Wien

Film von ORF, Wiener Umweltschutzabteilung, WDR und NDR Naturfilm



Das Waldkäuzchen - Symbol der Universum-Dokumentation

Ein ungewöhnlicher Film erlebte Mittwoch Abend an einem ungewöhnlichen Ort seine Premiere: die Universum- Dokumentation "Es lebe der Zentralfriedhof" im Jugendstil-Juwel der Friedhofskirche zum heiligen Karl Borromäus am Wiener Zentralfriedhof. Der Film, hergestellt von media wien, ist eine Gemeinschaftsproduktion von ORF, WDR und NDR Naturfilm mit der Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22) unter Mitarbeit der MA 43 - Städtische Friedhöfe, der Bestattung Wien, des Wien Tourismus und den Wiener Linien.

Die Wiener und der Tod - das ist eine eigene Geschichte, die am Zentralfriedhof Drei-Millionen-Mal geschrieben wurde. Der Zentralfriedhof in seiner Funktion als Naturoase ist bis jetzt aber noch nie gezeigt worden. Die 'Natur vor der Haustüre' aufzuspüren und Verständnis für das Leben auf dem Friedhof zu wecken, ist ein Anliegen dieses Filmes. "Die Vielfalt der Natur am Zentralfriedhof und damit wertvoller Naherholungsraum für die Wienerinnen und Wiener soll durch das Arten- und Lebensraumschutzprogramm der Stadt Wien weiterhin erhalten und gefördert werden", so Umweltstadträtin Ulli Sima bei der Premiere. Gleichzeitig ist eine Wanderung auf dem Friedhof eine Wanderung durch die Geschichte Wiens. Das ist auch ein Anziehungspunkt für unzählige Touristen und eine gute Werbung für die Stadt.

"Es lebe der Zentralfriedhof" wird zu Allerheiligen, am Dienstag, den 1. November 2005, um 20.15 Uhr auf ORF 2 gesendet. Buch und Regie sind von Manfred Corrine, Kamera führten Klaus Stefan und Hubert Kretschmer, Sprecher ist Willi Resetarits, die Musik kommt von Roland Neuwirth's Extremschrammeln, die Komposition stammt von Christian Skokan, "ein echtes wienerlied" schuf Roland Neuwirth, der Titelsong "Es lebe der Zentralfriedhof" ist bekannterweise von Wolfgang Ambros, die Produktionsleitung hatte Günther Andexlinger, die Redaktion Walter Köhler.

Im Schmid Verlag erscheint gleichzeitig das Buch "Wien - Es lebe der Zentralfriedhof" mit DVD, die den Dokumentarfilm und viele Extras enthält. Die DVD ist auch alleine erhältlich. "Friedhofimpressionen" heißt eine Ausstellung von media wien mit den schönsten Fotos aus Film und Buch, zu sehen auf der Orgelempore der Friedhofskirche des Wiener Zentralfriedhofs vom 20.10. bis 2.11.2005 täglich von 8.00 bis 17.00 Uhr.

Wiener Zentralfriedhof

Der Hamster - Ein Bewohner des Zentralfriehofs

Spannende Dreharbeiten
 Der Stil des Filmes ist geprägt durch den unüblichen Drehort für Naturaufnahmen. Die Zuschauer erleben den Friedhof aus der Sicht der Tiere. Der Hamster führt unter die Erde, der Turmfalke zeigt das Leben aus der Luft. Die Handlung beginnt und endet in der Halloween-Nacht hinter den eisernen Toren des Zentralfriedhofes. Dazwischen wird im spannenden Wechsel der Jahreszeiten das vielfältige Leben und Treiben von Tier und Mensch am Wiener Zentralfriedhof gezeigt.

98 Drehtage waren notwendig, um das Leben auf dem Friedhof einzufangen. Der längste Drehtag dauerte 26 Stunden. Dabei entstanden die Aufnahmen zur Halloween-Nacht. Während des Winters musste eine Seilsicherung auf dem vereisten Dach der Friedhofskirche angebracht werden, um den Zugang zur Zeitrafferkamera, die auf der Spitze der Kuppel montiert war, zu ermöglichen.

Der "Flug des Falken" war einer der aufwändigsten Drehtage in der Produktion. Eine Woche Vorbereitung des Falken, ein Movie-Car mit drei Kameras, einer High-Speed-Film-Kamera sowie insgesamt 15 MitarbeiterInnen waren notwendig um an einem harten Drehtag einige Sekunden für den Film zu bekommen (zu sehen im "Making of" auf der DVD).

Für die Einstellungen, die die Rehe auf dem Friedhof im Winter zeigen, musste das Kamerateam oft schon um drei Uhr früh aus den Federn. Belohnt wurden sie dafür mit großartigen Wild- Live- Bildern. Eine besondere Überraschung gab es für das Team durch die Anwesenheit von Seidenschwänzen, einer Vogelart, die nur ganz selten nach Wien kommt und die den Zentralfriedhof besucht hat. Das Team hat diese ornithologische Rarität in Bildern eingefangen.

Trotzdem waren es immer Drehtage auf einem Friedhof. Bei 30 Begräbnissen am Tag und 98 Drehtagen bleibt es nicht aus, immer wieder Zeuge von Beerdigungen zu werden. Besonders nachdenklich machten die Filmcrew jene Begräbnisse, die ohne jede Begleitung - nur zwei Sargträger und sonst niemand - stattfanden.

Die Filmemacher der Stadt Wien
Hergestellt wurde die Universum-Dokumentation "Es lebe der Zentralfriedhof" von media wien, das als Fachzentrum der Stadt Wien mit der Lösung audio-visueller Aufgaben beauftragt ist. Die Fachbereiche umfassen ein reichhaltiges Fotoarchiv, ein Filmarchiv, einen Medienverleih und einen Medienshop sowie die Bereiche Geräteverleih und Medienpädagogik. In der Produktion sind Fotografie und Filmproduktion tätig. Ein eigenes Kino und eine Abteilung für Informationstechnik runden das Angebot ab. Infos: www.wien.gv.at/media-wien/ .

Die mit dem ORF gemeinsam den Film produzierende Umweltschutzabteilung der Stadt Wien - MA 22 ist im Sinne eines vorsorgenden, integrativen und partnerschaftlichen Umweltschutzes mit allen wichtigen Belangen des Umweltschutzes in Wien betraut. Dazu gehören z. B. der Betrieb des Wiener Luftmessnetzes, strategisches Luftgütemanagement, Naturschutz und Lärmschutz, Abfall- und Ressourcenmanagement, Umweltanalytik sowie umfassende behördliche, legistische und Sachverständigen-Tätigkeiten. Für einen aktiven Naturschutz werden zwei große Programme angeboten: das Vertrags-Naturschutzprogramm und das Wiener Arten- und Lebensraumschutzprogramm "Netzwerk Natur".

Im Vertrags-Naturschutzprogramm werden gemeinsam mit LandwirtInnen artenreiche Randstreifen gefördert. Durch das Programm "Netzwerk Natur" werden in ganz Wien gemeinsam mit den Bezirken und anderen ProjektpartnerInnen Naturschutzziele und - maßnahmen entwickelt. So entstehen neue Lebensräume für seltene Arten und vorhandene Biotope werden gepflegt. Für die besondere Natur im und um den Zentralfriedhof gibt es naturnahe Flächen. So wurde eine Anlage mit mehreren Teichen im Südwesten des Zentralfriedhofs bei Tor 11 geschaffen, um Wechselkröte und Laubfrosch Lebensraum zu bieten. Für Alleen und Wiesen wurden mit der Friedhofsverwaltung Pflegepläne entwickelt. Bei der Pflanzung und Pflege von Alleebäumen geht es in erster Linie um die Zielarten Mittelspecht und Wiener Nachtpfauenauge, bei der Wiesenpflege um die Zielarten Gartenrotschwanz, Heuschrecken und Tagfalter.

Für den "Hausherren" des Wiener Zentralfriedhofs, der Magistratsabteilung 43 - Städtische Friedhöfe, soll der Dokumentarfilm verdeutlichen, dass die Städtische Friedhofsverwaltung einen bedeutenden Teil zu der Wahrung von dessen Kultur und Geschichte beiträgt. Einerseits mit der aufwändigen und notwendigen Pflege dieses Friedhofes bzw. der Parklandschaft, aber auch mit dem Respekt gegenüber der Trauer einst und jetzt.

Buch und DVD
Der Schmid Verlag zeigt in seinem 168-Seiten-Buch "Wien - Es lebe der Zentralfriedhof" in neun Kapiteln alle Facetten des Wiener Zentralfriedhofes. Das umfangreiche Fotomaterial stammt überwiegend von media wien. Dem Buch ist eine DVD mit der Universum-Dokumentation "Es lebe der Zentralfriedhof" sowie zahlreichen Extras beigelegt. Dieser 4. Band der Buchreihe WIEN MOMENTE erscheint in Deutsch/Englisch und kostet 39,90 Euro(Buch inkl. DVD).

Vertrieb: media wien-shop, 1070 Wien, Zieglergasse 49/Hintertrakt/Erdgeschoß. Kontakt: Herr Christian Wolf, Telefon 523 32 24-85109, Fax 523 32 24-85110. Onlinebestellung: www.wien.gv.at/formulare/media-wien/ Oder: Schmid Verlag, 1110 Wien, Leberstraße 122. Bestellung telefonisch: 740 32-433. Oder im Buchhandel: ISBN 3-9000607-46-X.

Die DVD beinhaltet: Hauptfilm "Es lebe der Zentralfriedhof", 51 Min., Deutsch/Englisch, copyright 2005 ORF-Universum; "Making of - Der Flug des Falken", 8 Min., Deutsch, Ausschnitt aus dem Film "Animal Stars" von Alpha Österreich; "Der Trauerzug von Bürgermeister Dr. Karl Lueger", Schwarz-weiß Stummfilm von 1910, 8 Min., copyright media wien; "Friedhofimpressionen", Deutsch/Englisch, Diaschau mit Friedhofsstimmungen von Kurt Kracher, Anton Weber und Reinhard Ziegler, Musik von Wolfgang Ambros und Roland Neuwirth. copyright 2005 polyband; "Entdeckungsreise zu den Ehrengräbern", Deutsch/Englisch (abspielbar über PC mit DVD-Laufwerk), eine interaktive Suche von 71 ausgewählten Ehrengräbern auf dem Wiener Zentralfriedhof von Ernst Vogler. copyright 2005 media wien. Preis: 14,50 Euro. Vertrieb: media wien-shop, wie bei Buch-Vertrieb.

Der ORF vertreibt seine DVD - ähnliches Cover - über die Firma polyband München (Preis bei www.alles-dvd.at   17,99 Euro oder www.amazon.de/ 19,99 Euro

Quelle Text und Fotos: Rathauskorrespondenz



Weiterführende Internetseiten:

* Zentralfriedhof Wien (Beschreibung und Fotos)
* Über die Geschichte des Wiener Zentralfriedhofes
* Adressen, Telefonnummern und Öffnungszeiten der Wiener Friedhöfe