Wien

Vortrag Mag. Thomas Tayenthal, Psychologe zum Thema Trennungsopfer:

Foto: Mag. Thomas Tayenthal, Psychologe

Foto: Mag. Thomas Tayenthal, Psychologe

"Guten Abend meine Damen und Herren!

Mein Name ist Mag. Thomas Tayenthal. Ich bin Psychologe. Der Abgeordnete Klement hat es schon gesagt: Ich werde in Zukunft die Ehre haben, diese Plattform zu betreuen, zu optimieren. Die Homepage ist auch schon in Arbeit und wird höchst wahrscheinlich nächste Woche online stehen.

Ja ich möchte auch gleich in medias res gehen. Lau Statistik Österreich wird mittlerweile jede zweite Ehe geschieden, d.h. es sind im Jahr 20.000 Scheidungswaisenkinder und es wird daher immer seltener sein, einen (?) zu treffen, das keinen Scheidungsfall in seiner Familie hat. Die familiäre Entwicklung eines Kindes wird daher so ausschauen, dass es die erste Lebenszeit – so Gott will – mit den Eltern zusammen verbringt, dann eine Scheidung eintritt und dann das Kind in verschiedenen Familien mit mehreren Vätern, Großvätern, Halbschwestern, Stiefeltern, Patchwork-Familien usw.. Es gibt also keine kontinuierliche Stabilität mehr in den Familien und das ist auch für eine Partei – wie die FPÖ – relevant, weil wir immer eine traditionelle Familienpartei waren und wir müssen und auch diesem Zukunftsbild stellen.

Eine Scheidung zwingt vor allem Kinder in eine neue Situation, weil sie haben sich meistens nicht für eine Scheidung entschieden. ...

Die Eltern bleiben ihre Eltern und es muss daher eine nacheheliche Betreuung gefunden werden für sie und da entsteht dann oft das, weshalb wir heute hier sind. Es beginnt die Instrumentalisierung der Kinder als Waffe in einem nie enden wollenden Scheidungskrieg. Ursprünglich sind die Kinder oft gewünscht und umsorgt und plötzlich in einer Scheidung werden sie dann zu einem Spielball der Kontrahenten. Kinder brauchen aber auch Nestwärme – ein altmodisches Wort, aber ich habe es sehr gerne. Ohne Geborgenheit wird die Seele im wahrsten Sinne des Wortes „krank“. Finnische Studien belegen das eindeutig. Es geht von Traurigkeit, Angst, Wut, Zurückgezogenheit, Unruhe, Schuldgefühle bis hin zum Bettnässen – wir haben vorhin schon gesagt die Jugendkriminalität, Suizid, all die Probleme hat man immer gesagt, wo kommen die Ursachen her?

Ich gebe zu als Psychologe: Es ist alles multifaktoriell, aber auch das ist ein großer wichtiger Punkt: eine Scheidungssituation oder eine elternlose Aufzucht wirkt sich auf keinem Fall auf jemanden gut aus. Verhaltensstörungen eines Kindes entstehen deswegen auch nie isoliert da. Sie sind fast immer das Ergebnis von Beziehungsstörungen, die alle Familienmitglieder – sprich alle Bezugspersonen – mit einbeziehen können und es genügt nicht nur ein symptombehaftetes Kind zu behandeln, sondern es ist die ganze Familie irgendwo Patient.


Nun, was will unser Verein?

Wir stehen für Objektivität und Sachlichkeit
Wir fordern ein Miteinander und nicht ein Gegeneinader. Wir wollen kein ständiges Aufteilen der Geschlechter in Männer und Frauen. Ein Reduzieren auf die Geschlechterrolle führt zu Diskriminierung, Missverständnissen und Hass. Überall wird vom Dialog geredet, wir wollen einen wirklichen Dialog der Geschlechter, der das herausstreicht, was an beiden Geschlechtern besonders gut ist und nicht nach möglichst viel Trennendem sucht. Natürlich müssen Missstände möglichst genau und objektiv untersucht werden. Aber auch das soll nicht in Werbeplakaten oder dubiosen Statistiken, die man auch im Sozialministerium findet, die zwar einerseits sehr schön, auf der anderen Seite wird dann im wieder darunter geschrieben: „für Männer haben wir dazu keine Statistik oder warum das so ist, darüber haben wir auch keine genaue Statistik. ….“

Zweitens  für Rechte der Kinder auf beide Eltern:
Die Eltern bleiben ein Leben lang die Eltern des Kindes. Ich habe nicht nur ein Recht auf Kind, ich habe nicht nur die Obsorge, sondern ich bin Mutter, ich bin Vater. Wir fordern eine klares Eltern und Familienbild in den Medien und auch durch die  täglichen Präsentation und nicht Artikel zu Weihnachten am 24. – die Geburt Christi wird gefeiert – und das Profil bringt heraus „gegen Ehen, gegen Familien“, als Titel zu Weihnachten. Soviel zur Aufklärung und Information. (Applaus im Publikum)
 
Wir sind bemüht auch das einzubringen, dass es möglichst rasche und klare Obsorgeverfahren geben muss, weil gerade lange Sorgerechtsverfahren sind purer Stress für alle Beteiligten, besonders für die Kinder und natürlich für die nicht Obsorgeberechtigten. Eine gute Scheidung gibt es in dem Sinn eigentlich nicht. Wenn es sie aber in irgend einer Form gibt - und wir wollen die Scheidung als solche nicht verdammen. Sie hat bei destruktiven Ehen natürlich ihre Berechtigung. Es ist immer besser eine gute Scheidung geht über die Bühne, als eine destruktive Familie lebt hier vor sich hin - nur wenn, dann sollte die Scheidung im Interesse des Kindes möglichst rasch und schmerzlos von statten gehen. Nur so kann man eine Entfremdung und Verhärtung reduzieren.

Gegen willkürliche und nicht nachvollziehbare Gutachten haben wir auch schon gehört.

Wir wollen eben auch versuchen, dass weniger Richter, Gutachter und so genannte Experten sind. Auch ich stehe de Psychologie in vielen Teilen sehr kritisch gegenüber - obwohl ich Psychologe bin – und möchte nicht, dass die Eltern immer mehr entmündigt werden. Und es sollen die Eltern wieder vermehrt über ihre Kinder entscheiden dürfen und nicht die so genannten Experten, die Eltern schön langsam zu Laien machen. Man redet schon von „Eheführerschein“. Ich weiß nicht, wie die dann stattfinden sollen. Sitzt man dann in irgendwelchen Abendkursen zusammen? Es könnte auch in Eheverträgen oder besser gesagt in bestehenden Ehen auch bei nicht-ehelichen Lebensgemeinschaften einfach so gemacht werden – das ist ein Vorschlag von mir -  das man bei der Geburt eines Kindes einfach einen Lebens- und Erziehungskontrakt aufsetzt, der ganz genau regelt, was mit diesem Kinde passieren soll, falls diese Lebensgemeinschaft oder Ehe wieder auseinander geht. Es ist nicht nur wichtig, die finanziellen Ansprüche zu regeln, sondern vor allem die Elternschaft soll auch verpflichtend in irgendeiner Form geregelt werden."

Zwischenruf aus dem Publikum: „Das Recht auf leibliche Elternschaft muss ein Verfassungsrecht sein

Tayenthal: „Genau. Wir sind weiters gegen die Reduktion der Väter auf „Besuchspapas“ und „Bankomaten“.  (Applaus im Publikum)

Väter sollten das Recht haben, ihre Väterrolle auszuüben. …
Wir wollen auch, dass die Mädchen sich an Vätern orientieren können und dass Buben nicht in einer reinen Frauenwelt aufwachsen müssen, dass es auch männliche Bezugspersonen an Schulen und Kindergärten gibt. Wir wollen keine entmachtete Familie. Wir sind gegen männliche und weibliche Gewalt in der Familie, das möchte ich hier auch klar sagen.  (Applaus im Publikum)

Es wird stark belächelt, aber es wird auch von Frauen gegenüber Kindern Gewalt ausgeübt. (Applaus im Publikum & Bravorufe)

Und weil eine Scheidung für die meisten Betroffenen eine Lebenskrise ist, fühlt man sich frustriert. Es geht einem schlecht. Das sind die größten Stressmacher bzw. Krankmacher unserer Zeit.

Daher wollen wir abseits der Scheidungsindustrie mit unserer Plattform „Trennungsopfer“ die Möglichkeit bieten, sich auch hier Hoffnungen zu holen, um gestärkt aus einer Krise zu gehen. Wir wollen Probleme und Härtefälle aufzeigen und ein Sprachrohr bilden. Dazu muss man in die Politik gehen, weil wir können keine Ehestreite abschaffen, aber die destruktiven Scheidungsfolgen, die sind auch nicht eine unmögliche Tatsache. Da gibt es gesellschaftliche Rahmenbedingungen, die müssen von der Politik geändert werden. Die können wir und sie nicht ändern. Daher brauchen wir Leute – und zwar Leute mit Mut – die sich dieser Themen annehmen mit Engagement und das ist Heinz Christian Strache. Da sind Leute wie Karlheinz Klement, die uns hier Rückendeckung bieten.

Wie gesagt, die heutige Veranstaltung war die Grundsteinlegung. Ich hoffe, dass wir hier gut zusammen arbeiten können. Unser Motto ist: Kinder schützen – Eltern schätzen. Einzelne Hölzchen kannst du brechen, gebündelt sind wir stark.

Ich gebe das Wort weiter
 



Kontakt:

Mag. Thomas Tayenthal
mobil: 0664-825 77 46
Email: thomas.tayenthal@trennungsopfer.at
Website: www.trennungsopfer.at