Wien

Lehrer in Wien:

Lehrer sein in Wien ist kein leichter Job.
Deshalb gibt es derzeit auch einen Lehrermangel. Lehrer werden nun aus Niederösterreich und anderen Bundesländern abgeworben.

Lehrer Probleme & Lehrermangel:
* Lehrer können in Wien immer schwerer unterrichten.
Gründe dafür sind der hohe nicht-deutschsprachige Anteil an Wiens Schulen und die steigende Aggressivität und Verhaltensgestörtheit von Schulkindern (Offizielle Sprachregelung: "verhaltensoriginelle Kinder"). Manche Lehrer werden sogar von den Kindern attackiert oder verprügeln sich gegenseitig.
* Gesamtkinderanzahl wurde auf 25 Kinder pro Klasse reduziert. Dadurch gibt es derzeit zuwenige Lehrer
* Lehrer sollen ab September 2009 zwei Stunden mehr in der Klasse stehen, bei gleicher Gesamtstundenanzahl. Dieses Vorhaben der Unterrichtsministerin führte Anfang 2009 zu heftigen Auseinandersetzungen in Österreichs Innenpolitik. Der Lehrerstreik konnte gerade noch im April 2009 abgewendet werden.
* Einigung der Bundesregierung zur Abwendung des Lehrerstreiks in Österreich
     Umstellung von befristeten in unbefristete Verträge bei Vertragslehrern
     Miete für Bundesschulgebäude an BIG wird für zwei Jahre gestundet
     Entfall der Bildungszulage, der Mehrdienstleistungen, der administrativen Belohnung
     Reduktion der Prüfungsvorbereitungs-Zuschläge und der Prüfungstaxe
     Altersteilzeit für Lehrer
* 3 Monate Ferien der Lehrer fallen bei anderen Berufsgruppen auf Unverständnis
* Die Nachhilfekosten explodieren und betragen ca 160 Millionen Euro im Jahr in Österreich. Manche Eltern geben bis zu 3000 Euro im Jahr pro Kind für Nachhilfe aus. 6% der Volksschulkinder nehmen bereits Nachhilfe in Anspruch. Ist der Unterricht so schlecht, dass Eltern derartig viel für Nachhilfe ausgeben müssen? Sollen Lehrer in den Ferien in der Schule Nachhilfe erteilen, da sie ohnedies vom Staat bezahlt werden?
* Österreichs SchülerInnen schneiden bei den internationalen PISA-Test leider sehr schlecht ab. Liegt es an den Lehrern? Am Schulsystem? An den Eltern? An den Kindern? An der Politik im Schulsystem?
 



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Betrifft Lehrer & Politiker

Sehr geehrter Herr Richard S.!

Vielen Dank für Ihre Rückmeldung auf meinen Leserbrief vom 19.08.2008.
Ich möchte dazu wie folgt Stellung nehmen:

Es lag und liegt keineswegs in meiner Absicht, hier als „armer belasteter“ Lehrer um Mitleid zu heischen, da es mir durchaus bewusst ist, dass es gerade in Zeiten wie diesen viele Menschen und Berufsgruppen gibt, die weit schlechter gestellt sind als ich.

Ich habe versucht, meine beruflichen Aufgabenbereiche mit jenen unserer werten Damen und Herrn Politiker zu vergleichen, die Monat für Monat ein Mehrfaches meines Gehalts einstreifen (von deren Privilegien ganz zu schweigen), ohne jemals jemandem aus dem Volk dafür Rechenschaft ablegen zu müssen. Wenn Sie sich die Mühe gemacht hätten, zwischen den Zeilen zu lesen, wäre Ihnen das bestimmt nicht entgangen.

Als Lehrerin habe und werde ich stets das Beste für „meine“ Kinder tun, unabhängig von meinem Gehalt und dem schlechten Ruf, den ich in erster Linie der Hetzkampagne einiger Politiker zu verdanken haben, die dadurch vermutlich vom eigenen „Dreck am Stecken“ ablenken wollen.

Das Wohl der mir anvertrauten Kinder liegt mir nämlich nach wie vor mehr am Herzen als alles andere.

      Mit freundlichen Grüßen
                           Romana M.             E-mail 18.10.2009



BETRIFFT: Antwort auf das Schreiben von Fr. Romana M.

Sehr geehrte Frau Romana M.!
Bei aller Wertschätzung für den Beruf "Lehrer" finde ich es trotzdem unangebracht, wenn sie in ihrem Schreiben die "immensen" Belastungen der Lehrer so beeindruckend aufzählen. Auffällig dabei ist, dass sie ununterbrochen von der Bezahlung und nur nebenbei vom Unterrichten schreiben.

Ich kann es mir einfach nicht verkneifen auch Ihnen einen kleinen kostenlosen Tipp zu geben.
Gehen sie doch in die Privatwirtschaft, da bekommen sie ALLES und noch viel mehr bezahlt und brauchen NUR 40 Stunden pro Woche anwesend sein und Überstunden werden natürlich in den meisten Fällen "pauschal" abgegolten. Zusätzlich können sie dann sogar 5 Wochen im Jahr Urlaub machen. Wenn die Wirtschaftslage schlechter wird dürfen sie die Kurzarbeit geniessen oder sie dürfen sogar auf Kosten des AMS Schulungen besuchen.

Ganz schlimm finde ich Ihre Aussage das sie Elterngespräche führen müssen und diese MANCHMAL SOGAR in der Freizeit! Zur Ihrer Information füge ich ihnen noch einen Vergleich bei:

Lehrer im OECD-Vergleich

Österreichs Lehrer haben pro Jahr weniger Stunden Unterricht, unterrichten in kleineren Klassen und haben weniger Schüler zu betreuen als der durchschnittliche Lehrer in anderen OECD-Ländern. Das zeigt die aktuelle OECD-Studie "Bildung auf einen Blick 2009". Beim Gehalt der Pädagogen zeichnet die OECD ein differenziertes Bild. Bei der Akademikerquote liegt Österreich deutlich unter dem Schnitt.

Während österreichische Lehrer zu Beginn ihrer Laufbahn und nach 15 Jahren Berufserfahrung etwa soviel verdienen wie jene der übrigen Industrieländer, liegt ihr Höchstgehalt nach 34 Jahren deutlich über dem OECD-Schnitt. Österreich ist eines der wenigen Länder, in denen sich die Zahl der zu unterrichtenden Stunden zwischen 1996 und 2007 deutlich verändert hat: Bei den Volksschullehrern ist die Unterrichtsverpflichtung um 13 Prozent auf 774 Stunden pro Jahr gestiegen. Sie unterrichten damit allerdings immer noch weniger Stunden als im OECD-Schnitt (798 Stunden), nur in zehn der 37 untersuchten Ländern unterrichten Volksschullehrer kürzer. Am längsten stehen die Volksschullehrer in den USA mit 1.080 Stunden pro Jahr in der Klasse.

Mit freundlichen Grüssen
Richard S.                               E-mail 17.9.2009



Lehrer(in) sein - Ein Job zum Beneiden?

Sehr geehrter Herr W.!                                      Wien, 19. August 2008

Meine Kollegin hat mir soeben erzählt, dass Sie einmal gegen uns LehrerInnen „gewettert“ haben. Das ist mir leider entgangen, sonst hätte ich Ihnen schon früher geschrieben.

Dazu muss ich Ihnen nun Folgendes sagen:
Nehmen Sie sich doch bitte einmal die Zeit, mit uns LeherInnen über unseren beruflichen Alltag zu sprechen, bevor Sie irgendeinen Kommentar abgeben! Viele von uns sind gerne bereit, mit Ihnen darüber zu sprechen. Wir sind sogar froh, wenn uns einmal jemand zuhört.

Unser Aufgabenbereich hat sich in den letzten Jahren/Jahrzehnten nämlich dramatisch verändert – bei gleicher Bezahlung, denn die Lohnerhöhungen decken gerade einmal die Inflation ab.

Folgende Themen sind besonders interessant:
Tätigkeitsbereich & Bezahlung (Lohn, Pauschalien, Seminarkosten, Fahrgeld)

Kurzübersicht
Wir müssen unter anderem:
… Jahrespläne erstellen (Was haben wir im Laufe des Jahres vor?)
… wöchentlich Klassenbücher schreiben (Was haben wir tatsächlich gemacht.)
… unsere Fortbildung meist selber bezahlen, findet häufig in der Freizeit statt
… Pauschaliengelder auf Heller und Pfennig abrechnen
… Schulveranstaltungen organisieren und abrechnen
… Elterngespräche führen - manchmal sogar in unserer Freizeit
… allen Schreibkram selber erledigen (niemand von uns kann sich eine Sekretärin leisten)
…. die Jahreskarte selber bezahlen (kann nicht einmal steuerlich abgesetzt werden)
und ganz nebenbei noch UNTERRICHTEN!

Da frage ich mich allen Ernstes:
Worum beneiden Sie uns eigentlich? Um unsere anspruchslose Tätigkeit oder unseren tollen Stundenlohn (ca. 11 Euro netto)? Ein kleiner kostenloser Tipp von mir: Werden Sie doch selber Lehrer!

Persönliche Bemerkung:
Ich wünschte, alle Politikerinnen und Politiker müssten genauso detailliert und korrekt arbeiten wie wir  … bei gleicher Bezahlung!

Mit freundlichen Grüßen
Romana M.