Wien

Heimkinder

18.12.2012 Kundgebung gegen Missbrauch und Gewalt in Österreich

Heimkinder gehen auf die Straße
Wo? Treffpunkt zur Kundgebung in Wien ist der Stephansplatz, wo man ab 15 Uhr in Richtung Parlament aufbricht. Dort findet eine Abschlusskundgebung mit prominenten Rednern statt.

Wer? Die Initiative "Heimkinder-Aktiv-Community" besteht aus in Österreich gedemütigten, gefolterten, sexuell missbrauchten Heimkindern und Menschen, welche weiteren Opfern Unterstützung zukommen lassen möchten. Sie wollen darauf hinweisen, dass Schuld und Sühne weder durch lahme Reden noch durch Entschuldigungen über die Medien abgetragen werden können.

 



Hilfe für Heimopfer:

Betroffene von Gewalt in Einrichtungen der Wiener Jugendwohlfahrt können sich weiterhin bei der Außenstelle des Weissen Rings melden:
    * Weisser Ring Österreich
    * 9., Alserbachstraße 18
    * Telefon: 01 4000-85918 oder 01 4000-85917

Kontakt zur Untersuchungskommission Wilhelminenberg
Alle, die zur Aufklärung der Geschehnisse im ehemaligen Heim Schloss Wilhelminenberg zwischen 1948 bis in die 1970er-Jahre beitragen können, werden ersucht, sich bei der Untersuchungskommission Wilhelminenberg zu melden:
    * Untersuchungskommission Wilhelminenberg
    * Telefon: 01 408 22 04-44
    * E-Mail: kontakt@kommission-wilhelminenberg.at
 

Bürgerinitiative Heimkinder: Verein Victims Mission


Verein Victims Mission
Sexueller Missbrauch von Kindern – NEIN !
Gemeinnütziger Verein für die Wiederherstellung und Wahrung
der Würde von Überlebenden sexuellen Missbrauchs

Ansprechpartner:  Elisabeth Kammerlander
Tel.:  +43 676 7807229

Mehr Infos => Bürgerinitiative Heimkinder



Mehr Infos

=> Kindesabnahme
=> Kindesmissbrauch

=> Die Presse 17.9.2012:  Tatort Kinderheim: Heime als „regelrechte Gulags“: Sachbuchautor Hans Weiss liefert einen erschütternden Befund über 135 Kinder- und Jugendheimen und kritisiert auch prominente Mediziner. Bei einigen Heimen habe es sich um regelrechte „Kindergulags“ gehandelt.
 





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28.5.2013 Falter: Schwere Vorwürfe gegen Stadt Wien Kinderheim

Die Wiener Wochenzeitung Falter berichtet in ihrer morgen Mittwoch erscheinenden Ausgabe über schwere Vorwürfe gegen die Stadt Wien. Bis in die frühen 80er Jahre sollen am Steinhof behinderte Kinder vernachlässigt und gequält worden sein.
   Das berichtet eine im Falter namentlich genannte Kinderkrankenschwester, die ab 1981 im Pavillon 15 arbeitete. Sie gibt an, Kinder und Jugendliche seien den ganzen Tag in Netzbetten eingesperrt oder an ihren Betten fixiert worden. Den Kindern seien große Mengen an Beruhigungsmitteln verabreicht worden, viele seien jahrelang nicht ins Freie gekommen. Die Krankenschwester berichtet auch von psychischen und physischen Misshandlungen durch das Personal. Nicht Sadismus habe zu diesen Zuständen geführt, sondern Überforderung, Personal- und Ressourcenmangel. Eine zweite ehemalige Mitarbeiterin bestätigt die Vorwürfe.
   Es handelt sich um den selben Pavillon, in dem sich vierzig Jahre zuvor die "Jugendfürsorgeanstalt Am Spiegelgrund" befand, wo die Nazis rund 800 behinderte und "schwererziehbare" Kinder ermordeten.
Rückfragehinweis: Falter Ruth Eisenreich



9.11.2012 ORF-Reportage "Am Schauplatz": "Alptraum Heim"

Jahrzehntelang wurden Kinder in österreichischen Heimen geschlagen und vergewaltigt. Die Behörden schauten weg und Kollegen deckten die Täter und Täterinnen unter den Erziehern. Doch seit sich immer mehr ehemalige Heimzöglinge an die Öffentlichkeit wenden, kommt die Aufarbeitung dieser Verbrechen langsam in Gang. Nach der "Am Schauplatz"-Sendung im August haben sich viele Betroffene gemeldet: Opfer, aber auch eine ehemalige Erzieherin des Horrorheims Wilhelminenberg, die sich bei möglichst vielen ihrer damals Schutzbefohlenen entschuldigen will. Christine Grabner hat mit Opfern und Tätern des Heimskandals gesprochen und ist mit ihnen an die Orte ihrer schrecklichen Erinnerungen zurückgekehrt.
   Ihre Reportage "Alptraum Heim" ist am Freitag, dem 9. November 2012, um 21.20 Uhr in ORF 2 zu sehen. "Ich war schon die Täterin damals", sagt die ehemalige Heimerzieherin Lisa, "wenn ich überfordert war, ist mir schon einmal die Hand ausgerutscht." Ihre fünf Jahre am Wilhelminenberg lassen sie bis heute nicht los. "Es war für alle die Hölle, aber ich konnte gehen", sagt die Wienerin, "wir hätten die Kinder von dort befreien müssen." Seit einiger Zeit trifft sie sich mit Wilhelminenberg-Opfern. Lisa möchte zu ihrer Verantwortung stehen und wissen, was sie damals genau angerichtet hat.
   Der 51-jährige Reinhard aus Wien hat durch die erste "Am Schauplatz"-Sendung über Heimkinder erst von der Möglichkeit einer finanziellen Entschädigung erfahren. Missbrauch und Gewalt in den Heimen der Stadt Wien haben ihn zu einem verschwiegenen und misstrauischen Einzelgänger gemacht. 20 Jahre war er obdachlos und alkoholkrank. "Ich habe gar nicht gewusst, dass es auch Anlaufstellen für männliche Gewaltopfer gibt", erzählt Reinhard. Jetzt will er mit seinem Gang an die Öffentlichkeit vor allem anderen Mitzöglingen Mut machen. 

Rückfragehinweis: ORF-Pressestelle Karin Wögerer Tel.: (01) 87878 - DW 12913



27.8.2012 Heimkinder: BZÖ-Dolinschek: Hundstorfer muss endlich durchgreifen!


"Auf dem Rücken von ohnedies schon sozial benachteiligten Heimkindern wurden durch Zwangsarbeit satte Gewinne erzielt; bei diesem Abgabenbetrug und Diebstahl von Pensionszeiten darf ein Sozialminister nicht tatenlos zusehen, Hundstorfer muss durchgreifen", verlangt BZÖ-Arbeitnehmersprecher Sigisbert Dolinschek. "Alle, die durch diese Zwangsarbeit Vorteile genossen haben, müssen die fälligen Sozialabgaben nachzahlen, das ist nur recht und billig! Da kann sich ein Sozialminister nicht aus seiner Verantwortung der Aufsicht und Kontrolle stehlen", so Dolinschek. "Die Aufsicht hat aber nicht nur in den vergangenen Jahren kläglich versagt", so der BZÖ-Mandatar. Dies zeige die aktuelle Erhebung der Statistik Austria, wonach im Jahr 2011 jede fünfte Überstunde nicht ausbezahlt wurde. "Wie schon die Heimkinder wurden auch in diesem Fall die Arbeitnehmer um ihren Lohn gebracht und der Staat verliert Einnahmen durch Abgabenhinterziehung. Höchste Zeit, dass Hundstorfer aufwacht", erklärt Dolinschek.
Rückfragehinweis: BZÖ



17.8.2012 ORF "Am Schauplatz"-Reportage "Gestohlene Kindheit"

Für die "Am Schauplatz"-Reportage "Gestohlene Kindheit" - zu sehen am Freitag, dem 17. August 2012, um 21.15 Uhr in ORF 2 - ist Gestalterin Christine Grabner mit ehemaligen Heimkindern an den Ort ihres Leidens zurückgekehrt. Was sie dort zu hören bekam, ist erschütternd: "Es gab immer nur Hiebe und Hausarbeit. Wir hatten keine Kindheit", sagt das ehemalige Heimkind Elfie. Im Kinderheim am Wilhelminenberg hat sie Schreckliches erlebt: Demütigungen und sexuelle Gewalt. Geholfen hat ihr keiner, und die Täter mussten nie vor Gericht. Bis heute leidet die 52-jährige Wienerin an den Folgen ihrer Heimzeit. Elfie ist kein Einzelfall. Wie ein mehrere hundert Seiten starker Bericht der Uni Wien bestätigt, hatte Gewalt gegen Kinder in den Heimen der Stadt Wien System. Jahrzehntelang prallten die Berichte der Opfer bei den Verantwortlichen auf eine Mauer des Schweigens. Die Taten der Erzieherinnen und Erzieher gelten mittlerweile als verjährt. Das wollen die Opfer nicht hinnehmen. "Es war Kinderfolter", sagt Rudi, "es gab keinen Tag ohne Prügel und Missbrauch." Der Wiener verbrachte fünf Jahre im Kinderheim Wimmersdorf in Niederösterreich. Die Heimleitung war in der Hand einer Familie, und das seit der NS-Zeit. Dementsprechend die Methoden, von denen die Ex-Zöglinge berichten: Schläge mit der Hundeleine, stundenlanges Stehen in der Sonne, militärische Strenge, sexuelle Übergriffe. Wenn Kinder nicht spurten, so erzählt ein ehemaliger Pädagoge, zielte der Mann einer Erzieherin sogar mit dem Gewehr auf sie.
Rückfragehinweis: ORF-Pressestelle Karin Wögerer

Anmerkung Wien-konkret: Wer hat das zu verantworten? Die mit absoluter Mehrheit regierende SPÖ in Wien. Da versteht man nun viel besser, was die SPÖ unter "sozialer Wärme" versteht.



20.6.2012 Wiener Kinderheime: Historiker sehen "historische Katastrophe"

Die einstigen Wiener Kinderheime waren ein Ort des Schreckens. Das geht aus dem am Mittwoch präsentierten Endbericht der Heim-Historikerkommission hervor. ...
Die meisten Meldungen entfallen auf die ehemaligen Heime Wilhelminenberg (132), Eggenburg (91), Hohe Warte (86), Hütteldorf (64), die Wiener Kinderübernahmestelle (64) und Biedermannsdorf (59)...

Mehr dazu => Der Standard vom 20.6.2012



19.10.2011 Zustände in Heimen waren lange bekannt

"Die Verantwortlichen wussten, was los war", sagt die ehemalige Nationalratsabgeordnete Irmtraut Karlsson, die in den 70er-Jahren eine Studie über Wiener Heime vorgelegt hat. ... In der Studie wird auch das Wort "Kindergefängnis" verwendet. Von 34 untersuchten Heimen habe das auf 14 zugetroffen.

ganzer Artikel => Kleine Zeitung vom 19.10.2011