Wien

Tag der offenen Türe am 21.10.2006



Foto: Tag der offenen Tür in der Rudolf Steiner Schule Pötzleinsdorf (Wien)

Wann: 21.10.2006  8.00-15.00h

Wo:
Rudolf Steiner Schule Pötzleinsdorf 1180 Wien, Geymüllerg.1, Telefon: 01-479 31 21

Programm:
* Offener Unterricht in allen Klassen
* Öffentliche Schulfeier
* offene Werkstätten
* Inforaum
* Informationsgespräche
* Infos und Einblicke in den Waldorfkindergarten


Zielpublikum: Eltern mit Kindern, die 2007 in den Kindergarten, die erste Klasse kommen, aber auch alljene die mit der aktuellen Schulsituation ihres Kindes unzufrieden sind und ein Alternative suchen.

Resümee: Bei strahlendem Herbstwetter lud die Rudolf Steiner Schule Pötzleinsdorf am Samstag zum Tag der offenen Tür. An die 400 Besucher erlebten im offenen Unterricht, wie die Schüler an der Waldorfschule praxisorientiert und kindgemäß aufs Leben vorbereitet werden. Sowohl LeherInnen als auch SchülerInnen und Eltern standen für Informationsgespräche zur Verfügung. Die schöne und gelöste Stimmung spiegelte das wider, wofür die Waldorfschule steht: Weltoffenheit, Kreativität, Motivation, Eigenverantwortlichkeit und lebenslange Lernbereitschaft. Ein Filzworkshop und ein reichhaltiges kulinarisches Angebot rundeten die gelungene Veranstaltung ab. Lang nach Ende des offiziellen Programmes sah man immer noch Besucher durch den wunderschönen Schulgarten wandern....

weitere Termine:
* Infoabende für die 1.Klasse: 13.11.2006  und 20.11.2006
* Aufnahmetermine 1. Klasse : 27.-29.11. 2006
* Adventbazar: 10.12.2006

Fotoimpressionen vom Tag der offenen Tür am 21.10.2006:









Fotos: Chor der Rudolf Steiner Schule Pötzleinsdorf - zahlreiche erschienen Eltern im Publikum - Kinder und Eltern im Schulgarten; © Wien-konkret


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Was ist Waldorfpädagogik?



Bild mit Klick vergrössern; © ZVG

Künstlerisch- handwerklicher Unterricht

Der Lehrplan der Waldorfschulen ist auf die Weite der in den Kindern liegenden seelischen und geistigen Veranlagungen und Begabungen ausgerichtet. Deshalb tritt vom 1. Schuljahr an neben die mehr sachbezogenen Unterrichtsgebiete ein vielseitiger künstlerischer Unterricht. Durch diesen werden die für den einzelnen Menschen wie für die Gesellschaft wichtigen schöpferischen Fähigkeiten und Erlebniskräfte gefördert.
Ein vielfältiger handwerklicher Unterricht fördert die differenzierte Ausbildung des Willens und die lebenspraktische Orientierung des Schülers.

Entwicklungsorientierter Lehrplan

Ein entscheidendes Prinzip des Waldorflehrplans liegt in der Abstimmung der Unterrichtsinhalte und Unterrichtsformen auf die Prozesse kindlichen Lernens und die Stufen menschlicher Entfaltung in Kindheit und Jugend. Der Unterricht ist von Schulbeginn an auf das Ziel innerer menschlicher Freiheit hinorientiert.

Bildhafter Unterricht

In den ersten Schuljahren, in denen die eigene Urteilskraft der Schüler erst heranreift, ist "bildhafter" Unterricht ein wesentliche Unterrichtsprinzip. Die Tatsachen werden so behandelt, dass die Schüler zusammen mit dem Anschaulichen auch das Gesetzmäßige und Wesenhafte der Dinge im Sinne echter Bilder verstehen und erleben lernen.

Wissenschaftlicher Unterricht

Dem Streben nach eigener Lebensgestaltung und Urteilsbildung vom 14. Lebensjahr an entspricht der wissenschaftliche Charakter vieler Unterrichtsfächer vom 9. bis 12. Schuljahr. Die Waldorfschulen sehen hier die pädagogische Aufgabe nicht darin, eine voruniversitäre Ausbildung zu betreiben, sondern den Unterricht inhaltlich so zu vertiefen, dass er sich mit den Lebensproblemen des jungen Menschen verbinden kann und Antworten auf seine Lebensfragen gibt.

Epochenunterricht

Ein wichtiges Mittel, um den Unterricht ökonomisch zu gestalten, ist der Epochenunterricht. Er wird in den Fächern durchgeführt, in denen Sachgebiete in sich geschlossen behandelt werden können (Deutsch, Geschichte, Mathematik, Naturwissenschaften usw. ). Gebiete, die laufender Übung bedürfen (künstlerischer Unterricht, Englisch, Russisch - Fremdsprachen vom 1. Schuljahr an), werden in Fachstunden erteilt, wobei auch hier manche Waldorfschulen in den letzten Jahren verstärkt Epochenunterricht durchführen.

Zeugnisse und Abschlüsse

Die Waldorfschulen haben mit der Auslese auch das übliche Notensystem abgeschafft. Die Zeugnisse bestehen aus möglichst detaillierten Charakterisierungen, die die Leistung, den Leistungsfortschritt, die Begabungslage, das Bemühen in den einzelnen Fächern durchsichtig machen.

Selbstverwaltung

Als Freie Schulen haben die Waldorfschulen die hierarchisch organisierte Außenlenkung der staatlichen Schulen durch eine freiheitliche Verfassung ersetzt. Die Selbstverwaltung erfolgt durch Eltern und Lehrer gemeinsam und stellt ein sehr zukunftsorientiertes soziales Erfahrungsfeld dar. Die pädagogische Leitung wird von der wöchentlichen Lehrerkonferenz wahrgenommen, an der alle Lehrer gleichberechtigt mitwirken. Das Bemühen um das Verständnis des Menschen, seiner Lebensgesetze und um Fortentwicklung der Pädagogik auf der Basis der anthroposophischen Geisteswissenschaft bildet die gemeinsame Grundlage.

Finanzierung

Ungeachtet der weltweiten fachlichen Anerkennung der Waldorfschulen und der verfassungsrechtlichen Gleichstellung der Schulen in freier Trägerschaft mit den staatlichen Schulen bedarf es dauernder Bemühungen auf politischem und administrativem Felde, dass diesem Umstand bei der Schulaufsicht und Finanzierung der Schulen entsprochen wird. Die Waldorfschulen erhalten staatliche Zuschüsse, die aber die Betriebskosten nur zum Teil decken. Die Kosten der Lehrer müssen aus den Beiträgen der Eltern abgedeckt werden.
 

Waldorfschule: Beginn und Grundprinzip



Bild: Bewegung schafft Bewußtsein und schärft die Sinne; © ZVG

1919: Die erste „Freie Waldorfschule“ in Stuttgart

Im Jahre 1919 gründete der Österreicher Rudolf Steiner (1861 -1925) zusammen mit Emil Molt, dem Direktor der Waldorf-Astoria Fabrik in Stuttgart, die erste „Freie Waldorfschule“ der Welt. Mit ihr wurde zum ersten Mal das Prinzip sozialer Gerechtigkeit im Bildungswesen verwirklicht. Unabhängig von sozialer Herkunft, Begabung und späterem Beruf erhalten junge Menschen eine gemeinsame Bildung. Als erste Gesamtschule haben die Waldorfschulen das mit dem vertikalen Schulsystem verbundene Prinzip der Auslese durch eine Pädagogik der Förderung ersetzt. Das dort praktizierte Erziehungskonzept erwies sich als so erfolgreich, dass seitdem in aller Welt Waldortschulen entstanden.


1966: Die Gründung der Waldorfschule / Rudolf Steiner-Schule in Wien:

Der Beginn der Waldorfschule /Rudolf Steiner Schule in Wien wurde durch die Initiative von Agnes und Tobias Kühne ermöglicht. Mit zwei anderen Elternpaaren begannen sie ihre schulpflichtigen Kinder in einem häuslichen Unterricht nach dem Rudolf Steiner Prinzip zu unterrichten.
 11 Kinder aus dieser häuslichen „Schule“ kamen nun mit weiteren 22 Kindern in die Karl Löwegasse nach Wien-Meidling. Im Jahre 1966 – 47 Jahre nach der Gründung in Deutschland -  startete endlich die erste österreichische Waldorfschule mit 4 Klassen in einem öffentlichen Schulhaus in Wien-Meidling. Die Kinder aller Klassen mussten am Ende des Schuljahres noch Prüfungen in einer öffentlichen Volksschule ablegen. Trotz der Anfangsschwierigkeiten wuchs die Schülerzahl rasch an.


Der weite Weg rechtlicher Anerkennung:

Eine Schule mit eigenem Lehrplan, mit künstlerischen und handwerklichen Fächern, mit Projekten und Praktika – brauchen wir das? Die erste grundlegende Verordnung attestierte der nunmehr 6-klassigen Schule als „zur Erfüllung der Schulpflicht geeignet“ anerkannt zu sein. Die jährlichen externen Prüfungen konnten entfallen. Mit dem damaligen Landesschulinspektor, Dr. Karl Sretenovic, der sich durch Besuche und eingehende Gespräche ein konkretes Bild der Schule verschaffen konnte wurde eine besondere Vertrauensbasis hergestellt. Seine anerkennenden Berichte halfen weiter zur Erlangung des Öffentlichkeitsrechtes, zunächst nur jährlich verliehen, nach 8 Klassenstufen dann auf Dauer. Somit wurde das Öffentlichkeitsrecht erstmalig einer Pflichtschule mit eigenem Lehrplan verliehen.
 

Rudolf Steiner (1861-1925): der Schulgründer und Begründer des "Kulturimpulses"

Rudolf Steiner wurde 1861 in Kraljevec in Österreich-Ungarn (heute Kroatien) geboren. Er verbrachte seine Kindheit und Jugend im südlichen Niederösterreich, studierte in Wien Naturwissenschaften und Philosophie und wurde von Wien aus zur Bearbeitung und Herausgabe der naturwissenschaftlichen Schriften Goethes nach Weimar berufen.

Im 1. Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts war Steiner in Berlin als Vortragender u.a. in der von Liebknecht gegründeten Arbeiterbildungsschule und innerhalb der Theosophischen Gesellschaft tätig, wo er die Einrichtung und Leitung der deutschen Sektion übernahm. Aufgrund seiner christlichen Weltsicht verließ er den theosophischen Zusammenhang und gründete 1913 die Anthroposophische Gesellschaft als Träger eines auf allen Lebensgebieten wirksam werdenden Kulturimpulses.

In seinen grundlegenden Werken entwickelt Rudolf Steiner die Anthroposophie als Geisteswissenschaft – als einen zeitgemäßen Erkenntnis- und Schulungsweg. Darüber hinaus ist in der Rudolf Steiner Gesamtausgabe sein über 6.000 Vorträge umfassendes Vortragswerk nahezu vollständig veröffentlicht. Voraussetzung für das Verständnis und die Beurteilung der Inhalte dieser Vorträge, die ursprünglich nicht für den Druck bestimmt waren, bildet das Studium der Grundlagen.

Steiners Forschungsergebnisse führten zur Erneuerung der Grundlagen, Methoden und Zielsetzungen in der Medizin, der Pharmazie, der Pädagogik, der Heilpädagogik, der Landwirtschaft, der Künste und des sozialen Lebens in seiner Gesamtheit. Der Mensch soll sich wieder als Urheber und verantwortlicher Mitgestalter des historischen und gesellschaftlichen Prozesses erleben. In diesem Sinne verleiht Anthroposophie dem Menschen das Bewusstsein seiner Verantwortung für sich und die Welt.



Kontakte zu den Rudolf Steiner Schulen / Waldorfschulen in Wien:

Rudolf Steiner-Schule Wien-Pötzleinsdorf
Geymüllergasse 1,
 A-1180 Wien.
Tel.: 01 - 479 31 21      Email: sekretariat@waldorfschule-poetzleinsdorf.at

Rudolf Steiner-Schule Wien-Mauer:
Endresstr. 100, 1230 Wien
Tel.: 01 - 88 12 75,       Email:
office@waldorf-mauer.at

Freie Waldorfschule Wien-West:
Seuttergasse 29, 1130 Wien
Tel.: 01 - 876 68 21      Email:
office@waldorf-wien-west.at 





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