Wien

Norbert Hofer: Scheidungsanwalt für Kinder in Obsorgeverfahren viel zu kleiner Schritt!

Kinderseelen bleiben weiter in Händen bezahlter Experten statt bei leiblichen Eltern

"Generell ist natürlich alles zu begrüßen was dem Kindeswohl dienlich ist und zur Deeskalation von Scheidungskriegen führt, wie etwa der Scheidungsanwalt für Kinder in Scheidungsverfahren", meint FPÖ-Vizebundesparteiobmann NAbg Norbert Hofer, auch Sprecher der Plattform Trennungsopfer. "Mir stellt sich aber schon die Frage, ob es nicht klüger wäre, das Problem bei der Wurzel zu packen und endlich ein modernes, verantwortungsbewusstes, Kind-zentriertes Scheidungsrecht in Form einer verpflichtenden gemeinsamen Obsorge - wie es in der Schweiz, Deutschland und Dänemark bereits gut funktioniert - einzuführen."

Anstatt immer mehr bezahlte Berufsgruppen um die Hauptleidtragenden in einem Scheidungsverfahren, die Kinder, zu scharen, die sich mit deren Leid beschäftigen sollen, würden in vielen Fällen die besten Helfer, nämlich die leiblichen Eltern, so weit wie möglich von ihren Kindern ferngehalten. Die FPÖ habe diesbezüglich, im Zuge des Familienrechts-Änderungsgesetz 2009, wieder einmal einen Entschließungsantrag zur gemeinsamen Obsorge eingebracht, der von den Regierungsparteien jedoch wieder abgelehnt wurde.

Norbert Hofer: "Einmal mehr zeigt sich, dass die FPÖ offenbar die einzige familienorientierte Partei in diesem Lande ist, bei der auch Trennungskinder und Trennungseltern eine Lobby vorfinden. Denn aus unserer Sicht bleibt eine Familie auch nach einer Trennung - wenn auch unter anderen Voraussetzungen - eine Familie. Eine Scheidung und Trennung sind für alle Beteiligten, aber besonders für Kinder ein kritisches Lebensereignis. Auch wenn sich Partner trennen, bleiben sie aber trotzdem Eltern. Trotz aller mit einer Scheidung verbundenen Schwierigkeiten, rechtfertigten nur schwerwiegende Gründe, die dem Kindeswohl eindeutig entgegenstehen, einen Entzug der Obsorge."

Hofer abschließend: "Gerade weil Kinder geschiedener Eltern in mehr als einer Familienwelt leben müssen, sollen sie wissen, dass Mutter und Vater ihre Eltern bleiben, auch wenn die Ehe endet. Deshalb kann aus meiner Sicht die Einführung eines Scheidungsanwaltes für Kinder nur ein kleiner Schritt zur Verbesserung der tristen Situation im österreichischen Scheidungsalltag sein, der sich obendrein erst bewähren wird müssen. Zu dem wirklich großen Schritt, einer verpflichtenden gemeinsamen Obsorge, die sich bereits in vielen Europäischen Ländern bewährt hat, fehlt der Justizministerin offenbar der Mut oder die nötige Weitsicht."

Rückfragehinweis:   FPÖ
OTS0115    2009-07-15/12:22