Wien
16/09 2008

Präsentation der SPÖ-Kandidatinnen zur Nationalratswahl 2008

SPÖ Kandidatinnen fordern Frauenquoten und mehr

Foto: Kurzvorstellung der SPÖ Kandidatinnen zur NRW 2008 am 16.9.2008, Ort: Summerstage, 1090 Wien

Ein Pflichttermin für jeden der wissen will, was die Zukunft so für seine Kinder und Enkelkinder bereithält wenn man mit dem Gedanken schwanger geht, wenigstens diesmal SPÖ zu wählen. Vorab: Hat man nur Töchter, kann man sich beruhigt zurücklehnen. Für Eltern mit Söhnen sieht es weniger rosig aus.

Aus dem Programm: „Starke Frauen treten bei der Nationalratswahl 08 für die SPÖ an. 40 Prozent Quote im Nationalrat, Reißverschlussprinzip auf der Bundesliste - die Frauen in der SPÖ spielen eine Schlüsselfunktion. Bei der Präsentation der erstgereihten Kandidatinnen in allen Bundesländern präsentierten die SPÖ Frauen am 16. September 2008 auf der Wiener Summerstage ihre Ziele, Forderungen und Visionen für die Zukunft.“

Leistungs-unabhängige Quoten wohin man blickt. Sieht man sich die berufliche Genese der Kandidatinnen an, fallen sofort die Sozialberufe auf. Nur zwei Kandidatinnen verfügen über eine technische Ausbildung die per se mehr Einkommen sichert, darunter die einzige Migrantin, Yilmaz Nurten.

  

Laura Rudas: Feminismus für junge Frauen

Was liegt also näher, als sich anzuhören was die Kinder- und Jugendsprecherin zu sagen hat.

Allerdings ist ihrer Biografie zu entnehmen, dass sie trotz ihrer 27 Lenze außerhalb ihrer bezahlten politischen Tätigkeit, abgesehen von gelegentlichem Jobben neben dem Studium - wie sie Wien-konkret nachträglich über ihren Pressesprecher ausrichten ließ - noch keiner Erwerbsarbeit nachgegangen ist.

Mit 23 Jahren zog sie in den Wiener Landtag und mit 26 Jahren in den Nationalrat ein. Dort verdient sie nun 8.160 Euro brutto monatlich 14 Mal im Jahr; ohne Spesen.

Video: ©rb

8.160 Euro brutto (112.284 Schilling) monatlich wirken imposant, zumindest gegenüber den 1.200 Euro brutto (16.512 Schilling) die eine Billa-Kassierin im ersten Jahr monatlich verdient. 580 Prozent Einkommensdifferenz, wendet man die Logik der Sozialdemokratie an. Noch dazu zwischen Frauen die noch keine berufliche Erfahrung haben. Deutlicher können die Widersprüche zur fiktiven Einkommensschere nicht ausfallen.

Laura Rudas zum Feminismus für junge Frauen:
„… und habe auch erlebt, dass diese Blockaden und Nein-sage-politik gerade die Jungen hart trifft, weil jeder Stillstand und Rückschritt der Tod jedes Feminismus ist und genau den brauchen gerade junge Frauen …"

Ihren Lifestyle-Fotos in der Wochenschrift "News" nach zu schließen, nähert sie sich aber an die Bedürfnisse der jungen Mädchen an - ebenso an die der jungen Männer aller Generationen. Wer "News" nicht liest: Top gestylt zeigt sie dort den JungwählerInnen, dass Frau Frau sein darf.

Es spricht nichts dagegen, dass Frauen die Jobs wählen und ausüben dürfen die ihren Wünschen entsprechen. Allerdings bedarf es dann keines Rufes nach Abschaffung der so nicht existenten Einkommensschere wegen gefühlter Diskriminierung. Der Einkommensunterschied - so vorhanden - liegt meist bei der Jobwahl (Bergbau, Auslandseinsätze, Nachtarbeit, Schmutzzulagen usw.) und nur selten bei Frauendiskriminierung.



Bild: SPÖ-Schokorechner

Da reicht es nicht, wenn Rudas am Meiselmarkt Taschenrechner mit dem Motto "MEHR NETTO!" verteilt. Insbesondere wenn diese nur aus Schokolade sind und der Wähler eigentlich etwas braucht, womit er feststellen kann, was ihn die als Erleichterung verkaufte Mehrwertsteuersenkung kosten wird.

Ein deutliches Zeichen an die Jugend zur Gleichstellung von Mann und Frau wird Laura Rudas dann setzen, wenn ihr Partner ein paar Jahre beim Nachwuchs daheim bleiben kann und sie mit ihrem Abgeordneteneinkommen die Familie ernährt. Derzeit ist Laura Rudas mit 27 Jahren noch kinderlos.

Sie ist Tochter des Chefs des Psychosozialen Dienstes der Stadt Wien, Dr. Stephan Rudas, und Nichte des ehemaligen SPÖ-Spindoctors und Bundesgeschäftsführers der SPÖ Andreas Rudas, derzeit WAZ die einen wesentlichen Anteil an der Kronen-Zeitung hält.

Auch Alexandra Bader wurde gesichtet



Alexandra Bader von den Ceiberweibern. Bild: ©rb

Um die feministische Eigentümerin der Domain www.ceiberweiber.at ist es still geworden seit die Fördergelder aus den Ministerien und der MA57 ausbleiben. Als einen der letzten Einträge auf ihrer Homepage findet sich der Hilferuf "HELFT MIR BITTE! BITTE!" nach finanzieller Unterstützung. Frau Bader, die in ihren Artikeln Männern gerne das Letzte abzufordern bereit war wenn es darum ging Dritte zu versorgen, dürfte nun ein ähnliches Schicksal ereilt haben. Arbeitslos.

Es dürfte sich auch nicht optimal mit (feministischen) Fördergeldern aus Steuertöpfen vertragen, wenn die Ceiberweiber im DöW kritisch erwähnt werden.

(rb)
 

Nurten Yilmaz: Frauen in die Technik



Bild: © SPÖ

Zwei unter den dreißig vorgestellten Frauen haben einen technischen Beruf erlernt. Eine davon ist Nurten Yilmaz die in der Türkei geboren wurde und 1966 nach Östereich kam. Hier absolvierte sie bis 1977 eine Fachschule für Elektrotechnik.

Frauenministerin Silhavy hat jedenfalls angekündigt, mehr Mädchen in die technischen Berufe bringen zu wollen.

Mehr Infos: => Video Nurten Yilmaz am 16.9.2008


 

Mehr Informationen und Videos zur Veranstaltung

Bei der Veranstaltung ließ beispielsweise Justizministerin Maria Berger (SPÖ) aufhorchen mit Sagern wie "Das Justizministerium ist ein Frauenministerium" oder "Die Justiz ist auch weiblich, oder sehr stark schon weiblich. Wir haben erfreulicherweise einen sehr, sehr hohen Anteil mittlerweile bei den Richterinnen und Richtern." 

Doris Bures erklärte beispielsweise, warum es in Wien keinen Gratiskindergarten für alle Kinder gibt, sondern nur für bedürftige Kinder. (Anmerkung: In Niederösterreich und Kärnten gibt es bereits Gratiskindergärten für alle Kinder)
 
=> SPÖ Stellungnahmen Wahl08