Wien
    

St.-Marxer-Friedhof: Allgemeine Informationen

Adresse: Leberstrasse 6-8, 1030 Wien
Öffentliche Verkehrsmitteln: Schnellbahnen, Straßenbahn Linie 71 und 18 bis zur Haltestelle St. Marx
Größe: rund 60.000 Quadratmeter
Gräber: Von den ursprünglich mehr als 8.000 Gräber sind heute noch 5.635 erhalten.
Pflanzen: Dichtest bewachsenes Gebiet mit Flieder in Wien
Telefon: 01-4000-8042

Öffnungszeiten:
    * November bis März: 7 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit
    * April und Oktober: 7 bis 17 Uhr
    * Mai und September: 7 bis 18 Uhr
    * Juni bis August: 7 bis 19 Uhr



Friedhof St. Marx in Wien:

Friedhof St. Marx, Wien 3

Der Wiener Friedhof von St. Marx zählt zu den bedeutendsten Friedhöfen der Welt. Hunderte bedeutende Persönlichkeiten - Künstler, Wissenschaftler, Politiker und andere Prominente - fanden hier von 1784 bis 1878 ihre letzte Ruhe. Unvergänglichen Ruhm erlangte der St. Marxer Friedhof mit der legendenumwobenen Begräbnisstätte Mozarts, die jedes Jahr von tausenden Touristen und Mozart-Fans besucht wird. Mehrmals von gänzlicher Auflassung und Zerstörung bedroht, hat sich der Friedhof von St. Marx wie durch ein Wunder erhalten. Seit 1937 ist er für die Öffentlichkeit zugänglich, 1943 wurde das Stadtgartenamt mit der Pflege des als Park gewidmeten Friedhofes betraut.

Witterung und andere Umwelteinflüsse haben den Grabmälern schwer zugesetzt und gefährden die Existenz dieses einzigartigen Kulturdenkmals. Nun sollen durch viele Einzelmaßnahmen Schritt für Schritt wichtige Grabsteine restauriert werden. In einem ersten Schritt wurde im Auftrag der Kulturabteilung der Stadt Wien von Architekt Gunter Breckner eine Datenbank erstellt, die ein Inventar der Gräber und eine Beschreibung des aktuellen Erhaltungszustandes enthält: Mehr als 8.000 Grabstellen (Erdgräber und Grüfte) konnten erfasst und erforscht werden, wobei in Einzelfällen erst die Auswertung archivalischer Quellen die Zuordnung bisher anonymer Grabsteine zu historischen Persönlichkeiten ermöglichte. Derzeit werden Proberestaurierungen an fünf ausgewählten Grabdenkmälern durchgeführt. Die Erfahrungen, die aus diesen Restaurierungen gewonnen werden, sollen als Basis für alle weiteren Restaurierungen dienen.

Geschichte
Der St. Marxer Friedhof war einer jener fünf Kommunalfriedhöfe, die 1784 auf Veranlassung Kaiser Josephs II. aus hygienischen Überlegungen außerhalb der Stadt errichtet wurden. Nach der Eröffnung des Zentralfriedhofs im Jahr 1874 fanden kaum mehr Begräbnisse auf dem St. Marxer Friedhof statt. Von über insgesamt 8000 Gräbern sind 5.635 erhalten geblieben, darunter die Grabstellen vieler prominenter Wienerinnen und Wiener. Allerdings wurden die Leichname der Berühmtesten exhumiert und auf den Zentralfriedhof transferiert. Auch das 1859 für Mozart geschaffene Ehrengrab wurde 1891 auf dem Ehrengräberhain des Zentralfriedhofs aufgestellt. Der Friedhofswärter Alexander Kugler schmückte als Ersatz die Stelle des Schachtgrabes auf dem St. Marxer Friedhof, in dem Mozart beerdigt worden war, mit einem aus Überresten anderer Grabdenkmäler zusammengestellten Denkmal.

Gräber (Auswahl)
W. A. Mozart (1756–1791), Komponist
Josef Madersperger (1768–1850), Erfinder der Nähmaschine
Joseph Georg Kornhäusel (1782–1860), Architekt
Therese Krones (1801 - 1830), Schauspielerin
Ernst Feuchtersleben, Freiherr von, (1806 - 1849), Arzt, Philosoph, Lyriker, Literaturkritiker.
Josef Strauß (1827–1870), Komponist

Weblinks
* Friedhöfe in Wien: Adressen, Telefonnummern, Öffnungszeiten

Quellen:
Text und Foto oben (Mozartgrab) Rathauskorrespondenz
Foto unten (Grab Anna Fischer) "public domain
"

Kategorie: Wiener Wahrzeichen, Sehenswürdigkeiten in Wien, Friedhof St. Marx



Restaurierung des Biedermeierfriedhofs St. Marx

Bereits 101 Grabsteine instandgesetzt

Seit Beginn des breit angelegten Restaurierungsprojektes im Jahr 2005 konnten 101 Grabdenkmäler restauriert werden. "Die Restaurierung des St. Marxer Friedhofes ist ein Vorzeigeprojekt der Wiener Altstadterhaltung" so Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny. "Das Restaurierungskonzept
hat sich bestens bewährt, die Arbeiten schreiten zügig voran". 
     Die Grundlage des Projektes bildet ein detailliertes Inventarisierungsprogramm sowie die Erstellung eines Gesamtplanes des Areals, in dem jeder Grabstein verzeichnet ist. Im Anschluss daran
wurden Proberestaurierungen an ausgewählten Grabdenkmälern durchgeführt. Die Erfahrungen, die aus diesen Restaurierungen gewonnen wurden, stellen die Basis für die Planung der weiteren Restaurierungsmaßnahmen dar. 
     Seitens der Kulturabteilung der Stadt Wien (MA 7) wird ein jährliches Budget von 300.000 Euro zur Verfügung gestellt. In fachlicher Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt und den Magistratsabteilungen 34 - Bau- und Gebäudemanagement und der Magistratsabteilung 42 - Wiener Stadtgärten ist die schrittweise Umsetzung des Restaurierungskonzeptes geplant. Neben den eigentlichen Restaurierungsarbeiten an den Grabdenkmälern gehören die Aktualisierung des Inventarisierungsprogramms, die historisch adäquate Bezeichnung der Grabreihen sowie periodische statische Kontrollen zu den Aufgaben des Projektes. ...
     Zwischen 1784 und 1874 fanden am St. Marxer Friedhof etwa 15.000 Beerdigungen statt. Der Friedhof umfasste damals 60.000 m2. Von den ursprünglichen über 8.000 Grabstellen sind 5.635 Grabdenkmäler erhalten geblieben.

(Schluss) hay

Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz:
Dr. Renate Rapf, Mediensprecherin StR. Dr. Andreas Mailath-Pokorny
Telefon: 01 4000-81175     E-Mail: renate.rapf@wien.gv.at

OTS0192    2008-10-31/13:01