Wien

ORF Fernsehen: Die Macht der Gutachter am 14.9.2008 in ORF 2

ORF2 Sendung: "Im Zentrum"
Die Macht der Gutachter. Welchen Einfluss haben Sie auf das Urteil?

Am 14.9.2008 um 22.00 Uhr

TEILNEHMER:

Max Friedrich, Kinderphsychiater und Gutachter
Volker Dittmann, aus Basel, Rechtsmediziner
Gabriele Wörgötter, Gerichtsgutachterin
Margot Tonitz, Anwältin
Harald Lacom, ehemaliger Jugendrichter

Diskussionsleiter: PETER PELINKA





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Stellungnahme des Vereins Kindergefühle

Wegen eines Gutachtens des bekannten Psychiaters Max Friedrich musste ein Kärntner wegen Kindesmissbrauch schuldlos hinter Gitter. Der Kärntner ist wieder in Freiheit, aber die Fragen nach der Qualität der psychiatrischen Gutachten und um deren Bedeutung in einem Prozess bleiben. Was können Gutachter leisten, wie genau sind sie, und wie sehr sollen sich Richter auf sie verlassen?

Wird sind in Österreich die führende Bewegung, wenn es um die Kinderrechte geht.
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Ziele des Vereins Kindergefühle

Wir haben zu Ihrer Sendung folgende Fragen:
1. in Österreich wurde die Kinderrechtskonvention ebenfalls ratifiziert. Aus welchen Gründen wird fast bei jeden strittigen Obsorgefall ein Gutachter herangezogen?
a) reichen die gesetzlichen Bedingungen hier nicht aus? Unter anderem spricht die UN-Kinderrechtskonvention von einem Recht des Kindes auf beide Elternteile? Dieser § ist ebenfalls schon sehr genau geregelt.
b) der Richter hat auch die Möglichkeit einen Beschluss ohne Gutachter zu vollziehen, wieso wird immer wieder auf einen Gerichtsgehilfen zurückgegriffen? Gerichtsgehilfen benötigt man bei Spezialgebieten wo der Richter keine Kenntnis davon hat. Kinder sind kein Spezialgebiet. Kinder gibt es schon seit dem es Menschen gibt. Kinder sind also das Natürlichste der Welt.
c) es ist in unseren Augen paradox zu glauben, dass ein Sachverständiger, sogar in ein paar Minuten einen Menschen entsprechend kennen will und alleine weiß was gut für die Kinder ist.
Verweis auch auf:
http://www.kindergefuehle.at/index.php?name=PNphpBB2&file=viewtopic&t=132
http://www.kindergefuehle.at/index.php?name=PNphpBB2&file=viewtopic&t=120

2. Bei Zivilverfahren werden zum Teil 3 - 4 Gutachten herangezogen. Wieso gibt sich das Gericht bei Obsorgeverfahren mit einem Sachverständigengutachten zufrieden?

3. Wie kann ein gerichtlich beeideter Gutachter, am Beispiel Salzburg, ein Gutachten über 100 Seiten in 16 min. erstellen?

4. Wenn ein Gutachten nur ein Beweismittel von vielen ist, so wie das Gericht uns das bestätigt hat, aus welchen Grunde folgt der Richter fast immer den Vorschlag des Gutachters? Welche Beweismittel hat der Richter den sonst noch zur Verfügung?

5. Aus welchen Grunde werden keine neuen Gutachter hinzugezogen, auch wenn ein Gutachten von fachlichen Fehlern nur so sprießt?

6. In Österreich gibt es Gutachterrichtlinien. Aus welchem Grunde wurden diese erstellt, wenn die Verwendung dieser nicht verpflichtend sind?

Richard Maier                             E-mail: 14.9.2008