Wien

ÖFB Ticketskandal: Männer zahlen um 63% - 87% mehr als Frauen:

Foto vom "Vollpreisticket", das eigentlich ein reines "Männerticket" ist; Frauen zahlen nur ermäßigten Preis wie Pensionisten, Behinderte, Präsenzdiener und Jugendliche bis 19 Jahre  © Wien-konkret

Foto vom "Vollpreisticket", das eigentlich ein reines "Männerticket" ist; Frauen zahlen nur den ermäßigten Preis wie Pensionisten, Behinderte, Präsenzdiener und Jugendliche bis 19 Jahre
© Wien-konkret

Der Anlaßfall:

Hier stellen wir Ihnen den Fall der sexuelle Diskriminierung von männlichen Fußball-Fans im Stadion durch den ÖFB vor. Die sexuelle Diskriminierung bei den Kartenpreisen verstößt bekanntlich seit 21.12.2007 gegen die Gleichbehandlungsrichtlinie der EU und seit 1.8.2008 gegen das österreichische Gleichbehandlungsgesetz. Der ÖFB tat es trotzdem.

Hier ein Beispiel:
Eintrittskarten: Männer (=Vollpreiszahler) zahlten beim Fußball-Länderspiel gegen Deutschland am 6.2.2008 zwischen 63% - 87% mehr als Frauen. Für Frauen bezahlten nur ermäßigte Karten, wie Behinderte und Pensionisten.
Beispiel im Sektor B und E Rang 1 und 2: 36 Euro Männer, 20 Euro Frauen ; Im Sektor E Rang 3 sind es gar 87% "Männeraufschlag".

=> siehe ÖFB-Preisliste für das Deutschlandmatch.
(Ebensolche sexuellen Diskriminierungen von männlichen Fans gab es bei Match gegen Holland, Nigeria, Malta, Frankreich, Serbien, die Türkei, Schweden und zuletzt Rumänien. => siehe ÖFB Preislisten)

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) teilte dem Verfassungsgerichtshof am 30.3.2009 in einer => Gegenschrift mit, dass die Ungleichbehandlung von Mann und Frau (Anm.: hier zu Lasten der Männer) aus seiner Sicht gerechtfertigt sei !!!

Die sexuelle Diskriminierung von männlichen Fussballfans im Stadion wurde erst am 12. August 2009 durch den ÖFB beim freundschaftlichen Match gegen Kamerun eingestellt, obwohl die anhängigen Gerichtsverfahren noch laufen.
 



6.3.2011 Frauenministerin Heinisch-Hosek (SPÖ) zur den teureren Männertickets:

Standard: In welchen Bereichen gibt es eine Diskriminierung von Männern?
Heinisch-Hosek: In Fußballstadien und Discos gab's das immer wieder, wenn es um den Preis für die Karten geht. Das fällt mir ad hoc ein.
  ...
Qu: Der Standard 6. März 2011 und ebenso in der ORF-Pressestunde vom 6.3.2011.

Anmerkung Red.: Leider hat der österreichische Verfassungsgerichtshof und das Bezirksgericht Leopoldstadt keine Männerdiskriminierung im Happel-Stadion gesehen, trotz der deutlich teureren Männertickets. Wenn das sogar die Frauenministerin Heinisch-Hosek (SPÖ) eine Männerdiskriminierung im Stadion eingesteht, dann kann sich jeder selbst überlegen, was das Urteil unseres Höchstgerichts wert ist...
 



* 17. Mai 2010: Urteil des Bezirksgerichts Leopoldstadt zur Männerdiskriminierung im österr Fussballstadion:

Urteil des Bezirksgerichtes Leopoldstadt Wien vom 17. Mai 2010 betreffend der Männerdiskriminierung im Fussballstadion

Urteil des Bezirksgerichtes Leopoldstadt Wien vom 17. Mai 2010 betreffend der Männerdiskriminierung im Fussballstadion.
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Urteil vom 17.5.2010 (hier veröffentlicht am 2. Juni 2010)
Anlaßfall: Fußballländerspiel Österreich - Rumänien am 1.4.2009 in Klagenfurt
Preisdifferenz: Frauen 15 Euro - Männer 28 Euro
Streitwert: 13 (Preisdifferenz) + 100 Euro (persönlicher Nachteil; Schadenersatz)
Richter: Mag. Werner Mayer vom Bezirksgericht Wien-Leopoldstadt
Ergebnis: Klage abgewiesen; Männer wurden auf Basis des neuen Gleichbehandlungsgesetzes zu Recht benachteiligt und zahlten - laut Urteil - zu Recht um 87% mehr als Frauen !!!

Die interessantesten Erkenntnisse aus dem Urteil:
* Seite 9: Der ÖFB spricht von "Fair Play" (kein Scherz)
* Seite 10: Die beklagte Partei ÖFB sei ein gemeinnütziger Verein, "...dessen Tätigkeit in erster Linie nicht auf Gewinn gerichtet ist, sodass im Hinblick auf das Gleichbehandlungsgebot eine andere Beurteilung als bei einem gewinnorientierten Unternehmen geboten sei. ..."
* Seite 10: Die billigeren Karten für Frauen dienen zum Ausgleich der Einkommensschere zwischen Mann & Frau. Originalzeugenaussage des ÖFB-Vertreters Dr. Thomas Hollerer:
"... In der mündlichen Verhandlung vom 18.12.2009 brachte die beklagte Partei weiters vor, dass Frauen aufgrund der Einkommensschere am Arbeitsmarkt tendenziell über ein geringeres Einkommen verfügten als Männer. Die Bereitstellung von ermäßigten Eintrittskarten für Frauen zu Fussballländerspielen der österreichischen Nationalmannschaft stelle eine Maßnahme dar, die diese Beeinträchtigung aufgrund des Geschlechtes ausgleiche und dadurch die Gleichstellung von Mann und Frau fördere. ..."

Richterspruch: "... Das Ziel Fußball "auf eine breitere Basis zu stellen" und insbesondere die Förderung des Frauenfussballsportes ist als rechtmäßiges Ziel im Sinne des § 40d GlBG zu qualifizieren. ... Der Verkauf von ermäßigten Eintrittskarten für Damen ist als Teil der Maßnahmen zur Förderung des aktiven Damenfussballs zu werten, weil bei einem durch den Besuch der Spiele geweckten höheren Interesse an dieser Sportart auch die Bereitschaft, den Sport aktiv auszuüben, gesteigert wird. ..."

D.h. also im Ergebnis: Das so genannte "Gleichbehandlungsgesetz" führt zur Benachteiligung von Männern im Fussballstadion und Männer mußten daher zu Recht um 87% mehr bezahlen als Frauen !!!

Rechtsmittel: Aufgrund des geringen Streitwertes sind nur eingeschränkte Berufungsmöglichkeiten möglich - die Beweiswürdigung des Richters kann dabei nicht bekämpft werden -, also kaum chancenreich.

Resümee: Entweder haben wir so schlechte Gesetze, die den Eindruck erwecken die Gleichbehandlung sicherstellen zu wollen aber tatsächlich zur Männerdiskriminierung führen oder die Rechtsprechung geht trotz gleichmachender Gesetze tatsächlich zu Lasten der Männer (siehe auch Verfassungsgerichtshofserkenntnis). Jedenfalls gibt es jetzt ein Argument warum Männer mehr verdienen sollten: Sie müssen ja auch mehr bezahlen!



* 7.2.2010: Facebook-Gruppe beitreten

Facebook-Gruppe gegen Männerdiskriminierung beitreten

Ab heute kann man eine Facebook-Gruppe "gegen Männerdiskriminierung in Österreich" beitreten.

=> Facebook
 
Ohne öffentlichen Druck wird es in Österreich sonst noch lange keine Gleichbehandlung von Mann und Frau geben. Beispielhaft ist die Nichtraucherkampagne über Facebook.
 



* 4. Februar 2010: Österreichischer Verfassungsgerichtshof weist Staatshaftungsklage ab

Fussballticket Verfassungsgeichtshof

Erkenntnis des österreichischen Verfassungsgerichtshof vom 11. Dezember 2009, veröffentlicht am 4. Februar 2010
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Zunächst einmal bestätigt der österreichische Verfassungsgerichtshof, dass die Umsetzung der EU-Gleichbehandlungsrichtlinie in österreichisches Recht verspätet erfolgte. Der männliche Kläger - Robert Marschall - wurde mit seiner Klage vom Verfassungsgerichtshof trotzdem abgewiesen, obwohl er nachweislich deutlich mehr bezahlen mußte, als Frauen.

Zitat aus dem VfGH-Erkenntnis:
"2.2. Der Kläger hat nicht dargetan, dass er durch die nicht rechtzeitige Umsetzung der Gleichbehandlungsrichtlinie einen Schaden von € 20,00 erlitten hat. Die Gleichbehandlungsrichtlinie verbietet zwar eine Ungleichbehandlung von Männern und Frauen beim Zugang zu öffentlichen Gütern und Dienstleistungen. Der Kläger hat aber nicht nachgewiesen, dass er nach Umsetzung der Richtlinie einen anderen Preis hätte bezahlen müssen."

Natürlich hat der Kläger den Preisnachteil für Männer - und auch für ihn persönlich - nachgewiesen und zwar aufgrund der damals gültigen Preislisten des ÖFB, aus denen klar hervorgeht, dass Männer mehr bezahlen mußten als Frauen. Ein weiter Nachweis erfolgte durch die gekauften Fussballtickets. Die Unterlagen wurden beim VfGH im Verfahren gleichzeitig mit der Klage eingebracht. Es war sogar der Hauptpunkt der Klage!
Weiters hat sich gezeigt, dass nach der Umsetzung der EU-Richtlinie in österreichisches Recht die Preise für Männer und Frauen bei ÖFB-Länderspielen nun gleich sind. D.h. eine rechtzeitige Umsetzung der EU-Richtlinie hätte bewirkt, dass der Kläger keinen Schaden aufgrund sexueller Diskriminierung gehabt hätte, sondern als Mann einer Frau gleichgestellt gewesen wäre und den gleichen Eintrittspreis zahlen hätte dürfen.

Mit diesem VfGH-Erkenntnis steht der Männerdiskriminierung und auch Frauendiskriminierung bei nicht umgesetzten EU-Richtlinien nichts im Wege, da der VfGH in anderen Fälle genau so entscheiden müßte. Österreich hat noch einen sehr weiten Weg vor sich, bis eine tatsächliche Gleichbehandlung von Mann und Frau umgesetzt ist. Mit diesem Urteil verliert der Verfassungsgerichtshof massiv an Glaubwürdigkeit, wahrscheinlich nicht nur bei den Männern.

Kläger Robert Marschall: "Aus meiner Sicht ist es ein glattes Fehlurteil. Der Nachweis der männerdiskriminierenden Preise wurde durch die ÖFB-Preisliste vom 6. Februar 2008 und 26. März 2008 und durch die bezahlten Tickets meines Erachtens eindeutig erbracht. Bei rechtzeitiger Umsetzung der EU-Richtlinie hätte der Diskriminierungsschaden nach österreichischem Recht beim zuständigen Bezirksgericht eingeklagt werden können. Somit ist der Schaden der nicht rechtzeitigen Umsetzungen der EU-Richtlinie jener, dass ich mich nicht schadlos halten konnte und diesen Schaden hätte eigentlich der Staat als Teil der Staatshaftung bezahlen müssen. Der VfGH hat das mit seinem Urteil aber verwehrt. Ob es bei den unterschiedlichen Ticketpreisen für Männer und Frauen zu einer Diskriminierung der Männer gekommen ist hat der VfGH nicht einmal geprüft. Jeder Leser möge sich selbst sein Urteil bilden."  => Downlaod des VfGH-Urteils


Folgende Medien berichteten über das seltsame VfGH-Urteil:
(manchmal sind die Posting sogar noch besser, als der eigentliche Artikel. Unbedingt Lesen!): => ORF.at, Die Standard, Die Presse, Krone.at, Kleine Zeitung, Salzburger Nachrichten,

Parteistellungnahmen: Männerpartei,
 
Fussballklubs:
Austria Wien Fanseite,
 



* 11.12.2009: VfGH hat intern entschieden

Der Verfassungsgerichtshof hat - wie erst am 4. Februar 2010 bekannt gemacht wurde - heute seine Entscheidung zur Causa Fussballtickets getroffen. Auskünfte gab es bis zur Veröffentlichung keine.  
 



* 7.10.2009: Öffentliche Verhandlung beim Verfassungsgerichtshof

Fussballtickets Verfassungsgerichtshof



Bilder von der öffentlichen Verhandlung am Verfassungsgerichtshof Wien 7. Oktober 2009; © Wien-konkret

Die öffentliche mündlicher Verhandlung fand am Mittwoch 7. Oktober 2009 um 10:30 Uhr beim Verfassungsgerichtshof 1010 Wien Judenplatz statt. Von dem Recht live dabei zu sein machten auch zahlreiche Journalisten (Krone, APA, HEUTE), Fotografen, Kameraleute (PRO7, ATV, puls4) Rechtsanwälte, Vertreter von Männerorganisationen und Besucher Gebrauch. Die 60 Sitzplätze waren vollständig belegt, ein Herr mußte am Boden sitzen.

* Die Rechtsvertreterin der Republik Österreich, Anna Sporrer, anerkannte, dass die EU-Gleichbehandlungsrichtlinie verspätet in Österreich umgesetzt wurde. Weiters bestätigte sie die ungleiche Behandlung von Männern und Frauen bei den Ticketpreisen, die aber aus ihrer Sicht gerechtfertigt wären um mehr Frauen ins Stadion zu bekommen.

* Auf Einwand eines Höchstrichters, dass selbst die Gleichbehandlungskommission in ihrem Gutachten zu dem Schluß kam, dass bei Preisen von Freizeiteinrichtungen keine Ungleichbehandlung zulässig sei versuchte Anna Sporrer als einzelne Rechtsmeinung abzuwerten.

* Sporrers Einwand, dass Frauen ja auch weniger verdienen entgegnete ein Höchstrichter damit, dass Frauen dadurch ja auch weniger Steuern zahlen.

* Ein Höchstrichter versuchte in Frage zu stellen, ob es sich bei einem Fussballmatch um eine Dienstleistung handle. (Anmerkung: JA, Unter „Dienstleistungen“ der EU-Gleichbehandlungsrichtlinie sind Dienstleistungen im Sinne von Art. 50 des EU-Vertrags zu verstehen. Nach der Rechtsprechung des EuGH sind darunter alle wirtschaftlichen Tätigkeiten zu verstehen, die in der Regel gegen Entgelt erbracht werden. Der Eintritt zur Veranstaltung war nicht gratis, also ist es eine Dienstleistung.")

* Die VfGH-Vizepräsidentin fragte, ob die Männerdiskriminierung nur bei diesen zwei Länderspielen gegeben war. Die Rechtsvertreterin der beklagten Republik Österreich Sporrer, konnte darauf nicht antworten. Der Kläger Robert Marschall verwies auf die VfGH-Zeugenaussage von ÖFB-Generaldirektor Ludwig, wo dieser angab, dass diese Praxis schon seit 4-5 Jahren besteht. (Anmerkung: Somit kein Einzelfall) 

* Ein Höchstrichter versuchte dahingehend zu argumentieren, dass das Ziel die "Gleichbeteiligung" von Mann und Frau sei. Der Kläger Robert Marschall verwies darauf, dass die betreffende EU-Richtlinie die "Gleichbehandlungsrichtlinie" sei und es keine Rechtsgrundlage für eine "Gleichbeteiligung" gäbe. (Anmerkung: Der Zugang zur Dienstleistung muss für Männer und Frauen gleich sein, nicht das Ergebnis. D.h. natürlich dürfen mehr Männer als Frauen im Stadion anwesend sein.)

* Ein Höchstrichter zitierte die EU-Richtlinie Art. 4 (5) "Diese Richtlinie schließt eine unterschiedliche Behandlung nicht aus, wenn es durch ein legitimes Ziel gerechtfertigt ist, die Güter und Dienstleistungen ausschließlich oder vorwiegend für die Angehörigen eines Geschlechts bereitzustellen, und die Mittel zur Erreichung dieses Ziels angemessen und erforderlich sind."
   Anmerkung: Gibt es ein legitimes Ziel Fussballveranstaltungen nur für Männer bereitszustellen?
=> Nein => daher auch keine Ausnahme zulässig. Selbst wenn, dann nur wenn die Mittel zur Erreichung des Ziels angemessen sind.
Beispiel für ein legitimes Ziel für die Ungleichbehandlung von Mann und Frau wäre der Zugang schwangerer Frauen zu einem Haus, das nur Müttern und Kindern zur Verfügung steht.

* Zur Frage, ob es nicht sozial gerechtfertigt ist, dass Frauen weniger Eintritt bezahlen? Kläger Marschall: Nein, denn auch eine Karrierefrau zahlt viel weniger Eintritt, wie ein arbeitsloser Mann. Somit ist das nicht sozial gerechtfertigt, dass alle Frauen weniger bezahlen. (Anmerkung: erlaubt wären aber einkommensabhängige Ticketpreise! D.h. ein armer Mann wäre mit einer armen Frau gleichgestellt.)

Der österreichische Verfassungsgerichtshof hat am Ende keine Entscheidung bekannt gegeben. Diese wird für die nächsten Wochen erwartet. Dann wird man wissen, ob Männer oder Frauen in Österreich bei Produkten und Dienstleistungen insbesondere bei Zugang zu Fusballspielen weiterhin sexuell diskriminiert werden dürfen oder nicht.
 
Medienberichte über die Verhandlung:
* Die Presse   * Krone.at   * ORF.at/sport   * Wiener Zeitung   * Kurier   * HEUTE   * Kleine Zeitung Printausgabe S12.
(Große überregionale Tageszeitung, die keinen Beitrag über die VfGH-Verhandlung brachte, waren die Tageszeitung "Österreich" und "Der Standard")

* Fernsehberichte auf PRO7, puls4 und ATV
* Ausländische Medien: Bernerzeitung.ch, Blick.ch, Tagesanzeiger.ch



* Di, 06.10.2009 ORF-Report : Diskriminierte Männer

ORF-Report , Di, 06.10.2009  21:05 Uhr  ORF 2,  VPS: 21:05    
      
Themen im Report:
* Haiders Erblast
* BUWOG: Geschäft unter Freunden
* Senioren machen Druck
* Diskriminierte Männer (u.a. der Fall der Fussballtickets bei ÖFB Länderspielen)

Ladytarife in Casinos und Discos, Frauenparkplätze, billigere Eintrittskarten für Fußballspiele – immer mehr Männer wehren sich wegen dieser „Ungleichbehandlung“. Und berufen sich dabei auch auf das Gleichbehandlungsgesetz. Ursprünglich für Frauen gemacht, kommen inzwischen zwei Drittel aller Anfragen von Männern. Sie fühlen sich als Opfer der Frauenemanzipation. Eine Reportage von Helga Lazar und Simone Stribl.

Anmerkung Wien-konkret:
Diskriminierte Männer fühlen sich meist nicht als Opfer der Frauenemanzipation - so wie dies vom ORF angekündigt wird - , sondern als Opfer der nicht umgesetzten Gleichstellung von Mann und Frau!
Wäre die Frauenemanzipation umgesetzt, dann gäbe es keine Diskriminierung von Männern, da das Ziel der Emanzipation die Gleichstellung von Mann und Frau ist.
Definition Wikipedia: "Ziel emanzipatorischen Bestrebens ist ein Zugewinn an Freiheit oder Gleichheit, meist durch Kritik an Diskriminierung."

Zur ORF-Sendung:
Moderatorin Gabi Wallner berichtete unter anderem über Beschwerden bei der Gleichbehandlungsanwaltschaft: "Das führt dazu, dass in der einstigen Frauenanlaufstelle die Männerbeschwerden überwiegen. Verkehrt Welt oder Zeit für ein neues Gleichbehandlungsgesetz?"
Damit wird gleich die Lösung zu den vielen Männerbeschwerden suggeriert. Am besten gar nicht über die Männerbeschwerden reden, sondern am besten das Gleichbehandlungsgesetz noch mehr zu Gunsten der Frauen verändern. Dann könnten sich die Männer - mangels gesetzlicher Grundlage - nicht beschwerden.
Gleichbehandlungsministerin Heinisch-Hosek (SPÖ): "Ich habe mich für mich in erster Linie darum zu kümmern, dass Frauen einfach gleichgestellt werden. Das sind sie nicht." und weiter "Und wenn sich Männer an mich wenden werde ist sie weterverweisen an die Gleichbehandlungskommission oder die Gleichbehandlungsanwaltschaft". 
Anmerkung Wien-konkret: Klingt irgendwie nicht nach Gleichbehandlung, was die Gleichbehandlungsministerin da im ORF-Interview sagt. Aber das sehen viele männlichen SPÖ-Genossen auch so und wechseln halt zur FPÖ (siehe die letzten Wahlgänge mit den desaströsen Ergebnissen für die SPÖ).
 
Weiters würden noch die Vertreter der Männerpartei zum Thema Männerdiskriminierung befragt. Oliver Hoffmann, Chef der Männerpartei: "Die Männer haben lange Zeit viel zu geduldig zugeschaut. Dass sich jetzt langsam Widerstand regt ist deshalb erstaunlich, weil es so spät ist."
 



* 12. August 2009: Erstes Ländermatch mit sexueller Gleichstellung

Preisliste Ländermatch Österreich gegen Kamerun

Preisliste Ländermatch Österreich gegen Kamerun: Männer werden beim Preis nicht mehr sexuell gegenüber den Frauen diskriminiert !

Am 12. August 2009 findet nach 5 Jahren das erste Ländermatch der österreichischen Fußball-Nationalelf statt, wo Männer und Frauen preislich gleich gestellt sind. (=> Österreich gegen Kamerun).

Eigentlich hätte die EU-Gleichbehandlungsrichtlinie bereits mit dem 21. Dezember 2007 auch im EU-Mitgliedsland Österreich angewandt werden müssen, aber der Österreichische Fussballbund ist da halt a bisserle langsam unterwegs. Nun, mit einenhalb Jahren Verspätung ist es endlich so weit und zwar in einem Freundschaftsspiel gegen das afrikanische Land Kamerun, wo es um nix geht.

Die Lösung des Diskriminierungsproblems durch den ÖFB:
Die Preise für Frauen steigen massiv um bis zu 87% (€ 28 statt bisher € 15). Die Karten für Männer und Jugendliche bleiben gleich. Die Karten für Kinder zwischen 12 und 14 Jahren werden deutlich billiger (€ 5 statt bisher € 15).
Tipp von Wien-konkret: Wesentlich besser wäre es wohl gewesen, die Preise der Männertickets zu reduzieren, anstelle die wenigen Frauen, die sich ins Stadion wagen, noch die Preiskeule mit einer exorbitanten Preiserhöhung von bis zu 87% zu konfrontieren. Das macht keinen schlanken Fuß.
 

Preisvergleiche vorher und nachher:

 Kartenpreis *)

       bisher 
 
zB Rumänien-Match
 1. April 2009

      neu
 
zB Kamerun-Match
 12. August 2009 

 % 

 Männerpreis 

      € 28

      € 28

 gleich

 Frauenpreis

      € 15

      € 28

 + 87%  

 Kind 13 Jahre

      € 15

      € 5

 - 66%

 Kind 10 Jahre

      €  5

      € 5

 gleich

 Vater + 13 J Kind

      € 43

      € 33

 -23%

 Mann mit Frau

      € 43

      € 56

 +30%


*) Preise jeweils von der Längsseite Sektor Ost, Unter und Oberrang
 



* 29. Juli 2009: ÖFB stellt Männerdiskriminierung im Stadion ein

Website des ÖFB vom 29. Juli 2009

Screenshot der Website des ÖFB vom 29. Juli 2009

Auf der Website des ÖFB ist folgendes zum freundschaftlichen Länderspiel gegen Kamerun am 12. August 2009 zu lesen:
"... keine Ermäßigungen darf der ÖFB leider mehr für Damen anbieten, dafür gibt es weiter stark verbilligte Karten für Kinder (bis 14 Jahre sind ab 4 Euro live mit dabei!) und Ermäßigungen für zB Studenten, Jugendliche Präsenzdiener, Pensionisten und Behinderte (ab 8 Euro!). ..." (siehe Bild links; vergrößern durch Klick ins Bild)

Die gute Nachricht:
* Die sexuelle Diskriminierung von männlichen Fußballfans durch den ÖFB geht nach 5 Jahren mit dem Match gegen Kamerun zu Ende.
* Tickets für Kinder werden billiger. (Anmerkung: Offensichtlich will der ÖFB Familien zum Besuch ins Stadion durch billige Kindertickets bewegen, anstelle der bisherigen billigen Frauentickets.)

Die schlechte Nachricht:
* Der ÖFB ist nicht wirklich einsichtig, denn er bedauert es, Männer nicht mehr diskriminieren zu dürfen ("leider keine Ermäßigungen mehr für Damen").
* saftige Preiserhöhung für Frauen: Der ÖFB nutzt die Pflicht zur sexuellen Gleichstellung (Anti-Diskriminierung) dazu, die Frauentickets um bis zu 87% gegenüber dem letzten Match Österreich gegen Rumänien anzuheben. Natürlich hätte der ÖFB die Männertickets auch billiger machen können oder einen Durchschnittspreis zwischen dem bisherigen Männerpreis und Frauenpreis wählen können. Nein, das wollte man nicht. Der ÖFB vertritt nun offensichtlich die widersprüchliche Linie, Frauen fördern zu wollen und erhöht gleichzeitig die Frauenpreise um bis zu 87%. Ein Aufschrei der Feministinnen blieb bislang aus. Daran erkennt man, dass die Länderspiele der Österreichischen Fußballnationalelf den Frauen ohnedies mehr oder weniger wurscht sind.
 



* 17.6.2009: Schadenersatzklage beim BG Leopoldstadt eingereicht

Robert M. bringt eine Schadenersatzklage beim Bezirksgericht Leopoldstadt betreffend des Rumänienmatches ein. Diskriminierungsschaden: 13 Euro Vermögensschaden + 100 Euro persönliche Beeinträchtigung = 113 Euro Gesamtschaden
 



* 18. Mai 2009: ÖFB lehnt Schadenersatz für das Rumänien-Match ab

Der ÖFB lehnt mit Schreiben vom 18. Mai 2009 die Bezahlung des Diskriminierungsschadens auch für das Rumänienmatch ab, obwohl hier bereits das österreichische Recht zur Gleichstellung gilt.
 



* 13. Mai 2009: Aufforderungsschreiben betreffend Rumänien-Match

Am 13.5.2009 sandte Robert M. eine Aufforderung zum Rückerstatten des Diskriminierungsschadens beim Rumänienmatch vom 1. April 2009 an den ÖFB.

 



8. Mai 2009: Zeugeneinvernahme des ÖFB Generaldirektors Alfred Ludwig durch den VfGH:

Zeugenladung von ÖFB Generaldirektor Alfred Ludwig

Bild: Zeugenladung von ÖFB Generaldirektor Alfred Ludwig

Generalsekretär Alfred Ludwig wird vom Verfassungsgerichtshof als Zeuge unter Wahrheitspflicht von 10:00 - 10:45 Uhr einvernommen.

Die wichtigsten Ergebnisse der Zeugenbefragung:

* Für alle Spiele der Nationalmannschaft setzt die Geschäftsführung des ÖFB die Preise fest
* Für die Endrunde der EM setzt die UEFA die Preise fest (keine ermäßigten Karten)
* Für die WM setzt die FIFA die Preise fest (keine ermäßigten Karten)
* Es nimmt keine staatliche Organisation Einfluß auf die Preisgestaltung
* Es ging nicht um Diskriminierung, sondern um Familiensinn.
* Es gab keine Partnerkarten
* Ob jeder die richtige Karte hat, wird nur stichprobenartig kontrolliert
* Frauenkarten gibt es seit mindestens 4 bis 5 Jahren
* bei Spielen der österreichischen Frauennationalmannschaft gibt es keine ermäßigten Karten. Es werden ohendies nur Minimalstbeträge verlangt. Das ist vernachlässigbar.
* Das Spiel gegen Frankreich war ausverkauft.
* Es geht um beides, nämlich Stadien zu füllen und Frauen einzubinden.
* Bei einem Freundschaftsspiel gegen Lichtenstein kriegt man das Happel-Stadion nicht voll, selbst wenn die Karten verschenkt werden.
* Wir hatten bis dato bei allen Spielen – auch bei der Europameisterschaft - das große Glück, dass nichts passiert ist und keine wirklich große Gewaltbereitschaft herrscht.
* Man kann nicht Frauen zur Pufferzone machen, zumal sich das Hooligan-Problem vor allem im Clubfussball stellt.
*
Wir haben jetzt die Ermäßigungen für Frauen gestrichen. (Anmerkung Red.: Ob das dazu führen wird, dass Männer weniger und Frauen mehr bezahlen, wollte Alfred Ludwig nicht sagen.)
* Argumentiert die Preisvorteile für Frauen damit, dass bei billigeren Frauentickets mehr Frauen ins Stadion kommen. Die Frage, ob auch bei billigeren Tickets für Männer mehr Männer ins Stadion kommen, wollte Alfred Ludwig nicht beantworten.
* Alfred Ludwig argumentierte mehrmals mit dem Familienaspekt. Fussball ist ein Massensport und die Matches der Nationalmannschaft sollen auch für Familien leistbar sein.

Anmerkung Red.: Allerdings gab es weder bis dato - noch für die Spiele im August 2009 - Familientickets, was die Glaubwürdigkeit seiner Aussage zum Familienaspekt ziemlich erschüttert.
 



30. März 2009: Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) für Männerdiskriminierung !!!

Bundeskanzler Werner Faymann für Männerdiskriminierung

In einer Gegenschrift nimmt Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) für die Republik Österreich Stellung:

"Ausgehend vom Klagsvorbringen bestreitet der Bund das Vorliegen der Prozessvoraussetzungen nicht. Die behaupteterweise anspruchsbegründenden Handlungen oder Unterlassungen dürften im Sinne der Rechtssprechung des Verfassungsgerichtshofes unmittelbar dem Gesetzgeber zuzurechnen sein. 
... Der Bund bestreitet zwar nicht, dass die mit dem Bundesgesetz BGBl. I Nr. 98/2008 vorgenommenen, mit 1. August 2008 in Kraft getretenen, Änderungen des Gleichbehandlungsgesetzes erst nach dem Ende der Umsetzungsfrist der Richtlinie 2004/113/EG erfolgt sind, er hält jedoch den geltend gemachten Anspruch im Ergebnis nich für berechtigt. ...
... Erstens vertritt der Bund die Auffassung, dass die Richtlinie einer Kostellation wie im Ausgangsfall nicht entgegensteht bzw. die Ungleichbehandlung bei gerichtlicher Geltendmachung als gerechtfertigt erkannt worden wäre.
... Zweitens mangelt es sowohl am Vorliegen eines Schadens wie auch am unmittelbaren Kausalzusammenhang zwischen dem behaupteten VErstoß des Gesetzgebers gegen das Gemeinschaftsrecht und dem behaupteten Schaden ..."

Weiters führt Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) aus, dass ermäßigte Eintrittskarten für Frauen ein legitimes Ziel zum Wandel der sozialen und kulturellen Verhaltensmuster von Mann und Frau sein kann und so zur Beseitigung von Vorurteilen sowie der herrkömmlichen stereotypen Rollenverteilung beiträgt. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass die reduzierten Eintrittspreise für Frauen mit den mit den statistisch nachgewiesenen und als bekannt vorauszusetzenden Einkommensunterschieden zwischen Mann und Frau korrelieren. Weiters sei dem Kläger kein Schaden entstanden !!! (Tatsächlich mußten Männer um bis zu 87% für das gleiche Ticket mehr bezahlen, als Frauen. 
Bundeskanzler Faymann will mit dieser Argumentation offensichtlich die Männer verarschen !
 
=> Gegenschrift vom Bundeskanzler Faymann zum Herunterladen



13. Jänner 2009: Staatshaftungsklage beim VfGH eingereicht

Robert M. bringt über seinen Rechtsvertreter beim österreichischen Verfassungsgerichtshof eine Staatshaftugsklage ein. Als Diskriminierungsschaden wurden 7 Euro aus dem Deutschland-Länderspiel vom 6.2.2008 und 13 Euro aus dem Niederlande-Länderspiel vom 26.3.2008 eingeklagt, somit in Summe 20 Euro. Dies deshalb, weil weder der ÖFB als Veranstalter, noch die Finanzprokuratur als Vertreterin des säumigen Staates Österreich den Diskriminierungsschaden ersetzen wollten. Da das österreichische Parlament die betreffende EU-Richtlinie nicht rechtzeitig in innerstaatliches österreichisches Recht umgesetzt wurde und somit eine direkte Klage gegen den Verursacher der sexuellen Diskriminierung nicht möglich ist, wird der Staat Österreich haftbar gemacht.
 



1. August 2008: Schreiben der Finanzprokuratur

Finanzprokuratur lehnt als Vertreterin des Staates Österreich die Bezahlung des Diskriminierungsschadens ab

Finanzprokuratur lehnt als Vertreterin des Staates Österreich die Bezahlung des Diskriminierungsschadens ab (Seite 1 des Schreibens)

In einem Schreiben lehnt die Finanzprokuratur die Bezahlung des Diskriminierungsschadens ab und führt dabei folgendes aus:

* „… Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit hat die Finanzprokuratur ermächtigt, über die im angeführten Schreiben geltend gemachten Ersatzansprüche eine Erklärung abzugeben…“
* „Ein Ersatz des geltend gemachten Schadens wird zur Gänze abgelehnt.“
* „… Ist ein Schaden durch die Handlung und Unterlassung des Gesetzgebers entstanden …, sind die darauf gestützten Ersatzansprüche nicht nach dem AHG (vor den ordentlichen Gerichten), sondern als Staatshaftungsansprüche wegen legislativen unrecht vor dem VfGH in einem Verfahren nach Art. 137 B-VG geltend zu machen. Bei dem hier auf die verspätete Umsetzung einer Richtlinie gestützten Ersatzanspruch handelt es sich demnach um einen Staatshaftungsanspruch. …“
* „… Es ist für das Bestehen eines Staatshaftungsanspruches wesentlich, ob bei rechtzeitiger RL-Umsetzung bzw. aufgrund der RL selbst ein Anspruch des Ersatzwerbers auf Gleichstellung bzw. auf den durch die Ungleichbehandlung entstandenen Schaden, berechtigt gewesen wäre bzw. ist. …“
* Es sei - so die Finanzprokuratur - ein legitimes Ziel, mit der geschlechtsspezifischen Preisgestaltung den Fussball auf eine breitere Basis stellen zu wollen.
* Dem Ersatzwerber sei tatsächlich kein Schaden entstanden. Wäre eine Gleichstellung erforderlich, dann würde dies zu keiner allgemeinen Absenkung der Ticketpreise führen, sondern lediglich zur Unterlassung der ermäßigten Abgabe an Frauen.

Anmerkung Red.: Das sieht ein Diskriminierungsopfer natürlich ganz anders. Das Anheben von Preisen für Frauen ist weder in der EU-Richtlinie so bestimmt, noch würde überhaupt jemals ein Diskriminierungsschaden erfolgreich eingeklagt werden können. Es würde ja jeder Veranstalter argumentieren, dass er im Diskriminierungsfall die Preise der bevorzugten Frauen auf das Niveau der diskriminierten Männer anheben würde, damit nachträglich kein Schaden entsteht. Der Schaden ist aber schon vorher durch die Preisgestaltung gesetzt worden, weswegen der Schaden ja auch eingefordert wird. Warum legt der Veranstalter nicht gleiche Preise? Das versteht man nämlich unter "Gleichstellung".
 



* 3. Juni 2008: Schadenersatz von der Republik Österreich gefordert:

Schadenersatz Diskriminierung

Bild: Rechtsanwaltsschreiben an die Finanzprokuratur der Republik Österreich => mit Klick vergrößern

Robert Marschall - Herausgeber von Wien-konkret.at - macht nun als Privatperson bei der Finanzprokuratur der Republik Österreich den Schaden aufgrund der nicht ins österreichische Recht umgesetzten - oben erwähnten - EU-Richtlinie zur Gleichstellung von Mann und Frau geltend.

Robert Marschall:
"1. Es geht hier einerseits darum, darauf hinzuweisen, dass der Österreichische Nationalrat EU-Richtlinien in den verschiedensten Bereichen oft rechtswidriger Weise nicht rechtzeitig in Österreichisches Recht umsetzt. Daraus entsteht den Bürgern oft ein Schaden.

2. Weiters geht es darum, die Gleichstellung von Mann und Frau rasch voranzutreiben, auch gegen den Willen von SPÖ, ÖVP und Grüne, die - obwohl sie die drei Parlamentspräsidenten im Nationalrat stellen - geltendes EU-Recht zur Gleichstellung von Mann und Frau noch immer nicht in Österreich umgesetzt haben. Daraus entsteht Männern und Frauen ein so genannter "Diskriminierungsschaden".

3. Natürlich ist das als Musterverfahren für alle Wien-konkret Leser gedacht. Wien-konkret Leser sollen es leichter haben im Leben."


* Streitwert:
- vorerst - 20 Euro
* Anlaßfall: nicht rechtzeitig umgesetzte EU-RICHTLINIE 2004/113/EG sowie die Fussballländermatches des ÖFB gegen Deutschland und Holland Anfang 2008
* Betroffene: über 50.000 diskriminierte Männer im Prater-Stadion
* Anwaltskanzlei: Wille Brandstätter Scherbaum Rechtsanwälte OEG, 1090 Wien Ferstelgasse 1
* Aufforderungsschreiben des Rechtsanwaltes an die Finanzprokuratur der Republik Österreich vom 3. Juni 2008
 



* 17. März 2008: Stellungnahme der Gleichbehandlungsanwaltschaft :

Stellungnahme der Gleichbehandlungsanwaltschaft

Stellungnahme der Gleichbehandlungsanwaltschaft

Stellungnahme der österr. Gleichbehandlungsanwaltschaft vom 17.3.2008 zum vorliegenden Fall:

" Sehr geehrter Herr Mag. Marschall!

Wir danken für Ihr Schreiben vom 13.2.2008, das zur inhaltlichen Bearbeitung an mich weitergeleitet wurde. ...

... Die Gleichbehandlungsanwaltschaft ist zur Beratung und Unterstützung sich diskriminiert erachtender Personen eingerichtet, kann in ihrem Umfang allerdings nur im rechtlichen Rahmen des Gleichbehandlungs- gesetzes handeln. Da die Richtlinie 2004/113/EG noch nicht im Gleichbehandlungsgesetz umgesetzt wurde, ist auch noch keine Anwältin/ Anwalt für die Gleichbehandlung von Frauen und Männern beim Zugang zu und der Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen eingerichtet und ernannt. …

Zur Umsetzung Ihrer Rechte verweise ich Sie daher auf den herkömmlichen Rechtsweg (Gerichte).

Mit freundlichen Grüßen

Mag.a Sandra Konstatzky"

=> Ganze Stellungnahme der österr. Geleichbehandlungsanwaltschaft lesen. 

Anmerkung Wien-konkret: Das Gleichbehandlungsgesetz wurde mit 7 Monaten Verspätung umgesetzt und trat am 1. August 2008 sehr verspätet aber doch in Kraft.
 



Exkurs: ÖFB Preislisten, aus denen die sexuelle Diskriminierung von Männern gegenüber Frauen bei ÖFB Ländermatches leicht erkennbar ist:

ÖFB Preisliste vom Ländermatch gegen Deutschland

Der Österreichische Fussballbund verlangt schon seit langem - insbesondere aber auch bei den Ländermatches im Jahr 2008 und Beginn 2009 - von Männern für die gleichen Sitzplätze im Stadion wesentlich höhere Eintrittspreise, als von Frauen. Männer zahlen um bis zu 87% mehr als Frauen, für exakt den gleichen Sitzplatz !

Die Methode: Männer sind Vollpreiszahler, Frauen werden in der Preiskategorie "ermäßigte Karten" zugeordnet. D.h. ein arbeitsloser Mann muß den vollen Preis zahlen, eine Karrierefrau mit hohem Einkommen nur den stark ermäßigten Preis. So stellt sich der Österreichische Fussballbund jedenfalls die Gleichstellung von Mann und Frau vor.

Siehe die Preislisten der Fussball-Ländermatches:
* Preisliste Österreich gegen Rumänien in der Hypo group Arena Klagenfurt, 1. April 2009
* Preisliste Österreich gegen Schweden in der UPC Arena Graz, 11 Februar 2009
* Preisliste Österreich gegen die Türkei im Ernst Happel Stadion, 19. Nov. 2008
* Preisliste Österreich gegen Serbien im Ernst Happel Stadion, 15. Oktober 2008
* Preisliste Österreich gegen Frankreich im Ernst Happel Stadion, 6. Sept. 2008
* Preisliste Österreich gegen Malta im Stadion Graz UPC Arena 30. Mai 2008
* Preisliste Österreich gegen Nigeria im Stadion Graz UPC Arena 27. Mai 2008
* Preisliste Österreich gegen Holland im Ernst Happel Stadion 26. März 2008
* Preisliste Österreich gegen Deutschland im Ernst Happel Stadion 6. Feb 2008 
 



* 11. März 2008 BZÖ Entschließungsantrag im Parlament

Bild: BZÖ Entschließungsantrag vom 11.3.2008 zur Umsetzung der EU Gleichstellungsrichtlinie

Bild: BZÖ Entschließungsantrag vom 11.3.2008 zur Umsetzung der EU Gleichstellungsrichtlinie

Das BZÖ brachte durch die ehemalige Sozialministerin Ursula Haubner, weiters Veit Schalle, Gernot Darmann und Peter Westenthaler am 11.3.2008 einen Entschließungsantrag zur Umsetzung der EU Gleichstellungsrichtlinie im Parlament ein und greift den von Wien-konkret aufgedeckten Ticketskandal im Wiener Praterstadion durch den ÖFB auf:

"...Aktuellen Anlass dazu bot das Fußball- Ländermatch Österreich gegen Deutschland am 06.02.2008. Der ÖFB bietet Frauen bei Ländermatches der Nationalmannschaft vergünstigte Tickets an. Bei besagtem Match waren „Männertickets“ ( für alle Männer über 19 Jahren) bei gleichem Sitzplatz um 67%-87% teurer, als jene Tickets, die an Frauen verkauft wurden. ... Als Stellungnahme befand die Bundesministerin für Gleichstellung Bures in einer Mail (30.01.2008 an das Onlinemagazin „Wien-Konkret“) „gut, dass es Frauen erleichtert wird, in die männerdominierte Fußballwelt einzudringen.“ ...
Im Sinne der Gleichstellung hat die verantwortliche Bundesministerin auch das Thema Männerdiskriminierung zu behandeln, was im Zuge der übergewichtigen Behandlung der Frauenförderungsthematik nicht in Vergessenheit geraten darf. Eine derartige Ungerechtigkeit ist, beruhend auf der erwähnten EU-Richtlinie, europarechtswidrig und im Hinblick auf die bevorstehende
EM peinlich für Österreich. Ziel sollte eine Gleichstellungspolitik sein, welche Frauendiskriminierung nicht durch Diskriminierung der Männer kompensiert."

Mehr über den => BZÖ Entschließungsantrag zum Gleichstellungsgesetz



* 22. Februar 2008: Schreiben der EU-Kommission betreffend verbilligter Frauentickets

Schreiben der EU-Kommission GD Beschäftigung, soziale Angelegenheiten und Chancengleichheit

Sehr geehrter Herr Marschall,

vielen Dank für Ihren oben genannten Brief vom 13. Februar 2008, der an meine Abteilung zur Bearbeitung weitergeleitet wurde. Sie beschweren sich darin darüber, dass beim Länderspiel Österreich gegen Deutschland die Preise im Praterstadion in Wien für Frauen niedriger waren, als für Männer. Während Frauen nur 11 Euro zu bezahlen gehabt hätten, habe ein Platz für Sie 18 Euro gekostet. In Ihrer Beschwerde beziehen Sie sich zu Recht auf die Richtlinie 2004/113/EG, die Sie unter dem folgenden Link finden können: eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CELEX:32004L0113:DE:HTML

Diese Richtlinie war von den Mitgliedsstaaten bis zum 21. Dezember 2007 umzusetzen. Ob Österreich dieser Verpflichtung ganz oder in Teilen nachgekommen ist, wird die Kommission in den kommenden Monaten überprüfen. Sollte dies nicht der Fall sein, wird die Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich einleiten.

Ich hoffe, dass diese Ausführungen hilfreich für Sie sind.

Mit freundlichen Grüssen

Daniela Bankier
Referatsleiterin
 
=> ganzes Schreiben der EU-Kommission vom 22.2.2008
  



* 29.1.2008: Stellungnahme des Österreichischen Fußballbundes:

Nachgefragt bei der ÖFB Rechtsabteilung, warum Männer über 19 Jahren für die gleichen Eintrittskarten bei dem Österreich-Ländermatch gegen Deutschland um durchschnittlich rund 80% mehr bezahlen müssen, als Frauen, antwortete Dr. Thomas Hollerer von der Rechtsabteilung des ÖFB in einem Telefoninterview am 29.1.2008 ausweichend:

Stellungnahme des Österreichischen Fußballbundes:
“Der ÖFB hat sich zu diesem Schritt entschieden, um Fussball auf eine breite Basis in der Bevölkerung zu stellen und ist sehr froh, wenn auch Frauen und Kinder die Spiele unserer Mannschaft besuchen.“

Ob die überhöhten Männerpreise nicht eine sexuelle Diskriminierung von Männern darstellen, wollte Dr. Hollerer von der ÖFB-Rechtsabteilung nicht beantworten.
 
Jedenfalls war es nötig zum Thema der teuren Männertickets einen Musterprozess zu starten, um hier Klarheit zu bekommen. 
 



* 13. Dez. 2004: Die Gleichbehandlungsrichtlinie der EU wird beschlossen

Die um 67% bis 87% - im Vergleich zu den Frauentickets - teureren Männertickets für den gleichen Sitzplatz widersprechen unseres Erachtens klar der EU-RICHTLINIE 2004/113/EG DES RATES vom 13. Dezember 2004 zur Verwirklichung des Grundsatzes der Gleichbehandlung von Männern und Frauen beim Zugang zu und bei der Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen.
Artikel 1 der besagten EU-Richtlinie besagt  im Zweck:
"Zweck dieser Richtlinie ist die Schaffung eines Rahmens für die Bekämpfung geschlechtsspezifischer Diskriminierungen beim Zugang zu und der Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen zur Umsetzung des Grundsatzes der Gleichbehandlung von Männern und Frauen in den Mitgliedstaaten."
  



Resümee:

Wir raten allen männlichen Fussball-Fans, die Eintrittskarten von österreichischen Ländermatches und die Rechnung zwecks Beweissicherung aufzubewahren und den Kostennachteil zu einem Frauenticket beim ÖFB mittels Fax oder eingeschriebenen Brief einzufordern. Ihre Chancen stehen nicht schlecht. Am besten eine Kopie der Rechnung und des Tickets mitschicken.  Anschrift: Österreichischer Fussballbund, Ernst-Happel-Stadion, Sektor A/F, Meiereistraße 7, 1020 Wien   Telefax: +43/1-728 16 32

+++

Nach diesem unsportlichen Affront gegen Männer durch den ÖFB, nun wieder zum Sportlichen. Österreich verlor am 6. Feb. 2008 in einem Heimspiel in Wien das freundschaftliche Länderspiel gegen Deutschland - dem Anlassfall für das juristische Match um Gleichstellung von Mann und Frau im Stadion - mit 0:3 Toren.
 



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Bananenrepublik!

Also ich kann das schon nachvollziehen. Ja, es kam zu einer Ungleichbehandlung aufgrund des Geschlechts. Aber der Mann wurde ja nicht benachteiligt, sondern lediglich korrekt behandelt (kein reduzierter Preis), wogegen Frauen einen Vorteil bekommen haben, der für Männer nie vorgesehen war.
Unterm Strich - Bananenrepublik!

Robert Mayr, 23. Mai 2010  www.maennerpartei.at
Gleiche Rechte - gleiche Pflichten!
Die Männerpartei steht für Gleichberechtigung von Frauen und Männern, für gleiche Chancen und Möglichkeiten.



Liebes Team von Wien Konkret!

Zuerst einmal finde ich es toll, dass Sie diese Ticketungerechtigkeit als eines der wenigen Medien in Österreich publik machen. Diese ungleichen Ticketpreise existieren schon sehr lange (mir ist das bereits in den späten 90ern aufgefallen). Noch viel schlimmer sieht es allerdings im "Nachtleben" aus, wo z.B. in einer Diskothek in Wien (Empire) Frauen JEDEN Samstag keinen Eintritt bezahlen UND einen 20 Euro Getränkegutschein bekommen, während Männer 8 Euro Eintritt bezahlen (kein Gutschein dabei). Dieses Beispiel greife ich deswegen heraus, weil es hier besonders extrem ist - zu meinen Stammlokalen zählt diese Diskothek nicht ... es handelt sich aber um keinen Einzelfall.
Ich habe mich bei Frau Susanne Üblackner (Büro AbgzNR Gabriele Heinisch-Hosek) informiert, wie es mit der Umsetzung der EG Richtlinie 2004/113/EG aussieht und warum Österreich die Frist 21.12.2007 nicht eingehalten hat. Begründen konnte sie das zwar nicht, aber immerhin einen Gesetzesentwurf gibt es zumindest, diesen finden Sie unter www.parlament.gv.at/PG/DE/XXIII/I/I_00415/pmh.shtml
Laut ihrer Aussage sollte der noch vor dem Sommer umgesetzt werden.
...
Ich habe auch noch Stellungenahmen per Mail der Parteien zu diesen Ungerechtigkeiten (vor allem im Nachtleben), die ich Ihnen, wenn Sie wollen, gerne zukommen lassen kann.

Mit freundlichen Grüßen
Georg K.                                             Email 1. April 2008

Anmerkung Redaktion Wien-konkret: Es läuft bereits ein EU-Prüfungsverfahren wegen Nicht-Umsetzung der EU Gleichstellungs-Richtlinie in Österreichische Recht. Sobald das Gesetz in Österreich beschlossen ist, wird man seinen Diskriminierungsschaden auch zivilrechtlich gegenüber dem Veranstalter einklagen können. Vorher kann man das nur über den Umweg einer Amtshaftungsklage gegen die Republik Österreich erreichen.
 



ein Fall für den Europäischen Gerichtshof

DICKER Hund ist das mit den Fussballeintrittskarten, ein Fall für den Europäischen Gerichtshof, man stelle sich vor, der Eintritt für Eiskunstlaufen oder Oper (gefühlter höherer Frauenanteil):

- Frauen .....................18 Euro
- Behinderte, Männer..... 10 Euro

Da möchte ich aber mal die sexistischen Sprüche unserer FrauInnen LobbyIstInnen hören ;-))

Hardy                                                 E-mail: 3. Feb. 2008



Männerdiskriminierung beim Fußball :

Frauen beklagen sich darüber, dass sie beim Friseur mehr bezahlen müssen, als Männer und würden diese "Diskriminierung" am liebsten per Gesetz verbieten lassen. Werden Männer dagegen ganz gezielt und offensichtlich diskriminiert, dann finden sie das "super". Bezeichnend die Aussage von Frauenministerin Bures. Man sollte sie bei den nächsten Wahlen in die Wüste schicken.

Klasse finde ich übrigens, dass Sie diese Männerdiskriminierung so offen anprangern. Leider ist so etwas heutzutage keine Selbstverständlichkeit, sondern die absolute Ausnahme.

Bleiben Sie dran am Thema. Weiter so! 

Frank L.                                              Email 3.2.2008



Lob für die Berichterstattung zum Ticketskandal Länderspiel:

Sehr geehrte Redaktion,

ich finde es hervorragend, wie Sie auf die männerdiskriminierende
Frauenermäßigung für das Länderspiel Österreich - Deutschland eingegangen sind. Sie haben sich getraut, dies als Männerdiskriminierung zu bezeichnen und in den Zusammenhang mit Richtlinien zur Gleichbehandlung der Geschlechter zu stellen, was bei dem derzeitigen Übergewicht des Themas Frauenförderung keine Selbstverständlichkeit ist (zumindestens hier in Deutschland). Ich finde es auch sehr gut, dass Sie namhafte Politikerinnen dazu angesprochen haben.

Vielen Dank für Ihre deutliche Haltung und klare Sprache!

Mit freundlichen Grüßen
Gerhard G.                                                   Saarbrücken, 3.2.2008

Anmerkung: Wien-konkret wird sogar in Deutschland gelesen. Das freut uns natürlich sehr. Danke auch für das Lob.
 



"Männerpreise" für Fußballkarten

Hallo liebe Wien-Konkret Redaktion,

vielen Dank für eure klaren Worten zu dieser Unverschämtheit, Männern höhere bzw. Frauen geringere Preise für Eintrittskarten abzuverlangen.  Da wird erst auf feministisches Betreiben und mit viel Theater ein  Antidiskriminierungsgesetz aufgelegt, aber wenn zu Gunsten von Frauen dagegen verstoßen wird, dann finden die selben Feminstinnen das ganz in Ordnung. Das ist eine Sauerei.

Mit freundlichen, solidarischen Grüßen aus Deutschland
Dr. Eugen Maus      www.manndat.de                           2.2.2008

Anmerkung: Wien-konkret wird sogar in Deutschland gelesen. Das freut uns natürlich sehr.