Wien

Rede von Matthias Loinig bei der Kundgebung "Väter ohne Rechte" am 4.4.2008 in Wien:

Wer: Matthias Loinig
Was: Rede zum Thema der mangelnden Väterrechte, insbesondere was das Besuchsrecht bei den eigenen Kinder nach einer
Scheidung anbelangt 

Wann: 4.4.2008, ab 15 Uhr 
Wo:
1010 Wien vor dem Parlament

Kontakt: mloinig@aon.at



Rede von Matthias Loinig am 4.4.2008 bei der Väterdemonstration:

Foto vom Redner Matthias Loinig; © Wien-konkret

Foto vom Redner Matthias Loinig; © Wien-konkret

"Liebe betroffene Väter, Mütter, Großeltern, und  Zuhörer!
Danke für Ihr zahlreiches Erscheinen!

Mein Name ist Matthias Loinig, auf Grund eigener Betroffenheit veranstalte ich hier diese Demonstration  "Väter ohne Kinder – Dank Justizia". Unser Motto von Beginn an: "Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren." Wir setzen uns für die Rechte der Kinder ein, dass sie gelebte Beziehungen zu beiden Elternteilen haben dürfen, also eigentlich eine ganz natürliche und selbstverständliche Sache.

Studien aus der Familienforschung zeigen, dass die Verbindung zu beiden Elternteilen, insbesonders zu den Vätern, zu den wichtigsten familiären Bindungen zählt. Sie geben den Kindern Kraft, Sicherheit und sind oftmals auch eine Stütze.

Applaus bei den Demonstranten

Leider nicht selbstverständlich für einige Familienrichter aus Österreich.

Die Grundrechte der Kinder müssen von allen geachtet werden, auch von den Eltern. Die persönlichen Bedürfnisse der Eltern sind im Umgangsrecht hinter die Bedürfnisse der Kinder zu stellen. Das besagen, dass erst einmal davon ausgegangen werden muss, dass beide Elternteile und auch Großeltern wichtig und gut für Kinder sind. Kinder leiden sehr unter einem Kontaktabbruch, nicht selten führt dieser zu schwer wiegenden Störungen ihrer Persönlichkeitsentwicklung. Meinungsverschiedenheiten der Erwachsenen dürfen niemals auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden.

Applaus bei den Demonstranten

Das Spiel auf dem Rücken der Kinder ist auch bekannt als Umgangsvereitelung. Die Manipulation erinnert an Gehirnwäsche.

Applaus bei den Demonstranten

Denn sie macht das Kind zum Sprachrohr des Elternteils, bei dem es leben - auch vor Gericht. Nur so lässt sich der Fall erklären, dass ein Kind eben noch den Vater  umarmt und ihr ins Ohr flüstert: "Ich hab dich lieb", und Tags darauf bei der Kindesanhörung im Familiengericht sagt: "Ich will nicht zu meinem Papa, ich will diesen Mann nicht sehen."

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat diese Praxis auf das schärfste kritisiert und sogar die Bundesrepublik Deutschland in mehreren Fällen wegen Verletzung des Rechts auf Familienleben verurteilt. Jüngst erinnerte der Gerichtshof daran, dass es im Interesse des Kindes liegt, seine familiären Bindungen zu erhalten, und dass das Durchtrennen solcher Bindungen ein Abschneiden des Kindes von seinen Wurzeln bedeutet.

Applaus bei den Demonstranten

Niemand wird einem Kind den Umgang mit Eltern, Elternteilen oder Großeltern zumuten, die nachweislich die Rechte und die Gesundheit der Kinder schädigen. Doch es muss gesellschaftlich verpönt und geächtet werden, einem Kind den Umgang mit sowohl liebevollen, als auch verantwortungsbewussten Elternteilen oder Großeltern zu verbieten. Und es muss eine Frage der persönlichen Ehre jedes Richters, jeder Richterin sein, das Recht aller Kinder auf ihre beiden Elternteile, auf ihre Großeltern zu schützen und zu garantieren. Notfalls mit dem scharfen Schwert der Strafe gegen die umgangsvereitelnden Eltern, oder den boykottierenden Elternteil.

Diesen Schluss - mit der Konsequenz der Androhung von Sorgerechtsentzug – machen aber die Gerichte nicht. Würde dies jedoch Rechtspraxis, würde es immens zur Entkrampfung vieler Familienrechtsstreite beitragen. Eine vorsätzliche Verweigerungshaltung würde dann keine Früchte mehr tragen, sondern das gegenteilig Beabsichtigte erwirken.

Die Verzweiflung von einer steigenden Anzahl von, Vätern, Müttern, Großeltern und Kindern, die unfreiwillig voneinander getrennt werden, kann nicht unkommentiert stehen bleiben. Wir fordern alle gesellschaftlichen Kräfte auf, keine Vogel Strauss Politik zu betreiben, nicht in Trägheit zu verharren und nach althergebrachten verkrusteten Strukturen zu urteilen, sondern sich intensiv mit diesem Leid besetzten Thema auseinander zu setzen und neue Wege zu suchen.

Bravorufe und Applaus bei den Demonstranten

Und glauben Sie mir, ich weiß wovon ich rede. Ich war selbst einer der 2,8% Väter die im Karenz waren, und von heut auf morgen wurde mir der Kontakt zu meiner Tochter völlig unbegründet verweigert. Umgekehrt wäre es mir aber niemals, im Traum eingefallen den Kontakt zu unterbinden.

Es gibt Millionen Kinder, denen der Kontakt zu Elternteilen, meistens Väter, und Großeltern abgeschnitten wird und jeden Tag kommen neue hinzu.

Ich hoffe, dass ich mit meiner Rede die nicht Betroffenen unter ihnen wachgerüttelt habe und möchte deshalb mit einem Zitat von Voltaire enden:
"Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut." "

Bravorufe und großer Applaus bei den Demonstranten

Danke