Wien

Vortrag Birgit Ossberger, Freiheitlicher Familienverband am 28.5.2008:

Foto: Birgit Ossberger vom Freiheitlichen Familienverband; © Wien-konkret

Foto: Birgit Ossberger vom Freiheitlichen Familienverband; © Wien-konkret

Birgit Ossberger: "Danke für die Einladung.
Im Prinzip ist der freiheitliche Familienverband sehr involviert in die Plattform. Wir werden da auch immer informiert. Wir versuchen das auch in irgendeiner Weise wieder zurückzugeben. Das Schicksal von Herrn
Török hat mich wieder erschüttert. Ich habe auch Herrn Tayenthal eingeladen in meinen Bezirk. Ich bin auch Obfrau von der FPÖ im 8. Bezirk und habe ihm eingeladen über diese Plattform in meinen Bezirk zu reden, weil ich der Meinung bin, dass man genau dieses Unverständnis das sie bei der Bevölkerung gesehen haben und gehört haben einfach unter die Leute bringen muss. Was ist das und was machen wir hier? Aber dieses Schicksal bringt mich gleich zu meinem Verband und zu meinen Aktivitäten bzw. die Aktivitäten von unserem Verein. Wir sind politisch natürlich aktiv  - das ist jetzt aber nicht Sache – und wir betreuen Projekte. Und eines dieser Projekte ist das so genannte Besuchscafe, was ich jetzt kurz erläutern möchte. Ich möchte nicht zu lange werden, weil ich glaube es ist sinnvoll, dass wir heute arbeiten und in den Arbeitskreisen uns beraten und weiterkommen.

Das Besuchscafe in an und für sich eine staatlich geförderte Einrichtung. Sie ist praktisch projektbasis-finanziert vom Sozialministerium. Bei uns arbeiten Psychologen. Das Besuchscafe greift genau dort an, wo sie jetzt sind. Sie sind von ihrem Kind entfremdet worden sozusagen über mehrere Jahre und da ist die Situation des Wieder-Kennenlernens, des Wieder-Befühlens, des einfach Zusammenseins sehr schwierig, dadurch das der andere Partner wahrscheinlich auf das Kind diesbezüglich beeinflusst und genau da greift die Institution „Besuchscafe“ an. Wir versuchen die Nicht-Obsorgeberechtigten wieder zu ihren Kindern zu führen bzw. zu betreuen. Das geht einerseits so, dass es ein richterlicher Beschluß ist zu uns zu kommen und ein betreutes Treffen zu machen. Auch die Dauer des Treffens wird von einem Richter oder vom Jugendamt festgelegt. Es gibt aber auch Gott-sei-Dank auch Fälle von Privaten, die bei uns anrufen, die möchte, dass der andere Partner sein Kind wieder sehen kann ohne das Streitereien oder sonst irgendetwas passiert.

Nun zum Männerthema – Frauenthema. Ich bin eine Frau mit Herz und Seele sag ich jetzt einmal. Ich möchte es aber nicht so getrennt sehen und ich möchte auch nicht, dass das eine Männerplattform ist oder das eine Frauenplattform. Es gibt genug von allem – sag ich einmal – die Männer, die kommen schon. Aber ich möchte nur einen Fall erwähnen und zwar die längste Betreuung in unserem Besuchscafe ist über sechs Jahre (Ergänzung: gelaufen).   Und zwar ist da ein Sohn, der kommt seit 2003 zu uns, um im 14-tägigen Rhythmus seine Mutter zu sehen. Also es gibt auch solche Fälle, wo der Vater das Obsorgerecht hat und es Schwierigkeiten gibt, dass die Mutter das Kind sieht. Man soll beide Seiten nicht gegeneinander ausspielen, aber wie gesagt: Es gibt beides. Der Sohn ist mittlerweile 12 Jahre alt und fühlt sich bei uns sehr wohl, möchte das auch immer noch machen. Er ist leider noch minderjährig, also kann er das auch noch nicht selbst entscheiden. Um die Notwendigkeit dieser Institution Besuchscafe ein bisserl herauszustreichen: in den nächsten 6 Monaten ist jeder Platz in den Besuchscafes besetzt, obwohl das Budget des Sozialministeriums diesbezüglich aufgestockt wurde. D.h. es gibt Bedarf, dass man Familien bzw. Eltern wieder zu ihren Kindern führt und ich glaube, dass ist eine wichtige und richtige Institution, die auch gefördert wird und von jedem in Anspruch genommen werden kann. Wie gesagt, es gibt nicht für so viele Leute – wie bei uns Anfragen – Plätze, aber es rotiert in Halbjahresabständen. Nun zu ein paar Fakten: Das Besuchscafe besteht seit 8 Jahren. 15 Familien werden derzeit betreut. Insgesamt in den 8 Jahren wurden ca 125 Familien von uns betreut. Es ist ein massiver Bedarf du ich hoffe, dass diese Institution Besuchscafe auch auf der Homepage Eingang findet, weil genau in dieser schweren Situation – vorher bei Gericht und dann ist endlich eine Einigung da und dann findet man nicht mehr zum Kind. Und genau dort soll das Besuchscafe anknüpfen. Ich hoffe, dass wir das heute besprechen.

Die Frauenfrage – da ich gebeten worden bin den Arbeitskreis zu leiten oder in irgendeiner Weise zu steuern – ich habe meine eigene Meinung dazu: Ich sehe Gott-sei-Dank sehr viele Frauen hier auch und die haben alle ihre Meinungen dazu und ich hoffe, dass auch einige Männer an diesem Arbeitskreis teilnehmen. Wie gesagt ich möchte sie nicht gegeneinander ausspielen. Es haben alle hier auf dieser Plattform Platz."

Applaus im Publikum



Kontakt:

Birgit Ossberger
Beruf: Angestellte
Adresse: Albertgasse 39/15, 1080 Wien 
Telefon: 0699 11297321

Mail: b.ossberger@gmx.at 
Website: www.ffv.at (Freiheitlicher Familienverband)
 



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