Wien

Vorbemerkung:

Wien-konkret erreichte eine Stellungnahme eines schwer getroffenen "Scheidungsvaters". Diese wollen wir Ihnen, dem Gesetzgeber, den Familienrichtern und den Jugendämtern ans Herz legen. Hoffentlich haben Sie dadurch neue Erkenntnisse:
 

Immer ist davon die Rede, wie schlecht es den allein-erziehenden Müttern geht und man nimmt dafür immer die, die sehr wenig bis gar keine Alimente bekommen. Die Mütter, die mit einem neuen Partner zusammen leben (welcher ebenfalls ein Einkommen hat) und die dann die Alimente des Vaters als angenehmes "Zuckerl" so nebenbei auch noch kassieren, werden dabei nicht erwähnt.

Die Tatsache dass 50% der obdachlosen Männer Scheidungsfolgen, Unterhalts- und Alimentszahlungen als Grund dafür angeben, wird einfach ignoriert. Jene die keiner Arbeit mehr nachgehen und vom Existenzminimum leben - nur um sich von den Alimenten zu drücken - werden alle miteinander als verantwortungslose Väter bezeichnet. Das manche überhaupt erst durch die Folgen der Scheidung und damit Trennung von ihren Kindern (und bei weitem nicht nur das) in ihrem Beruf versagen und deswegen gekündigt werden, wird auch nicht mal als möglicher Grund dafür erwähnt. Das manche Väter mit ansehen müssen, wie Mütter einen großen Teil der Alimente für ihr eigenes Wohl verwenden oder manche sich dann sogar mit dem eigentlichen "Scheidungsgrund" ein schönes Leben machen, ist ebenfalls etwas, was von uns Scheidungsvätern völlig frei erfunden wurde.

Dass wir keine Möglichkeit haben die Alimente auf den tatsächlichen "Bedarf" der Kinder zu beschränken, weil die allein-erziehenden Mütter niemals nachweisen müssen, wofür sie die Zahlungen des Ex verwenden, lässt uns dann letztendlich nur noch diese eine Möglichkeit,  nämlich offiziell gar kein Einkommen mehr zu haben und mit drei Viertel des Existenzminimums zu leben, da alles darüber gepfändet wird. Es gibt keine Zwischenlösung nur entweder oder sonst nichts. Wenn wir dann ein paar Monate arbeitslos sind, müssen wir die Alimente wieder weiter bezahlen und die Vorschüsse, die in dieser Zeit vom Jugendamt bezahlt wurden, auch noch zurückzahlen.

Bitte verstehen sie mich nicht falsch! Ich habe dank sehr netter und "mitfühlender" Arbeitskollegen und einem verständnisvollem Vorgesetzten meinen Arbeitsplatz Gott sei Dank nicht verloren. Seit meiner Scheidung habe ich jedes Monat pünktlich die nicht zu knapp berechneten Alimente bezahlt. Ich möcht nur möglichst viel von den ungleichen und großteils sehr unfairen Handhabungen der Gesetze gegen Scheidungsväter darstellen. Ich möchte auch klarstellen, dass ich hier nicht sage, dass es meinen Kindern nicht zusteht. Es geht mir darum, dass mir nach Abzug der Alimente und dem was ich für meinen Lebensunterhalt benötige, nicht mehr genug bleibt, um meinen Kindern den Besuchsonkel zu spielen, zu dem ich jetzt vom Jugendamt und meiner Ex gemacht wurde.

Und ganz besonders möcht ich auch noch darauf hinweisen, dass meine "Geldproblem" die wesentlich geringeren dabei sind: Nur darüber schreibt es sich leichter, weil es sich viel einfache in Sprache fassen lässt. Was es für mich bedeutet jetzt nach der Arbeit (nach Hause ist nicht richtig, da ich mich hier nicht zu Hause fühle) in meine Wohnung (die natürlich gar nicht mir gehört, weil ich mir jetzt leider keine mehr leisten kann) komme und meine Kinder nicht da sind und mich nicht begrüßen kommen, lässt sich nur schwer in Text fassen. Zusehen müssen, wie mir meine Kinder immer fremder werden und ich ihnen natürlich genauso, ist fast das Gleiche wie sie langsam sterben zu sehen. Auch wenn das jetzt sehr übertrieben klingt, so ist es aber leider.

Da ich immer sehr bemüht war, meine Kinder (Tochter Jenni 12 Jahre und Sohn Alex 8 Jahre - 10 und 6 bei der Scheidung) gleich zu behandeln, keinen zu bevorzugen oder zu benachteiligen. Wenn ich jetzt den gewaltigen Unterschied, der sich durch den Verlauf der Dinge nach der Scheidung, da es mir gelungen ist zu Alex wenigstens ein Vater Sohn ähnliches Verhältnis zu behalten - so ist es bei Jenni leider vollkommen verloren gegangen. Und das ganz sicher nicht deswegen, weil ich zu ihr oder sie zu mir weniger Bindung hatte, sondern nur durch Manipulation meiner Ex. Es würde mehrere Seiten brauchen, das richtig zu beschreiben, aber so ist es. Wenn ich als Folge dieses Zustandes meine Kinder jetzt nicht mehr "gleichwertig" sehen kann. Wenn ich dann auch noch mit ansehen muss, welche Folgen es für sie hat und das für meine Ex noch immer kein Grund ist, ihr Verhalten oder ihre Einstellung dazu zu ändern, dann könnte ich daran verzweifeln.

Auch dafür hat das Gesetz eigentlich ein paar Zeilen vorgesehen, nur werden diese einfach nicht zur Anwendung gebracht. Wenn ich zB auf der Seite "zum Wohl der Kinder" einen Beitrag lese von einem Vater, dem anscheinend der Umgang mit seinem Sohn von der Mutter verwährt wird "nicht ich brauche meinen Sohn, sondern mein Sohn braucht mich" lese, dann lese ich darin, dass es bereits soweit ist, dass wir Scheidungsväter nicht mal mehr zugeben dürfen, dass auch wir unsere Kinder lieben und dies auch gerne mal sehen würden. Was denken sich diese Richter und Jugendamtbeamtinnen eigentlich? Dass Väter Kinder nur als Sparschweinchen wollten, die wir hin und wieder mal besuchen und ausführen dürfen? Warum denken sie, dass sie alles was uns Vätern einmal wichtig war nach der Scheidung einfach abschalten können? Warum denken sie, dass gerade dieses Problem damit gelöst wird, indem man einfach gar nicht darüber spricht? Wenn dann welche versuchen, die Probleme - die wir damit haben – aufzuzeigen,  werden wir als darbende Väter bezeichnet. Wenn wir uns dagegen wehren sind wir dann verantwortungslos.

Wenn Papa die Mutti und die Kinder wegen einer andern hat sitzen lassen, dann ist er ein ----und das Wort spare ich mir hier---- wenn aber Mutti dasselbe macht, dann hat sie sich "entfalten" wollen. Warum wird das Verhalten der Mütter immer schön geredet? Es ist doch vielmehr so, dass egal aus welchem Grund die Scheidung auch sein mag, für die oder das Kind ist es doch so, dass Papa weg geht. Egal was man dem Kind auch sagt, es wird immer so empfinden. Selbst die vernünftigsten Erklärungen ändern das nicht.

Und am meisten könnte ich ausrasten, wenn mir dann eine Superpsychologin am Jugendamt erklären will, ich würde doch nur die Trennung von meiner Ex nicht verkraften und die Kinder dafür als Druckmittel verwenden. Seltsamerweise konnten sie mir aber niemals darauf antworten, wenn ich dann gesagt habe: "ja ich hätte meine Familie gerne wieder und ich hätte auch mein zu Hause gerne wieder !!! Nur als Mann würde ich meine Ex nicht mal mehr mit der Zange anfassen wollen". Da konnten sie dann nichts mehr dazu sagen. Wenn ich meine Ex doch wenigsten weiter als gute Mutter hätte sehen können, wäre es schon wesentlich leichter. Das hat sie mir mit ihrem Verhalten aber auch schon unmöglich gemacht. Was jetzt nicht heißen soll, dass sie sonst eine schlechte Mutter ist. Nur eben mir gegenüber und dass eben ohne jede Rücksicht auf das Wohl oder gar den Willen der Kinder. Dulden tut sie nur, was in ihrem Interesse ist und was sie durch die Besuchsrechtslage eben nicht völlig verhindern konnte, da sie mir keine Gewalttätigkeiten, weder ihr noch gegen die Kinder unterjubeln konnte. Und natürlich auch keine Missbrauchsverdächtigungen., was sie im Ansatz aber doch zumindest mir gegenüber versucht hat. Auch bin ich aufgrund des Verhaltens meiner Tochter nicht sicher, ob sie ihr da nicht so einiges eingeredet hat.

Werner K.