Wien

ORF & Frauenquote: Einleitende Gedanken

ORF Frauenquote,

Wie man in der Überschrift der Presseaussendungen der Frauenministerin Heinisch-Hosek (SPÖ) erkennt (siehe unten die vom 14.10. und 17.11.2009), geht es rein um die Frauenquote, unabbhängig von Qualifikationen als Voraussetzung und Leistung als Ergebnis. 

Erst weiter unten im Text findet sich ein Hinweis darauf, dass nur bei gleicher Qualifikation die Frau bevorzugt werden darf. Was aber nicht berücksichtigt werden darf / soll / muss   ist, ob Mann und Frau auch an ihrem Arbeitsplatz das gleiche Ergebnis - also die gleiche Wertschöpfung - erzielen.

Es geht als der Frauenministerin Heinisch-Hosek (SPÖ) in erster Linie um einen höheren Anteil von Frauen beim ORF und nicht um das Ergebnis für die ORF. Sonst müßte die Forderung nämlich heißen: "Um das Ergebnis des ORF zu verbessern soll Mann oder Frau mit der höchsten Wertschöpfung den Job bekommen."

Das pikante an der Sache ist, dass am 16.11.2009 (also einen Tag davor) beschlossen wurde, dem ORF einen 160 Millionen Euro Staatszuschuß zu gewähren. (=> Quelle Der Standard 16.11.2009). Offizielle Begründung: Abgeltung von Gebührenbefreiungen. Es darf vermutet werden, dass damit die Nachteile des ORF - die mit einer Frauenquote verbunden sind - mitfinanziert werden.


Resümee:
* Ein solches ORF Gesetz ist vermutlich EU-widrig und verfassungswidrig. Es wird eines mutigen Klägers bedürfen, um ein solches Gesetz zu Fall zu bringen. Wahrscheinlich wird eine Staatshaftungsklage - in dem Fall wegen Verstoßes gegen das EU-Recht - notwendig sein, ähnlich wie bei den Fussballtickets.
* Der ORF wird sich dann vermutlich mehr auf die Frauenquote, als auf die Einschaltquote konzentrieren
* Spannend wird die Frage, wie der ORF die 45% Frauenquote bei den Kameraleuten umsetzt, die ja bei Aufnahmen mit den schweren Kameras durch die Gegend laufen. Wird es da einen Fitnesstest für Männe und Frauen geben, wo dann der leistungsstärkere gewinnt?
* Das wirtschaftliche Ergebnis des ORF wird noch schlechter werden. (Genaugenommen müßte der ORF ohne Zwangsgebühren vermutlich Konkurs anmelden. Dann gäbe es weder Jobs für Männer noch für Frauen. Dafür gäbe es einen funktionierenden Wettbewerb unter den Medien.)
* Es werden noch mehr Menschen vom Fernsehen auf das Internet wechseln. Eigentlich sehr positiv für die Online-Portale wie Wien-konkret.
 



* 17.11.2009: Heinisch-Hosek: Frauenquote von 45 Prozent im ORF-Gesetz festgeschrieben

Ein wichtiges Signal für die gesamte Medienbranche

Am Rande des Ministerrates sagte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek, dass es nun fix sei, dass im neuen ORF-Gesetz eine Frauenquote von 45 Prozent für alle Stellenausschreibungen festgeschrieben werde. "Bei allen Stellenausschreibungen im ORF - egal ob es einen Einstieg oder einen Aufstieg betrifft - sollen bei gleicher Qualifikation Frauen so lange bevorzugt werden, bis 45 Prozent erreicht sind", so Heinisch-Hosek. Damit orientiere man sich am Bundesgleichbehandlungsgesetz. Da wurde heute im Ministerrat eine Erhöhung der Frauenquote von 40 auf 45 Prozent beschlossen.
  
"Die verankerte Frauenquote im neuen ORF-Gesetz ist ein wichtiges Signal für die gesamte Medienbranche", machte die Frauenministerin deutlich. Denn Journalistinnen würden immer noch viel seltener Spitzenpositionen erreichen, weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen und aufgrund der untypischen Arbeitszeiten Schwierigkeiten mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie haben.
   "Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, den Koalitionspartner doch noch davon zu überzeugen, dass die Quote ein gutes Anreizsystem ist, um Frauen in Führungspositionen zu fördern", sagte
Heinisch-Hosek abschließend.

Rückfragehinweis:
   Mag. Dagmar Strobel
   Pressesprecherin der Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek
   Tel: (01) - 53115 - 2149     E-Mail: dagmar.strobel@bka.gv.at
OTS0125    2009-11-17/11:10
 
Anmerkung Wien-konkret:
* Die Überschrift der Presseaussendung vom 17.11.2009 ist offensichtlich falsch, da ein diesbezügliches Gesetz noch gar nicht vorliegt. Bekanntlich entscheidet in Österreich das Parlament über Gesetzesanträge und nicht der Ministerrat und schon gar nicht die Frauenministerin. Im ersten Absatz kommt dann auch die Frauenministerin zu diesem Ergebnis, in dem sie von der Zukunft berichtet ("festgeschrieben werde") und nicht von einen echten Gesetzesbeschluß (" beschlossen wurde").
* Die Mediensprecherin Mag. Dagmar Strobel war bereits unmittelbar nach der Aussendung nicht mehr erreichbar, da auf einen Auswärtstermin. Ihre Vertreterin sicherte eine rasche Klärung Wien-konkret über zu.
 
 

* 14.10.2009 Heinisch-Hosek: "45-Prozent Frauenquote wird im neuen ORF-Gesetz verankert"

Frauenministerin Heinisch-Hosek eröffnete heute den 11. Journalistinnenkongress

Beim heute stattfindenden 11. Journalistinnenkongress im Haus der Industrie in Wien erklärte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek, dass im neuen ORF-Gesetz eine Frauenquote von 45 Prozent für alle Stellenausschreibungen festgeschrieben werde. "Bei allen Stellenausschreibungen im ORF, beim Ein-, Um-  und beim Aufstieg, sollen bei gleicher Qualifikation Frauen so lange bevorzugt werden, bis 45 Prozent erreicht sind", gab die Frauenministerin bekannt. Sie fordere Quoten auch für die Privatwirtschaft, erklärte Heinisch-Hosek, "sonst verändert sich nichts, ich kenne kein besseres Anreizsystem."

Gerade Journalistinnen erlebten in der Medienbranche, wie alle Frauen, eine geschlechtsspezifische Benachteiligung in der Arbeitswelt. "Sie verdienen weniger, erreichen seltener Spitzenpositionen und haben zudem mit den atypischen Arbeitszeiten Probleme, Beruf und Familie zu vereinbaren", so die Frauenministerin. Und obwohl sich die Zahl der Journalistinnen in den letzten Jahren verdoppelt habe, die Akademikerquote unter den Medienfrauen eine weitaus höhere als die der männlichen Kollegen sei, blieben sie bei Verdienst und Aufstieg zurück. Vielfach seien Journalistinnen auch in prekären Arbeitsverhältnissen beschäftigt.

"Wir müssen endlich ein Gefühl für den Wert der Arbeit bekommen", sagte die Frauenministerin, "daher verlange ich Transparenz bei den Einkommen." Nicht die einzelnen Gehälter sollen dabei veröffentlicht, sondern der durchschnittliche Verdienst von Frauen und Männern in den
verschiedenen Hierarchieebenen offengelegt werden. "In der Gleichstellung von Frauen am Arbeitsmarkt soll nun wirklich etwas weitergehen. Quoten und Einkommenstransparenz sind dabei wichtige Schritte", schloss Heinisch-Hosek.

Rückfragehinweis:
   Mag. Dagmar Strobel
   Pressesprecherin der Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek
   Tel: (01) - 53115 - 2149      E-Mail: dagmar.strobel@bka.gv.at
 OTS0131    2009-10-14/12:16




Tipp: www.frauenquote.at
  


Stellungnahmen ORF Frauenquoten,

14.10.2009 Männerpartei: ORF wird längst von Frauen dominiert

Männerpartei ORF Frauenquote,

Die Forderung nach einer Frauenquote für den ORF ist ein weiteres Beispiel der Doppelmoral im Bereich der Gleichberechtigung der Geschlechter.  Wer den ORF kennt, weiss, dass diese Einrichtung längst von Frauen dominiert ist. Das kann man unter anderem auch an der unsachlichen Berichterstattung zur Gleichberechtigung der Männer erkennen. Wenn überhaupt, müßte es eine Männerquote bei den Redakteuren und Sendungsverantwortlichen geben. Eine Quote, die nur Frauen bevorzugt und vorhandene Frauendominanz verstärkt, ist sachlich nicht gerechtfertigt.

Oliver Peter Hoffmann, Männerpartei    E-mail 14.10.2009  19:54



14.10.2009 Grüne / Schwentner: Keine Angst vor der Quote, Herr Kopf!

Grüne ORF Frauenquote,

Grüne fordern mehr Geschlechtergerechtigkeit im ORF

Die Ankündigung von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek im Rahmen des 11. Journalistinnenkongresses, eine 45 Prozent-Frauenquote im ORF-Gesetz zu verankern, sieht Judith Schwentner, Frauensprecherin der Grünen, als einen wichtigen und längst überfälligen Schritt nach vorne. "Frauen müssen im Berufsleben gleiche Karrierechancen haben und dürfen beim Aufstieg nicht diskriminiert werden. Diese gesellschaftspolitische Einstellung soll der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht nur verkünden, sondern auch selbst glaubwürdig vertreten", so Schwentner. Dieses von ÖVP-Staatssekretärin Christine Marek unterstützte Ziel scheint jedoch durch den mangelnden Rückhalt bei den Männern in der eigenen Partei noch in weiter Ferne. Auf der einen Seite gärt das Unbehagen der Frauen in der ÖVP, zum anderen scheinen einzelne Männer nach wie vor die Linie vorzugeben und die Frauen ´zurückzupfeifen´. "Auch Herr Kopf sollte sich langsam mit einer gesetzlich verankerten Quote anfreunden und seine Ängste ablegen", meint die Frauensprecherin der Grünen.

"Die Ungleichbehandlung von Frauen im ORF ist zudem so tief verwurzelt, dass es umfassender Maßnahmen im Bereich der Gleichstellung bedarf. Es braucht zum einen eine geschlechterparitätische Besetzung des Stiftungs- und Publikumsrates. Aber auch was die Programmgestaltung anbelangt gibt es bei den Sendungsverantwortlichen einen großen Aufholbedarf", so Schwentner. Das zeige sich zum Beispiel daran, dass das Thema der parlamentarische Enquete "Frauen in der Politik" über die Übertragung und die Tagesnachrichten hinaus keinen Eingang ins Programm gefunden hat.

Rückfragehinweis:   Die Grünen, Tel.: +43-1 40110-6721, presse@gruene.at
OTS0204    2009-10-14/13:44



* 14.10.2009 BZÖ-Petzner gegen Quoten als Instrument für Gleichberechtigung

BZÖ Frauenquoten ORF,

Ein "entschiedenes Nein" kommt seitens des BZÖ durch Mediensprecher Generalsekretär Stefan Petzner zu einer gesetzlichen Frauenquote im ORF. Petzner: "Wir lehnen gesetzliche Quoten als
falsches Instrument zur Gewährleistung von Gleichberechtigung ab. Im Übrigen hat der ORF ganz andere Probleme, die es zu lösen gilt."  ...

Rückfragehinweis:    Pressereferat Parlamentsklub des BZÖ

OTS0164    2009-10-14/12:58



* 14.10.2009 ÖVP Rauch-Kallat: Auch für ORF Frauenquote gefordert

ÖVP Frauenquote ORF,

Hocherfreut zeigte sich Maria Rauch-Kallat bei der Eröffnung des 11. Österreichischen Journalistinnenkongresses über die Aussage von STS Christine Marek, dass im ORF-Gesetz an eine Frauenquote zu denken sei. Dem setzte Bundesministeriun Gabriele Heinisch-Hosek in ihrem Statement nach und übertraf die Erwartungen der anwesenden Medienfrauen: Sie versprach, dass, angeglichen an das Geichbehandlungsgesetz, eine 45% Frauenquote im neuen ORF-Gesetz festgeschrieben werde.

   Rauch-Kallat: "Wie schon bei der Frauen-Enquete im Parlament letzte Woche mehrfach festgestellt, ist die Quote zwar keine "elegante" Lösung, aber eine, die wirkt!" Seit mehr als zehn Jahren versucht Maria Rauch-Kallat, u.a. auch als Initiatorin des Journalistinnenkogresses, konsequent Maßnahmen zur Gleichstellung von Frauen in den Medien zu diskutieren und umzusetzen. "Mit der heutigen Ansage der beiden Regierungsmitglieder ist auch dem Journalistinnenkongress ein entscheidender Durchbruch gelungen", meinte Rauch-Kallat abschließend.

Rückfragehinweis:    Agentur DIE SCHWARZ, Daniela Schwarz, Tel:0699 - 1300 4156

OTS0140    2009-10-14/12:29





=> Kommentare & Postings eintragen

 

Betrifft ORF Frauenquote

Wes Geistes Kind Hosek, Bures & Co. sind, haben wir leider schon allzu oft mitbekommen. Beide sind linkslinke Quatschtanten, die von der Realität keine blasse Ahnung haben. Wenn die nur ein Jahr in der freien Wirtschaft und nicht in ihren geschützten Werkstätten arbeiten müßten, wüßten sie wo die Probleme unserer Gesellschaft liegen und würden sich dann für ihr heutiges Handlen öffentlich entschuldigen.

Athenos S.           E-mail 14.10.2009