Ulrike Zartler zum Thema: Das Beziehungsleben der Österreicher |  | 
|  Bild: Ulrike Zartler; © Wien-konkret
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Univ. Assistentin Dr. Ulrike Zartler Familiensoziologin, Institut für Soziologie Universität Wien
1) Rahmenbedingungen und Herausforderungen
* Heute ist man öfter verheiratet, als man Kinder hat
* Wie häufig leben Österreicher in einer Paarbeziehung? 1999: 75% mit einem Partner 2008: 66% mit einem Partner
* Heute leben Ehepartner nicht mehr zusammen, bis das der Tod sie scheidet. Es gibt demografische Veränderungen in der österreichischen Gesellschaft: * steigende Lebenserwartung (derzeit bei Frauen 83,0 Jahre, Männer 77,6 Jahre) * geringe Geburten- und Kinderzahl * die Familienphase schrumpft im Lebenslauf * die gemeinsame Lebenszeit war noch nie so lange wie heute * es gab noch nie so viele „Goldene Hochzeiten“, weil sich einfach die Lebenszeit massiv verlängert hat
* Die Familientypen in Österreich 42,4% Ehepaare mit Kinder 31,2% Ehepaare ohne Kinder 10,8% Alleinerziehende Mütter 7,5% Nicht eheliche Lebensgemeinschaften mit Kinder Rest: andere Familientypen
* Die Anzahl der nicht ehelichen Lebensgemeinschaften (NEL) ist markant gestiegen. 1989: 75.000 2008: 315.000 Es gibt wenige Beziehungen, die einen gemeinsamen Haushalt erst dann gründen, wenn sie verheiratet sind. * Die verlängerte Ausbildungszeit der Frauen führen zu mehr und längeren nicht ehelichen Lebensgemeinschaften * Heute gibt es eine hohe gesellschaftliche Akzeptanz von nicht ehelichen Lebensgemeinschaften. In den 1950-ziger Jahren konnte man nicht einmal ein otelzimmer nehmen, wenn man nicht verheiratet war.)
* Eheschließungen zwischen 1951 und 2008 in Österreich 1951: 60.000 2008: 35.000
* Es wird selten nur wegen der Liebe geheiratet. Finanzielle Vorteile sind ganz, ganz wichtig, siehe das Beispiel das Abschaffen der Heiratsprämie, dass davor noch zu einem Heiratsboom führte.
* Eheschließungen erfolgen seltener und später.
* Das durchschnittliche Heiratsalter betrug im Jahre 2008 bei Frauen 28,9 Jahre Männer 31,7 Jahre
* Migrantinnen heiraten früher und häufiger
* Die symbolische Bedeutung der Ehe schließung ist hoch. Verheiratete Personen werden positiver bewertet, als Singles.
* Das Scheidungsverhalten der Österreicher Gesamtscheidungsrate 2008: 47,8% Mittlere Ehedauer: 9,6 Jahre Mittleres Scheidungsalter: Frauen 39,8 Jahre, Männer 42,3 Jahre 51,3% der geschiedenen Ehen enden in den ersten 10 Ehejahren 40,2% aller geschiedenen Ehen sind kinderlos 2008 waren 14.812 Kinder von der Scheidung ihrer Eltern betroffen
* Warum steigen die Scheidungsraten in Österreich? Gefühlsbeziehungen sind fragiler, als ökonomische Beziehungen gestiegene individuelle Gestaltungsmöglichkeiten für beide Geschlechter Werte- und Normenwandel * Soziodemografische Merkmale bei Scheidungen: Einfluß des Heiratsalters: jüngere Paare haben eine höhere Scheidungsquote Erstehen sind wesentlich stabiler als Zweitehen Aus geschiedenen Ehen bei Eltern kommen mehr Kinder, die sich scheiden lassen. D.h. die Stabilität bzw. Instabilität der elterlichen Ehe schlägt auf die Kinder durch Gemeinsame Kinder wirken scheidungshemmend
* Was sind die häufigsten Trenndungsursachen bei Scheidungen? Emotionale Aspekte Schlechte Kommunikation und Konfliktlösung zwischen den Ehepartnern Art des Stresses und der Stressbewältigung zwischen den Ehepartnern verschiedene Vorstellung der Rollenteilung in der Partnerschaft
* Was hält Paare zusammen ? 1) Treue 2) Respekt, Anerkennung, Verständnis, Toleranz 3) Glückliche sexuelle Beziehungen, insbesonde beim Mann 4) Bereitschaft und Zeit für Beziehungsgespräche, insbesondere bei der Frau 5) Gemeinsame Lebensziele 6) Gemeinsame Kinder 7) Angemessenes Einkommen und gute Wohnverhältnisse. Das wird immer wichtiger!


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