Wien

Abtreibungsdemonstrationen pro und contra Abtreibung in Wien am 3. Sept 2009

Grund der Demonstrationen: Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) wollte die Fleischmarkt-Abtreibungsklinik zum 30 Geburtstag im Stadtsenatssaal im Wiener Rathaus ehren. Aufgrund heftiger Proteste aus der Bevölkerung wurde diese Feier in den Rathauskeller verlegt. Bürgermeister Michael Häupl nahm an den Demonstrationen und "Feierlichkeiten" nicht teil.

Hauptargumente:
Für Abtreibungen: Abtreibungsbefürworterinnen stellen das Recht auf Selbstbestimmung der Frau auch gegenüber ihren ungeborenen Kind in den Vordergrund
Gegen Abtreibungen: Schutz des Lebens - auch ungeborenen Lebens - hat Vorrang.

* Demonstration für Abtreibungen (Grüne): ab 17 Uhr hinter dem Rathaus

* Demonstration gegen Abtreibungen (Christen): ab 18 Uhr vor dem Wiener Rathaus

* Demonstration für Abtreibungen (SPÖ): ab 18 Uhr vis-avis der Demonstration gegen Abtreibung
 



Demonstration "Die Christen Partei", Katholische Gruppen, Ärzte, Priester gegen Abtreibungen

Abtreibungs-Demonstration Christen


















Bilder von der Abtreibungs-Demonstration der Christenpartei und katholischer Gruppierungen vor dem Wiener Rathaus; © Wien-konkret (Bilder vergrößern mit Klick ins jeweilige Bild)

* Beginn der angemeldeten Demonstration ab 18:00 Uhr (die Veranstalter warteten ab, bis die Polizei die tobenenden Gegendemonstranten der SPÖ inkl. SPÖ-Ministerinnen und SPÖ-Stadträte auf von ihnen selbst angemeldeten Platz zurückverwiesen hatte. Die Abtreibungsgegner ertrugen auch den Bewurf mit Wasserbomben - in Form von wassergefüllten Kondomen - mit Geduld und Zurückhaltung. Kommentar: "Wir beten für Euch")
* Anzahl der Demonstranten: ca 350 (Schätzung Wien-konkret)
* unterstützendende Gruppen: Die Christen, Priester, Ärzte (Doctors for Life),
* es demonstrierten Frauen und Männer
* es waren ca 20 Kinder anwesend
* Nicht anwesend: Kardinal Christoph Schönborn

Demo-Transparente:
* Bürgermeister ehrt Kindestöter - ein Skandal. 30 Jahre Klinik am "Fleischmarkt der Abtreibung". 
* pro woman stürzt Frauen in seelische Not. SPÖ und Häupl "ehren" sie dafür.
* "Recht" auf Kindes-Tötung unantastbar? Gute Nacht Frau Wehsely und SPÖ, gute Nacht Wien
* pro:woman? Der Name ist eine Lüge
* SPÖ agiert gegen Mütter, Familien und Zukunft
* Gegen Tötung am Laufband
* Menschenrecht auf Leben für Ungeborene
* Österreich braucht jedes Kind
* Ein Volk mit Zukunft braucht Kinder
* Die Christen: Leben - Werte - Zukunft
* Leben hat Vorrang. Bei jeder Abtreibung stirbt ein Mensch. Die Christen

=> Forderungen Personenkomitee Gesellschaftsverantwortung
 
Websites:
* www.diechristen.at
* www.jugendfuerdasleben.at  

 

Demonstration der SPÖ für die Abtreibung: Mit Dohnal, Brauner, Wehsely, Heinisch-Hosek

SPÖ Abtreibungsdemo: Dohnal, Heinsch-Hosek, Polizei



Bilder von der SPÖ Abtreibungsdemo: (links) Ex-Frauennminsterin Johanna Dohnal; Sie führte die Fristenlösung / legale Abtreibung in Österreich als damalige zuständige Ministerin ein und ist somit die Ikone der Schwangerschaftsabbruch-BefürtworterInnen Mitte: Frauenministerin Heinisch-Hosek (SPÖ), Bild rechts: Polizeikräfte; © Wien-konkret

Renate Brauner, Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely, Frauenstadträtin Sandra Frauenberger



Fotos: Vize-Bürgermeisterin von Wien Renate Brauer (SPÖ), Frauenstadträtin Sandra Frauenberger, Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ); © Wien-konkret

* Beginn der Demonstration ab 18:00 Uhr bis ca 19:00 Uhr
* Anzahl der Demonstranten: ca 200 (Schätzung Wien-konkret)
* unterstützendende Gruppen: SPÖ
* es demonstrierten Frauen und Männer
* es waren keine Kinder anwesend
* Nicht anwesend: Barbara Prammer
* die SPÖ Ministerinnen und Stadträtinnen gingen dann zur Abtreibungsfeier / Selbstbestimmungsfeier für die Frau "30 Jahre Klinik am Fleischmarkt" in den Rathauskeller, worauf sich die restlichen DemonstrantInnen nach und nach verlaufen haben. Ein paar blieben noch, um gegen die Christen-Demo zu demonstrieren.

Demo-Transparente:
* Für die Selbstbestimmtheit der Frauen
* Finger weg von der Fristenlösung
* Vor allem die Frauen (Anmerkung: Nachrang für Ungeborene?)
* Ein "Ja" zum "Nein" muß möglich sein
* Keine Bevormundung der Frauen
* Ob Kinder oder keine entscheide ich alleine
weiters kamen dann die VSSTÖ-Demonstraten von der Grünen-Abtreibungs-Gegendemonstration mit ihren Plakten dazu. Sprüche siehe Grüne-Abtreibungsdemo unten. 

Da die SPÖ-DemonstrantInnen die Christen-Demonstration lautstark und mit dem Bewurf von Wasserbomben zu stören, ergiff ein Einsatzleiter der Polizei sein Megaphon. Die SPÖ-Demonstranten sollen zurück in den von ihnen angemeldeten Bereich. Sonst lasse er die Demonstration auflösen. Die SPÖ DemonstrantInnen inkl. SPÖ MinitserInnen und SPÖ StadträtInnen wichen dem Polizeidruck. Dann folgten die Kurzansprachen.


Zitate aus den Ansprachen:
Gesundheitsstadträtin von Wien Sonja Wehsely: "Liebe Genossinen, liebe Genossen, liebe Freundinnen, liebe Freunde. Dass es nach so langer Zeit noch notwendig ist für ein Recht von Frauen - nämlich über ihren Körper selbst zu entscheiden und zu demonstrieren - ist eigentlich eine Schande. ... " 

Ex-Frauenministerin Johanna Dohnal: "Liebe Frauen, Männer, Freundinnen, verehrte Anwesende! Ja, wir brauchen die Fristenlösung nicht verteidigen. Die kann uns niemand mehr wegnehmen. Wir müssen nur die ÖVP und kirchliche Würdenträger - von den militanten Menschen dort rede ich ja gar nicht (Anm. Red.: das waren übrigens die eigenen Demonstranten) denen müssen wir sagen, was wir wollen. Es sind viele Forderungen heute schon genannt worden. Die wichtigste ist, die Durchführung in allen Bundesländern in den Krankenhäusern. ..."
(Anmerkung: Johanna Dohnal verstarb 5 Monate später am 20.2.2010
 

Demonstration der Grünen, SJ, Linken, KPÖ ab 17 Uhr hinter dem Wiener Rathaus

Abtreibungs-Gegendemonstration der Grünen und Linken






Bilder von der Abtreibungs-Gegendemonstration der Grünen, SJ, Linken KPÖ am 3.9.2009 hinter dem Wiener Rathaus; © Wien-konkret (Bilder vergrößern mit Klick ins jeweilige Bild)

* Beginn 17:15 Uhr
* Anzahl der Demonstranten, insb Innen: ca 120 (Schätzung Wien-konkret)
* unterstützendende Gruppen: Grüne, SJ, VSSTÖ, KPÖ, Linke
* es demonstrierten Frauen und Männer
* es waren keine Kinder anwesend
* Redner und  - Innen: Monika Vana (Grüne Stadsträtin in Wien), Dr. Christian Fiala (seit rund zehn Jahren ist er der ärztliche Leiter des Gynmed-Ambulatoriums in Wien, dass auf Schwangerschaftsabbruch spezialisiert ist), sowie ein paar andere Rednerinnen

Demo-Transparente:
* Grüne: Abtreibung ist Frauenrecht
* Grüne: Mein Bauch gehört mir
* VSSTÖ: Kein Uterus - keine Meinung
* VSSTÖ: Es gibt keinen Gott
* VSSTÖ: Mein Bauch - meine Entscheidung
* VSSTÖ: Ob Kinder oder keine - entscheide ich alleine
* VSSTÖ: Hätte Maria abgetrieben wärt ihr uns erspart geblieben

Ranghöchste Rednerin war die Gesundheitssprecherin Sigrid Pilz (mittleres Bild in der erste Zeile)  die sich für die Möglichkeit von Abtreibungen aussprach. Im Publikum war der grüne Gemeinderat Rüdiger Maresch (mittleres Bild in der zweiten Zeile) anwesend. Sonst war kein prominenter Grün-Abgeordneter oder Grüne Abgeordnete anwesend, insbesondere auch nicht die erst von ihrer Babypause zurückgekehrte Grünen Chefin Eva Glawischnig-Piesczek, aber auch nicht die Wiener Grünen Chefin Maria Vassilakou.
 





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Schizophrenie

Genossen des VSStÖ!
Ich fragen mich, wie könnt Ihr mit Frauen gemeinsam demonstrieren, die rote Schilder hochhalten mit der Devise: "Kein Uterus - Keine Meinung!"
Wollt Ihr Euch das Recht auf Meinungsfreiheit von den eigenen Genossinnen streitig machen lassen? Oder seid Ihr schizophren veranlagt? Oder seht Ihr nur aus wie Männer und seid gar keine? Fragen über Fragen!

Seht Euch Eure Gegner an: Da werden alle Fragen rational beantwortet. Da wurde weder das Recht auf Meinung noch auf Versammlungsfreiheit beanstandet. Und was habt Ihr getan?
Hat etwa Karl Marx gefordert, man solle nicht rational denken und argumentieren? Hat die Französische Revolution nicht von der Vernunft gesprochen? Wie steht es mit den Menschenrechten, sind diese nicht auch Kraft rationaler Anstrengung niedergeschrieben worden? Warum diese Verweigerung von Vernunft in Kreisen von Akademikern?

Wacht auf und erkennt, daß das Töten von Menschen nie eine sozialistische, sondern eine faschistische Forderung war, eine rassistische, klassenfeindliche und eugenetische Forderung!

Bruno H.           E-mail 6. September 2009



Naive Verwechslungen

Das Recht auf den eigenen Körper oder den eigenen Bauch mit dem Recht des entstehenden Menschen zu verwechseln, ist auch ein Skandal! Nicht sehen wollen - oder einfach mangelnde Unterscheidungskraft? Abtreibung als Frauenrecht zu bezeichnen, ist schon die Steigerung dieses Mangels. Es geht bei der Fristenlösung nicht um Recht, sondern um Straffreiheit.

Auch wenn´s weh tut: Die Meldungen der Christen waren wesentlich rationaler, als die der Gegner.

Robert H           Email 5. September 2009



Keiner fragt die Väter

Ich finde, da hört man besonders viel Blödsinn von den Befürwortern. Es ist auf jeden Fall wieder eine Ungleichgewicht zugunsten der Frau, weil hier der Vater GAR nicht vorkommt – keiner erwähnt ihn keiner fragt ihn.

Susanne aus Wien     4.9.2009