Wien

Karenz = Verzicht

Das Wort "Karenz" kommt aus dem Lateinischen ("carere") und heißt "verzichten". Witziger Weise verzichtet man aufgrund der Karenz auf die "Karrere", zumindest für eine gewisse Zeit. Man kann die Karrenzzeit auch als eine "Auszeit" betrachten, die man anderen Dingen im Leben widmet, zB die Bildungskarenz.

Im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft und einem neugeborenen Kind bedeutet Karenz, dass man zu Hause bleibt und sich voll und ganz seinem Baby widmet. Die Karenzzeit ist die Zeit nach dem gesetzlich vorgeschriebenen Mutterschutz rund um die Geburt.
 
Die in Österreich als Karenzzeit bezeichnete Zeit, heißt in Deutschland "Elternzeit".
 

Arten der Karenz (Kinderkarenz):

* Vollkarenz
* Teilung der Karenzzeit zwischen Mutter und Vater
* Gleichzeitige Inanspruchnahme der Karenzzeit anlässlich des Wechsels der Betreuung von einem Elternteil zum anderen (max 1 Monat)
* Aufgeschobene Karenz
* Verhinderungskarenz
* Elternteilzeit (Teilzeitarbeit)

Die Karenz kann bis zu 2x zwischen den Eltern geteilt werden. Ein Karenzteil muss dabei mindestens 3 Monate betragen.
Achtung: Die "Bildungskarenz" hat nicht mit einem Kind zu tun!
 

Dauer der Karenz (Kinderkarenz):

Beginn: Die Kinderkarenz beginnt frühestens nach Ende der Mutterschutzfrist (8 Wochenfrist nach der Geburt in der die Mutter nicht beschäftigt werden darf) oder - bei Teilung der Karenz - im Anschluss an die Karenz der Mutter bzw. des Vaters.
Ende: Die Kinderkarenz endet nach der angemeldeten Dauer, spätestens mit dem vollendeten 24. Lebensmonat des Kindes (2. Geburtstag).
 
Die Karenzdauer muss dem Arbeitgeber innerhalb von 8 Wochen nach der Geburt schriftlich bekannt gegeben werden.
 

Anspruch auf Karenz haben folgende Personengruppen:

* DienstnehmerInnen
* HeimarbeiterInnen
* Beamte und Vertragsbedienstete des Bundes und des Landes

Die Mutter bzw. der Vater muss dabei mit dem Kind im gemeinsamen Haushalt leben.
 

Kindergeld statt Lohn bzw. Gehalt

* Während der Karenz erhalten Sie keinen Lohn bzw. Gehalt.
* Sie erhalten in dieser Zeit jedoch Kinderbetreuungsgeld. (Die Antragstellung hat bei der zuständigen Krankenkasse zu erfolgen.)
* Während des Bezuges von Kinderbetreuungsgeld besteht ein Krankenversicherungsschutz.
 

Wochengeld:

Das Wochengeld wird im folgenden Zeitraum gewährt:
* 8 Wochen vor dem voraussichtlichen Geburtstermin
* am Tag der Geburt
* 8 Wochen nach der Geburt (bei Mehrlings-, Früh- oder Kaiserschnittgeburten: bis 12 Wochen nach der Geburt)
 

Kündigungs- und Entlassungsschutz

* Während der Karenzzeit bleibt das Dienstverhältnis des karenzierten Mitarbeiters aufrecht.
* In der Karenz bis zum 1. Geburtstag des Kindes gelten die gleichen Kündigungsvorschriften wie während der Mutterschutzfrist.
* Nach dem 1. Geburtstag des Kindes kann der Dienstgeber das Arbeitsverhältnis des karenzierten Mitarbeiters nur dann kündigen, wenn die Weiterbeschäftigung aus wirtschaftlichen und persönlichen Gründen nicht zumutbar ist.
 

Postings zur Wiener Gemeinderatswahl 2010

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"Echte Männer gehen in Karenz"

An das Bundekanzleramt
  maennerinkarenz@bka.gv.at

Sehr geehrte Damen und Herren,

in Bezug auf die Kampagne "Echte Männer gehen in Karenz" bitte ich Sie um Antworten zu folgenden Fragen.
1) Können Väter auch ohne der Zustimmung der Mutter in Karenz gehen?
2) Welchen Kündigungsschutz genießen Väter bzw Mütter in Bezug auf die Geburt eines Kindes und die Karenzzeit?
3) Welche Leistungen werden einer Mutter bzw einem Vater als Kinderbetreuungszeiten für ihren/seinen Pensionsanspruch angerechnet? Stehen diese Leistungen in einem Zusammenhang mit der Karenzzeit der Eltern?
4) Warum ist es möglich dass ein Elternteil die Karenzzeit des anderen Elternteils willkürlich beendet indem er/sie mit dem Kind den Wohnsitz wechselt?
5) Welche Kosten sind für diese Kampagne budgetiert und aus welchen Mitteln werden diese Kosten bezahlt.
6) Welche Firmen sind an der Umsetzung dieser Kampagne beteiligt?

Herzlichen Dank für Ihre Antworten.
Robert Mayr                                           Offenes E-mail 12.12.2010



Stellungnahmen Briefwahl Wien-Wahl 2010,

23-8-2010 Plattform Direkte Demokratie fordert Gleichstellung bei Karenz


"Die Gleichstellungspolitik der Bundesregierung ist widersprüchlich. Immer wieder kritisiert die Gleichstellungsministerin, dass Väter zu selten in Karenz gehen. Aber dazu müssten die Väter bei der Karenz zuerst einmal rechtlich gleichgestellt werden", forderte heute Oliver Peter Hoffmann:
* Die Karenzzeit wird als Ersatzzeit für die Pension der Mutter gerechnet, auch wenn der Vater in Karenz geht.
* Väter in Karenz werden vom Familiengericht bestraft, indem sie erhöhte Alimente zahlen müssen.

* Ein Vater kann die Karenz nur anmelden, wenn er im gleichen Haushalt mit der Mutter wohnt.
* Väter haben keinen Kündigungsschutz.
* Und der Karenzanspruch des Vaters verfällt, wenn die Mutter ihre eigene Karenz anmeldet. Die Mütter entscheiden darüber, wer in Karenz geht.

Wenn Heinisch-Hosek will, dass es cool und schick wird, dass Männer in Karenz gehen, dann sollte sie endlich ihre irrationale Blockade gegen die Gleichberechtigung der Väter aufgeben. Ist die gleichberechtigte Teilnahme der Väter Regierungsprogramm? Oder ist der zynische Sexismus von Heinisch-Hosek wirklich Regierungslinie? Eine eindeutige Aussage des Bundeskanzlers ist längst überfällig", so der Wiener Spitzenkandidat der Plattform Direkte Demokratie abschliessend.

Rückfragehinweis:  Plattform Direkte Demokratie  Tel.: 01 9971820
OTS0006    2010-08-23/08:26