Wien

Besetzung der Universitäten in Wien am Beispiel der Hauptuni im Oktober 2009:

besetzte Hauptuni in Wien,






Bilder: Schon von außen erkennt man, dass die Hauptuni in Wien belagert und besetzt ist; © Wien-konkret

Dass die Universität Wien derzeit von Studenten belagert und besetzt ist, sieht man schon von außen. Spruchbänder mit "Besetzt", "Eintritt frei" und "Tag der offenen Türe" begrüßen einem am Haupteingang. Die Studenten wollen mit Ihrer Protestaktion auf die zahlreichen Mißstände auf den Universitäten hinweisen.
 

Audimax: Der Hotspot des Studentenaufstandes in Wien

besetztes Audimax an der Universität Wien,






Fotos vom besetzten Audimax an der Universität Wien im Oktober 2009; © Wien-konkret

Das Audimax an der Hauptuni Wien ist im Verlauf des Wiener Studentenaufstandes zum Kulminationspunkt geworden. Tag 1 des Studentenaufstandes an der Hauptuni war der 22. Oktober 2009. Im Wesentlichen wird nur das Audimax besetzt. Das Rektorat hat als Ausweg Vortragssäle im Austria Center um 16.000 Euro pro Tag angemietet, was das Problem nicht wirklich löst.

Was ist eigentlich das Problem, fragt sich Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP), der in der ganzen ersten Streikwoche nicht mit den Studenten reden wollte: "Wenn die was wollen, dann müssen sie ins Ministerium kommen".

Die gröbsten Probleme an den Universitäten sind:
* Bildungsabbau (geplante Einführung des Bachelor-/Master-/PhD-System)
* überfüllte Hörsäle
* überlange Studienzeiten
* zuwenig Budgets für Unis, zuviel Geldver(sch)wendung für Banken und Konzerne

Schon an Tag 1 war die Polizei in die Universität Wien eingedrungen und zwar mit Zustimmung des Rektorates (!). Da die Studenten über die Köpfe der Polizisten hinweg Volleyball spielten, zog die Polizei wieder ab, da es keine gefährliche Situation gab. (Anm.: und verarschen wollen sich die Polizisten auch nicht lassen.). Jedenfalls ergab das Studium der Paragrafen, dass die Polizei eine Universität gar nicht räumen darf. Nun gut. Schau ma´ einmal. Vielleicht löst sich der Spuck innerhalb von ein paar Tagen wieder, wird sich das Rektorat und der Wissenschaftminister Hahn gedacht haben.

Ausgangspunkt war übrigens die Universität der angewandten Kunst in Wien am 20. Oktober 2009.
 

Die Streik- und Besetzungsorganisation

Streikorganisation Universität Wien,






Bilder der Streikorganisation: Verblüffend, mit wie wenig Mitteln man auskommen kann. Das können sich die pragmatisierten Beamten im Ministerium gar nicht vorstellen, dass das funktioniert; © Wien-konkret

Wien-konkret ist es gelungen, zu den Besetzern vorzudringen. Dies war nicht sehr schwierig, da die Besetzer sehr freundlich sind und jeden Tag einen "Tag der offenen Türe" abhalten sowie "freien Eintritt" gewähren. 
Die Organisation der studentischen Rebellen:
* Die EDV-Organisation befindet sich am Podium das Audimax.
* Der Infopoint am Gang der hinteren Ausgänge des Audimax.
* der Pressespiegel findet sich an der Hörsalwand des Audimax
* Workshops für Siebdrucken werden angeboten
* in den Gängen gibt es "Zeichen - Malen - Formen" am Boden. Es werden die Transparente und Spruchbänder mit viel Liebe und Kreativität erstellt.
 

Kontakt zu den Organisatoren

E-mail: unibrennt@gmail.com
Website: http://unibrennt.at/  (Hier ist auch das tägliche Programm zu finden)
Telefon: Handy 0699/19203371

Spendenkonto: .....  (derzeit sind nur Naturalspenden möglich)

Beitrag & Rückblick auf die => Studenten-Großdemo am 28.10.2009





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* 21.12.2009 Grüne Wien zu Audimax-Räumung: Forderungen der StudentInnen ernst nehmen

Grüne zur UNI Besetzung,

"Die Räumung des Audimax zeigt, welch Geistes Kind die Uni-Führung ist", zeigt sich die Wissenschaftssprecherin der Grünen Wien, Claudia Smolik, verärgert. "Die politisch Verantwortlichen haben die Besetzung der Universität ausgesessen, statt die Forderungen der StudentInnen ernst zu nehmen". Erst durch die Besetzung sei das öffentliche Interesse auf die Misere an den Universitäten gelenkt worden. Ob Rektor Winckler jetzt sein Wort hält bezüglich einer Fortführung des Dialoges mit den StudentInnen und ob er sein Versprechen hält, den Hörsaal C1 im alten AKH nicht zu räumen, werden die nächsten Tage zeigen. "Den StudentInnen ist für Ihren Einsatz zu danken. Sie kämpfen nicht nur für bessere Bedingungen bei der Bildung, sondern haben sich auch vorbildlich für die Versorgung der Obdachlosen eingesetzt. Dass diese Menschen bei klirrender Kälte auf die Straße gesetzt werden, ist menschenverachtend", so Smolik abschließend.

Rückfragehinweis:    Pressereferat, Tel.: (++43-1) 4000 - 81814, presse.wien@gruene.at

OTS0134    2009-12-21/12:31