Wien

Hans W. Bierhoff zum Thema: Bindungen in Beziehungen

Hans W. Bierhoff,

Bild: Hans W. Bierhoff; © Wien-konkret

Prof. Dr. Hans W. Bierhoff
Sozialpsychologe, Universität Bochum, Deutschland

Bindungen in Beziehungen: Grundlagen der Bindungstheorie und Auswirkungen auf das spätere Beziehungsleben

Definition: Bindung ist eine relativ dauerhafte emotionale Orientierung

Bindungsstile:
* sichere Bindungen beinhaltem im günstigsten Fall Vertrauen, Sicherheit und eine harmonische Beziehung
* Ängstliche suchen Nähe zu Bezugspersonen, um sich vor gefahren zu schützen und um das Gefühl der Hilflosigkeit zu verringern

Bindungsmuster von Kindern kann man mit dem „Strange-Situation Test“ ermitteln. Dabei wird das Verhalten erfaßt, insbesondere bei ein- bis zweijährigen Kindern. Beispielsweise wird das Verhalten des Kindes beobachtet, wenn eine fremde Person den Raum betritt oder wenn die Mutter das Kind verläßt
=> unsicher-vermeidende Kinder 21%
=> unsicher-ambivalente Kinder 12%
=> sichere Kinder 67%

Die Verteilung der Bindungsstile ist auch in verschiedenen Ländern sehr ähnlich.
Bindungsstile werden nicht vererbt, sondern sind ganz maßgeblich von den Eltern abhängig. Es gibt sichere und unsichere Mütter und Väter und das wirkt sich auf das Kind aus.
Entscheidend ist die elterliche Feinfühligkeit.
Einerseits als Fähigkeit zur genauen Wahrnehmung und Interprtation der Bindungssignale des leinkindes und andererseits als Fähigkeit der schnellen und angemessenen eantwortung dieser Signale.

Wie verändert sich das Bindungsmuster
Es gibt eine gewisse Kontinuität, aber Bindungsmuster verändern sich bei:
   veränderte Lebensbedingungen,
   die Mutter hat einen neuen Lebenspartner,
   Tode eines Elternteiles,
   Neuheitseffekt, der die früheren Erfahrungen mit den Eltern verblssen läßt

Bindungsrepräsentation bei Erwachsenen:
   Wie sehe ich mich selbst?
   Wie sehe ich andere Menschen?

Wer sich selbst psoitiv sieht und auch den anderen positiv sieht ist in einer sicheren Bindung.
Wer sich positiv, den Partner negativ sieht ist gleichgültig vermeidend
Wer sich selbst negativ, den Partner aber psoitiv sieht, der ist ängstlich ambivalent. Das ergibt viel Eifersucht bei Beziehungen.
Wer sich negativ sieht und den Partner ebenfalls negativ sieht ist ängstlich und verweidend

Es gibt auch stablie Beziehungen, die unglücklich sind.
Die meisten beziheungen sind stabil, sicher und treu.

Anmerkung aus dem Publikum:
Man sollte in der Schule weniger Mathematik-Formeln lernen, dafür mehr Beziehungsformeln.