DER STANDARD-Kommentar zum Urteil im Doping-Prozess: "Schaler Nachgeschmack" von David Krutzler

Ausgabe vom 19.8.2011 
Einen Eindruck wird man nach dem Schuldspruch gegen Walter Mayer im Doping-Prozess nicht los: Der ehemalige Trainer des Skiverbandes musste sich vor Gericht nicht bloß für seine persönlichen Doping-Umtriebe, sondern stellvertretend für jene des gesamten heimischen Sports verantworten. 15 Monate Haft, drei davon unbedingt, sind so oder so kein Pappenstiel. Das lässt sich auch international als bemerkenswertes Zeichen im Kampf gegen Doping vermarkten. Ins Gefängnis müsste Mayer freilich allein, wenn das Urteil rechtskräftig wird. Straf- und nicht mehr nur sportrechtlich sind in Österreich die Organisation von Doping und der Handel mit Präparaten seit 8. August 2008 relevant. Seither ist viel geschehen, wie auch Schuldsprüche gegen den Sportmanager Stefan Matschiner und Triathletin Lisa Hütthaler zeigen. Doch den Prozess gegen Mayer wollte die Richterin schnell zu Ende bringen. Etliche geladene Zeugen wie etwa der Geschäftsführer und der Hämatologe der inkriminierten Firma Humanplasma blieben der Veranstaltung fern. Sie hätten mehr Licht ins Dunkel bringen können, hätten Doping-Praktiken aufzeigen, Athleten nennen können. Egal. So wurde geschlossen, dass Mayer "nicht mehr feststellbare Sportler" mit Dopingmitteln versorgte. Eine Vertagung samt neuerlichen Vorladungen wäre zumindest den Versuch wert gewesen. So bleibt ein schaler Nachgeschmack zurück.
Rückfragehinweis: Der Standard, Tel.: (01) 531 70/445
OTS0170 2011-08-18/18:26