Wien

16.9.2008 Laura Rudas: Feminismus für junge Frauen & Einkommensschere & Frauenquoten

Was liegt also näher, als sich anzuhören was die Kinder- und Jugendsprecherin zu sagen hat.

Allerdings ist ihrer Biografie zu entnehmen, dass sie trotz ihrer 27 Lenze außerhalb ihrer bezahlten politischen Tätigkeit, abgesehen von gelegentlichem Jobben neben dem Studium - wie sie Wien-konkret nachträglich über ihren Pressesprecher ausrichten ließ - noch keiner Erwerbsarbeit nachgegangen ist.

Mit 23 Jahren zog sie in den Wiener Landtag und mit 26 Jahren in den Nationalrat ein. Dort verdient sie nun 8.160 Euro brutto monatlich 14 Mal im Jahr; ohne Spesen.

Video: ©rb

8.160 Euro brutto (112.284 Schilling) monatlich wirken imposant, zumindest gegenüber den 1.200 Euro brutto (16.512 Schilling) die eine Billa-Kassierin im ersten Jahr monatlich verdient. 580 Prozent Einkommensdifferenz, wendet man die Logik der Sozialdemokratie an. Noch dazu zwischen Frauen die noch keine berufliche Erfahrung haben. Deutlicher können die Widersprüche zur fiktiven Einkommensschere nicht ausfallen.

Laura Rudas zum Feminismus für junge Frauen:
„… und habe auch erlebt, dass diese Blockaden und Nein-sage-politik gerade die Jungen hart trifft, weil jeder Stillstand und Rückschritt der Tod jedes Feminismus ist und genau den brauchen gerade junge Frauen …"

Ihren Lifestyle-Fotos in der Wochenschrift "News" nach zu schließen, nähert sie sich aber an die Bedürfnisse der jungen Mädchen an - ebenso an die der jungen Männer aller Generationen. Wer "News" nicht liest: Top gestylt zeigt sie dort den JungwählerInnen, dass Frau Frau sein darf.

Es spricht nichts dagegen, dass Frauen die Jobs wählen und ausüben dürfen die ihren Wünschen entsprechen. Allerdings bedarf es dann keines Rufes nach Abschaffung der so nicht existenten Einkommensschere wegen gefühlter Diskriminierung. Der Einkommensunterschied - so vorhanden - liegt meist bei der Jobwahl (Bergbau, Auslandseinsätze, Nachtarbeit, Schmutzzulagen usw.) und nur selten bei Frauendiskriminierung.



Bild: SPÖ-Schokorechner

Da reicht es nicht, wenn Rudas am Meiselmarkt Taschenrechner mit dem Motto "MEHR NETTO!" verteilt. Insbesondere wenn diese nur aus Schokolade sind und der Wähler eigentlich etwas braucht, womit er feststellen kann, was ihn die als Erleichterung verkaufte Mehrwertsteuersenkung kosten wird.

Ein deutliches Zeichen an die Jugend zur Gleichstellung von Mann und Frau wird Laura Rudas dann setzen, wenn ihr Partner ein paar Jahre beim Nachwuchs daheim bleiben kann und sie mit ihrem Abgeordneteneinkommen die Familie ernährt. Derzeit ist Laura Rudas mit 27 Jahren noch kinderlos.

Sie ist Tochter des Chefs des Psychosozialen Dienstes der Stadt Wien, Dr. Stephan Rudas, und Nichte des ehemaligen SPÖ-Spindoctors und Bundesgeschäftsführers der SPÖ Andreas Rudas, derzeit WAZ die einen wesentlichen Anteil an der Kronen-Zeitung hält.